- Registriert
- 12.01.2011
- Beiträge
- 34
- Beruf
- Gesundheits- und Krankenpflegeschülerin ab 01.10.11
Hallöchen!
Ich wollte mich hier mal erkundigen, wie ihr euch verhalten würdet, da ich denke, dass hier einige sind, die so etwas ähnliches auch schon mal erlebt haben, sei es privat oder mit Patienten.
Es geht um meine Großmutter. Sie ist 77 Jahre alt, lebt allein mit meinem Opa, der fast blind ist, aber noch sehr gut klarkommt.
Er geht jeden Tag mehrere Kilometer spazieren und erledigt auch die Einkäufe und ist recht fit.
Meine Oma allerdings hat immer weniger Lust, ihn zu begleiten. Sie bleibt oft zu Hause, hat aber ansonsten kaum etwas, um sich die Zeit zu vertreiben. Sie kommt außerdem wenig unter Leute, weil sie sich eben immer mehr zurückzieht.
Sie wurde vor ein paar Tagen ins Krankenhaus eingewiesen, weil sie in den letzten zwei Jahren 16 Kilo Körpergewicht verloren hat und sich ziemlich verückt gemacht hat, was die Ursache davon angeht.
Eine pathologische Ursache wurde ausgeschlossen, sie wurde wirklich von Kopf bis Fuß untersucht. Da sie seit Jahrzehnten stark raucht und zwei Veränderungen in ihrer Lunge festgestellt worden sind, wird sie nun ab nächste Woche Dienstag stationär in einem Pneumologie-Zentrum aufgenommen. Die behandelnde Ärztin geht allerdings davon aus, dass es sich um etwas Harmloses handelt.
Ansonsten altersgemäßer Gesamteindruck, Muskeln atrophiert, da sie eben nur noch Zuhause hockt.
Wie gesagt, der Gewichtsverlust konnte so nicht geklärt werden. Meine Mutter und ich haben allerdings den Eindruck, dass sie sehr wenig isst und sich "krank hungert", um Aufmerksamkeit zu bekommen. Mein Opa steht dem ziemlich machtlos gegenüber. Wenn sie woanders isst, beispielsweise morgens Frühstücken in der Stadt oder ein schönes Abendessen mit meiner Mutter und mir, nimmt sie wesentlich mehr zu sich.
Während ihres Kh-Aufenthaltes (sie wurde heute entlassen) haben meine Mutter und ich sie alle zwei, drei Tage besucht und natürlich auch meinen Opa mitgenommen. Dabei ging es Oma dann wesentlich besser, sie wirkte optimistischer. Nun ist sie wieder Zuhause und macht gleich wieder den Eindruck, als ob es ihr schlechter ginge und lässt sich regelrecht hängen.
Meine Tante, also ihre andere Tochter, hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr. Da zunächst der Verdacht auf Darmkrebs im Raum stand, haben die beiden wieder Kontakt miteinander aufgenommen und wollen das nun auch wieder langsam steigern.
Jedenfalls hat meine Oma nun von der Ärztin die Anweisung bekommen, ordentlich zu essen und sich mehr zu bewegen, dann würde es ihr bald besser gehen.
Wir befürchten aber, dass sie sich bald wieder hängen lässt und wieder sagt, sie habe Bauchschmerzen und es gehe ihr nicht gut und dann geht das Ganze von vorne los.
Sie wohnt einige Kilometer von uns weg und wir können sie nicht jede Woche besuchen. Noch bekommt sie den Haushalt alleine geregelt, außerdem hat sie auch nette Nachbarn, die sie auch mal irgendwohin fahren, wenn es denn nötig ist.
Sie führen also ein ziemlich autonomes Leben. Ich bin das einzige Enkelkind, was öfter mal zu Besuch kommt, was in der nicht ganz einfachen Familiengeschichte begründet liegt.
Jedenfalls ist auch meine Mutter mit der Situation überfordert, da sie von drei Schwestern derzeit die einzige ist, die sich um Oma und Opa kümmert, wenn es erforderlich ist. Außerdem ist meine Mutter trockene Alkoholikerin und hat auch große finanzielle Sorgen, die sie belasten. Sie hat Angst, sich durch diesen ganzen Stress mit Oma zu gefährden, was ich vollkommen nachvollziehen kann.
Ich wüsste gerne, was ihr dazu meint
Muss man versuchen, Oma mehr Aufmerksamkeit zu geben oder bekräftigt man dadurch ihr Verhalten, "belohnt" sie noch für die vermutlich psychosomatischen Bauchschmerzen und ähmliches? Einfach ignorieren geht ja nun mal auch nicht.
Ich kümmere mich gerne um Oma, hab aber leider immer nur die Möglichkeit, sie zu besuchen, wenn meine Mutter das auch tut, weil weder Bus noch Bahn zu Oma und Opa fahren und ich kein Auto habe. Ich möchte ihr allerdings auch nicht vorgreifen und irgendetwas wegnehmen. Nächste Woche werden meine Mutter und ich die Wohnung mal gründlich sauber machen, da doch einiges liegen geblieben ist und Oma zu schlapp war, um richtig zu putzen.
Alles abnehmen können und wollen wir ihr aber nicht.
Sie soll jetzt einen Rollator bekommen, um wieder mehr Laufen zu können, da sie doch recht schwach auf den Beinen ist (was laut Ärztin nur auf die Unterernährung zurückzuführen ist). Sie will nun jeden Tag mit Opa frühstücken und einkaufen gehen, aber wir haben die Befürchtung, dass sie diese Motivation schnell wieder verliert.
Hat jemand eine Idee, wie man sich da verhalten sollte?
