Umgang mit Demenzerkrankten

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Innere Medizin" wurde erstellt von anna0006, 28.09.2016.

  1. anna0006

    anna0006 Newbie

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    Hallo,
    ich würde mich über eure Erfahrungen mit diesen Erkankten freuen.
    Wir haben auch auf der ITS immer wieder (logischerweise) Dementkranke.
    Meine Frage: wie geht ihr zwecks ansprache mit ihnen um? "sietzt" oder "dutzt" ihr sie? Um besseren Zugang zu ihnen zu bekommn?
    Ich dutzte sie und weiß manchmal nicht, ob dies respektlos ist.
     
  2. Elfriede

    Elfriede Poweruser

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    Moin Anna !

    Ich spreche Patienten pauschal mit "Sie" an.

    Ausnahmen :
    - Der Patient ist mir bekannt und ein Duzfreund.
    - Der Patient ist unter 16 Jahre alt.
    - Ich habe eine Überleitung/Übergabe bekommen, dass das "Du" zweckmäßig ist.
    - Der Patient bietet mir das "Du" an. (Hier behalte ich mir vor, das Angebot anzunehmen oder abzulehnen.)
    Im Zweifel bringe ich das Thema im Team zur Sprache.
     
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  3. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Ich finde, dass man Demenzkranke nicht einfach Duzen kann. Wenn die Kommunikation schwierig ist, kann man Angehörige fragen wie der/die Kranke am effektivsten angesprochen werden kann und wie man besten Zugang zu der Person findet.

    Was nützt dir der Vorname, wenn die Person immer mit der Koseform des Namens angesprochen wurde?
     
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  4. anna0006

    anna0006 Newbie

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    Danke für eure antworten. super gedankenstöße für mich.
    Besonders von dir @ludmilla
    danke für diese "tipps". Ja richtig, ohne zu wissen wie er/ sie angesprochen wird , bringt es mir nicht wirklich was zum aufbau.
    stimmt
     
  5. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    Wie so oft gibt es da m.M.n keine pauschal gültige Antwort. Generell sieze ich Patienten.Egal ob dement oder nicht. Wenn ich aber merke ich bekomme absolut keinen Zugang zum Patienten probiere ich auch mal Du oder den Vornamen aus.(Es gibt ja nicht immer Angehörige die Auskunft geben können ob der Pat.vielleicht nen Kosenamen o.ä.hat) Je nachdem wie stark ausgeprägt die Demenz ist stell ich mich auch mal mit Vornamen vor(ohne Nachname) und frag den Pat.nach dem Namen....und so wie er/sie sich vorstellt rede ich die Person dann auch an.Klappt häufig prima.
     
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  6. Susanne2807

    Susanne2807 Junior-Mitglied

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    Ich sieze Klienten immer, ausnahmslos. Ich hatte auch noch mit keinem Schwierigkeiten. Bei Dementen die vielleicht ihren Namen (nach der Heirat angenommen) vergessen haben spreche ich diese mit ihrem Vornamen und sie an, manchmal auch mit ihrem Mädchennamen.

    Das Märchen von dem besseren Zugang....... Ich hatte mit Sie noch nie Probleme einen Zugang zu finden, definiert der sich doch häufig gerade für Demente auf einer anderen Ebene. Ich finde es gleichzeitig respektlos.

    susanne
     
  7. anna0006

    anna0006 Newbie

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    @Susanne2807 Klienten finde ich absolut unpassend - ich bin kein Anwalt. Ich Pflege und helfe....

    Ich erzähl euch mal von meiner pat, vielleicht ist es dann besser zu verstehen. Denn sie ein besonderer Fall.

    Sie ist alzheimerdement mit einer ausgeprägten leberzirrhose, autoimmun bedingt.
    Sie duzt mich, was ich normal finde (stelle mich immer mit Vornamen vor).
    Sie ist eine kleine person, sie ist "niedlich" vom Verhalten.
    Ich dutze sie und spreche sie mit Vornamen an, da ich das Gefühl habe, sie kann damit besser umgehen. Sie ist zudem blind.
    Ihre Familie besucht sie jeden tag.

    mich interessiert eure Sichtweise sehr und ich danke für eure meinung.
     
  8. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Für ein Märchen halte ich das nicht, glaubst du diese Fragen entstehen wenn es im Alltag keine Probleme damit gebe und glaubst du Fachleute entwickeln Konzepte dazu wenn das alles so einfach wäre?
    Ab einem gewissen Stadium reagieren Demente häufig nicht mehr auf den Nachnamen oder auch nicht mehr die Ansprache durch ihre Kinder wenn diese Mama oder Mutti sagen. Passiert nicht bei allen Denenten, ist aber auch nicht selten!
    Ich bleibe auch grundsätzlich beim Sie, halte aber das Thematisieren von Alternativen auch für eine gute Idee.
     
