Warum meldet sich hier niemand mehr, der ins Ausland gegangen ist?

Dieses Thema im Forum "Ansprechpartner / Institutionen und Erfahrungsberichte" wurde erstellt von Narcanti, 06.06.2006.

  1. Narcanti

    Narcanti Newbie

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    Also ich habe jetzt die interessanten Berichte gelesen (also für mich interessant), sie haben mich teilweise ja auch schon etwas weiter gebracht was die Adressen angehen die ins Ausland vermitteln. Aber warum melden sich hier nur wieder welche die es wieder zurückgezogen hat oder die nur auf Zeit weg waren.
    Alle die so heiß aufs Arbeiten in der großen weiten Welt waren haben dann hier erzählt wie toll das alles werden wird usw. aber wie es denen ergeht die geblieben sind erfährt man halt nicht. Ich finde das schon schade weil mich solche, nennen wir es mal Reaktionen doch stark beeinflussen was es angeht eine Stelle in England anzutreten.

    Also mein Wunsch wäre es mal endlich ein paar positive Reaktionen aus dem Ausland hier zu posten, von denen die dort auch noch immer arbeiten, egal ob aus Nimmerland oder Honduras.

    Vielen Dank:sdreiertanzs:
     
  2. naemi

    naemi Senior-Mitglied

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    weiss nicht ob ich mich angesprochen fuehlen darf.arbeite in italien.habe nicht mehr vor nach deutschland zurueck zu kehren, alles zusammen finde ich mein leben hier besser und mein arbeitsalltag auch, obwohl italien kein pflegeparadies ist .
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Ferne ist ein schöner Ort... doch wenn ich da bin ist sie fort.
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    Elisabeth
     
  4. Ying_Yang

    Ying_Yang Gast

    Hallo Narcanti, ein Pflegeparadies gibt es wohl nirgendwo, das gibt unser Job einfach nicht her, oder?:wink:
    Ich gehe Mitte Juli nach Italien, ab August werde ich dort arbeiten und verspreche Dir, sobald ich Zugang zum Internet habe und mich zurechtgefunden habe, einen Erfahrungsbericht abzugeben. Aber naemi hat unter der Rubrik Fachkompetenzen, starke Schwestern schon mal so einen Bericht geschrieben.
    Aber Du hast Recht, ich habe mich auch schon gewundert, warum über die Länder England, Irland, Dubai nie wirklich konkret berichtet wurde.
     
  5. naemi

    naemi Senior-Mitglied

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    das schoene wetter hab ich hier, das abenteuer habe ich erlebt,das meer ist vor meiner tuer, die herausforderung eine andere sprache zu erlernen ist geglueckt, eine andere mentalitaet kennen zu lernen und sich das beste herrauszupicken hat geklappt und mein fernweh das ich immer hatte wurde geheilt.
    der eine ist gluecklich in der gleichen stadt geboren und begraben zu werden der naechste sucht die ferne.
    hauptsache das was wir waehlen macht uns gluecklich.
     
  6. sasc

    sasc Newbie

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    mmh, du möchtest noch mehr Erfahrungsberichte?
    Ich arbeite in der Schweiz, was für mich mittlerweile wie ésterreich gar nicht mehr als so richtes Ausland gilt.. Und es ist toll, es ist so wie ich es mir vorgestellt habe :-)

    Ich habe weniger Pat zu betreuen (nicht weniger Stress!!!) kann mich mit ruhigem Gewissen abends ins Auto setzen und sagen ich habe alles gemacht wie ich es für mich und mit meiner Einstellung vertreten kann. Habe neue sachen gelernt wie Blutentnahmen und Venflons legen, Porth anstechen und mekre dass es mir gut tut und meine Pflegequalität in vielerlei Hinsicht verbessern kann. Es ist schön, wie das Ansehen hier in der Gesellschaft ist und bewunderswert wie die Pflege hier für ihren Berufsstand einsteht. Sie sind nicht Handlanger des Arztes, sondern bestehen auf ihre Rechte und die des Pat ( mit Erfolg!!). Sie können wahnsinnig viel bewegen, mehr als wir uns das in Deutschland vorstellen können. Suie werde von àrzten akzeptiert und das verbessert das Miteinander ganz immens. Ich merke das immer wenn die deutschen aipler kurz zu Besuch kommen- die ecken mit ihrem Ton hier einfach nur an, und nicht wenige sind darum von der station katapultiert worden--- von der Pflege!!!!
    Die Philosophie ist eine andere, so wie ich in Deutschland immer pflegen wollte aber nicht konnte, kann ich nun hier pflegen. Aber genau das macht das zurück kommen ja dann auch so schwer.....
     
