Übersetzen im Krankenhaus

schlitzkompresse

Poweruser
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653
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Gesundheits- und Krankenpfleger; MKDA
Akt. Einsatzbereich
nicht in der Klinik
Hallo,
ich hätte da mal eine Frage bei uns im Haus gibt es eine Liste mit den Fremdsprachen der Mitarbeiter. Nun war es so das ich einen russischen Patienten habe und einen Kollegen anrufen wollte um etwas zu übersetzen bzgl. einer OP, Verhaltensweisen usw.
Dieser Kollege meinte aber dass es rechtlich nicht zulässig sei keinen geprüften Dolmetscher zum Übersetzen zu nehmen. Auch der Betriebsrat ist strikt dagegen das Kollegen Dinge übersetzen.
Wie läuft das bei euch?
Kann ich einfach einen Dolmetscher bestellten und wie wird sowas abgerechnet? über die Kasse oder das Haus?
Vielen Dank schonmal für die Antworten...
 
Ich kenne das auch nur so, daß Kollegen, die der Sprache mächtig sind, übersetzen. Früher meist türkisch, heute osteuropäische Sprachen.
Ich habe das noch nie für richtig gehalten, konnte mich aber nicht durchsetzen. Du weißt doch gar nicht, was derjenige übersetzt. Es soll, gem. Literatur, da auch schon zu Problemen gekommen sein zwischen einem Serben und einer bosnischen Krankenschwester. Die hat nämlich nicht übersetzt, sondern den Jugoslawienkrieg verbal aufgearbeitet.
"Offizielle" Dolmetscher wären sicherlich besser, aber die meisten Krankenhäuser werden die nicht bezahlen wollen.
 
Hallo,

natürlich kannst du nicht einfach so mal einen Dolmetscher bestellen.

Einem Dolm. werden die Papiere zugesandt, der übersetzt diese und gibt sein Siegel, dass er staatl. Vereidigt ist etc.

Solche Übersetzungen sollten, müßten schon hausweit Gültigkeit haben und beauftragt werden.
 
Muss so einen Dolmetscher nicht die Krankenkasse bezahlen?:-?
Die sind doch darüber informiert, dass der/die Patient/in kein Deutsch kann.

Wir machen das mit Mitarbeitern nur in wirklichen Ausnahmefällen.

Ansonsten gibt es meistens Angehörige, die des Deutschen mächtig sind.
Wenn gar keiner da ist, wird ein Dolmetscher besorgt.

LG opjutti
 
Dolmetscher? Ja, da haben wir so Fachübersetzer für Technik, Literatur etc, aber wenn es um medizinische Dinge geht kommen viele Dolmetscher da schnell an ihre Grenzen...
 
Es gibt doch zumindest Aufklärungsbögen in allen wichtigen Sprachen. Da stehen zumindestens schon mal Risiken, Komplikationen und so was drin... Für pflegerische Sachen lassen wir in der Regel die Angehörigen übersetzen, wenn es keine gibt, dann halt mit Händen und Füßen.... Geht schon, irgendwie... Sogar bei libyenesischen Patienten ohne Englischkenntnisse klappte das so :knockin: (zugegeben, anfangs wars sehr anstrengend ;) )

Ach ja, und wir haben noch ne Liste ausliegen, auf der die wichtigsten Begriffe in verschiedenen Sprachen draufstehen (Deutsch, Englisch, Spanisch, Französich, Türkisch und iwas skandinavisches), so Sachen wie Hunger, Durst, Fenster, Waschlappen etc pp findet man da ^^

Bishher konnte man alle Verständigungsprobleme iwie meistern ^^
 
Unser Haus hat einen eigenen Dolmetscherdienst, der sehr viele Sprachen umfasst. Es sind alles Mitarbeiter des Hauses aus den unterschiedlichsten Berufsgruppen.
 
Die Aufklärungsbögen haben wir auch in etlichen Sprachen,das ist somit nicht das Problem. Da bei uns das Patientenklientel allerdings meist polnisch oder russisch ist,haben wir genug Ärzte und anderes Personal im Haus,die dann übersetzen.
Was jetzt Angehörige zum übersetzen angeht,bin icht eher skeptisch,wir hatten mal ne 23 jährige türkische Pat.,die angeblich in D zur Schule gegangen ist,aber nicht ein einziges Wort Deutsch sprach,verstand oder schrieb und wo sich die Angehörigen erbost beschwerten,daß wir kein türkisch können.
 
Hallo
Wenn es um einen Eingriff geht, und der Patient klagt, weil ein Fehler gemacht wurde, und es wurde kein amtlich genehmigter Dolmetscher für das Aufklärungsgespräch bestellt, dann hat das Krankenhaus ein Problem. Selbst wenn eine Pflegekraft für das Aufklärunggespräch dolmetscht. Das Krankenhaus ist verpflichtet einen Dolmetscher zu stellen. Normalerweise läuft das so, daß der Arzt feststellt, daß der Patient, aufgrund der sprachlichen Barriere nicht in der Lage ist die Aufklärung zu verstehen. Der Arzt verständigt dann die Verwaltungsleitung, die widerumg ruft den Dolmetscher an.
Ich spreche hier von großen Eingriffen, nicht davon wie benutze ich den Nachtstuhl, oder wie funktioniert ein Hämocult. Meines Wissens zahlt für den Dolmetsche das Krankenhaus.
Alesig
 

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