Thrombose

mary_1604

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Hallo alle zusammen,
hätte mal ne frage an euch und zwar:
wenn es zu einer thrombose kommt, gibt es ja typische symptome:
was wird aufgrund dieser symptome behandlungspflegerisch eingeleitet?
hab schon gegoogelt und in bücher geschaut.
denke mal nicht das damit die thrombolyse, thrombektomie oder der Bypass gemeint ist.
wie denkt ihr darüber, wäre für tipps dankbar?!

DANKE schonmal mary
 
Welche typischen Symptome meinst du denn?

Info: Z.n. Thrombose- welche Symptome bewirken was?
Probleme:....
Ressourcen: ...
Ziele:....
Maßnahmen:....

Elisabeth
 
Zuletzt bearbeitet:
hallo mary,

meinst du vielleicht: Ruhigstellung z.B. des Beines, Beobachten der Bewusstseinslage und Atmung, Vitalzeichenkontrolle, Arztinfo, Betreuung des Patienten?
Es gibt auch manchmal untypische Thrombosezeichen, habe ich schon bei älteren Menschen erlebt. Z.B. ungenaue Schmerzangabe (z.B. kein Fußsohlenschmerz), keine Erhitzung, nur leichte Ödembildung, keine Rötung.

LG Sheila
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Info: Z.n. Thrombose, ungenaue Schmerzangabe (z.B. kein Fußsohlenschmerz), keine Erhitzung, nur leichte Ödembildung, keine Rötung
Probleme: ...
Ressourcen: ...
Ziele: ...
Maßnahmen: Ruhigstellung z.B. des Beines, Beobachten der Bewusstseinslage und Atmung,Vitalzeichenkontrolle, Arztinfo, Betreuung des Patienten

Fehlt da nicht was?

Elisabeth
 
Tut mir leid hab euch vielleicht nicht genug infos gegeben.
Ich muss einen vortrag zum thema thrombose halten.
dazu bin ich erstes lehrjahr für altenpflege
folgende symptome hab ich raus gesucht:
1. Wadenschmerzen
2. zunahme der beschwerden im stehen, abahme im liegen
3. vermehrte venenzeichnung
4.überwärmung
5.gespannte glanzhaut
6. fußsohlenschmerz beim druck auf ihnere fußsohle
7. fieber
8. erhöhung der entzündungswerte im blut
hab ja allgemein das thema thrombose und nich nur die beinvenenthrombose
tritt ja auch in artereien auf und am arm, ja ist seltener
ich bräuchte so allgemeine infos
in büchern stehts nur zu speziellen erkrankungen
danke aber schonmal für rure antworten
vielleicht mach ich mich auch bloß zu verrückt
 
Nein! Sie fragte nach Behandlungspflege, BEHANDLUNG, nicht nach der Ausführung eines Pflegeprozessmodells!

BEHANDLUNG legt der Arzt fest!!! Dies bedarf keiner Diskussion. Dafür schaue ich mir die derzeit üblichen Therapieschemata an: AWMF online - Leitlinien Angiologie: Bein- und Beckenvenenthrombose und Lungenembolie
Kann Pflege nur nach Ansage arbeiten und hat nix Eigenes zu bieten? Das aktuelle Krankenpflegegesetz § 3 sieht anderes vor.
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Info: Z.n. Thrombose
1. Wadenschmerzen, Zunahme der Beschwerden im stehen, Abahme im liegen
3. vermehrte Venenzeichnung
4. Überwärmung
5. Gespannte Glanzhaut
6. Fußsohlenschmerz beim Druck auf innere Fußsohle
7. Fieber
8. Erhöhung der Entzündungswerte im Blut
Fehlt immer noch die Ursache der Thrombose.
Stichwort: Virchow- Trias. Daraus dürften sich weitere Problem ergeben.
(Pflege-)Probleme:
bewegungsabhängige Schmerzen
gespannte Glanzhaut infolge Ödembildung
Fieber
...
Ressourcen:
Welche Ressourcen wären sinnvoll in diesem Zusammenhang?
...
Ziele:
Reduzierung der Schmerzen
Reduzierung Fieber
Reduzierung des Ödems
...
Maßnahmen: Welche Möglichkeiten hast du von der pflegerischen Seite aus, die oben angegebenen Ziele zu erreichen?
...

