Was stört euch in der Pflege?

mich stört, dass man das, was man in der schule lernt teilweise gar nicht in die realität umsetzen kann. =/ ...

... Bin jetzt im zweiten Einsatz und obwohl sich die (meisten) Schwestern richtig Mühe geben, bleibt fast keine Zeit für richtige Anleitungen, Waschen nach Schule etc. (Kein Vorwurf ans Personal!). ...

Das sind die Sachen, die mich ganz oft aufregen. Häufig dauert das Arbeiten "nach Schule" nämlich auch nicht länger als das Arbeiten wie auf Station üblich. Aber aus Gründen der Bequemlichkeit, der Unwissenheit, der Achtlosigkeit werden Dinge nicht gemacht wie in der Schule gelehrt/gelernt, sondern so wie immer. Dass es sinnvoll ist, was die Schule lehrt, daran zweifelt kaum mal jemand, aber immer heißt es, dafür ist keine Zeit.
Jeder regt sich darüber auf, wie viel schreibarbeit man hat, aber wenn man in die Kurven schaut wird alles mögliche doppelt und dreifach dokumentiert. Nur weil es früher üblich war, in jeder Schicht etwas in den Pflegebericht einzutragen, werden dann Dinge hineingeschrieben, die schon per Handzeichen im Durchführungsnachweis dokumentiert sind.
Aus Angst, dass manche Patienten womöglich gar nicht gewaschen werden, wird täglich eine GKW durchgeführt, auch wenn bei vielen Patienten
jeden 2. Tag eine Teilkörperpflege ausreichen würde.
Von daher frage ich mich öfter, ob die Zeit für „schulisches Arbeiten“ (alleine diese Begrifflichkeit ist ein rotes Tuch für mich) im Prinzip schon vorhanden wäre, wenn wir manchen Ablauf anders organisierten, konsequent ablehnten berufsfremde Tätigkeiten zu übernehmen und uns auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren würden.
 
Am allermeißten stört mich, das ich im frei ständig! auf Grund von Personalmangel angerufen werde und auch noch ja sage und zur Arbeit gehe, weil ich noch im Probehalbjahr bin und keinen schlechten Eindruck hinterlassen möchte, obwohl ich meine abgezählten freien Tage auch mal gut gebrauchen könnte...

Das für Personal einfach kein Geld ausgegeben werden möchte, aber das Geld für DInge aus dem Fenster geschmissen! wird, ohne die man in der Vergangenheit auch gut ausgekommen ist.
(Aromatherapie - 10ml = 100€, á 7x)

Das macht mich richtig wütend!
 
Mir ist durchaus bewußt, dass es viel Arbeit ist.
Ich habe auch schon in der Vergangenheit viel Vereins- und Verbandsarbeit geleistet und hab auch eine Vorstellung davon, was da alles nach sich zieht.
Aber:
Ich habe nicht gesagt, lasst uns einen neuen Verband gründen.
Ich habe auch nicht gesagt, "Ich gehe zum Politiker"
Ich habe auch nicht gesagt, dass ich ALLE erreichen will.
Diejenigen, die keine E-Mail haben und sich mit dem Internet nicht beschäftigen, sind für mich auch die ewig gestrigen, die sich weigern neues zu versuchen. Somit hab ich da schon wieder Bremser und Ballast.
Über diese Schiene sollen diejenigen angesprochen werden, die sich auch selber informieren und eine Schnittstelle suchen um sich auszutauschen und zu verabreden.
DAS sind die Leute, die auch was machen wollen.
Alles andere kann man vergessen. Wer nicht mal das Bisschen schafft, wird auch nicht aufstehen und sich wehren.
Das sind eher diejenigen, die Angst haben, dass es zu Lasten der Patienten gehen könnte.
Warst du wohl in dem Vorstand?
Dann kannst du entweder einen neuen Versuch starten (hier oder da) oder resignieren... Das ist deine Entscheidung
Für mich ist diese Diskussion damit beendet, denn es passiert schon wieder das, was ich absolut hasse... Gerede um ein Thema, ohne dass dabei was heraus kommt. Wer will, kann einsteigen; wer nicht, soll es lassen.
So einfach ist es :wink:
 
Was willst du denn erreichen? Nur Mails hin und her schicken und gemeinsam träumen? Gemeinsam Kaffee trinken? So ein Aufwand muss doch auch ein Ziel haben?
Schon die Einstellung, wie du einteilst nach "Gestrigen" und "Interessierten" spricht Bände.

Und glaub mir- man muss auch manchmal erkennen, dass der Weg "Don Quijote" nicht so funktioniert, wie man es sich denkt. Und mein neuer Weg ist: nicht die Verbände bekämpfen sondern sich aktiv am Verbandsleben beteiligen. Und wenn es momentan nur der kleine Teil ist: Infos zu verbreiten. Und da ist dieses Forum bestens zu geeignet.

