So viel Unverständnis weil ich einen Bürojob will

Maryparry

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Hallo
Vielleicht kennt mich der ein oder andere schon, ich habe bereits einen Beitrag zum Thema Berufsausstieg eröffnet.

In einigen Wochen fange ich in der Kodierung an, dort bearbeite ich die Patientenakten, da ich einfach nicht mehr wusste wohin mit mir und mich eher bei administrativen Aufgaben wohl fühle und der Patientenkontakt mich doch sehr anstrengt.

Leider treffe ich mit dieser Entscheidung auf so viel Missverständnis, dass ich total an mir zweifle und mich frage ob was verkehrt läuft.

Kurz zu mir: Ich bin 24 und erst seit letztem Jahr examiniert.
Ich bin gut in meinem Job, ja und ich habe auch glückliche Momente als Krankenschwester, aber ich nehme die Arbeit immer mit nach Hause und kriege meinen Kopf nicht frei.

Jede Unterhaltung mit den Patienten oder Kollegen bleibt mir bis zum nächsten Tag in der Birne und ich denke viel nach, oft leider eher über negative Erlebnisse.
Daher möchte ich einfach etwas weniger mit Menschen zu tun haben, weil ich erhoffe dann mehr Abstand zur Arbeit nehmen zu können und private Unterhaltungen auch mal bei mir ankommen lassen zu können, abends kann ich meistens nur noch auf Durchzug schalten

Ich bin weder faul, noch sonst was, aber ich denke ich habe einfach nicht den richtigen Beruf erlernt.

Findet ihr das so verwerflich und unmissverständlich wie mein privates Umfeld oder würdet ihr den Versuch auch wagen vielleicht das richtige zu finden?

Ich freue mich auf eure Meinungen
 

opjutti

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Hallo Maryparry!

Ich finde, jeder soll seinen Weg gehen.

Wenn du inzwischen festgestellt hast, dass dich der Kontakt mit den Patienten und deren Leiden zu sehr belastet, dann hast du die richtige Entscheidung FÜR DICH!! getroffen.

Ich bin auch in den OP gegangen, weil mir der direkte Patientenkontakt nicht so lag, ich ihnen aber auf andere Weise beistehen konnte.

Bei mir hat schon mal eine Mitarbeiterin den OP verlassen, weil ihr der Kontakt zum Patienten gefehlt hat.
Du siehst das gibt es auch andersrum.

Dein privates Umfeld wird es vllt. verstehen oder aber auch nicht. Du bist Du und es ist dein Leben und deine eigene Entscheidung.

Viel Freude an deinem neuen Aufgabenbereich.

PS.; Bitte ändere dien Profil, denn dort bist du noch Schülerin.

LG
 

ommi

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Was deine Bekannten wohl sagen würden wenn du IHREN Berufswunsch bzw. Berufswahl hinterfragen würdest? :-)
Mach einfach worauf du Lust hast, du musst damit glücklich sein. Selbst wenns nichts ist dann probierst du halt was anderes.
 

Martin H.

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Ich finde es zwar etwas erstaunlich, daß Du schon nach einem Jahr raus aus der Pflege willst. Aber andererseits ist das Deine Entscheidung und es muß für Dich (und Deinen AG, bei dem Du jetzt in die Kodierung gehst) passen.
 

-Claudia-

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Natürlich sollte jeder Mensch nach seiner eigenen Facon glücklich werden und sich das Berufsfeld aussuchen, in dem er oder sie sich wohl fühlt. Die Zeiten, in denen man von der Lehre bis zur Rente beim gleichen Arbeitgeber blieb, sind schon länger vorbei.

Ich kann aber eine gewisse Sorge über den raschen Berufswechsel (innerhalb eines Jahres nach dem Abschluss ist das der dritte Stellenwechsel!) schon nachvollziehen, vor allem, wenn mit "Umfeld" die Eltern gemeint sind. Es macht sich im Lebenslauf nicht besonders gut, es mehrfach nur wenige Monate in einem Arbeitsverhältnis auszuhalten. Außerdem ist nicht bei allen seelischen Belastungen ein Wechsel der Arbeitsstelle die Lösung. Dass die Probleme wohl nach der Ausbildung auftauchten, obwohl der Kontakt mit Menschen ja sicher auch während der Ausbildung bestand, könnte das "Umfeld" auf den Gedanken bringen, dass die Ursache der Probleme woanders liegen könnte.

Ein Berufswechsel ist also weder verwerflich noch muss sich Maryparry deshalb ein schlechtes Gewissen machen lassen, aber sie kann auch nicht erwarten, dass ihre Umgebung ihre Beweggründe dafür leicht nachvollziehen kann. Sollte ihr "Umfeld" einer anderen Generation angehören, hat es wahrscheinlich auch eine andere Einstellung zur Arbeit (weitere Erläuterung hier: Generation Y, Generation X, Generation Z - Unterschiede & Chancen ) , und das kann die Kommunikation zusätzlich erschweren.
 

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