Elisabeth
 
wenn es zu einer thrombose kommt, gibt es ja typische symptome:
was wird aufgrund dieser symptome behandlungspflegerisch eingeleitet?
So hiess die Ausgangsfrage!!
Ob Mary nun mit dieser Antwort
Elisabeth Dinse schrieb:
Maßnahmen: Welche Möglichkeiten hast du von der pflegerischen Seite aus, die oben angegebenen Ziele zu erreichen?
...
geholfen ist?
 
Warum muss immer alles im Detail vorgegeben werden á la "Drehbuchstandard"? Warum nicht mal die Fähigkeit des Azubis anregen in kausalen Zusammenhängen zu denken.
Ich denke, mary 1604 kann dies und wird sicher selbst ergänzen können. Wenn nicht, ist Nachfrage ja nicht ausgeschlossen und dann kann ich immer noch die "große Kiste" aufmachen.

Elisabeth
 
Info: Z.n. Thrombose (TVT)
Ursache: Virchow- Trias
A. Veränderung des venösen Rückstroms- Stase
B. Veränderung in der Gefäßwand- Auslösung der intravasalen Gerinnung
C. Veränderung der Blutzusammensetzung- gerinnungsfördernde Stoffe überwiegen gerinnungshemmende Stoffe
Symptome:
Achtung: bei Bettlägrigen oft schwer zu erkennen
1. Wadenschmerzen, Zunahme der Beschwerden im stehen, Abahme im liegen
3. vermehrte Venenzeichnung
4. Überwärmung
5. Zunahme des Beinumfanges, gespannte Glanzhaut
6. Fußsohlenschmerz beim Druck auf innere Fußsohle
7. Fieber
8. Erhöhung der Entzündungswerte im Blut

(Pflege-)Probleme:
bewegungsabhängige Schmerzen
gespannte Glanzhaut infolge Ödembildung
Fieber
ggf. Flüssigkeitsdefizit
Einschränkung der Bewegung infolge Schmerzen

Ressourcen:
kognitive Fähigkeiten, Motivation zur Mitarbeit

Ziele:
Verhinderung einer weiteren Thrombose
Verhinderung von Komplikationen (Lungenembolie)
Reduzierung der Schmerzen
Reduzierung Fieber
Reduzierung des Ödems
intakte Haut

(Pflege-)Maßnahmen: ärztl Anordnungen beachten
A. Spezielle Maßnahmen
Die Immobilisierung des Patienten mit einer Venenthrombose jedweder Lokalisation ist nicht indiziert, es sei denn zur Linderung der Beschwerden bei stark schmerzhafter Beinschwellung.
Die Mobilität des Patienten ist eine Grundvoraussetzung für die Thrombosebehandlung unter ambulanten Bedingungen [106], [4]. Dies gilt sowohl für distale wie für proximale Thrombosen. Der morphologische Aspekt des Thrombus ("flottierend", "wandhaftend", okkludierend") ist dafür ebenfalls ohne Belang.
AWMF online - Leitlinien Angiologie: Bein- und Beckenvenenthrombose und Lungenembolie
Hier kann es zu Abweichungen kommen, obwohl die Leitlinie keine andere Behandlung vorsieht - Stichwort: therapeutische Freiheit des Arztes

Schmerzmittel nach Bedarf, ggf. vor Mobilisierung
Komprerssionstherapie (Kompressionstrumpf Klasse 2) --> Reduzierung des Ödems, Verhinderung weiterer Thrombosen
Mobiliserung unter Kompression --> erhöht die Wirkung
Hautpflege der Beine mit W/O- Lotionen

