Sich in der Ausbildung als „Pfleger“ vorstellen?

phvlx

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examinierter Gesundheits- und Krankenpfleger
Akt. Einsatzbereich
Krankenhaus
Hey... Guten Morgen erstmal....

Ich habe zurzeit eine Frage die mir nicht aus dem Kopf geht, und ich wüsste gerne euere Meinung dazu...

Ich bin im 1. Lehrjahr... und meine Lehrer und meine Klasse haben letztens Diskutiert ob man sich in der Ausbildung als „Pfleger“ oder „Schwester“ vorstellen darf. Meine Lehrer meinten rein Rechtlich gesehen darf man es, aber es macht niemand... Aber ich persönlich finde es „besser“ sich mit Pfleger vorzustellen....

Was sagt ihr dazu, soll ich es machen oder lieber lassen?
 
Schwester drückt zumindest einen Verwandschaftsgrad oder die Zugehörigkeit zu einem Orden aus.
Da ich annehme, dass deine Mitschülerinnen weder das eine noch das andere sind - also was wollen sie damit ausdrücken?
Weil Schwester immer noch als Synonym für Krankenschwester in der Bevölkerung gilt und damit Vorzugaukeln mehr zu sein als man derzeit tatsächlich ist?

Pfleger ist alles und nix. Ein Pfleger könnte auch ein Raumpfleger oder was auch immer sein.

Warum willst du dich als Pfleger und nicht als das was du bist Vorstellen?
Erfinde keine Pseudotitel, die vielleicht besser Klingen.

Stell dich als da vor was du bist und auf deinem Namensschild steht und steh dazu:
Auszubildender in der Krankenpflege
 
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Ich bin im 1. Lehrjahr... und meine Lehrer und meine Klasse haben letztens Diskutiert ob man sich in der Ausbildung als „Pfleger“ oder „Schwester“ vorstellen darf. Meine Lehrer meinten rein Rechtlich gesehen darf man es, aber es macht niemand... Aber ich persönlich finde es „besser“ sich mit Pfleger vorzustellen....
Das finde ich überhaupt nicht gut, auch wenn es nicht direkt verboten ist! (es gibt keinen "Pfleger" und keine "Schwester"; hingegen sind die Titel "Krankenpfleger", "Krankenschwester" oder die moderneren Berufsbezeichnungen "Gesundheits- und Krankenpfleger" bzw. "Gesundheits- und Krankenpflegerin" gesetzlich geschützt, wer sie zu Unrecht führt, macht sich strafbar!).
Begründung:
Wie auch renje schon schrieb:
Pfleger ist alles und nix.
Aber, da die breite Masse der Bevölkerung (und auch z. T. Politik und Medien) das weder wissen noch in der Lage sind, das zu begreifen, wird eben dieser Masse durch nichtssagende Titel wie "Pfleger" eine Beliebigkeit suggeriert - sprich, "Pfleger" ist jeder, der im entsprechenden pflegerischen Setting im weißen Kittel rumrennt. Dadurch wird der Berufsstand abgewertet und wir sind ganz schnell bei "pflegen kann jeder" und "Wozu braucht´s überhaupt eine Ausbildung? Die sollen sich mal nicht so anstellen, nach einer gewissen Zeit in der Pflege kann das eh jeder" (letztere Aussage kommt auch gerne von Pflegehelfern, die sich damit selbst aufwerten wollen).
Daher würde ich das an Deiner Stelle sein lassen, Du schneidest damit Deiner Berufsgruppe und letztlich Dir selber (später als Examiniertem) ins Fleisch.
 
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Bei uns war es üblich, sich mit Schülerin XY oder Schüler XY vorzustellen. Hat zumindest bei den 120 Auszubildenden meines Jahrgangs in den drei Ausbildungsjahren keine Probleme gegeben. Die Patienten wissen damit, dass du in der Ausbildung bist, also höher qualifiziert als Praktikanten, aber eben nicht so wie eine examinierte Pflegekraft.
 
Von den berufspolitischen Aspekten abgesehen, die meine Vorschreiber schon nannten: Ich würde es als glatte Lüge empfinden, würde sich mir jemand als etwas vorstellen, was er nicht ist.
Ein Medizinstudent darf sich nicht als Arzt vorstellen.
Ein Rekrut beim Bund darf sich nicht als Hauptmann vorstellen.
Ein GUK-Schüler darf sich nicht als Pflegekraft (o.ä.) vorstellen.

Bei den Tatsachen bleiben. Ich sehe keinen Grund, wieso man etwas vorgeben sollte, was nicht der Wahrheit entspricht. Und wenn es alle anderen anders machen - machst du es noch anders.
 
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Für mich ist der einzige und relevante Grund die Bezeichnung „Pfleger und Schwester“ nicht zu verwenden, der berufspolitische Grund!

