Wie meldet ihr euch am Telefon?

Ob ich Azubi bin, Doktor oder sonst was, geht erstmal keinen was an. Die Kompetenz zu wissen, ob ich selbst weiter helfen kann oder das Telefon weiter reiche, sollte man mir dann schon zu sprechen..

Das sehe ich zwar ein bißchen anders - ich wüsste schon gern, mit wem ich telefoniere - aber so lange du auf Nachfrage Deinen Beruf preisgibst, soll's mir recht sein. Arzt biste sowieso nicht, die melden sich nicht mit Vornamen.

Warum der Patient Dich nicht mit Deinem Vornamen ansprechen darfst, wenn Du nicht mal am Telefon Deinen Nachnamen preisgibst, erschließt sich mir nicht.
 
Es gab und gibt immer einzelne Kollegen die sich am Telefon mit dem Nachnamen melden. Aktuell ist es 1 männlicher.
Das geht an mir völlig emotionslos und ohne weiteren Kommentar vorüber.
Soll jeder so machen wie er will - Order gibt's bei uns keine.
DARÜBER werd ich mich sicherlich nicht auslassen, rumdiskutieren, schon gar keine Wertung daran knüpfen wollen, welches Berufsverständnis da jemand hat.
Wichtiger ist, DASS jemand ans Telefon geht, die gefühlten 100.000 Anrufe am Tag, müssen erledigt werden.
Der grobe Rahmen (bei hörbarem Unterschied intern-extern) muss passen, damit der Anrufer weiß wo er gelandet ist und mit wem er es zu tun hat.
Extrem nerven würd mich allerdings, wenn ich bei jedem Anruf die komplette Leier runterrattern müsst, ohne zu wissen, ob's "nur" ein interner Anruf ist. O.k. gibt ja noch das Display. Gibt auch Info, sofern Rufnummer nicht unterdrückt ist.
Bei internem Anruf sieht man dann auch WER anruft, kann's schon vor dem annehmen zuordnen.
Irritierend find ich, dass sich viele Assistenzärzte mit Vornamen melden, auf dem "Dienstarzt"handy.
 
Warum der Patient Dich nicht mit Deinem Vornamen ansprechen darfst, wenn Du nicht mal am Telefon Deinen Nachnamen preisgibst, erschließt sich mir nicht.

Das darf er. Da sich bei uns im Haus jeder im Haus mir Vornamen ansprechen lässt, fänd ich es merkwürdig, wenn ich als Azubi auf den Nachname bestehe.
Ging mir viel mehr darum, dass in dem beschriebenen Fall die Praxisanleiterin ihre Schülerin wohl nicht als erwachsenen Menschen gesehen hat. Und das würde ich als bodenlose Frechheit empfinden. Ich sage ja auch nicht, wenn sich ein Kollege mit "Michael" vorstellt: Sie können den auch Micha nennen, machen wir alle hier!
 
Melde mich seit Examen bei externen Anrufen mit "Station YY, Nachname", bei internen mit Vornamen, sonst weiß keiner, wer dran ist :) bis mich die sich überwichtig nehmende Pflegeüberleitung angemault hatte, als sie neben mir saß und ein externer Anruf reinkam, "da weiß man garnicht, ob ne Schwester dran ist, so wie du dich meldest..." :verwirrt:
 
Hallo, ja ich bins schon wieder :-)

Und!......es gibt was neues! :-) erst heute! :-) Klingelte das Telefon.....okay, das tut es ja leider öfter.....aber mal wieder ganz besonders.... :-)

Ich gehe ran......sage meinen üblichen Text....den mit den Pneumokokken...ihr erinnert euch vielleicht..... Herr von Antibiose (NACHNAME) und meine Gesprächspartnerin beginnt das Gespräch schon mit ALSO! statt dem üblichen Hallo!
"Also!! Sie haben wohl ihren Beruf verfehlt!" sie macht eine kurze Pause....ich nutze die Chance "Nun, da sind sie die Erste, die das in den letzten 10 Jahren zu mir gesagt hat!" sie holt Luft und setzt an "MEIN Vater!" ich weiß natürlich auch hier sofort um wen es geht "Wurde seit 5 Tagen nicht gewaschen, sein Bett niemals gemacht, geschweige denn bezogen! Überhaupt ist bei ihnen alles Mist"....sie redete ca. 5 Minuten ohne Punkt und Komma und jeder Versuch meinerseits sie zu unterbrechen wurde mit einer Erhöhung ihrer Stimmlautstärke unterbunden.... als ich endlich einmal zu Wort kam fragte ich "Wer ist denn überhaupt ihr Vater und was hat er?" da hatte ich genau die richtige Frage gestellt..."Wie, das wissen sie nicht einmal, wie inkompetent sind sie denn? Mein Vater ist Herr Tibiakopffraktur mit Kopfplatzwunde nach Sturz! Das kann doch alles nicht wahr sein!" Glücklicherweise hat sie sich so aufgeregt, das sie etwas länger Luft holen musste und ich kam wieder zu Wort.... "Ich glaube, ihr Vater liegt auf der Chirurgie unseres Hauses oder?" sie außer Rand und Band "Natürlich!!! Wo denn sonst verdammt!" Pause.... ich durfte wieder etwas sagen "Hier ist aber die Intensiv Station, gute Frau!" daraufhin kam dann doch noch ein kleines ach so....tut tut tut tut tut :-)

und ich dachte mir wieder.......WUNDERVOLL.......