Aber du hast recht- die Diskussion zeigt, dass Pflege zwar erkennt, dass was nicht stimmt- aber nicht in der Lage (oder Willens) ist, etwas gravierendes dran zu ändern. Wir glauben, wenn wir neue Strukturen schaffen, dann wird alles besser. Leider funktioniert so das Leben nicht. Man kann nicht alles wegschmeißen und bei Null anfangen und hoffen, dass der Weg schon das Ziel bringen wird.

Elisabeth
 
Also manchmal krieg ich echt angst vor der Ausbildung wenn ich so einige sachen hier lese....:cry1::(
 
Was mich an der Pflege stört ist, dass Praktikanten scharmlos ausgenutzt werden.

Any,
die ziemlich ange**** vom Frühdienst wieder gekommen ist
 
Mich stört schon immer am meisten das die Pflege bei vielen "Laien" (und Leuten die nichts mit Pflege zutun haben) oft als Trottel arbeit sehen, das man da nichts können und lernen muss, das dass jeder kann und man dementsprechend oft wortlos vor Angehörigen steht, die entweder alles besser wissen oder dir Vorwürfe machen, obwohl du deinen Beruf gerne machst, obwohl du alles versuchst für deine Patienten zutun, obwohl du nicht dran schuld bist...

Eine Kollegin hat mal was erzählt, wo mich schon bissi schockiert hat. Ihre Tochter geht noch zur Schule und ihre Leistungen sind nicht so berauschend gut und da meinte wohl ihr Lehrer zu der Tochter, das wenn sie so weiter macht, kann sie nur noch Krankenschwester werden... was soll man dazu sagen? Die stellen sich das so leicht vor und wissen gar nicht was dahinter steckt, das finde ich sehr frustrierend :down:
 
- der schlechte Personalschlüssel
- unverschämte Patienten die meinen den "Boss" raushängen zu lassen
- das man den Ärzten tausend mal was sagen muss, bis sie es machen und dann sind sie noch beleidigt wenn man genervt ist.
- das die Pflege sowie so an allem Schuld ist: egal ob es das Essen ist, das nicht schmeckt, das die Kopfhöhrer fürs Fernsehen extra Kosten, das man so lange auf Untersuchungen warten muss, das der OP Termin schon wieder verschoben worden ist, das leider in der Wund ein Infekt ist, das die Krankengymnastik kommt wenn man gerade zu Untersuchung ist oder das man trotz 3 post OP Tag nach Hüft- TEP immer noch nicht Treppen steigen kann und sowie so und überhaupz ---> Das NERVT!!!!
- das zu jedem läppischen Verbandswechsel unbedingt die Schwester dabei sein muss.
- eine Viste die ständig am nachmittag ist
- Dienstarzt der nicht an den Funk geht
- unfreundliche Leute in der Radiologie, die ihre schlechte Laune an der Schwester auslassen.
- das das Pflegepersonal für: Ärzte, Krankengymnastik, Sozialberatung, Küche und was weiß ich mit denken muss -> Leute denkt selber mit!
- Bürokratie, ein Zettel fällt weg, zwei neue kommen dazu! Na bravo!

*Seufzt*
Okay ich glaube das war es erstmal, aber mir fällt bestimmt noch was ein!
 
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:angry:8O:zunge:
Mhhh eigendlich nix dazuzufuegen-
ich bin nach 3 jahren so frustriert das ich schon mal aufs aufhoehren gedacht habe,
wie schon gesagt patienten sind nur nummern oder Organe"die leber in bett 6 nervt" "das Herrz in bett 1 ist schlecht" und so weiter.
ich bin erschoepft, frustriert und enttaeuscht um mich noch fuer irgendetwas einzusetzten und mir den a... aufzureissen. ich habe das alles hinter mir und am ende hatte ich nur aerger. denn kliniken sind kleine Familien mit ner hirarchie die sich niemals aendern wird. solange die Aerzte die goetter in weiss sind und die schwester nur als halbgehirnige bettenmacherin angesehn wird-was soll sich da denn aendern?
teamwork existiert nicht sondern nur druck von oben und es wird einem angst gemacht wenn man zu seiner meinung steht. die gewerkschaft kann einem da auch nicht gross helfen wenn das kartell der macht in der klinik staerker ist.
ich antworte mein telefon nicht wenn ich daheim bin. wenn ich die nummer nicht kenn oder keinen bock auf arbeit habe dann lasse ich es klinglen die werden schon jemanden finden!
ich habe freude dran gehabt und auch noch habe, patienten zu pflegen und denen auf ihrem weg zu helfen aber da es nun nur noch um zahlen geht und der patient ein notgedrungenes uebel ist-der kernpunkt des berufes hatt sich doch schon selber erledigt oder? da habe ich mehr freude blumen zu zuechten oder bei aldi kartons zu stapeln, die reden jedenfalls nicht und mobben dich nicht 24/7!
ich habe kliniken gehabt in denen es nett war(netter) . aber die arbeitsflut ist ueberall zu hoch. ich bin nach der arbeit oft so platt das ich nur noch aufs soaf falle. wo ist denn da der sinn??