Wäre wirklich sehr dankbar über jeden Ratschlag, Denkanstoss, usw.!!!
Ich wollte mich hier mal erkundigen, wie ihr euch verhalten würdet, da ich denke, dass hier einige sind, die so etwas ähnliches auch schon mal erlebt haben, sei es privat oder mit Patienten.
Es geht um meine Großmutter. Sie ist 77 Jahre alt, lebt allein mit meinem Opa, der fast blind ist, aber noch sehr gut klarkommt.
Er geht jeden Tag mehrere Kilometer spazieren und erledigt auch die Einkäufe und ist recht fit.
Meine Oma allerdings hat immer weniger Lust, ihn zu begleiten. Sie bleibt oft zu Hause, hat aber ansonsten kaum etwas, um sich die Zeit zu vertreiben. Sie kommt außerdem wenig unter Leute, weil sie sich eben immer mehr zurückzieht.
Sie wurde vor ein paar Tagen ins Krankenhaus eingewiesen, weil sie in den letzten zwei Jahren 16 Kilo Körpergewicht verloren hat und sich ziemlich verückt gemacht hat, was die Ursache davon angeht.
Eine pathologische Ursache wurde ausgeschlossen, sie wurde wirklich von Kopf bis Fuß untersucht. Da sie seit Jahrzehnten stark raucht und zwei Veränderungen in ihrer Lunge festgestellt worden sind, wird sie nun ab nächste Woche Dienstag stationär in einem Pneumologie-Zentrum aufgenommen. Die behandelnde Ärztin geht allerdings davon aus, dass es sich um etwas Harmloses handelt.
Ansonsten altersgemäßer Gesamteindruck, Muskeln atrophiert, da sie eben nur noch Zuhause hockt.
Wie gesagt, der Gewichtsverlust konnte so nicht geklärt werden. Meine Mutter und ich haben allerdings den Eindruck, dass sie sehr wenig isst und sich "krank hungert", um Aufmerksamkeit zu bekommen. Mein Opa steht dem ziemlich machtlos gegenüber. Wenn sie woanders isst, beispielsweise morgens Frühstücken in der Stadt oder ein schönes Abendessen mit meiner Mutter und mir, nimmt sie wesentlich mehr zu sich.
Während ihres Kh-Aufenthaltes (sie wurde heute entlassen) haben meine Mutter und ich sie alle zwei, drei Tage besucht und natürlich auch meinen Opa mitgenommen. Dabei ging es Oma dann wesentlich besser, sie wirkte optimistischer. Nun ist sie wieder Zuhause und macht gleich wieder den Eindruck, als ob es ihr schlechter ginge und lässt sich regelrecht hängen.
Meine Tante, also ihre andere Tochter, hatte seit Jahren keinen Kontakt mehr zu ihr. Da zunächst der Verdacht auf Darmkrebs im Raum stand, haben die beiden wieder Kontakt miteinander aufgenommen und wollen das nun auch wieder langsam steigern.
Jedenfalls hat meine Oma nun von der Ärztin die Anweisung bekommen, ordentlich zu essen und sich mehr zu bewegen, dann würde es ihr bald besser gehen.
Wir befürchten aber, dass sie sich bald wieder hängen lässt und wieder sagt, sie habe Bauchschmerzen und es gehe ihr nicht gut und dann geht das Ganze von vorne los.
Sie wohnt einige Kilometer von uns weg und wir können sie nicht jede Woche besuchen. Noch bekommt sie den Haushalt alleine geregelt, außerdem hat sie auch nette Nachbarn, die sie auch mal irgendwohin fahren, wenn es denn nötig ist.
Sie führen also ein ziemlich autonomes Leben. Ich bin das einzige Enkelkind, was öfter mal zu Besuch kommt, was in der nicht ganz einfachen Familiengeschichte begründet liegt.
Jedenfalls ist auch meine Mutter mit der Situation überfordert, da sie von drei Schwestern derzeit die einzige ist, die sich um Oma und Opa kümmert, wenn es erforderlich ist. Außerdem ist meine Mutter trockene Alkoholikerin und hat auch große finanzielle Sorgen, die sie belasten. Sie hat Angst, sich durch diesen ganzen Stress mit Oma zu gefährden, was ich vollkommen nachvollziehen kann.
Ich wüsste gerne, was ihr dazu meint
Muss man versuchen, Oma mehr Aufmerksamkeit zu geben oder bekräftigt man dadurch ihr Verhalten, "belohnt" sie noch für die vermutlich psychosomatischen Bauchschmerzen und ähmliches? Einfach ignorieren geht ja nun mal auch nicht.
Ich kümmere mich gerne um Oma, hab aber leider immer nur die Möglichkeit, sie zu besuchen, wenn meine Mutter das auch tut, weil weder Bus noch Bahn zu Oma und Opa fahren und ich kein Auto habe. Ich möchte ihr allerdings auch nicht vorgreifen und irgendetwas wegnehmen. Nächste Woche werden meine Mutter und ich die Wohnung mal gründlich sauber machen, da doch einiges liegen geblieben ist und Oma zu schlapp war, um richtig zu putzen.
Alles abnehmen können und wollen wir ihr aber nicht.
Sie soll jetzt einen Rollator bekommen, um wieder mehr Laufen zu können, da sie doch recht schwach auf den Beinen ist (was laut Ärztin nur auf die Unterernährung zurückzuführen ist). Sie will nun jeden Tag mit Opa frühstücken und einkaufen gehen, aber wir haben die Befürchtung, dass sie diese Motivation schnell wieder verliert.
Hat jemand eine Idee, wie man sich da verhalten sollte?
Wäre wirklich sehr dankbar über jeden Ratschlag, Denkanstoss, usw.!!!
