Traumasensible Begleitung von Patienten mit Bindungstrauma, PTBS, komplexe PTBS

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Ergotherapeut
Hallo zusammen,
Kriegt man als Pflegekraft für Psychiatrie in ambulanter APP/ Soziotherapie und Psychiatrien auch eine traumasensible Arbeitsweise und Grundsätze beigebraucht?
Oder braucht es dafür extra Fort- und Weiterbildungen?

Ich dachte immer es wäre Standard, das Fachwissen (siehe unten) zu haben. Bitte um Aufklärung.

Ein traumasensibler Ansatz beinhaltet nicht nur das Bewusstsein für die Folgen von psychischen Traumata, sondern auch einen traumasensiblen Umgang, Haltung, Formulierungen (Sprache), Grundsätze und Prinzipien usw.
Die Fähigkeiten als Fachkraft zu verfeinern, um den vielfältigen Bedürfnissen der traumatisierten Menschen gerecht zu werden.
Quelle: Traumasensible Begleitung.

Im Umgang mit Trauma-Betroffenen kommt es manchmal aus Unwissenheit und auch weil der Bereich Psychotrauma noch „in den Kinderschuhen steckt“ zu Problemen.
Trauma informiert sein ist wichtig, um beim Patienten psychische Schäden und Retraumatisierungen zu verhindern.
Diese Info dient der Aufklärung und zur Verbesserung des Umgangs mit Trauma. Für die genauen Ausführungen ist Fachwissen gefragt. Man kann es "nicht mal eben so" machen. Konkret Beispiele gibt es in Fort- und Weiterbildungen. Das ist ein sehr grober Überblick.
  • Patienten unterstützen ihre Stärken und Ressourcen neu/zu entdecken und zu kräftigen, Ressourcensammlung
  • Den Patienten beim Aufbauen und vertiefen von sozialen Kontakten unterstützen,
  • Den Patienten bei seiner Selbstfürsorge unterstützen,
  • Helfernetzwerk aufbauen,
  • Den Patienten unterstützen Techniken der Emotionsregulation/ Selbstberuhigung zu erlernen,
  • Förderung der Selbstakzeptanz und -verstehens vom Patienten,
  • Unterstützungsmöglichkeiten bei Alltagsproblematiken nennen und geben,
  • Sanfte Achtsamkeitsübungen.
  • Bedürfnisse des Patienten respektieren,
  • Als Fachkraft nicht aufdrängen,
  • Patient fühlt sich von Fachkräften beachtet,
  • Psychische Stabilität ist für den Patienten wichtig!
  • Nicht nach Trauma-Ereignissen fragen,
  • Hyperarousal/ hypoarousal Stufen und Wechsel im autonomen Nervensystem (Traumastresstoleranzfenster) beim Patienten als Fachkraft erkennen,
  • Beachten wie reagiert das autonome Nervensystem des Patienten auf Gespräche, Überforderung?
  • Grenzen des Patienten er spüren können,
  • Beziehungsaufbau (Dauer mindestens 2 Jahre),
  • Emotionale Sicherheit geben!!!
  • Verlässlichkeit der Fachkraft,
  • Wertschätzendes Haltung der Fachkraft,
  • Ziele: Kleine Schritte= große Wirkung, keine Überforderungen und kein Druck, langsames Tempo.
  • Die Fachkraft verhält sich transparent,
  • Verlässliche, klare und übersichtliche Strukturen,
  • Vorhersehbare Abläufe,
  • Dem Patienten Auszeiten ermöglichen,
  • Ehrlichkeit der Fachkraft,
  • Empathische Haltung der Fachkraft,
  • Patienten Mitbestimmung und Wahlmöglichkeiten geben,
  • Keine spontanen Aktionen oder „Überraschungen“.
Sehr oft bieten psychische Traumaberatungsstellen/-zentren für Fachkräfte Supervisionen und Fortbildungen an.
 
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Hallo zusammen,
Kriegt man als Pflegekraft für Psychiatrie in ambulanter APP/ Soziotherapie und Psychiatrien auch eine traumasensible Arbeitsweise und Grundsätze beigebraucht?
Oder braucht es dafür extra Fort- und Weiterbildungen?

Ich dachte immer es wäre Standard, das Fachwissen (siehe unten) zu haben. Bitte um Aufklärung.
  • Verlässlichkeit der Fachkraft,
  • Wertschätzendes Haltung der Fachkraft,
  • Ehrlichkeit der Fachkraft,
Sehr oft bieten psychische Traumaberatungsstellen/-zentren für Fachkräfte Supervisionen und Fortbildungen an.

Ich kann hier nur Teilantworten geben. Ich weis nicht ob es Teil der Ausbildung ist. Gleichzeitig sehe ich es in der Praxis vor allem in der Persönlichkeit des Personals geschuldet. Gibt Personal das stürmt sofort auf psychische Kranke zu wenn Sie deren Verhalten nicht gut finden, überfahren die, lassen Sie nicht ausreden und verweigern auch hinterher das klärende Gespräch, weil Sie ja über den Patienten stehen. Das dies weder bei traumatisierten noch bei "normalen Menschen" gut ankommt ist eigentlich klar. Bei traumatisierten ist es besonders kritisch aber generell bei sensiblen Menschen auch ohne Krankheit, weshalb manche Patienten schlicht manche Einrichtungen meiden - das Thema hattest du hier ja auch schon :)

Ich würde die Frage herumdrehen und Fragen, ob das Personal in der Lage ist sich selbst zu "behandeln" oder ehr "beherrschen und sich selbst runter bringen". Dazu gibt es hier ja ein "Burnout bei Personal" ein Thema wo ich länger geantwortet habe. Also Fortbildung zur eigenen mentalen Fitness, dann klappt es oft auch mit dem Umfeld. Natürlich hilft auch Wissen über den Patient / Erkrankung das Verhalten je Patient entsprechend anzupassen. Ich z. B. bleibe bei BPS auch wenn ich Personen privat kennenlerne auf Abstand, zur beidseitigen Zufriedenheit.

Gute Zeit.
 
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