  7. Ying_Yang

    Ying_Yang Gast

    @ sasc: Vielen Dank für Deinen Bericht. Schön, dass es Dir gefällt. Ich empfinde unseren Beruf in D ähnlich wie Du, viele Kollegen in anderen europäischen Ländern berichten ähnlich positive Dinge, was die Tätigkeiten betrifft und das Ansehen. Ich glaube, es sind noch nie so viele Krankenschwestern ausgewandert, wie zur Zeit, wird wohl seine Gründe haben...:anmachen:
     
  8. Ying_Yang

    Ying_Yang Gast

    @ naemi: Da hast Du viele Dinge noch neben der beruflichen Herausforderung erlebt und gelernt, die manchen Menschen das ganze Leben verborgen bleiben, herzlichen Glückwunsch. Davor ziehe ich wirklich den Hut.
     
  9. Sonshine

    Sonshine Newbie

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    Ich bin seit einem halben Jahr nun in London und arbeite hier als Kinderkrankenschwester. Ich finde meinen Job hier richtig toll und das einzige was mich etwas stört sind die sehr langen Schichten (12 Stunden), kann aber auch sein das ich mich noch dran gewöhne, ich arbeite erst den zweiten Monat im Krankenhaus.
     
  10. Tante Doll

    Tante Doll Gast

    @ sonshine:

    Zur Info: der Thread ist nun fast 4 Jahre alt............

    Aber auch ich kann nur sagen, dass ich mich nach wie vor sehr wohl als Pfleger in Norwegen fühle und jetzt nach bald 9 Jahren Aufenthalt hier
    " oben " die Norwegische Staatsbürgerschaft ersuche..... ( es sei denn Canada lockt mich mit der " Gutverdienenen " -Situation dorthin..... aber wir werden sehen, was mir in dem anderen parallel-laufenden Thread so geantwortet wird und was andere Infos so ergeben !!!!! )
     
  11. amy

    amy Junior-Mitglied

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    HI

    war über ein Jahr jetzt in England und breue es nicht diesen Schritt gemacht zuhaben. Leider werd ich aber nach D zurückkehren aber nur auf bestimmte Zeit. Was ich hier gelernt habe und gesehen kann man mit der deutschen Pflege nur zum teil vergeleichen. Die basics sind die gleichen nur die Organisaton, Managment, Ansehen und Vergütung sind um einiges höher als D je erleben wird.
    Der Pflegekraftschlüssel wird dem Patientenschlüssel angepasst, auch bei kurzfristigen ausfällen. Eine Krankenschwester darf nicht mehr als 10patienten betreuen, in der Regel sind es aber meist nur unter 8. Ihr steht auch immer ein Assistent(Krankenpflegehelfer) zur Seite, da hier ein höherer Aufwand an Verwaltungssachen ist. Auch die überwachung an post-OP Patienten ist zeitlich und qualitativ höher und aufwendiger als D. Es wird zwar versucht eine engmaschige überwachung zu gewährleisten aber aus mangel an Zeit, Personal und unnützen/ nicht fachbezogenen Aufgaben nicht möglich. Der Nachtdienst ist stehts mit 3-4 Krankenschwester besetzt und langeweile kommt da bestimmt nicht auf, ok es ist nicht so stressig aber arbeit gibts genug. Wie Bluttransfusionen, Blutentnahmen, engmaschige post OP kontrolle, Medigabe, Infusionsüberwachung usw.
    Hier gibt es auch verschiedene Einstufungen der Pflegekräfte, HealthCareAssistens (Krankenpflegehelfer), Staff nures, Senior nurse, Leader, Ward Manager = Stationsleitung. Die Aufstiegschance sind hier besser und schneller, wenn man dahinter ist vorran zukommen.
    Was die Bezahlung und Zuschläge angeht da ist D weit entfernt.
    wenn jemand Bestimmte Fargen hat, stellen und ich tu mein Bestes sie zu beantworten.
    [COLOR=#000000 ! important][FONT=Arial ! important][/FONT][/COLOR]
     