B. allgemeine pflegerische Maßnahmen
Information an den Pat.
ausreichende Flüssigkeitszufuhr
ggf. fiebersenkende Maßnahmen --> dünne Decke usw.
C. medizinsche Maßnahmen
Antikoagulation
Thrombusbeseitigende Maßnahmen (Lyse, OP)
Sekundärprophylaxe (Vit.K- Antagonisten: z.B. Falithrom; ev. Cavafilter)

Evaluation
Krankenbeobachtung: Schmerzen, Fieber, Mitarbeit, Beinumfang

Elisabeth
 
hallo!
der beitrag ist zwar shon alt, aber muss mal was fragen bitte..
zu den speziellen maßnahmen bei einer thrombose wurde geschrieben:
"mobilisation unter kompression", woher weiß ich denn 1. dass der thrombus nicht wandert dadurch und womöglich zum embolus wird? und 2. wieso wird manchmal gesagt, dass der patient bettruhe halten soll und manchmal scheinbar mobilisiert wird?:gruebel:
 
Dafür wird ja komprimiert. Mit Kompressionsstrümpfen Klasse II beispielsweise, ist der Thrombus bestmöglichst fixiert und es darf mobilisiert werden. Mobilisation ist schließlich wichtig und man will dies nicht ewig hinauszögern bzw unterlassen.

Bettruhe nur solange wie nicht adäquat komprimiert werden kann oder nicht heparinisiert ist/werden kann.

Viele Ärzte verordnen aber noch generell Bettruhe, Andere wiederum je nach tiefe der Thrombose.
Müsstest du also konkret den anordnenden Arzt fragen wie er es handhabt.
 
Eine intravasale Gerinnung beginnt bei der Zerstörung der inneren Auskleidung des Blutgefäßes. Dabei wird ein gerinnungsfördernder Faktor aktiviert. Bei einem langsamen Blutfluß können sich mehr Thromben anlagern. Der Thrombus hat gute Wachstumsbedingungen.

Man unterscheidet zwischen frei beweglichen Thromben und wandständigen Thromben. Ein frei beweglicher Thrombus hat sich von der Venenwand gelöst.

Die Kompression führt zu einer Beschleunigung des Blutflusses. Ein frei beweglicher Thrombus ist mit einer Kompression nicht fixierbar.

Elisabeth
 
super, danke für die antworten!
habe ich das also richtig verstanden, am besten hier immer auf arztanordnung gucken (ggf.nochmal nachfragen) ..?!
aber zu dem frei beweglichen thrombus und dem "festsitzenden" (ja an der intima, wenn ich das richtig verstanden habe) noch;
die kompression führt zu einer schnelleren blutfließgeschwindigkeit, was ja doch gewollt ist, damit weniger thromben haften bleiben können, richtig?
ich hätte aber jetzt gedacht es bestünde mit einem schnellerem blutfluss an dieser stelle eine höhere gefahr, dass der thrombus "weggespült" würde und ggf. zum embolus wird? versteh ich gerade nicht:weissnix: wo ist mein denkfehler???

dachte ich halte das bein ruhig, um gerade eine schnellere blutfließgschwinigkeit zu vermeiden, damit er sich gerade nicht löst oder sich noch mehr thromben anlagern können......? hm.
 
Man unterscheidet zwischen frei beweglichen Thromben und wandständigen Thromben. Ein frei beweglicher Thrombus hat sich von der Venenwand gelöst.

Die Kompression führt zu einer Beschleunigung des Blutflusses. Ein frei beweglicher Thrombus ist mit einer Kompression nicht fixierbar.

Ein "frei beweglicher Thrombus" (eine Begrifflichkeit die ich nie gehört habe), stellt nach deiner Beschreobung einen Embolus dar. Den gilt es durch Kompression zu vermeiden.

Ein Thrombus/Embolus der bereits frei herumschwimmt ist schlecht zu komprimieren, was aber auch Unsinn ist, da er ja durch den Blutstrom bereits weitergeschwommen ist, bevor wir soweit sind.

Verstehe deine Ausführungen somit nicht ganz...
 
Ich habs versucht "light" zu erklären für sommerwolke. Ich meinte den frei flottierenden Thrombus= "Thrombusschwanz".

