Joerg
Poweruser
- Registriert
- 09.03.2006
- Beiträge
- 2.521
- Beruf
- Krankenpfleger
- Akt. Einsatzbereich
- Betriebsrat
- Funktion
- stellv. Betriebsratsvorsitzender, Sprecher der ver.di-Vertrauensleute
- der Papierkram
- einen "low Perfomer" als Chefin
- unorganisierte Ärzte
- ständiges angerufen werden zu Hause
- ätzende Besucher
- doppelte Arbeit mit der Hälfte des Personals
- immer mehr sehr,sehr übergewichtige Patienten
- immer mehr uralte Patienten die auf keine Fall sterben dürfen
- immer mehr stark psychisch Gestörte die auf einer Normalstation nichts
zu suchen haben
- immer mehr besoffene die Nachts randalieren, auf den Boden pis...en, schei..en oder/und ****..en und dann am nächsten Tag nach Hause gehen als ob nichts gewesen ist.
- Kolleginnen die das Alphabet nicht kennen
- Egal was es ist, wenn es keiner machen will dann soll es halt die Krankenschwester machen und das schlimmste daran die meisten machens tatsächlich wenn auch mit gemurre.
Wie z.B. - das Labor ist überlastet, die BZ Kontrollen und Urin Stix werden auf Station gemacht.
- Die Apothekenkiste kann nicht auf Station gebracht werden, die Schwester geht in den Keller und holt sie.
- Die Putzfrau geht um 14:00 Uhr , danach werden die Patiententoiletten bei Verschmutzung vom Personal geputzt.
- Die Küche ist unterbesetzt, wir holen und bringen die Essenswägen.
- Die EKG Tante hat sooo viel zu tunm klar wir schreiben die EKG`s jetzt auf Statione selber.
- Die Ärzte habe ein Gehirn wie schweizer Käse, dafür haben sie
uns wir telefonieren ihnen ständig hinterher und erinnern sie an ihre Termine
Und wer dagegen angeht sich wehrt, weigert, den Leuten/Funktionseinheiten ihre Arbeit wieder zurückgibt, weil jeder für seine Organisation selber verantwortlich ist, dem fallen die eigenen Kollegen/innen auch noch in den Rücken, weil sie schließlich gute Menschen sein wollen die bei allen beliebt sein wollen.
Da bin ich lieber Xanthippe und werde mit vielen pflegefremden Dingen erst gar nicht mehr belästigt.
Alesig
die gerade auf dem Kriegspfad ist.
Amen!

Aber was man lernen kann, ist Nein zu sagen, ich sage Nein, wenn wir Transporte machen sollen, ärztliche Tätigkeit übernehmen, andere Abteilungen uns als Laufburschen degradieren. Gehe ich ans Telefon, dann versuchen die es gar nicht erst und die Diskussionen mit meiner Chefin, die führe ich halt. 
! Das nenne ich Zweiklassenmedizin deluxe. Außerdem fehlt es an allem - an Stethoskopen, Bettwäsche, Tassen, an Nerven und Zeit für die Patienten. Die Examinierten machen regelmäßig Mehrarbeit, Pausen sind oft genug ein Fremdwort, genauso wie mehrere Tage Frei am Stück (ohne das jemand anruft und sie rauszitiert!). Der tagelange Schichtdienst schlaucht enorm, wenn ich ins Frei gehe ist mit mir überhaupt nichts mehr anzufangen, ja, das war mir durchs Praktikum vorher klar. Aber die ständige Müdigkeit und Desorientiertheit stresst mich auf Dauer schon... Was aus meiner Sicht allerdings besonders schlimm ist, ist der Druck von allen Seiten. Der Chefarzt kriegt den Koller, wenn nicht alles genau nach seinem Plan läuft, die Angehörigen sind oft hypernervös und schwierig (weil auch Zeit für ausführliche Gespräche fehlt), die Patienten fühlen sich vernachlässigt und klingeln doppelt so oft wie nötig. Die anderen Stationen und Bereiche wollen Auskünfte, und das bitte sofort, denn sie haben ja auch keine Zeit. Der Tagesablauf gibt einen recht strengen Rahmen vor. Und all das dürfen die Schwestern irgendwie auf die Reihe kriegen und puffern. Ich ziehe den Hut vor euch! Mein Fazit: Ich finde es sehr schade, die Pflege ist für mich ein schöner Job. Momentan erlebe ich sie allerdings eher als verzweifelten Kampf ums Überleben - für Patient UND Personal.