  12. gammastef

    gammastef Newbie

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    Hallo, an alle in D,

    ich bin jetzt seit fünf Jahren in Österreich, werde von den Österreichern immer noch gerne als "Piefke" bezeichnet, habe hier aber die Frau meines Lebens gefunden und werde Österreich nie mehr verlassen. Ich konnte hier erstaunlich schnell Karriere machen und die Bezahlung ist deutlich besser als in D. Zudem lebe ich im Burgenland, dem Teil von Österreich mit den meisten Sonnentagen im Jahr. Also es gibt für mich keinen Grund mich zurück in das nasskalte Deutschland zu begeben. Hier haben wir entweder Winter mit ausreichend Schnee, oder wunderschöne Sonnentage. Okay hin und wieder regnet es auch, aber das ist wichtig, damit die "Schwammerl" gut wachsen.

    gammastef
     
  13. Tante Doll

    Tante Doll Gast

    Mich würde mal interessieren, ob es hier User gibt, die im Ausland gearbeitet hatten und dieses Situation in dem betsimmten Land schlechter als in Deutschland empfunden hatten

    ( ein Schelm wer dabei Böses denkt .........)
     
  14. amy

    amy Junior-Mitglied

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    Finden tut man immer was, wenn man sucht. Ich kann auf beiden seiten Vorteile und Nachteile finden, die die Situation zum arbeiten im jeweiligen Land im schlechten licht erscheinen lässt. Ist es nicht so das es kein Land auf dieser Erde gibt die alles PERFEKT machen, es gibt überall was einem gefällt oder nicht.
    Schlechtere Bedinungen als in D habe ich zB nicht in England gefunden. Ok es gibt manches wo man in D besser drauf schaut (Hygiene, Arbeitseinstellung) aber dafür gibts anderes wo D schlechtere bedinungen hat (Aufstiegschance, Arbeitsbedinung)
    Ich mache nicht so einen großen Schritt, ins Ausland zugehen um besser zu arbeiten NEIN ich gehe weil ich besser LEBEN will und das kann man aufalle Fälle. Ich denk mal das zählt.
     
  15. gammastef

    gammastef Newbie

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    Bevor ich nach Österreich ausgewandert bin, habe ich im Rahmen von Entwicklungshilfe Einsätze in Ecuador und im Kongo (RDC) getätigt. Diese Erfahrungen waren sehr wertvoll für mich und möchte sie niemals missen. Aber ich muss auch sagen, dass diese Länder für mich als Daueraufenthalt nichts sind.

    LG, Gammastef
     
  16. maxx

    maxx Newbie

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    Ich lebe arbeite in Österreich, komme ursprünglich aus Deutschland und habe dort 17 Jahre lang in der Anästhesie einer Uniklinik gearbeitet.
    Österreich ist lässig: Medikamente fast alle wie in D, Verdienst besser als in D, Freizeitwert wesentlich höher in Ö, jedoch 12 Stunden pro Tag arbeiten. Ich arbeite im Monat ( bei einer 100%- Stelle) maximal 13-15 Tage, den Rest habe ich frei.
     
  17. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Zur Lebensqualität tragen ja neben den Arbeitsbedingungen auch andere Faktoren bei. Ich habe von einigen Ärzten gehört, die nach ein paar Jahren Skandinavien einfach nicht mehr mit dem langen dunklen Winter zurecht kamen. Ich fürchte, das könnte mir ebenso gehen.

    Es gibt nicht zufällig eine Stelle, bei der man im Sommer in Norwegen oder Schweden und im Winter in Andalusien arbeitet, oder? :lol1:
     
  18. Tante Doll

    Tante Doll Gast

    Nun denn, wer sich als als sonnenanbetendes, mittelmeerklimabevorzugendes Individium geriert, wird wohl in Norwegen, Schweden und Finnland, vor Allem in den Nordregionen dieser Länder, wenig Freude haben.
    Bei uns in Tromsø sieht man auch zu Hochsommerzeiten selten mehr als 20 Grad Celsius auf dem Thermometer ...... Ausserdem regnet es immer sehr viel in Küstennähe.
    Das muss man einfach mögen !!!!!