Thrombus
thrombus


im Kreislaufsystem intravital bei Thromboseneigung entstehender „Blutpfropf“, in Arterien meist wand- („Parietal-Th.“), in Venen oft primär klappen-, im Herzen wand- u. klappenständig.
Zunächst Bildung des Thrombuskopfes (Abscheidungsthrombus = weißer = grauer Th.) durch wandnahe lamellenförmige Adhäsion u. Aggregation der – i.S. der viskösen Metamorphose veränderten – Thrombozyten mit zwischengelagerten Leukozyten u. (nach ca. 30 Min.) einem Fibringespinst („Fibrin-Th.“); dann – stasebedingt – stromaufwärts Ansetzen eines Thrombusschwanzes aus Fibringespinst u. eingelagerten Erythro- u. Leukozyten (= „roter Th.“ = „Gerinnungs-Th.“, v.a. in Venen oft größer als der Kopf); evtl. fortschreitendes Längenwachstum durch Apposition neuer Gerinnsel, bei erhaltenem Teillumen (v.a. in Venen) auch in Stromrichtung. In größeren Venen evtl. mehrere Kopfteile, die sich sekundär durch Schwanzteile verbinden („gemischter Th.“);
gesundheit.de - Roche Lexikon Medizin und Gesundheit

Mir ging es um diese "Schwanzteile", die abreißen können, wenn der Blutsrom zu stark wird.

Elisabeth
 
:knockin: hmmmm. habs immer noch nicht genau verstanden.
maniac: "Ein Thrombus/Embolus der bereits frei herumschwimmt ist schlecht zu komprimieren, was aber auch Unsinn ist, da er ja durch den Blutstrom bereits weitergeschwommen ist, bevor wir soweit sind."

das war auch meine frage so in etwa.. zumal wir ja genau DAS verhindern wollen, dass er sich löst und somit ein embolus ist:gruebel: dann können wir ihn natürlich auch mit einem kompressionsstrumpf nicht mehr halten.
:emba::emba::emba:leider verstehe ich jetzt immer noch nicht wieso dann überhaupt komprimiert wird? das erhöht doch den blutstrom und der thrombus kann dann erstrecht abreißen, oder? oder wird es nur gemacht um eine weitere thrombose zu vermeiden?

( "schwanzeile"? noch nie gehört. sind es vielöleicht DIE teile des thrombus, die nicht der intima anliegen? muss ich mir das vorstellen wie eine geisel:) die sich womöglich verlängern kann? )
 
Achso :)

Soweit mir aus der Literatur bekannt soll die Kompression aber auch die flottierenden Anteile fixieren...?!

@ Wolke: Ziele der Kompression:
Edit: Ich sollte den Link auch lesen, Thema verfehlt.

Also, laut den Untersuchungen die seinerzeit, als die Kompressionstherapie geprüft und empfohlen wurde, fixiert die Kompression den Thrombus (inkl Schwanz) und lässt ihn schneller verwachsen.
Die Erhöhung des Rückflussstromes (somit auch Verhinderung neuer Thromebn) wirkt dem NICHT entgegen.
Dem postthrombotischen Syndrom wird so auch entgegengewirkt.

Hab aber leiderauch keine Studie oder sowas dazu zur Verfügung... :-/
 
Es scheint derzeit zwei Richtungen in der Therapie zu geben. Eine glaubt an die Wirkung/ Notwendigkeit der Kompression, die andere nicht. Deshalb wohl die beste Methode: Gerinnungshemmende Faktoren im Blut erhöhen- z.B. mit Heparin.

Ich tendiere eher zur Kompression.
Beseitigung des subkutanen und des intrafaszialen Ödems führt zur Minderung des Spannungschmerzes beim Patienten.

Verbesserter Kontakt der Thrombusmasse mit umgebenden Venenendothel: dadurch finden Organisationskontakte früher statt und eine raschere Wandadhärenz des Thrombus wird erzielt.

Verbesserter Kontakt des Fibrinolytikums mit der Thrombusoberfläche.
Phlebothrombose - Diagnostik und Therapie


Elisabeth
 

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