Warum arbeitet ihr auf einer Intensivstation?

Dieses Thema im Forum "Intensiv- und Anästhesiepflege" wurde erstellt von Piratte, 20.04.2006.

  1. Piratte

    Piratte Gast

    Warum arbeitet ihr (gerne) auf einer Intensivstation?
    Warum seid ihr evtl. von einer Normalstation auf Its gewechselt?
    Warum seid ihr evtl. von Its auf Normalstation gewechselt?
    Was sind die Vorteile, was die Nachteile von Its und Normalstation?

    Ich bin gespannt :-)
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Das sind interessante Fragen.

    Was fand ich toll an der Intensiv? Bezugspflege bzw. Bereichspflege. Eigenverantwortliches Arbeiten, man mußte oft schnell auch selbst entscheiden. Man konnte sich selbst die Zeit einteilen. Und ich bin mal ehrlich, die Pat. kamen meinem Helfersyndrom sehr entgegen... sie waren so schön pflegeabhängig. *g*
    Ich hab danach ja noch hin und wieder auf einer Normalstation gearbeitet. Auf Stationen, die ein Bereichspflegesystem hatten, kam ich relativ gut klar (vorausgestezt ich hab die Eigenaktivität des Pat. akzeptiert *fg*). Auf Stationen mit Funktionspflege muss ich regelmäßig kapitulieren.
    Die größte Herausforderung ist die Zeiteinteilung und die anders gelagerte Priorität: die intensive Überwachung eines Pat. hat mir auf der peripheren Station gefehlt.

    Der "Wechsel" erfolgte unfreiwillig... es hat sich durch meine neue Arbeit so ergeben- eine viertel Stelle ist einfach zu zuwenig Zeit für die Station. Wenn ich jetzt nochmal wählen muss, würde ich mich wahrscheinlich für den Pool für die peripheren Stationen und dort für den Nachtdienst entscheiden: selbständiges Arbeiten und freie Zeiteinteilung.

    Elisabeth
     
  3. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Piratte,

    meine Weichen für die Intensivpflege wurden schon in der Ausbildung gestellt.
    Vor meiner Ausbildung wollte ich niemals auf einer Intensivstation arbeiten, ich fand es so technisch.
    Während der Ausbildung hatte ich dann 3 Einsätze auf unterschiedlichen Intensivstationen, Kinder-, Anästhesie- und Innere Intensivstation.
    Meine Prüfung legte ich damals auf der Inneren Intensivstation ab - fand ich damals ganz Klasse. Im nachhinein betrachtet, war es das nicht, aber das ist ein anderes Thema und jetzt in unserer Schule auch nicht mehr so gehandhabt.
    Ich habe gesehen, dass ich dort viel mehr Zeit für eine individuelle Pflege habe. Ich konnte die Patienten so betreuen wie ich mir dies vorgestellt habe.
    Also bin ich nach dem Examen auf einer kardiologischen Intensivstation gelandet.
    Eine Herausforderung mit der ich lange Zeit zu kämpfen hatte.

    Ich habe jetzt 16 Jahre auf verschiedenen Intensivstationen gearbeitet, es hat mir Spass gemacht.
    Habe meine Fachweiterbildung vor 10 Jahren abgeschlossen.

    Durch ein Projekt in dem ich arbeite, bin ich nun nur noch 25% meiner Arbeitszeit in der Pflege.
    Ich sehe nun ganz andere Aspekte, dies hat mich dazu veranlasst der Intensiv den Rücken zu kehren.

    Gelegentlich helfe ich auf Allgemeinstationen aus, hier geht es mir ähnlich wie Elisabeth, ich habe ziemlich zu kämpfen mit dem Zeitdruck, da ich durch die Intensivtätigkeit meine Prioritäten ganz anders setzte. Ich könnte mich eine Schicht problemlos mit 3 Patienten beschäftigen, habe aber dann noch 12 weitere Patienten zu versorgen.

    Die Einstellung der Allgemeinstation ist, wenn ich zum Aushelfen komme, du brauchst ja keine Einarbeitung, du kommst von Intensiv, du machst das doch mit Links - ist aber nicht so, auf Intensiv kann ich zum Arbeiten auf "Autopilot" schalten

    Derzeit bin ich in einer Aufnahmestation zu 25%, das hat wenig mit individueller Pflege zu tun, macht aber auch Spass und ist deutlich mehr Arbeit als im Intensivbereich.