:-)
Ich hetzte natürlich zu den Kollegen der Chirurgie und es stellte sich heraus, meine Anruferin wohnt ca. 500 km entfernt und hat ihren Vater, der mir auf dem Flur, auf seinem Weg zum Kiosk begegnete, über ein Jahr nicht gesehen. Der wirklich nette Herr wäscht sich selbst und wohnt allein zu Hause. :)

Zum guten Abschluß, finde ich es schade, eine Diskussion im TALK TALK TALK Thread über "DIE PFLEGE" zu führen, die gibt es nämlich gar nicht, so wie nähmlich.... und wird es wohl während meinen Lebzeiten auch nicht geben.
Jeder entscheidet selbst wie er sich den Patienten vorstellt und wie er sich am Telefon meldet, jedenfalls seinen eigenen Namen betreffend. Ich wage auch zu behaupten, das man auf Grund einer Namensmeldung nicht ableiten kann, ob sich jemand für etwas besseres hält oder seinem Beruf nur minderwertige Gefühle entgegnet.

Gruß
Dennis
 
Dennis, "House of God" ist doch schon alt, schreib doch mal ne Sammlung von Geschichten aus deinem Berufsleben, ich tät dich lesen! :wink1:

Sr. Marty :nurse:
 
Leider muss ich gestehen ich kenne House of God nicht und habe es auch nie gelesen.

Und da ich ausreichend Dinge erlebe, die ich gleichermaßen interessant wie auch lustig finde, erzähle ich lieber diese, das kann man glauben oder man kann es lassen. :-) Wichtig ist dabei nur die Geschichte :-)

Gruß
Dennis
 
Hier! Ich lese mit! :spopkorns:
 
Zu dem Thread fällt mir nur ein:

Hey... Hey... Telefonmann.

Das Telefon schellt,und ich bin im Keller,
vielleicht nur verwaehlt,doch ich bin schneller.
Ich bin der Telefonmann,
ich geh ans Telefon ran,
ich bin der Telefonmann,
ich geh ans Telefon ran.
 
Und da ich ausreichend Dinge erlebe, die ich gleichermaßen interessant wie auch lustig finde, erzähle ich lieber diese, das kann man glauben oder man kann es lassen. :-)

Ich glaube Dir jedes einzelne Wort Deiner Geschichten. Solche Telefonate habe ich auch schon gefühlte tausend Mal geführt, aber Du kannst sie lustiger zu Papier bringen.
Das sind die Gespräche wo unsere Pflegesekretärin den Telefonhörer immer weiter gib mit den Worten: "Du, übernimm mal, ich komme grad nicht weiter und versteh den Anrufer so schlecht"...:-)
 
Ich melde mich seit der Ausbildung u.a mit meinen Nachnamen, Klinik, Bereich etc..
Meine Funktion bzw. Berufsbezeichnung erwähne ich gerne bei Bedarf aber nicht grundsätzlich.

Nett finde ich es auch immer, wenn ein Herr Dr. Soundso anruft und fragt ob er jetzt mit einem Kollegen spreche oder mit ner Schwester.
Es ist ja nicht so, dass mich das jetzt zutiefst trifft, nicht zum illustren Kreis seiner Kollegen zu gehören, aber schmunzeln lässt mich das manchmal schon etwas.
 
Ich finde die Anrede "Schwester XY" eigentlich sehr schön. Das hat so was vertrautes :) Ich hab mal in einer Verwaltung gearbeitet, und fand es schrecklich... Immer dieses "Firma XYZ, Sie sprechen mit Frau Soundso..." Ich finde, dass das wahnsinnig gestelzt klingt :/
Im KH sind ja viele Patienten, die alt sind, und vielleicht auch ziemlich alleine zu Hause. In so einer Situation würde ich als Patient mir komisch vorkommen, die Pflegerin mit Frau XY anzusprechen. Ist jetzt meine pers. Meinung =)
 
Warum wird eigentlich den alten Patienten abgesprochen sich Namen merken zu können und eine normale alltagstaugliche Kommunikation zu führen?
Die Verkäufer (innen), Bankangestellten, Bäckereifachverkäuferin usw. tragen doch auch alle Namensschilder mit ihrem NACHnamen.
Da käme gar niemand auf die Idee diese Berufsgruppen mit dem Vornamen anzureden und diese würden es auch nicht zulassen.