    Aber dennoch ist der von Dir beschriebene Wunsch im Grunde gar nicht so unüblich, denn sehr viele pensionierte Norweger leben bevorzugt in Spanien und haben an manchen Orten bereitsch schon richtige norwegische Kolonien gegründet.
    Mit einer relativ hohen norwegischen Rente lässt es sich dort auf jeden fall wärmer und billiger leben als in der Heimat.
    Da trotzdem aber immer noch das Norwegische Gesundheitswesen für diese Menschen die Verantwortung übernimmt, haben sich übner die jahre Pflegedienste etabliert, die immer wieder regelmässig norwegische Pflegekräfte in diese Kolonien entsenden.
    Kenne persönlich sogar eine Frau, die da immer wieder dabei ist und von diesen Arbeitsbedingungen in den höchsten Tönen schwärmt.

    Mit anderen Worten: Gut bezahlte Pflegearbeit für Senioren im Sonnigen Süden......

    Für mich persönlich wär das nix, aber Anderen gefällt das offenbar ganz gut !
     
  19. Insa

    Insa Newbie

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    Hallo!

    ich habe bereits im "Als Krankenschwester nach Irland" Threat ein Update geschrieben und genauere Infos zum weiteren Leben in Irland (RoI) geschrieben.

    Ich bin jetzt seit fast 2 Jahren in Irland und habe mir das Leben als Krankenschwester in verschiedenen Krankenhaeusern sowohl als "Springer" oder "Aushilfe" als auch als fest angestellte Schwester angeguckt.

    Hier mal eine kleine besser / schlechter als in Deutschland Liste:

    + Die Bezahlung ist deutlich besser (auch wenn man die hoeheren Lebenshaltungskosten dagegen rechnet!)
    + Die Karriereoptionen sind deutlich besser. In Deutschland hatte ich haeufig das Gefuehl die Karriere endet mehr oder weniger bei der Stationsleitund wenn man nicht "weg vom bett" will. Hier in Irland gibt es nicht nur eine Stationsleitung sondern verschiedene Grade. Nursing Manager 1 und 2 sind auf Station taetig und haben quasi die Verantwortung auf Station. Manager 3 ist haeufig fuer eine ganze Abteilung oder Fachrichtung zustaendig. In verschiedenen Disziplinen koennen zusaetzlich (wie in Deutschland inzwischen auch) Weiterbildungen gemacht werden. Zudem gibt es Co-ordinators, Tutoren fuer die Einarbeitung und interne Weiterbildung und was ich besonders toll finde: Clinical Nurse Specialists in diversen Fachrichtungen (Oncology, Palliative Pflege, Diabetis, Infektion control, Herzkrankheiten, Neurologie, ...) die jeweils als Fachpersonal zur Beratung hinzugeholt werden. Also nicht direkt im Stationsalltag auf einer festen Station arbeiten sondern als Konsutation "ihre" Patienten (mit backup des Facharztes) sehen.
    + Das Ansehen ist ein anderes. Vielleicht sind wir/ bin ich daran auch selber schuld aber in Deutschland trifft man haeufig auf die Einstellung dass man "nur" Krankenschwester ist. In dem gesamten englischsprachigen Raum hat der Beruf Nurse einen sehr hohen Stellenwert. Hier wird (wie in den meisten englischen Laendern auch) die Krankenschwester an einer normalen Hochschule mit einem 4 jaehrigen Bachlor of Science Studium gelehrt. Hier in Irland hat Krankenschwester sogar einen Numerus Clausus und Plaetze sind begrenzt und begehrt. Und in Uebereinstimmung mit dem letzten Punkt kann man hier auch nach der "Grundausbildung" weiter Studieren. Man kann einen Master und sogar einen Doktortitel als Krankenschwester machen!
    +Der Stellenschluessel. Es gibt Unterschiede im oeffentlichen und privaten Krankenhaus aber generell ist der Stellenschluessel besser als in Deutschland. Es stehen einem Pflegehelfer, "Bettenschieber" (Porter) Ernaehrungsexperten, Kuechen- und Kellnerpersonal, Apotheker, Reinigungskraefte und Sekretaerinnnen zur Hilfe die viele nicht-pflegerelevante Taetigkeiten abnehmen. (Mal ehrlich, ich brauche nicht 3 oder 4 Jahre lang Krankenschwester zu lernen um Kaffee zu verteilen oder das Zimmer zu putzen nachdem der Patient entlassen wird! Und es macht einen riesen Unterschied wenn die Medis mit Patientennamen von der Apotheke geliefert und kontrolliert werden.)
    +Deutlich hoeher Patientensicherheit da ALLE Medikamente die nicht oral gegeben werden bei 2 Schwestern gegen gezeichnet werden muessen. (Minimiert falsche Dosierung oder Medis) Die Aerzte verschreiben auf gesonderten Boegen mit ihrer Unterschrift so dass Uebertragungsfehler durch Schwestern vermieden werden und alle Medis werden frisch am Bett gestellt und mit individuellem Kuerzel abgezeichnet (minimiert Medis fuer den falschen Patienten)