  9. Susanne2807

    Susanne2807 Junior-Mitglied

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    Hallo Ludmilla,

    du schreibst:
    hier würde ich gerne mal eines dieser Konzepte kennenlernen.....

    Hallo Anna,

    für mich sind es inzwischen Klienten, da in der stationären Pflege von Bewohnern gesprochen wird, in der ambulanten Pflege von Patienten, im Hopiz und in der Tagespflege von Gästen. Klient beinhaltet für mich alle, kommt im übrigen auch aus der professionellen Pflege und ist nicht auf meinem Mist gewachsen.

    Stell dir diese demente Frau mal anders vor, eben nicht klein und niedlich, würdest du sie dann immer noch duzen?

    Ich arbeite inzwischen seit 26 Jahren in der Pflege. Ich bin Fachkraft für Gerontopsychiatrie und Validationsanwenderin und glaube zu wissen von was ich spreche.

    Meiner Meinung nach kommt das du immer dann, wenn den Pflegenden nix anderes mehr einfällt.
    Susanne
     
  10. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Sind Validation, nach wem auch immer, keine Konzepte? Ich habe das immer als solche betrachtet.....,

    @Susanne2807
    Es kann ja sein, dass das "du" meist kommt wenn einem nichts mehr einfällt. Deshalb gibt es Foren wie dieses um sich auszutauschen und um Rat zu fragen!
    Und als gerontopsyhiatrische Fachkraft kannst du Anna und den anderen die in der Kommunikation mit Demenzkranken schon mal ein Problem sehen vielleicht helfen....
     
  11. Susanne2807

    Susanne2807 Junior-Mitglied

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    Hallo Ludmilla,

    wenn du mal bei Naomi Feil (Begründerin der Validationsmethode) nachliest wirst du sehr schnell feststellen, dass auch sie, dass SIE in der Pflege als elementar erachtet (Professionalität).

    Hallo Anna,

    gibt es in der GUK Ausbildung ein Teil "Gesprächsführung"? Hier wäre das aktive zuhören wichtig. hiermit kommst du schon ein großes Stück weiter.
    Man muss sich verdeutlichen, dass Demente Menschen zwar ihre Kognition verlieren, nicht aber ihre emotionale Gefühlswelt und über die können sie sehr gut angesprochen werden.
    Geht die Sprache verloren kommt die Bewegung (stellvertretend für die Sprache). Solche Klienten lassen sich über Berührungen sehr gut ansprechen.

    Ein Königsweg mit Dementen ist das Singen, auch Menschen die schon lange nicht mehr sprechen, können häufig noch alle Strophen der in der Kindheit und Jugend erlernten Volkslieder. Das ist auf einer ITS schwierig ist, kann ich mir sehr gut vorstellen.

    Es gibt inzwischen aber einige Kliniken die die Thematik erkannt haben und hier reagieren
    Einmal durch Validationsbegleiter während des Klinikaufenthaltes oder aber indem PK Validationsausbildungen erhalten.

    Gruß
    Susanne
     
  12. ludmilla

    ludmilla Poweruser

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    Liebe Susanne,
    ich kenne das Validationsmodell! Ich habe nirgendwo geschrieben, dass Demenzkranke geduzt und nicht gesiezt werden sollen. Vielleicht liest du meine Beiträge noch inmal.
    Ich sieze alle erwachsenen Menschen, egal was für kognitive Fähigkeiten sie haben, es sei denn es ergibt sich individuell etwas anderes. Dies kann u.a. der Wunsch der betroffenen Person sein, aber auch wenn zuvor übliche Ansprachen eben "nicht mehr" funktionieren.
    Das habe ich übrigens in der Familie selbst erlebt. Die Frau reagierte nicht mehr auf die Ansprache als Mutter (Mama, Mami, Mutti). Durch Nutzen des Vornamens hat sich die Kommunikation wieder positiv verändert. Sollte man da bei alten Musten bleiben, ich denke nicht! Mit festgelegten Standards kommt man nicht immer weiter, deshalb ist meines Erachtens immer eine individuelle Betrachtungsweise unerlässlich!
     
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  13. WildeSchwester

    WildeSchwester Poweruser

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    " Ein Klient (abgeleitet von lateinisch cliens, „Anhänger, Schützling, Höriger“) ist der Auftraggeber oder Leistungsempfänger bestimmter Beratungsberufe, etwa von Notaren, Rechtsanwälten, Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern oder Sozialpädagogen. Den Begriff verwenden Therapeuten und Angehörige von Pflegeberufen gelegentlich in Abgrenzung zum Patienten, um den Dienstleistungscharakter ihrer Tätigkeit zu betonen."

