Ausbildung zum Lehrer für Pflegeberufe oder Studium der Pflegepädagogik?

Dieses Thema im Forum "Studium Pflegepädagogik" wurde erstellt von Ute, 27.02.2002.

  1. Ute

    Ute Poweruser

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    Hi Gerry,

    ist eine Ausbildung zum Lehrer/in für Pflegeberufe besser als das Studium Pflegepädagogik ?

    Wie lange dauert die Ausbildung zum Lehrer/in für Pflegeberufe ?
    Wie lange dauert das Studium ?
     
  2. Gerry Raßmann

    Gerry Raßmann Senior-Mitglied

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    Ich würde in Zukunft ein studium empfehlen, aber nur aus berufspolizischen Gründen. Inhaltlich differieren die meisten Weiterbildungen wenig von den Studiengängen. Kommt natürlich immer drauf an, wo Du eingeschrieben bist.
    Eine Weiterbildung dauert idR. 2 Jahre vollzeit (deswegen fast immer nur für Millionäre oder Kaputtgeschriebene finanzierbar). Es gibt berufsbegleitende Lehrgänge, die dann entsprechend länger dauern (idR. 4 Jahre. Diese kannst Du dann mit einem Teilzeitjob kombinieren.
    Der lehrgang ist nur anerkannt, wenn Du 2000 Stunden Unterricht nachweisen kannst und eine Abschlussprüfung gelaufen ist. Du kannst dich dann LehrerIn für Pflegeberufe nennen.

    Ein Studium dauert in den meisten Fällen 8 Semester berufsbegleitend. Dies kannst Du dann auch mit einem Teilzeitjob kombinieren. Du schließt das Studium miteiner Diplomarbeit und einer Prüfung ab und bist dann Diplom Pflegepädagoge.

    Ich hoffe für den Anfang reichen diese Infos
     
  3. Carlo Fröhlich

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    Hallo Gerry

    Natürlich stimmt es, dass es berufspolitisch nicht sinnvoll ist, die Weiterbildung zu wählen. Schon längst haben es die Berufsverbände, allen voran Frau Stöcker, verstanden, wie Pflege professioneller werden kann. Der Weg kann nur über die Akademisierung gehen. Im neuen Referentenentwurf für das Krankenpflegegesetz ist davon die Rede, dass die schon weitergebildeten Lehrkräfte und die sich in Weiterbildung befindenden bis zur Verabschiedung des Gesetzes einen Bestandsschutz haben, also den Lehrkräften mit Studium gleichgestellt sind. Wer hinterher eine Weiterbildung beginnt ist es de facto nicht. Also werden die Weiterbildungsstätten in absehbarer Zeit dicht machen.

    Und mit dem Vergleich von Studium und Weiterbildung ist es doch nicht ganz so einfach.
    Meiner Meinung nach kann man ein Studium nie mit einer Weiterbildung vergleichen. Es kommt nicht nur darauf an, ob die gleichen Fächer auf dem Lehrplan stehen, sondern auch wie die Fächer ausgefüllt werden.
    In den Weiterbildungen wird oft Theoriewissen aufbereitet, um dann auch genau so umgesetzt zu werden. In Rollenspielen werden Unterricht und praktische Anleitungen durchexerziert, damit jeder Teilnehmer lernt wie es „richtig“ zu machen ist.
    Ein Pflegepädagogikstudium bietet hier weit mehr. Nicht nur die Aneignung von Wissen sondern die Auseinandersetzung und Diskussion über aktuelle Probleme in der Pflegepraxis und Pflegewissenschaft stehen im Vordergrund. In Form von Hausarbeiten und Referaten lernt man wissenschaftlich zu arbeiten und sich Themen, wie Lehren und Lernen, Qualitätsmanagement, Innerbetriebliche Fortbildung selbst zu erarbeiten. Im weiteren Verlauf werden sogar kleinere Studien und Projekte durchgeführt.

    Grundsätzlich sehe ich es etwas differenzierter. Nicht ob jemand die Weiterbildung oder ein Studium hat ist hier die Frage, sondern

    - wie gut oder schlecht jemand unterrichten kann,
    - Schüler und Schülerinnen auf ihre spätere Arbeit als Pflegekräfte im Umgang mit den Patienten vorbereiten kann
    - ihre Probleme ernst nimmt und im Unterrichtsgeschehen Freiräume zur Diskussion bietet
    - wie teamfähig jemand ist
    - etc.