    - Die Gebaeude und Strukturellen Bedingungen koennen schockierend sein. Ich finde auch immernoch das 6 bis 8 Betten in einem Zimmer zu viel sind und das Patienten nicht einmal ein eigenes Telefon am Bett haben kaeme in Deutschland auch so schnell nicht vor. Das schlimmste was ich selbst gesehen habe waren (waehrend einer Umbaumassnahme) eine 30 Personenstation in einer grossen Aula nur mit spanischen Waenden voneinander geteilt.
    - Die Rettungsdienste und Notaufnahmen sind voellig ueberlastet. Wartezeiten von 8 is 10 Stunden und Naechte auf Stuehlen sind keine Seltenheit. Patienten muessen zum Teil tagelang auf den "Trolleys" der Notaufnahme warten bis Stationsbetten frei sind.
    - Das geteilte System mit oeffentlichen (public) und privaten Patienten. Wer nicht zahlt bekommt hier nur das absolute minimum und public Wartezeiten von bis zu 9 Monaten nur fuer eine Vorstellung beim Facharzt sind keine Seltenheit.
    - hohe Kosten fuer Arztbesuche. Hier kostet dich der Besuch beim Hausarzt mind. 50 bis 60 euro und der Facharzt locker mal 150 bis 200 euro.
    - Eine ueberproportionale Verwaltung die viele Dinge im Krankenhaus schwieriger und teuere macht als sie sein muessten.
    - Gewoehnungsbeduerftige (z.T. strukturell bedingtet) Hygiene. MRSA wird hier nur mit kleiner Plasikschuerze und Handschuhen isoliert und im einigen Public Hospitals wird VRE gar nicht mehr isoliert. Dafuer sind gerade in Privaten Haeusern die Tests haeufiger (bei Neuaufnahme aus Heim, anderm Krankenhaus oder bei immungeschwaechten Patienten generell).
    - Die Zentralisierung auf Dublin. Viele Patienten fahren vom anderen Ende des Landes zur Behandlung nach Dublin. Es gibt ausserhalb von Dublin KEIN Kinderkrankenhaus und Eltern kranke Kinder muessen haeufig weite Wege in Kauf nehmen...

    So das ist erstmal das, was mit spontan so einfaellt. Man kann wie gesagt immer Vor- und Nachteile finden und es gibt kein Wunschland aber auch wenn ich hier nicht meinen (zukuenftigen) Mann und meine Schwiegerfamilie und Freunde haette, wuerde ich nicht nach Deutschland zuruck wollen. Ich liebe mein Irland mit alles was dazu gehoert!

    Liebe Gruesse von der gruenen Insel
    wuenscht Insa
     
  20. narde2003

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    HOKO
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    Hallo Insa,

    erstmal danke für die detalierte Ausführung zu Irland.

    Ich würde sehr viel darum geben, bekämen wir unsere Medi's fix und fertig von der Apotheke geliefert, das darfst aber nicht laut vor den KollegInnen (auch hier im Forum gab es schon den Aufschrei) sagen.

    Verstehe ich es richtig, dass du trotz Krankenversicherung noch für den Arzt dazu zahlen musst?
    Auch das ist etwas das in Deutschland undenkbar ist.

    Wie sieht es mit Medikamenten aus, die mir der Arzt verschreibt, wieviel muss ich da selbst tragen?

    Zimmer mit 8 Betten würden hier den grossen Aufschrei durch das Land gehen lassen und sind unvorstellbar.

    Auch wir bekommen, wenn auch wiederum teilweise nicht so gerne gesehen, Hilfskräfte die uns den Stationsalltag erleichtern.
    Leider sehen viele darin keine Chance, sondern schreien nach Pflegekräften.
    Ich sage schon seit vielen Jahren, dass ich für das Waschen eines Rückens keine 5 jährige Ausbildung brauche (mit Fachweiterbildung).

    Ich glaube auch, dass jedes Land Vor- und Nachteile hat.

    liebe Grüsse
    Narde
     
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