    Es hat mir bisher in allen Bereichen gefallen und ich ziehe meinen Hut vor den Allgemeinstationen, eine echte Herausforderung.

    Würde ich wieder in den Intensivbereich wechseln? Ja, aber nicht momentan.

    Sind Intensivkräfte was "besonderes" - Nein, es wird auch nur mit Wasser gewaschen, auch wenn es manche anderes darstellen wollen. - Dies ist mein persönliches Empfinden.

    Schönen Tag
    Narde
     
  4. Mobitz

    Mobitz Poweruser

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    Auch meine Weichen für Intensiv wurden in der Ausbildung gelegt. Ich komme ja ursprünglich aus der Altenpflege, konnte mir zu Beginn meiner Ausbildung zum Krankenpfleger auch nicht vorstellen im Hochtechnikbereich zu arbeiten. Als ich aber festgestellen durfte, dass die Pflege auf ICU so herrlich individuell stattfand, die Kollegen sehr kompetent in ihrem Bereich waren und auch sehr menschlich mit den Patienten umgingen, da war für mich klar, dass ich das auch machen möchte. Sicher wird auch hier nur mit Wasser gewaschen und man wird genauso zum Fachidiot, ... aber das war mir damals nicht so klar. Trotzdem macht es mir einen riesen Spaß meine Kunden individuell betreuen zu können, ... für die Pflege in meiner Schicht verantwortlich zu sein und nicht viele Tätigkeiten an Schüler delegiert werden müssen. Auch dass hier Schüler eigentlich nur zum Lernen sind finde ich toll. Und ich betreue Patienten auch "gerne" in Exrtemsituationen. Ich finde, dass einfach die Erfolge, die erzielt werden deutlicher sind als auf Normalstation. (natürlich bekommt man aber auch viele unschöne Dinge mit). Und ich muss ehrlich gestehen, dass ich inzwischen sehr gerne mit der Technik arbeite und es genieße in einem großen Team zu arbeiten und WIRKLICH im Team zu arbeiten und trotzdem sich bei einer übersichtlichen Anzahl von Patienten wirklich verantwortlich zeigen zu können und sich bei denen ggf auch mit der Anamnese wirklich gut auskennt. (hab so meine Probleme, mir bei über 30 Patienten die Anamnese zu merken).
    Desweiteren möchte ich aber auch noch erwähnen, dass ich vor den Kollegen der Normalstation oft den Hut ziehe. Dieses Organisationstalent bei der Menge an Patienten und Kürze der Verweildauer, ... das beeindruckt mich schon manchmal. Aber jede Medallie hat 2 Seiten. Sowohl auf ICU, als auch auf Normalstation. Aber ich weiß, dass ich echte Probleme hätte auf Normalstation zu bestehen. Jeder muss halt Profi für seinen Bereich werden und die anderen respektieren und achten, ... dann kann eine gute Zusammenarbeit klappen. Niemand ist perfekt, aber auch niemand völlig talentlos, ... man muss halt nur den richtigen Bereich für sich finden.
    Das sehe ich genauso. Eine Fachkraft für Intensiv ist nicht mehr wert als ein/e Kollege/Kollegin auf Normalstation. Man ist auch nichts besonderes, ... man hat nur einen anderen Aufgabenschwerpunkt. Dessen muss man sich klar sein. Einfach sehen, welcher Bereich einem am Besten liegt und sich da spezialisieren. Man kann nicht Allroundtalent für alle Bereiche sein, meiner Meinung nach. Also ICH kann es nicht (um mal kommunikationstechnisch auf der "Ich-Ebene" zu bleiben).
    Ich finde auch diese Diskussion, wer nun besser ist, oft sehr müßig und überflüssig. Jeder soll den anderen akzeptieren und respektieren und MITeinander arbeiten. Aber es fängt ja oft schon an, dass sich die Intensivstationen untereinander nicht grün sind (intenistisch, operativ).
    Da fällt mir nur ein: Wer keine Probleme hat, schafft sich welche.
    Ich arbeite gerne auf Intensivstation und möchte derzeit auch nichts anderes machen, ... auch wenn ich nicht ausschließen will, dass sich das mal ändert. Trotzdem oder vielleicht gerade weil ich meine Arbeit gerne mache, schätze ich auch die anderen Kollegen, die sich auf ihre Arbeit spezialisieren und auskennen.
    Wie gesagt: Beides hat Licht- und Schattenseiten, ... man muss nur herausfinden, ob es einem gefällt und mit welcher Arbeit man am glücklichsten wird.
     
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