Praktische Prüfung verhauen - PANIK PANIK PANIK!

saabrinaaa

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Hallo ihr Lieben!
Am Donnerstag hatte ich meine praktische Prüfung und diese war ein totaler Reinfall.
Also es fing eigentlich damit an, dass ich vor dem Erstellen der Ablauf- und Pflegeplanung einen kleinen Rundgang machen wollte, wo ich die Pat über den Tagesablauf und über evtl. Nüchternheit informieren und sie nach Beschwerden fragen wollte. Angesetzt waren dafür ca. 10-15 Minuten. Einer der Pat gab dann aber sehr starke Schmerzen an, hatte aber nichts im Bedarf - ich natürlich direkt zur Ärztin und die hat auch sofort was angeordnet. Habe dem Pat dann gesagt, dass er dann die Novalgintropfen nehmen kann & sich bitte melden soll, wenn er innerhalb der nächsten 30 Minuten keine Besserung spürt. Daraufhin äußerte er, dass er wohl schon länger unter Schmerzen leidet (dies teilte er dem PP trotz Erfragen nach Andauern der Schmerzen auch schon in den Tagen vor der Prüfung nicht mit). Da er also nach eigenen Angaben chronische Schmerzen hatte, bin ich nochmal zur Ärztin und dann hat er Novalgin auf Schiene verordnet bekommen - leider stand in der Anordnung nicht, wie oft er das am Tag erhalten soll, also nochmal Rücksprache. Das ganze hin und her verzögerte natürlich den ganzen Rest. Ich habe dann das Wiegen und das Anhängen einer Antibiose delegiert, da 2 Pat Diuretika bei Kardialer Dekompensation erhielten und das Gewicht für die Visite, die schon um 07:30 war, wichtig ist. Die Vitalwerte wollte ich in einem zweiten Rundgang nach dem Erstellen der Planungen messen - für die Ärzte war das so auch in Ordnung und die Prüflinge vor mir haben das exakt genauso gemacht. Mitten in meiner Planung kam dann die Stationsleitung ins Zimmer gestürmt und motzte mich an, weil noch keine Vitalwerte nachgemessen waren. Ich hab versucht ihr das zu schildern aber es nützte alles nichts - also musste ich auch das abdelegieren.
Habe mir dann direkt nach der Planung Infos aus der Visite eingeholt, die Stationsärztin hat mir eine Übergabe gemacht. Habe ihr dann noch mitgeteilt, dass bei einem Pat sowohl Lasix als auch Torem abgesetzt ist, obwohl dieser weiter einlagerte - dies hat sie dann auch geändert.
Danach hab ich mich dann der OP-Vorbereitung (1x LAA-Verschluss und 1x HSM-Aggregatswechsel) gewidmet, diese nach Standard durchgeführt und die Kurve auf Vollständigkeit geprüft. Da passierte mir auch der große Fehler: beide OP-Pat lagen auf einem Zimmer, der eine sollte prämediziert werden und der andere nicht. Ich habe die richtige Medikation gestellt und auch den richtigen Namen im Kopf gehabt, durch die Nervosität aber den falschen draufgeschrieben. Dabei hab ich im gleichen Moment noch über die 6R-Regel gesprochen - wie dumm bin ich eigentlich?! Die Medikation hab ich natürlich noch nicht verabreicht, weil wir noch keinen Anruf vom OP bekommen haben. Bin dann nochmal zu meinem ersten Patienten, um nochmal nach Veränderungen der Schmerzintensität zu fragen. Dieser saß aber schlafend auf dem Stuhl und machte einen instabilen Eindruck - erstmal VZ gemessen, war alles normwertig. Die Schmerzen waren auch besser. Hab ihn dann gebeten sich ins Bett zu legen und eine Beratungssituation gemacht zur Sturzprophylaxe und zur Hautpflege (er hatte durch Ödeme sehr trockene gespannte Haut, hab dann die Beine eingecremt und ihm geraten, dies 2x tgl durchzuführen sowie auf raue Kleidung und aufs Barfuß laufen zu verzichten -> Läsionsgefahr).
In der Zwischenzeit ging mir die Prämedikation durch den Kopf und ich wusste, dass ich den falschen Namen draufgeschrieben habe...
als ich dann im Medikamentenzimmer war, war der Name schon durchgestrichen. Ich habe sofort gesagt, dass die Beschriftung falsch war, nochmal im Anästhesieprotokoll nachgeschaut und es letztendlich dem richtigen Pat verabreicht.
Nachdem dann der richtige Pat die Prämed erhalten hat, habe ich die Visite und Anordnungen ausgearbeitet und Medikamente nach der 6R-Regel gestellt. Dazu konnte ich auch alle Fragen beantworten bzw. habe von selbst viel dazu erzählt. Danach konnte ich eine iv-Antibiose vorbereiten und anhängen für die HSM-OP, da der Pat abgerufen wurde.
Zum Schluss habe ich einen abschließenden Pflegebericht zu jedem geschrieben (Auffälligkeiten hab ich natürlich vorher zeitnah dokumentiert), der Stationsleitung die Übergabe gemacht und mit der Reflexion angefangen. Dort habe ich die Fehler auch dargestellt und geäußert, dass es sehr chaotisch war. Außerdem hab ich sehr viel delegiert.
Ich habe mit Standards, Regeln und Modellen meine Handlungen begründet und als abschließende Sätze gesagt bekommen: „Das sage ich grundsätzlich zu jedem: entspannen Sie sich heute, trinken Sie ein Gläschen Sekt und lernen Sie bitte erst ab morgen weiter für die schriftlichen und mündlichen Prüfungen.“
Gut gelaufen ist meiner Meinung nach Hygiene, Kommunikation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Prüfung der Delegationsfähigkeit. Ansonsten war das alles der pure Horror, ich hab mich selbst nicht erkannt....