gluecklicher weise habe ich die moeglichkeit meine stunden zu reduzieren und halbtags irgendwo anders zu arbeiten. das halbiert den stress und laesst mich aufatmen. irgenwann muessen sich die pateinten selber waschen und fuettern da alle KS's selber krank sind! mal sehen wie lange das dauert! HUG:spopkorns:
 
...die gewerkschaft kann einem da auch nicht gross helfen wenn das kartell der macht in der klinik staerker ist....

Logisch, was will eine Gewerkschaft in einem Betrieb mit max. 20% Organiationsgrad auch erreichen? NIX und daran ist jeder einzelne, nicht organisierte MA schuld!
 
Hallo, eigentlich ist schon alles gesagt worden. Ich habe 7,5 Jahre in eine Geriatrie in Hamburg gearbeitet. 7 Jahre habe ich voll gearbeitet, bis ich fast einen Zusammenbruch gehabt habe. Man konnte sich nichts vornehmen, ständig ist man eingesprungen weil irgendwelche Leute krank waren. Ich wurde nicht mehr angerufen sondern gleich immer auf Station gefragt, ob man kann. Man war ja sowieso immer da. Neue Freunde konnte man kaum kennenlernen, war ja immer am arbeiten und anschließend wie Tod geschossen und tootaal entnervt. Manche Besucher waren schlauer als die Schwester (glaubten sie auch ohne Ausbildung). Man hat sich Vorschriften von Besucher machen zu lassen. Als Schwester darf man ja nichts sagen, dann heißt es , man ist unfreundlich. Es wird immer schlimmer, was man sich gefallen lassen muß. Klappe halte und arbeiten. Wenn was nicht funtioniert "Schwester". Die Schwester richtet es dann. Das Küchenpersonal ist krank und es ist keiner da, aber natürlich schmiert die Schwester das Brot, räumt die Tabletts aus den Zimmern, weiß über das aktuelle Fernsehprogram bescheid, macht noch so ganz nebenbei eine Reanimation, weiß über den Menüplan der nächsten Tage bescheid, weiß alle Telefonnumern von sämtlichen Stationen, ist stets verfügbar für den Arzt und für die Angehörigen. Wer so arbeiten kann und nicht krank wird, der soll mir das zeigen.
Ich gehe jetzt ins Ausland. Habe keine Lust mehr auf diese Ausbeutung. Ich will mein Privatleben ,auch wenn ich arbeite, behalten dürfen. Das Gesundheitssystem ist das nächste was in Hose geht. Das dauert noch, aber kommt. Es muß kommen, denn so wie es ist, ist es ein unhaltbarer Zustand.
 
wie viel bekommen die in der Schweiz?
ich bin mit meinem Vertrag ganz zufrieden...bei uns gibt es auch die Möglichkeit es noch schlechter zu haben durch eine DLG.

Die Antwort dazu stimmt wohl.
Man steigt mit knapp 3000€ netto ein, je nach Ausbildung.
Ist aber nicht alles Gold was glänzt!!!
Davon gehen 1/3 ab für die Miete.
KK muss noch gezahlt werden (ok, deutlich weniger als in D-land).
Aber plus festgelegte Selbstbeteiligung.
Die allermeisten sonstigen Lebenshaltungskosten sind höher.
Ausschlaggebend sind aber wohl die Arbeitsbedingungen/ andere Umweltfaktoren.

Klar kann es auch hier doof sein.
Dann muss ich aber weiterschauen und nicht dumm rummeckern.

Meine Chefin hat irgendwann mal ein Schild an die Stationstüre gehängt:
"Bitte anklopfen" - erstaunlicherweise war es sehr wirkungsvoll.
Hintergrund ist auch gewesen, wir sind nicht immer sofort präsent.
Wir haben viele Dinge zu erledigen, wie andere Berufsgruppen auch.
Aber man darf sich auch hinstellen und sagen, einen Moment bitte.
Man muss nicht mitten im Satz aufhören zu schreiben, nur weil irgendwer irgendwas von einem will.
Man darf auch dem Patienten sagen, das nicht er mein Gehalt zahlt, auch wenn er das denkt. Und so äussert.
Man darf ihm auch sagen, das man nicht die persönliche Angestellte ist.
Man darf ihm auch Grenzen aufzeigen.
Da steht sie voll hinter uns.