Nur bei uns Pflegenden soll jede Distanz aufgehoben werden und die sollen sich, wie von einem Freund oder Familienmitglied mit Vornamen anreden lassen. Bloß, weil das angeblich Geborgenheit vermittelt.

Liebe Pflegende werdet endlich erwachsen!!!

LG opjutti
 
Im KH sind ja viele Patienten, die alt sind, und vielleicht auch ziemlich alleine zu Hause. In so einer Situation würde ich als Patient mir komisch vorkommen, die Pflegerin mit Frau XY anzusprechen.
Den Zusammenhang zwischen "alt und alleinstehend" und "ich quatsche jetzt wildfremde Menschen mit Vornamen und falschem Titel an" versteh ich nicht.
 
Warum wird eigentlich den alten Patienten abgesprochen sich Namen merken zu können und eine normale alltagstaugliche Kommunikation zu führen?
Die Verkäufer (innen), Bankangestellten, Bäckereifachverkäuferin usw. tragen doch auch alle Namensschilder mit ihrem NACHnamen.
Da käme gar niemand auf die Idee diese Berufsgruppen mit dem Vornamen anzureden und diese würden es auch nicht zulassen.

Nur bei uns Pflegenden soll jede Distanz aufgehoben werden und die sollen sich, wie von einem Freund oder Familienmitglied mit Vornamen anreden lassen. Bloß, weil das angeblich Geborgenheit vermittelt.

Liebe Pflegende werdet endlich erwachsen!!!

LG opjutti

Gute Worte! Nur leider ziehen solche Argumente bei vielen nicht.
 
Den Zusammenhang zwischen "alt und alleinstehend" und "ich quatsche jetzt wildfremde Menschen mit Vornamen und falschem Titel an" versteh ich nicht.
So meinte ich das nicht... Nehmen wir mal meine Oma zum Beispiel... Sie wurde damals sehr zur Sparsamkeit erzogen und zum "Zähne zusammenbeißen". Sie ist pflegebedürftig und fühlt sich dabei sehr unwohl, als wäre sie uns und der Sozialstation ein "Klotz am Bein", und anfangs schämte sie sich auch, gewaschen/gebadet zu werden. Ich weiß nicht warum, aber ich denke, dass diese Schwester-Anrede gerade dann ein wenig die Hemmungen nimmt...
Das trifft teilweise sicherlich auch auf jüngere Patienten zu. Wenn ich jetzt Hilfe bei der Körperpflege bräuchte, würde ich mich bei einer Schwester Tusnelda persönlich wohler fühlen als bei einer Frau Kratzmann.

Die Verkäufer (innen), Bankangestellten, Bäckereifachverkäuferin usw. tragen doch auch alle Namensschilder mit ihrem NACHnamen.
Da käme gar niemand auf die Idee diese Berufsgruppen mit dem Vornamen anzureden und diese würden es auch nicht zulassen.
Meiner Meinung nach muss man auch bei keiner dieser Berufsgruppen die Privats- und Intimsphäre in solch einem Grad fallen lassen, wie man es als pflegebedürftiger Mensch zwangsläufig tun muss.

Wie gesagt, das ist meine persönliche Meinung, die muss ja niemand teilen ;)
 
...
Meiner Meinung nach muss man auch bei keiner dieser Berufsgruppen die Privats- und Intimsphäre in solch einem Grad fallen lassen, wie man es als pflegebedürftiger Mensch zwangsläufig tun muss.

Wie gesagt, das ist meine persönliche Meinung, die muss ja niemand teilen ;)

Nein, aber Ärzte und die werden auch mit Nachnamen angesprochen.
 
Nö, Jörg, die heißen Herr Doktor :)

Was ist eigentlich, das persönliche Ziel eines jeden?
Hier genügt doch "theoretisch" die Meinungsdarstellung.

Nehmen wir mich....ja mich.....toll ne....so eine phantastische Persönlichkeit :kloppen:

Ich erwähnte, dass ich mich lieber mit meinem Nachnamen identifiziere, da ich meinen Gegenüber am Telefon nicht kenne. Kann ja auch sein, das die Queen anruft, weil ihr 65983 Großneffe bei uns im Krankenhaus liegt und sagt man ihr Ei Gude hier der Pfleger Ciprobay, statt Herr von Antibiose.

Bei manchen habe ich aber den Eindruck, sie wollen ihre Meinung den anderen aufzwängen und das verstehe ich nicht recht.

Hier gehört doch eigentlich hin: "Ich melde mich mit" "aus folgenden Gründen" Richtig oder falsch gibt es da nicht oder?



Gruß
Dennis
 

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