Sorry, das ist verdammt lang geworden aber ich hab versucht, die wesentlichen Sachen klar darzustellen.
Ich weiß, dass mir hier keiner für irgendwas eine Garantie geben kann, aber ich möchte gerne verschiedene Meinungen hören.
 
G

Gelöschter User 50029

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Mach mal kurz und knapp, dann liest es vllt. auch jemand...
 

-Claudia-

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Da haben sich die Patienten halt nicht so verhalten wie geplant. Aber Du hast doch gut reagiert: Infos eingeholt, Bedarfsmedikation verabreicht und delegiert. Es war chaotisch, aber das ist der Pflegealltag nun mal, kommt nicht so selten vor. Sich auf Veränderungen einstellen zu können ist besser, als stur nach Schema F zu arbeiten.

Mit Ausnahme der verwechselten Patientennamen sehe ich jetzt keine Fehler. Nimm Dir den Satz Deiner Prüferin zu Herzen (statt Sekt geht auch Bier oder ein Eisbecher oder was auch immer). Du hast den praktischen Teil rum, Du kannst nichts mehr daran ändern - also durchschnaufen und dann weitermachen.
 

saabrinaaa

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Da haben sich die Patienten halt nicht so verhalten wie geplant. Aber Du hast doch gut reagiert: Infos eingeholt, Bedarfsmedikation verabreicht und delegiert. Es war chaotisch, aber das ist der Pflegealltag nun mal, kommt nicht so selten vor. Sich auf Veränderungen einstellen zu können ist besser, als stur nach Schema F zu arbeiten.

Mit Ausnahme der verwechselten Patientennamen sehe ich jetzt keine Fehler. Nimm Dir den Satz Deiner Prüferin zu Herzen (statt Sekt geht auch Bier oder ein Eisbecher oder was auch immer). Du hast den praktischen Teil rum, Du kannst nichts mehr daran ändern - also durchschnaufen und dann weitermachen.

Dankeschön für deine Antwort! Ich hoffe, dass meine restliche Leistung ausreichend war und werd versuchen mich nicht zu sehr davon beeinflussen zu lassen... die schriftlichen und mündlichen Prüfungen kommen schließlich noch. :D
 