Ok, die CH macht recht wenig selbst an Studien. Profitiert aber international. Das sie sich schon recht weit proffessionalisert hat.
Auch ist generell das gesellschaftliche Ansehen hier höher als in D-land.
Aber vom Gehalt her steckt auch hier die Pflege im unteren Bereich der Mittelschicht. Etwas über dem Existenzminimum.

Zum Thema:
- mich nervt es, das es sich Kollegen untereinander so schwer machen müssen
- mich nervt, das Kollegen/ Ärzte sich nicht ein bisschen selbständig informieren/ weiterbilden (alles vorhanden im Geschäft)
- mich nervt, das Kollegen auch am dritten Tag ihre Arbeit nicht schaffen und dafür dasselbe Gehalt und mehr bekommen - und NEIN - sie verbringen nicht mehr Zeit am Patienten
- mich nervt, das die Ansprüche der Patienten/ Angehörige extrem steigen
- das Patienten/ Angehörige extrem egoistisch sind
-> "normal versichert" heisst hier allgemein. D.h. im Standard im Spital 4er/ 6er Zimmer >30qm. Dann kommen sie zu uns. Schönste Sicht in die Berge, Südseite, Individualität wird sehr berücksichtigt, als normal Versicherter im 2er Zimmer - welches so gross ist, das 6Betten reinpassen...
->mecker hier, mecker da, der Nachbar schnarcht-ich will ein anderes Zimmer
->mecker hier, mecker da, der Nachbar duscht nicht am Morgen-ich will ein anderes Zimmer
->mecker hier, mecker da, der Nachbar redet nicht mit mir/ wahlweise, der Nachbar redet die ganze Zeit-ich will ein anderes Zimmer
->mecker hier, mecker da, der Nachbar ist mir zu alt-ich will ein anderes Zimmer
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Die Antwort dazu stimmt wohl.
Man steigt mit knapp 3000€ netto ein, je nach Ausbildung.
Ist aber nicht alles Gold was glänzt!!!
Davon gehen 1/3 ab für die Miete.
KK muss noch gezahlt werden (ok, deutlich weniger als in D-land).
Aber plus festgelegte Selbstbeteiligung.
Die allermeisten sonstigen Lebenshaltungskosten sind höher.
Ausschlaggebend sind aber wohl die Arbeitsbedingungen/ andere Umweltfaktoren.

Klar kann es auch hier doof sein.
Dann muss ich aber weiterschauen und nicht dumm rummeckern.


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Dann kommts also aufs gleiche drauf raus. (Schweiz vs. Deutschland)

Bin mit meinem Vertrag aber zufrieden soweit...
 
Das sind die Gehälter in der Schweiz, Dreifachmutti.

Dafür musste umziehen...
 
Hi Claudia,

Mentosina schrieb doch, dass sie findet, es wäre in D wie auch in der CH das Gleiche. Und sie sei damit zufrieden.
Also bekommt sie tatsächlich so viel. Und ihrer Berufsbezeichnung GKR nach ist sie Einsteigerin und nicht schon 574 Jahre in der Gehaltsstufe aufgestiegen...
 
"Es kommt auf das Gleiche raus" verstehe ich anders.

Du kannst das Gehalt in der Schweiz nicht eins-zu-eins auf Euroland übertragen. Die Lebenshaltungskosten, gerade was Miete und Lebensmittel angeht, sind deutlich höher als bei uns. Von den umgerechnet 3000,- Euro bleibt sooo viel nicht über.

Mentosina schreibt, sie sei mit ihrem Vertrag zufrieden. Das kann sie doch unabhängig vom Verdienst sein?
 
ich meinte, dass, wenn in der schweiz alles teurer ist und somit nix übrig bleibt, dass ja fast das gleiche mit deutschland ist, wobei es ja schon davon abhängt wo man wohnt, welche ausgaben und so. dabei bin ich von privater bezahlung ausgegangen, dass is bei uns der neueste trend.

ja, ich bin soweit zufrieden, vielleicht auch einfach, weil ich den job noch net lang mach, ich weiß net, in wie weit er unterbezahlt is. und vll auch einfach, weil ich mich in meinem team wohlfühl und sonst auch alles passt. da mach ich mir dann keinen kopf über die bezahlung, solange es reicht.
 
Ich denke, es gibt monitäre Anreize, die in der Schweiz offensichtlich auch net so toll sind, und es gibt nichtmonitäre Motivationsfaktoren: Respekt, Anerkennung, größeres Aufgabenfeld, Ausleben können der eigenen Fachkompetenz... .

Elisabeth
 

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