Pergamenthaut die zweite

Sr.Julia

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Krankenschwester
Hallo, ich hab da ein Wunden Problem bei Pergament Haut. Ich arbeite im Ambulanten Pflegedienst also sind die mittel immer beschränkt. Die Dame ist schon recht alt hat unteranderem PAVK mit Teilamputation eines Fußes. Sie hat immer wieder Hautrisse am Schienbein, der Hausarzt hat Betagase Verschrieben, Problem wenn man die gase wieder ablöst geht grundsätzlich die Wunde wieder auf oder neue haut mit ab. Dann haben wir es mit NuDerm probiert da ist die Wunde dann auch zu geblieben. Beim ablösen des Nuderms geht jetzt aber die Haut rundherum teilweise mit ab wodurch immer wieder neue Wunden entstehen. Hat von euch vielleicht jemand eine Idee was man sonst mal versuchen könnte was der Hausarzt auch verschreiben würde ?
 
Ohne die Patientin und deren Wunde zu sehen - schwierig.

In welcher Phase/Stadium befindet sich die Wunde?
Da Betagaze auf die Wunde kommt handelt es sich vermutlich um eine kontaminierte oder infizierte Wunde.
Wenn ja, dann ist ein HCV kontraindiziert - siehe auch den Beipackzettel.

Bei sehr empfindlicher Haut sind Silikonauflagen und haftende statt klebende Wundauflagen eine gute Hilfe.
Zur Abdeckung ggf. auch ein PU-Schaum mit Silikonhaftrand - je nach Menge des Exsudats.
Ansonsten nicht mit der Wunde verklebend Silikongaze aber auch Atrauman durch die Größe des Gitters klebt es nicht so leicht fest.

Aber wie gesagt - ohne die Wunde zu sehen ist es wie ein bisserl in die Kristallkugel guggen.

lg
Narde
 
Moin Britta !

Einige unserer lieben niedergelassenen Ärzte glauben hochheilig,
dass das Verbandmaterial ihr Bütjeh übermässig belasten würde
und untersagen sogar ausdrücklich die Hinzuziehung eines
Wundexperten.

@ Julia

Atrauman AG ist ne feine Sache. Verklebt nicht und wirkt antibakteriell.
 
Ich streite mich da gerne! Als wenn silikonbeschichtete Produkte nicht verordnet werden könnten.

(Solange die Pflege mit der Meinung "das krieg ich eh nicht" zur Arztpraxis geht, wird das nichts. Und eine Wundexpertin benötige ich hierzu auch nicht, sondern eine wertschätzende Gesprächsebene oder engagierte Angehörige. Und da kann man dran arbeiten. 'tschuldigung, aber da geht mir echt der Hut hoch....)

AG = notwendig? Wenn Hydrokolloid benutzt wurde, wohl eher nicht s.o.;
Betagaze wird leider häufig eingesetzt bei alten Hausärzten, die nichts anderes kennen, also auch gerne ohne Infektion, denn die Gaze läßt sich ja so schön aus der Box ziehen und mengenmäßig abschneiden.:knabber:
 
Atrauman AG ist ne feine Sache. Verklebt nicht und wirkt antibakteriell.
macht aber nur bei kontaminierten oder infizierten Wunden Sinn, ansonsten Atrauman. Inflationäres einsetzen von Silber macht nämlich keinen Sinn.
 
Vielen dank schon mal für die Antworten

@narde2003 Die wunde ist nicht infiziert es handelt sich lediglich um die abriss oder Abschürfung der haut was dann relativ stark Blutet ( Marcumar)

@Schwester Rabiata 2 Manche Kollegen lösen das beim Duschen mit Wasser -.- oder mit Octinesept

@Nordlicht Es gibt nur einen Tüdeligen Ehemann der mit seiner leicht Dementen Frau die Ständig ihre Hörgeräte verlegt eh schon Überfordert ist. Die Hausärztin ist sehr nett und versucht uns entgegen zu kommen aber wir haben viele Patienten mit chronischen wunden oder mit wunden nach Op´s dementsprechend viel Verbandsmaterial muss sie eh schon verschreiben. Aber danke das du dich an dieser Unterhaltung Beteiligst

Gruß Sr. Julia
 
Aber danke das du dich an dieser Unterhaltung Beteiligst

das mache ich auch gerne weiter :)

Die Patientin hat ein Recht auf Versorgung des Arztes nach dem neuesten Stand der Wissenschaft §135a SGB V i.V. mit § 26 SGB V, also kann sie erwarten, dass die Ärztin ihr adäquates Material verordnet.
Ich kann da leider nicht auf das Budget der Ärztin Rücksicht nehmen und zum Thema Regress vereise ich mal auf Werner Sellmer http://www.wundzentrum-hamburg.de/f...MV_/2013-04-12/Wundtag_12.04.2013_Sellmer.pdf

Wenn die Ärztin auf nich infizierte Wunden das Auflagen einer Betagase verordnet, kann ich mir vorstellen, dass -unter Berücksichtigung von empathischer Gesprächsführung- der Hinweis auf die Verwendung von silikonhaltigen Auflagen bei ihr auf Interesse stoßen wird.

Haben die Betroffenen keine Möglichkeit, die Angelegenheit selbst in die Hand zu nehmen, bist Du ja noch als Akteur im Spiel, da Du z.B. in Bezug auf die Remonstrationspflicht die Ärztin darauf aufmanchen kannst/sollst, dass die verordnete Wundbehandlung nicht zum gewünschten Ziel führt und es durchaus Alternativen gibt.

