Sr. S.
Poweruser
- Registriert
- 16.07.2008
- Beiträge
- 725
- Beruf
- Krankenschwester, Lehrerin für Pflegeberufe
- Akt. Einsatzbereich
- Schule
mich stört, dass man das, was man in der schule lernt teilweise gar nicht in die realität umsetzen kann. =/ ...
... Bin jetzt im zweiten Einsatz und obwohl sich die (meisten) Schwestern richtig Mühe geben, bleibt fast keine Zeit für richtige Anleitungen, Waschen nach Schule etc. (Kein Vorwurf ans Personal!). ...
Das sind die Sachen, die mich ganz oft aufregen. Häufig dauert das Arbeiten "nach Schule" nämlich auch nicht länger als das Arbeiten wie auf Station üblich. Aber aus Gründen der Bequemlichkeit, der Unwissenheit, der Achtlosigkeit werden Dinge nicht gemacht wie in der Schule gelehrt/gelernt, sondern so wie immer. Dass es sinnvoll ist, was die Schule lehrt, daran zweifelt kaum mal jemand, aber immer heißt es, dafür ist keine Zeit.
Jeder regt sich darüber auf, wie viel schreibarbeit man hat, aber wenn man in die Kurven schaut wird alles mögliche doppelt und dreifach dokumentiert. Nur weil es früher üblich war, in jeder Schicht etwas in den Pflegebericht einzutragen, werden dann Dinge hineingeschrieben, die schon per Handzeichen im Durchführungsnachweis dokumentiert sind.
Aus Angst, dass manche Patienten womöglich gar nicht gewaschen werden, wird täglich eine GKW durchgeführt, auch wenn bei vielen Patienten jeden 2. Tag eine Teilkörperpflege ausreichen würde.
Von daher frage ich mich öfter, ob die Zeit für „schulisches Arbeiten“ (alleine diese Begrifflichkeit ist ein rotes Tuch für mich) im Prinzip schon vorhanden wäre, wenn wir manchen Ablauf anders organisierten, konsequent ablehnten berufsfremde Tätigkeiten zu übernehmen und uns auf unsere eigentliche Arbeit konzentrieren würden.