Pflegepädagogik oder Management?

Pflegeflucht

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Hallo,

dieses Thema gabs vielleicht schon paar mal, aber ich hätte da mal ein Anliegen:

Ich bin 21, Altenpflegeazubi und möchte gern nach Abschluss ein Pflegestudium beginnen, es gibt ja grob Wissenschaft, Management und Pädagogik.

Ich kann mir gut vorstellen eine Leitungsposition mal zu übernehmen, gleichzeitig aber auch Lehrkraft zu sein an der Pflegeschule...was mich auch interessiert wäre eine Beratungsfunktion bei Pflegeproblemen, etwas mit Pflegerecht, Unterstützen von Angehörigen von Bewohnern in miserablen Einrichtungen.
Mir macht es Spaß, mich mit dem Stoff auseinanderzusetzen und lese gern medizinische Fachbücher. Mein Abischnitt ist fürs Medizinstudium leider zu schlecht.

Ein verkürztes duales Studium zum Pflegefachmann könnte ich mir auch vorstellen, um evtl Problemen mit dem Altenpflegeabschluss entgegenzuwirken.

Kann man mit dem Bachelor Pflegepädagogik jetzt richtig Vollzeit-Lehrkraft sein oder ist man, wenn überhaupt, Honorardozent aufgrund fehlendem Masters? Wäre es dann besser, den Pflegemanagement-Bachelor zu machen und dann den Pädagogik Master? Mit dem Management Bachelor könnte ich doch beruflich noch mehr machen, falls es mit dem Master doch nichts wird...mal so theoretisch gesagt.


An meiner Schule (Hessen) arbeiten fest angestellt in Vollzeit nur Master-Pflegepädagogen, die alle einen Pflegemanagement-Bachelor zuvor gemacht haben und Lehrer mit einer "Lehrkraft für Pflegeberufe"-Weiterbildung.


In meiner Umgebung werden leider keine Pflegepädagogik Bachelor/Master angeboten, da müsste ich mind. 150km wegziehen. Was es so gibt wären auf Bachelor:
- Pflege B.Sc + Pflegefachmann dual (bei mir dann verkürzter allgemeiner Bachelor Pflege)
- Pflegemanagement
- Gesundheitsmanagement

Vielleicht habt ihr Ideen für mich :-)

Danke!!
 

Trashman

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Hallo,

kurzer Erfahrungsbericht von mir.
Ich bin gelernter Altenpfleger (Ausbildung von 2006 bis 2009) und studierter Pflegepaedagoge (B.A.) (Studium von 2010 bis 2013 an der HS Ludwigshafen)

Ich habe von 2014 bis 2019 als Vollzeitlehrkraft an einer Pflegeschule gearbeitet und bin jetzt an der Uniklinik Heidelberg in einem Internat fuer koerperbehinderte Jugendliche taetig.

Du siehst also, mit einem Altenpflegeabschluss entstehen keine Probleme... wieso sollten Sie auch?
Und weiter ist es nicht so wichtig was du studiert hast, vielmehr ist wichtig das Du irgendwas studiert hast... wenn du dich danach doch noch in eine andere Richtung entwickeln moechtest gibt es viele Moeglichkeiten ueber einen Quereinstieg und Weiterbildungen da rein zu kommen.
 
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-Claudia-

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Du siehst also, mit einem Altenpflegeabschluss entstehen keine Probleme... wieso sollten Sie auch?
Weil DKG, Kostenträger etc. in einigen Bereichen immer noch die Krankenpflege und Kinderkrankenpflege anders als die Altenpflege gewichten. Ein Altenpfleger darf z.B. im Krankenhaus arbeiten, aber er darf nicht als Praxisanleiter für GuKP-Schüler tätig werden. Ich weiß von einer erfahrenen Altenpflegerin mit Berufs- und Leitungserfahrung sowie der Palliative Care Weiterbildung, die nochmal die Schulbank drückte und das GuKP-Examen nachholte, um ein Hospiz leiten zu dürfen. Und im Ausland weiß kein Mensch was mit dem deutschen Sonderweg der Altenpflegeausbildung anzufangen. Es können also etliche Probleme mit dem Altenpflegeabschluss entstehen, auch wenn dies nicht gerechtfertigt ist.

Und weiter ist es nicht so wichtig was du studiert hast, vielmehr ist wichtig das Du irgendwas studiert hast... wenn du dich danach doch noch in eine andere Richtung entwickeln moechtest gibt es viele Moeglichkeiten ueber einen Quereinstieg und Weiterbildungen da rein zu kommen.
Natürlich gibt es etliche nicht-konsekutive Masterstudiengänge und teilweise auch die Möglichkeit, dass Module aus "fremden" Studiengängen anerkannt werden. Gerade in Sachen Pflegepädagogik ist es sehr wohl wichtig, was jemand studiert und welchen Abschluss er vorweisen kann, wie mehrere Diskussionen hier im Forum belegen.
 

Martin H.

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@Pflegeflucht
Um Dir die Entscheidung leichter zu machen:
Was liegt Dir mehr, hast Du schon Erfahrungen?
Arbeitest Du gerne mit Schülern, könntest Du Dir vorstellen, Praxisanleiter zu machen? Dann ginge es eher in Richtung Pflegepädagogik.
Hast Du schon irgendwelche Leitungserfahrung, kannst gut organisieren ö. ä.? Dann wäre Pflegemanagement eher was.
Du sprichst von Beratung; dies ist eindeutig Inhalt von Pflegepädagogik.

Du bist ja mit 21 noch jung; und da man normalerweise vor Studienbeginn ein bis zwei Jahre Berufserfahrung haben sollte, würde es sich anbieten, daß Du ausprobierst, was Dir eher liegt - lehren oder leiten.

Noch kurz zum Bachelor, da geht der Trend bei den Lehrkräften eindeutig Richtung Master (ab 2020 neues Pflegeberufegesetz).
Bei den Pflegedienstleitungen kommt’s wohl drauf an, im ambulanten Bereich sowie Pflegeheim reicht noch die Weiterbildung PDL, im Klinikbereich kommt man ohne Studium kaum noch rein - ob hier der Bachelor langt, weiß ich nicht.
 

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