    Nicht die Art der Ausbildung zur Lehrkraft ist entscheidend sondern der oder die einzelne als Person selbst. Daher finde ich es nur fair, wenn LehrerInnen für Pflegeberufe den Diplom-PflegepädagogInnen gleichgestellt sind. Denn nur so ist ein kollegiales Miteinander möglich und destruktive Konkurrenzkämpfe verlieren ihre Grundlage.

    Weitere Infos zum Curriculum eines Pflegepädagogik-Studienganges bieten Internetseiten, wie


    www.kfh-freiburg.de oder www.pflegestudium.de

    Viele Grüße

    Carlo
     
  4. Harry

    Harry Newbie

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    Nun wir leben in einem Land in dem es noch immer nach dem Motto geht zeige mir welche Schule du besucht hast und ich sage dir wie gut du bist.
    Das gilt um so mehr wenn es darum geht Berufsausbildung oder Studium. Seit ich mit meinem Studium fertig bin haben sich Türen geöffnet die vorher nicht vorstellbar gewesen sind.
    Ich glaube kaum das ich nach einer Weiterbildung so viel schlechter arbeiten würde als ich es jetzt mache.
    Auf der anderen Seite ist es heute für viele noch schwer vorstellbar einen Diplom Pflegewirt einzusetzten.
    Mein Tip schaue dir auf jeden Fall das Currikulum genau an den je nach Currikulum sind auch deine Einsatzmöglichkeiten nach Weiterbildung oder nach Studium
     
  5. Ingo Tschinke

    Ingo Tschinke Poweruser

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    Hallo Harry,

    warum meinst du, dass es für viele noch schwer vorstellbar ist einen Diplom Pflegewirt einzusetzen. Ich erlebe das so nicht - weder verhalten noch offen. Tendenziös werden akademische Abschlüsse eher den einfach Pflegeleitungskursen vorgezogen (insbedondere, wenn sie dasselbe Geld kosten).

    Cheers

    Ingo
     
  6. Harry

    Harry Newbie

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    Von den Absolventen in Fulda haben zwar viele einen Job gefunden, dieser entspricht leider oft dem der normalen Pflege auf der Statiion viele die großen Wert darauf legen nicht mehr normal auf der Station zu arbeiten und keine Anstellung im Management oder der Ausbildung finden arbeiten dann für viel weniger Geld um das machen zu können was sie können.

    NIcht das einer mit Studium zu schade dafür ist aber in der Monentanen Lage der Pflege wäre die Postion als Pflegeexperten doch für beide Seiten effektiver. Viele Kliniken haben das aber noch nicht begriffen. Und viele Studenten wollten einfach besser Pflegen und eben nicht ins Management. In Fulda waren das besonders viele, die gehen nur deshalb doch ins Management weil sie nur dort mehr verdienen. Und ich denke nach 7 Jahren Ausbildung und Studium ist das auch gerechtfertigt man kann ja auch etwas, finde ich zumindest. :-)

    Zum Beispiel in der Weiterbildung werden sie oft als Halbtagkräfte eingesetzt haben aber praktisch die volle Stundenzahl teilweilse mehr.
    Viele Arbeitgeber begreifen das praktisch als Tariffreien Raum und so versuchen sie hier billige Lohnskalven zu gewinnen.

    Natürlich haben einige auch richtig gute Jobs bekommen ich kann mich ja wahrlich nicht beklagen, als Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Geschäftsführer von http://www.pflege.de geht es mir da ja richtig gut!!
    Wir suchen übrigens noch einen Pflegestudenten zum ausbeuten für unser Pflegeortal dort! ;)
     
  7. Ingo Tschinke

    Ingo Tschinke Poweruser

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    Hallo Harry,

    ich gehe davon aus, dass sich auf der Managementebene einiges ändern wird und dadurch auch Akademiker in der Pflege Zugang zu den richtigen Jobs bekommen.

    Natürlich geht es vielen auch so, dass sie profund vor Ort als akademiker direkt in der Pflege bleiben möchten - mir geht es nicht anders. Ich würde gerne als Stationsleitung und praktischer Pflegeforscher in der Psychiatrie weiterarbeiten. Aber finanziell heißt das für mich, vor dem Studium ist gleich nach dem Studium. Der Tarif des KR bewertet keine Höherqualifizierung in der Pflege, da gilt nicht die Qualifikation, sondern das Unterstellungsverhältnis.