    In einem Krankenhaus oder Pflegeheim von Klienten zu sprechen finde ich persönlich eine Abwertung unseres Berufsstandes! Wir machen soviel mehr als nur eine Dienstleistung anzubieten...wenn Du dich selber nur als Dienstleister siehst:Bitte.

    Wie immer bei Pauschalisierungen , ist das generelle Verteufeln des Duzens bei demenziell veränderten Menschen m.M.n genauso der verkehrte Weg wie anzunehmen dass Duzen immer die Lösung schlechthin ist, um einen Zugang zu jemandem zu finden.
    Freu dich, dass Du bisher andere Wege gefunden hast einen Zugang zu finden.Aber akzeptiere auch dass einige von uns auch schon die Erfahrung gemacht haben dass ein "Du" durchaus die Lösung war und man dadurch den Zugang zum Menschen fand.

    Für mich persönlich ist Duzen/Siezen kein Ausdruck für den Respekt, den ich vor jemandem habe! Auch benötige ich das Sie nicht um mich von jemandem abzugrenzen. Letztendlich ist Duzen/Siezen bei uns in Deutschland einfach Sitte.In vielen Sprachen gibt es nichtmal ein Wort für Sie. :wink:
     
  14. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    Es gibt doch nicht nur schwarz oder weiß. Nur weil ich einen Patienten duze muss das noch lange nicht gleichzeitig Respektlosigkeit ausdrücken. Im Gegenzug ist ein "Sie" nicht gleichbedeutend mit respektvoll.
    Validation heißt wertschätzende Haltung ggü. Dementen und Gesagtes dieser Menschen, bzw. deren Verhalten als gültig anzusehen und nicht korrigierend darauf zu reagieren.
    Auch demente Menschen kann man bis zu einem gewissen Grad durchaus fragen wie sie heißen, wie sie genannt werden möchten oder ähnliches. Ich stelle mich selbst vor mit Vor-/Nachnamen und frage meist danach wie der Name des Gegenüber ist. Oftmals kann man da schon erfahren wie derjenige genannt werden möchte, bzw. wohl meist genannt wurde. Der Zugang zu einem demenziell erkrankten Menschen ist sehr häufig über versch. andere Arten zu erreichen. Berührungen, Lieder, Sprichworte, aussprechen erkennbarer Gefühle und ähnliches schaffen oft einen leichteren Zugang, sofern man die Reaktion darauf beobachtet und entsprechend reagiert.
    Es gibt nicht DEN Dementen und ein langsames Herantasten auf unterschiedliche Weise bis man Erfolg hat, sprich der Demente Reaktion zeigt ist oftmals am erfolgreichsten.
     
  15. Romsen2014

    Romsen2014 Junior-Mitglied

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    Wie oben schon beschrieben. Es gibt nicht den Dementen Menschen. Ich rede generell jeden Patienten mit Sie an. Ich kenne ihn schließlich nicht, sollte mir das du angeboten werden, nehme ich es an oder nicht (hängt immer vom Fall ab). Aber direkt Duzen würde ich niemanden.

    Ich für meinen Teil merke, dass ich Probleme habe mich in Menschen mit Demenz (ein Sammelbegriff für verschiedene progressiv degenerative Gehirnerkrankungen), hineinzudenken, oder zu vallidieren. "Wie sieht überhaupt ihre Welt aus?" "Wie könnten sie sich evtl. fühlen?". Nur weil jemand Demenz hat, heißt es ja nicht, dass er nicht denken kann. Er kann denken, schreiben, an diskussionen teilnehmen, kreativ sein und Philosophieren.

    Ein sehr interessantes Buch, was ich bis jetzt nur jedem Empfehlen kann (habe es noch nicht ganz durch), ist "Alzheimer und Ich." von Richard Taylor. Was dieses Buch so interessant macht ist nicht nur, dass Taylor ein Professor der Psychologie war. Sondern das er auch von Demenz, vermutlich dem Alzheimer- Typ, gelebt hat. Als er diese Diagnose erfahren hat, fing er an über sein Leben mit dieser Erkrankung zu schreiben um sich besser zu verstehen. Er schrieb, wie er selbst sagte:" ... Zu der Zeit in der sich Dr. Alzheimer in mein Kopf einnistet."

    Nur zur Verdeutlichung. Dies ist kein "Pflegefach Buch". Es wurde für alle geschrieben.

    Dazu gibt es häufig auch Tipps oder Infos über Demenz. So auch über Kommunikation.

    Die wohl wichtigsten sind hierbei: Nachsichtig sein, Interesse zeigen, Ablenkung und Lärm vermeiden, Nichts komplizieren, nicht unterbrechen (!!!) und nicht schreien.