Warum hört ihr (Examinierten) im Alltag nicht endlich mal auf euch so ansprechen zu lassen! Dann hätten sich diese Diskussionen in wenigen Jahren erübrigt!

Wenn er sich als Pfleger vorstellt, täuscht er niemand! Er müsste dann auch jedesmal, wenn er so angesprochen das korrigieren! Er benutzt eine Bezeichnung, die jeder nutzen darf. Dass der- oder diejenige der/die diese Bezeichnung als die einer examinierten Pflegekraft deutet, dafür kann er nichts! Er tut nichts Illegales!
Es ist nicht falsch sich mit Pfleger ansprechen zu lassen. Er darf sich nicht Krankenpfleger oder Gesundheits- und Krankenpfleger nennen, denn diese Bezeichnungen sind geschützt.
Natürlich soll er sich korrekt vorstellen, aber sollten wir Pflegekräfte nicht mal mit vereinten Kräften versuchen die Patienten, Ärzte und die anderen Berufsgruppen dazu bringen uns mit Herr/Frau XY anzusprechen!
 
Ich stelle mich schon seit Jahren mit meinem Namen vor und melde mich ebenso am Telefon.
Bei Pat. ergänze ich oftmals, dass ich als Krankenschwester zuständig bin für sie/ihn, oder als Krankenschwester auf dieser Station arbeite.
Es erleichtert dem Pat. die Zuordnung, weil bei uns auch Ärztinnen, Physios, Praktikanten, Auszubildende... in Kasacks rumlaufen, die gleich oder sehr ähnlich sind.
Für mich wäre die korrekte Vorstellung der Auszubildenden analog dazu. Name, Auszubildender in der (zum) GuK, fertig.
 
Ich stelle mich schon seit Jahren mit meinem Namen vor und melde mich ebenso am Telefon.
Bei Pat. ergänze ich oftmals, dass ich als Krankenschwester zuständig bin für sie/ihn, oder als Krankenschwester auf dieser Station arbeite.
Es erleichtert dem Pat. die Zuordnung, weil bei uns auch Ärztinnen, Physios, Praktikanten, Auszubildende... in Kasacks rumlaufen, die gleich oder sehr ähnlich sind.
Für mich wäre die korrekte Vorstellung der Auszubildenden analog dazu. Name, Auszubildender in der (zum) GuK, fertig.
Habe ich auch bereits seit den 90 zigern gemacht! Die Leute können sich durchaus auch Nachnamen merken!
 
Und manchmal fragen sie nach dem Vornamen, akzeptieren aber (fast) immer problemlos meine Antwort: natürlich habe ich privat auch einen Vornamen.
Übrigens kennen die meisten der immer wiederkehrenden Patienten mich am besten - das ist die mit dem Nachnamen :rofl:
 
@phvlx - Lass es lieber bleiben. Selbst wenn die Bezeichnung "Pfleger" hier für viele ein Graus zu sein scheint, gibt es viele Kollegen welche sich im Alltag der (wohl mutmaßlichen) Einfachheit und Kürze halber mit unter so vorstellen bzw. bezeichnen lassen/bezeichnet werden. Es könnten somit falsche Erwartungen an dich als Pflegeschüler herangetragen werden. Du bist sicherer unterwegs, wenn du dich als das vorstellst, was du bist. z.B. "Hallo, ich bin der Pflegeschüler/Auszubildende/Gesundheits- und Krankenpflegeschüler SoundSo und habe DieoderDas mit ihnen vor" . Gängig ist hier (in meinen Gefilden zumindest) der Vorname, wenn dir aber der Nachname lieber sein sollte, ist das deine legitime Entscheidung - hier erscheint mit nur Kontinuität und die Anpassung des Namenschildes sinnvoll.

Btw., dass du dich hier in deinem Profil in diesem Forum mit der Berufsbezeichnung des Gesundheits- & Krankenpflegers schmückst und du dich noch in Ausbildung befindest, ist nicht als ganz unkritisch zu sehen. Da gehört, weil du eh grad Ähnliches fragst, noch ein -schüler dahinter (§1 KrPflG). ;)
 
Selbst wenn die Bezeichnung "Pfleger" hier für viele ein Graus zu sein scheint, gibt es viele Kollegen welche sich im Alltag der (wohl mutmaßlichen) Einfachheit und Kürze halber mit unter so vorstellen bzw. bezeichnen lassen/bezeichnet werden. (...) Gängig ist hier (in meinen Gefilden zumindest) der Vorname
:up:
Hab ich im Prinzip ganz genauso gehandhabt; ich war immer Pfleger Martin.
Btw., dass du dich hier in deinem Profil in diesem Forum mit der Berufsbezeichnung des Gesundheits- & Krankenpflegers schmückst und du dich noch in Ausbildung befindest, ist nicht als ganz unkritisch zu sehen. Da gehört, weil du eh grad Ähnliches fragst, noch ein -schüler dahinter (§1 KrPflG). ;)
:evil: Das würde ich allerdings in der Tat schleunigst ändern...!
 