saabrinaaa

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Am Donnerstag hatte ich meine praktische Prüfung und diese war ein totaler Reinfall.
Also es fing eigentlich damit an, dass ich vor dem Erstellen der Ablauf- und Pflegeplanung einen kleinen Rundgang machen wollte, wo ich die Pat über den Tagesablauf und über evtl. Nüchternheit informieren und sie nach Beschwerden fragen wollte. Angesetzt waren dafür ca. 10-15 Minuten. Einer der Pat gab dann aber sehr starke Schmerzen an, hatte aber nichts im Bedarf - ich natürlich direkt zur Ärztin und die hat auch sofort was angeordnet. Habe dem Pat dann gesagt, dass er dann die Novalgintropfen nehmen kann & sich bitte melden soll, wenn er innerhalb der nächsten 30 Minuten keine Besserung spürt. Daraufhin äußerte er, dass er wohl schon länger unter Schmerzen leidet (dies teilte er dem PP trotz Erfragen nach Andauern der Schmerzen auch schon in den Tagen vor der Prüfung nicht mit). Da er also nach eigenen Angaben chronische Schmerzen hatte, bin ich nochmal zur Ärztin und dann hat er Novalgin auf Schiene verordnet bekommen - leider stand in der Anordnung nicht, wie oft er das am Tag erhalten soll, also nochmal Rücksprache. Das ganze hin und her verzögerte natürlich den ganzen Rest. Ich habe dann das Wiegen und das Anhängen einer Antibiose delegiert, da 2 Pat Diuretika bei Kardialer Dekompensation erhielten und das Gewicht für die Visite, die schon um 07:30 war, wichtig ist. Die Vitalwerte wollte ich in einem zweiten Rundgang nach dem Erstellen der Planungen messen - für die Ärzte war das so auch in Ordnung und die Prüflinge vor mir haben das exakt genauso gemacht. Mitten in meiner Planung kam dann die Stationsleitung ins Zimmer gestürmt und motzte mich an, weil noch keine Vitalwerte nachgemessen waren. Ich hab versucht ihr das zu schildern aber es nützte alles nichts - also musste ich auch das abdelegieren.
Habe mir dann direkt nach der Planung Infos aus der Visite eingeholt, die Stationsärztin hat mir eine Übergabe gemacht. Habe ihr dann noch mitgeteilt, dass bei einem Pat sowohl Lasix als auch Torem abgesetzt ist, obwohl dieser weiter einlagerte - dies hat sie dann auch geändert.
Danach hab ich mich dann der OP-Vorbereitung (1x LAA-Verschluss und 1x HSM-Aggregatswechsel) gewidmet, diese nach Standard durchgeführt und die Kurve auf Vollständigkeit geprüft. Da passierte mir auch der große Fehler: beide OP-Pat lagen auf einem Zimmer, der eine sollte prämediziert werden und der andere nicht. Ich habe die richtige Medikation gestellt und auch den richtigen Namen im Kopf gehabt, durch die Nervosität aber den falschen draufgeschrieben. Dabei hab ich im gleichen Moment noch über die 6R-Regel gesprochen - wie dumm bin ich eigentlich?! Die Medikation hab ich natürlich noch nicht verabreicht, weil wir noch keinen Anruf vom OP bekommen haben. Bin dann nochmal zu meinem ersten Patienten, um nochmal nach Veränderungen der Schmerzintensität zu fragen. Dieser saß aber schlafend auf dem Stuhl und machte einen instabilen Eindruck - erstmal VZ gemessen, war alles normwertig. Die Schmerzen waren auch besser. Hab ihn dann gebeten sich ins Bett zu legen und eine Beratungssituation gemacht zur Sturzprophylaxe und zur Hautpflege (er hatte durch Ödeme sehr trockene gespannte Haut, hab dann die Beine eingecremt und ihm geraten, dies 2x tgl durchzuführen sowie auf raue Kleidung und aufs Barfuß laufen zu verzichten -> Läsionsgefahr).
In der Zwischenzeit ging mir die Prämedikation durch den Kopf und ich wusste, dass ich den falschen Namen draufgeschrieben habe...
als ich dann im Medikamentenzimmer war, war der Name schon durchgestrichen. Ich habe sofort gesagt, dass die Beschriftung falsch war, nochmal im Anästhesieprotokoll nachgeschaut und es letztendlich dem richtigen Pat verabreicht.
Nachdem dann der richtige Pat die Prämed erhalten hat, habe ich die Visite und Anordnungen ausgearbeitet und Medikamente nach der 6R-Regel gestellt. Dazu konnte ich auch alle Fragen beantworten bzw. habe von selbst viel dazu erzählt. Danach konnte ich eine iv-Antibiose vorbereiten und anhängen für die HSM-OP, da der Pat abgerufen wurde.
Zum Schluss habe ich einen abschließenden Pflegebericht zu jedem geschrieben (Auffälligkeiten hab ich natürlich vorher zeitnah dokumentiert), der Stationsleitung die Übergabe gemacht und mit der Reflexion angefangen. Dort habe ich die Fehler auch dargestellt und geäußert, dass es sehr chaotisch war. Außerdem hab ich sehr viel delegiert.
Ich habe mit Standards, Regeln und Modellen meine Handlungen begründet und als abschließende Sätze gesagt bekommen: „Das sage ich grundsätzlich zu jedem: entspannen Sie sich heute, trinken Sie ein Gläschen Sekt und lernen Sie bitte erst ab morgen weiter für die schriftlichen und mündlichen Prüfungen.“
Gut gelaufen ist meiner Meinung nach Hygiene, Kommunikation, interdisziplinäre Zusammenarbeit und Prüfung der Delegationsfähigkeit. Ansonsten war das alles der pure Horror, ich hab mich selbst nicht erkannt....

Sorry, das ist verdammt lang geworden aber ich hab versucht, die wesentlichen Sachen klar darzustellen.
Ich weiß, dass mir hier keiner für irgendwas eine Garantie geben kann, aber ich möchte gerne verschiedene Meinungen hören.

Kurz und knapp:
Schlecht gelaufen:
-Prämedikation mit falschem Namen gerichtet (reflektiert), richtiger Pat hat’s erhalten
-Zeitmanagement/Struktur (reflektiert)
-viel delegiert (reflektiert)
Gut gelaufen:
-Hygiene
-Op-Vorbereitung nach Standard + Antibiotikaprophylaxe
-Schmerzmanagement/Reaktion auf Schmerzäußerungen
-Medikamente stellen
-Kommunikation mit Patienten und interdisziplinär
-Kontrolle, ob Maßnahme delegierbar ist und ob die Person sie durchführen kann und darf
 

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