    Mögen erst Banal klingen, aber wenn ich mich so selbst reflektiere, trat vor allem das unterbrechen und komplizieren häufig in der Kommunikation mit vor, die mir wahrscheinlich auch den Beziehungsaufbau erheblich erschwert haben.

    Aber wie schon gesagt, ich denke auch das es viele Wege gibt. Manchmal sind sie einfach und kurz und manchmal steinig und langwierig.
     
  16. anna0006

    anna0006 Newbie

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    Ich bezeichne meine Patienten niemals als Klienten - damit ist für mich das persönliche von Anfang an wecken und ich sehe ihnen nicht als die person, welcher ich helfen möchte. Würde ich die person vor mir im Bett als Klient vorstellen, so dass er dies hört, kann ich das Vertrauen von Anfang an vergessen. Besonders ältere Menschen kennen diesen Ausdruck nicht. Kannst du sagen,das ein älterer mensch in deinem Fachgebiet sich damit wohl fühlen @Susanne2807?
    patient: "von einem Arzt oder einer Person im Heilberuf behandelter Kranker" -

    in meinem Fall kann ich jetzt sagen,dass ich deutlich besseren Zugang finde,in dem ich sie dutzende und mit Vornamen anspreche.

    Man kann nicht alle patienten über einen Kamm scheren - Menschen sind individuell. egal welches fachgebiet wie alle haben.
    Und auch nach 25 Jahren kann sich einiges ändern....
     
  17. Secondlan

    Secondlan Newbie

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    Auch mein Fachgebiet. Ich kann sagen: Individualität ist das A und O und der Rest vom Buchstabensalat. Gespräche mit Angehörigen führen, auf die fortschreitende Krankheit eingehen können, mitgehen können und immer nachfühlen. In den vergangenen 6 Jahren habe ich viele unterschiedliche Persönlichkeiten mit eben so unterschiedlichen Stadien erlebt und war am Ende fast immer beim DU und fing immer an mit dem SIE. Es gab Ausnahmen, die der Biografiearbeit geschuldet waren. Die gehört im Übrigen zum A - Z. Selbstredend. Ich empfehle: Böhm - Verwirrt nicht die Verwirrten! Oder auch: Ist heute Montag oder Dezember? In 25 Jahren ändert sich eben Vieles. Und nur weil alt und verwirrt - meine Professionalität ist immer noch die Menschlichkeit und die erlaubt auch das DU - wenn die Vorarbeit stimmt.
     
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  18. pepita-sheep

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    Benutzt euer Fähigkeiten die Ihr habt: Eure gesamte Wahrnehmung, Beobachtung und Empathie.
    Fragt den betroffenden Menschen selbst und wenn möglich die Angehörigen, ob ein "Sie" oder "Du" erwünscht ist.
    Dann reflektiert das ganze. Aus dem Ergebnis heraus, entwickelt sich die Antwort (ob ein "Sie" oder "Du" angebracht ist).
    (Wenn möglich, das ganze 1 x im Monat evaluieren und dem betroffenen Menschen anpassen. Denn was heute gültig ist, kann in der nächsten Zeit, schon ungültig sein)
     
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  19. anna0006

    anna0006 Newbie

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    @pepita-sheep und @Secondlan vielen dank.
    eure antworten sind klasse.
    Habe mich mit dem Ehemann lange unterhalten - du und Vorname.


    Aber.... Sie ist leider verstorben - oder gut für sie?!
    .... Ein anderes thema...


    Danke euch alle
     
  20. pepita-sheep

    pepita-sheep Senior-Mitglied

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    Nachtrag: Meine Großtante ist mit 106,5 Jahren gestorben und sie wurde mit 95 Jahren langsam dement. Als sie 100 Jahre alt wurde fragte sie, wozu die ganzen Leute da sind. Ihr wurde erklärt, das sie Geburtstag habe. Sie wollte wissen, wie alt sie geworden ist. Es wurde ihr gesagt. Darauf hin sagte sie ganz trocken:" Was 100 Jahre? So alt wird doch kein Schwein". Meine Mutter er kannte sie nicht mehr.

    (Jetzt kommt das eigentliche). Sie spürte die Liebe meiner Mutter und sagte zu ihr:"Du bist mir wohl gesonnen".

    Worte verklingen, werden vergessen. Jedoch die Herzenshaltung, spüren die Menschen.
    Egal ob sie gesundheitliche Einschränkungen (unterschiedliche Formen der Demenz)haben oder nicht.

    Hallo anna0006,

    ich hoffe, das die Frau in aller Ruhe dahin geschieden ist.

    Es grüßt Dich

    pepita - sheep
     
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