    Auf einer Podiumsdiskussion mit Prof. Görres und Prof. Roes haben wir kürlich in Bremen über die vierjährige Bachelor Ausbildung diskutiert, gemäß dem Modell der Rober-Bosch-Stiftung, dass war sehr interessant, aber konsenz war, dass die Situation für Hochschulabsolventen in der Pflege, bis sich der Markt für sie bildet, die nächsten 4 - 5 Jahre schlecht sein wird.

    Gratulation zu deinem Job. Ich muss mich allerdings als Student der Ausbeutung entziehen, da ich mich selbst als Vorsitzender von www.Pflegedialog.de e.V. schon genug ausbeute. :wink:

    Ingo :wink:
     
  8. riesop

    riesop Newbie

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    Pro und Contra

    "In den Weiterbildungen wird oft Theoriewissen aufbereitet, um dann auch genau so umgesetzt zu werden. In Rollenspielen werden Unterricht und praktische Anleitungen durchexerziert, damit jeder Teilnehmer lernt wie es „richtig“ zu machen ist.
    Ein Pflegepädagogikstudium bietet hier weit mehr. Nicht nur die Aneignung von Wissen
    sondern die Auseinandersetzung und Diskussion über aktuelle Probleme in der Pflegepraxis und Pflegewissenschaft stehen im Vordergrund. In Form von Hausarbeiten und Referaten lernt man wissenschaftlich zu arbeiten und sich Themen, wie Lehren und Lernen, Qualitätsmanagement, Innerbetriebliche Fortbildung selbst zu erarbeiten. Im weiteren Verlauf werden sogar kleinere Studien und Projekte durchgeführt."
    :boozed:
    Auseinandersetzungen und Diskussionen über aktuelle Probleme in der Pflegepraxis und Pflegewissenschaft spielen in der berufsbegleitenden Weiterbildung eine ganz große Rolle, weil ja alle gleichzeitig in der Praxis arbeiten. Auch in der Weiterbildung muß wissenschaftliches Arbeiten erlernt werden. Benotete und unbenotete Referate und Hausarbeiten sind Pflicht und haben auch ein Gewicht in den Abschlußnoten. Studien und Projekte sind ebenso Bestandteil der Weiterbildung. Ein Forschungsprojekt ist vorgeschrieben und wird am Ende der Ausbildung auch öffentlich repräsentiert. Der Lehrerkurs der HWA München , der nächstes Jahr die Abschlußprüfung macht, wird sein Forschungsprojekt in Zusammenarbeit mit Studenten der Uni München machen. Also was spricht für oder gegen Weiterbildung oder Studium?

    1. Pflegepädagogen dürfen Schulleitung werden, Lehrkräfte nicht mehr.
    2. Die Weiterbildung ist teurer wie das Studium (bis zum Tage der Studiengebühren).
    3. Studium ist insoweit kopflastiger, daß man mit ganz viel "Theoriemüll" zugekippt wird, den man niemals braucht, aber was man sich reinzieht, weil man eben das "Scheinchen" benötigt.
    4. Langfristig werden sich Pflegepädagogen finanziell besser stehen.
    5. Noch werden Lehrkräfte häufig bei der Einstellung bevorzugt, weil sie praxisnäher sind (und oft billiger).
    6. Die berufsbegleitende Weiterbildung ist oft für die eine Chance, die voll weiter arbeiten müssen.
    7. Weiterbildung geht ohne Abitur (wenn endlich nachgezogen wird und die anerkannten dreijährigen Pflege- Gesundheitsberufe mit dem Examen die fachgebundene Hochschulreife erhalten, ist das auch erledigt).
    8. Der größere theoretische Rahmen des Studiums gleicht sich schnellstens an: zum Einen, weil Viele sich spezialisieren, zum Anderen, weil man unentwegt gezwungen ist, sein Wissen auf dem Laufenden zu halten.
    9. In unserer "scheinchengeilen" Gesellschaft macht ein Unistudium mehr her.
    10. Die Anerkennung des Abschlusses ist für Pflegepädagogen im Ausland möglich, für Lehrkräfte nur im engsten Rahmen.
    Gruß riesop
     
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