Hallo, als Schüler würde ich mich nicht als Pfleger vorstellen,sondern als Pflegeschüler. Das stellt klar, dass du noch keine Fachkraft bist. Bei uns müssen sich die Schüler als Pflegeschüler vorstellen und genauso auch am Telefon melden. Ich stelle mich immer mit meinem Nachnamen und meiner Berufsbezeichnung,Krankenschwester, vor. Wenn ein Patiente mich mit "Schwester" ruft, dann reagiere ich natürlich auch. Die meisten Patienten sprechen mich mit meinem Nachnamen an.
 
Mein Nachname ist genauso geheim wie der des Patienten oder der Verkäuferin/Bankangestellter/Büchereimitarbeiter/Politesse/Polizist/Bürgermeister/Kanzlerin/Bundespräsident etc. :-)

Das sei dein gutes Recht. :-) Ich habe Stalking durch einen Patienten aus erster Hand erlebt und kann darauf verzichten, dass mir nochmal jemand Anhängliches hinterherspioniert. Einer befreundeten Ärztin ging es ähnlich. Auch sie verzichtet, wie ich, auf Nennung des Nachnamens und Tragen des Namensschildes. Meine Kollegen wissen das und geben auf Nachfrage meinen Nachnamen nicht heraus. Bisher gab es keine Probleme damit.
 
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Ich habe Stalking durch einen Patienten aus erster Hand erlebt und kann darauf verzichten, dass mir nochmal jemand Anhängliches hinterherspioniert. Einer befreundeten Ärztin ging es ähnlich.
und das wäre nicht geschehen, wenn du dich NICHT mit Nachnamen vorgestellt hättest, das war die einzige Ursache, das der Stalker stalken konnte?

Ein echter Stalker findet immer Möglichkeiten, ob du dich jetzt explizit persönlich mit Nachnamen vorstellst oder nicht.
 
Hat ein Patient nicht sogar "das Recht" namentlich zu wissen wer ihn behandelt/pflegt?
 
Na ja - das Recht - du hast es ja selbst in Anführungszeichen gesetzt, natürlich nicht.
Ich denke es Gebietet die Höflichkeit und die geltenden sozialen Umgangsformen in unserer Gesellschaft, dass ich mich vorstelle bevor ich,
irgendwo am Körper des Pat. manipuliere.

Da ich mich nicht mehr mit Schwester, "Bruder" oder Pfleger mit Vornamen vorstelle, da sind wir uns wohl weitgehendst einig, bleibt ja nur noch der Nachname.
 
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Keine Ahnung, renje, auf welchem Wege sich Stalker ihre Opfer suchen. Er kannte meinen Vor- und Zunamen, das hat wohl gereicht. Mir in doppelter Hinsicht.
Soll aber nicht hier Thema sein. Ich stelle mich mit Vornamen vor - ohne "Schwester" oder irgendeine andere Berufsbezeichnung - das reicht. Selbst die dementen Leutchen können sich das oft erstaunlich gut merken und rufen meinen Namen, nicht "Schwester".
 
Keine Ahnung, renje, auf welchem Wege sich Stalker ihre Opfer suchen. Er kannte meinen Vor- und Zunamen, das hat wohl gereicht. Mir in doppelter Hinsicht.
Soll aber nicht hier Thema sein. Ich stelle mich mit Vornamen vor - ohne "Schwester" oder irgendeine andere Berufsbezeichnung - das reicht.

Ehrlich gesagt finde ich nicht, dass der Vorname reicht. Für dich persönlich vielleicht, aber die Patienten usw. haben schon das Recht zu wissen mit wem sie es zutun haben. In der Pflegedoku muss deine z. B. Dokumentation klar zuzuordnen sein, da reicht der Vorname auch nicht. Und die Dokumentation darf der Patient einsehen.
Ich habe bereits in mehreren Häusern erlebt, dass der AG das Tragen der vorgegeben Namensschilder mit Berufsbezeichnung verpflichtet hat. Das Abkleben des Nachnamens wurde ausdrücklich untersagt und auch durchgesetzt.
Ich finde es richtig!
Man kann Stalking nicht verhindern, diese Leute werden auch ohne deinen Nachnamen zu kennen, Möglichkeiten finden dich zu belästigen.
Ich war letztens selbst Patient im KH und hätte es extrem befremdlich gefunden eine mir fremde Pflegekraft nur mit Vornamen anzusprechen.

Und mit Schwester xy spreche ich auch keinen an. Ich habe die Damen und Herren Pflegekräfte, wenn nötig mit Fr/Hr. Xy angesprochen. Und häufig reicht ja auch ein einfaches „Sie“ ohne Namensnennung!
 

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