Der Hinweis auf die Gesetzeslage ist nicht klug******erisch gemeint, soll Dir vielmehr Rückhalt geben, dass Du hier auf "der richtigen Seite" stehst, wenn Du der Ärztin vernünftige Vorschläge machst.

Wenn Du schreibst, die Ärztin ist nett und Ihr habt viele geimeinsame Patienten, ist das doch die ideale Voraussetzung für eine gute Zusammenarbeit. Wenn die Ärztin eh schon viel verschreiben muss, wäre es doch sinnvoller, sie würde zielbringende Verbandsmaterialien aufschreiben, oder?

(nur mal nebenbei: wenn die neuen Wunden aufgrund Marcumar-Gabe stark bluten, bringt die Tamponade so wenig wie ein Hydrokolloidverband)
 
Wenn die Hausärztin nett ist und dir entgegenkommt, würde ich diese Ressource nutzen. Die Gesetzeslage würde ich ihr aber nicht sofort "vor den Latz knallen". Schildere ihr das Problem, schlag ihr vor Musterproben von bekannten Firmen zu erbitten usw. Du kannst auch das Argument bringen, lieber einmal richtig Geld ausgeben und dann ist Ruhe und nicht ständig die Gaze, die nicht hilft, zu kaufen.
 
http://www.verbund-krankenhaus.de/f..._Wundsymposium/Vortrag_Wundsymposium_2012.pdf

Ich kann jeden Arzt verstehen, der auf sein Budget achtet. Die Summe ist vorgegeben. Wird sie überschritten, hat der Arzt schlechte Karten. Er darf selber dafür gerade stehen. Es sei denn, er kann der Kasse nachweisen, dass nur diese Behandlung sinnvoll ist. Und da stoßen nun mal Hausärzte an ihre Grenzen. Sie haben keine Fachausbildung Wundmanagement.

Das Herr Selmer das alles anders sieht, dürfte in der Natur der Sache liegen. Er muss sich nicht persönlich mit der Krankenkasse rumschlagen. Wenn ich mir den Beruf anschaue.... Werner Sellmer dürften da wohl andere Interessen eine nicht unbedingt untergeordnete Rolle spielen.

Elisabeth
 
Ein weiteres Argument - Silikonisierte PU-Schaumverbände können eine Woche auf der Wunde bleiben. Stichwort: Wundruhe
Mit denen darf man auch noch duschen. Es hängt natürlich von der Wunde selbst ab - aber wenn es wirklich nur noch "kleine Abschürfungen" sind, spricht nix dagegen.

Was gegen Braunodermgaze spricht ist: PVP-Jod darf nicht länger als 1 Woche auf Wunden aufgetragen werden - es lagert sich in den Zellen an, ausserdem verzögert es die Wundheilung. Cave: Schilddrüse


OK, blöd für euch, ihr könnt dann nur einen VW pro Woche abrechnen.

Das aber alles eben der Blick in die Kristallkugel, da keiner von uns die Wunde kennt.

Wie ist der Ernährungszustand der Patientin? Das spielt auch noch eine grosse Rolle in der Wundheilung.
 
@ Elisabeth: Herr Sellmer ist doch etwas mehr als ein Fachapotheker ( s. Vorstand Wundzentrum Hamburg sowie Beirat ICW) und hat gerade zum Thema Regress einiges an Fortbildung im Köcher.
Oder weißt Du, wieviel Ärzte pro Jahr wg. verordneter Materialien in Regress genommen werden????
 
ich habe nicht behauptet, dass er "nur" Fachapothker ist. Aber es ist leichter etwas zu fordern, wenn man es selber nicht bezahlen muss.

Die Kassen sind nun mal nicht gewillt, den Umsatz von Johnson & Johnson bzw. Schülke & Mayer zu steigern, wenn es i-eine andere Möglichkeit gibt. Den Kassen ist mehr als bewusst, dass die Erkenntnisse von Sellmer wissenschaftlich untermauert sind und damit belegbar. Sie wissen aber ebenso, dass es bundesweit die Anzahl derer, die wirklich über eine entsprechende Fachexpertise verfügen, eher überschaubar ist. Es reicht eben nicht, sich auf Sellmer zu berufen.

Ergo- eigentlich müsste jede Frage zur Wundbehandlung genauso beantwortet werden wie jede andere Frage nach einer Therapie- wende dich an den Fachmann vor Ort.

Elisabeth
 
Bleiben wir dich einfach bei dem sonst üblichen Satz... Ferndiagnosen sind nicht möglich. Wende dich an die nächstgelegene Wundambulanz und bestehe auf einen Konsil- zu aller Nutzen. Budget wird nicht unnötig belastet und Pat. ist optimal versorgt.

Elisabeth
 
Ganz ehrlich ... die Gesetzeslage und was ein Artz verschreiben muss und was nicht ist mir sch.... egal ich will auch nichts über Gesprächsführung hören
Was ich brauche sind erfahrungen und tipps wie ich die Wunden bei Pergamenthaut zu bekomme, was es für Wundauflagen gibt die die Haut nicht immer wieder von neuem aufreisen !

Ich will auch keine ferndiagnose sondern produktnamen die ich ausprobieren kann ... nicht jedes produkt hilft bei jedem patienten das muss man eh immer austesten
 
Wir sind hier aber kein Werbeforum. Lass dich von den Firmen beraten. Die stellen auch Muster zur Verfügung.
 
Was ich brauche sind erfahrungen und tipps wie ich die Wunden bei Pergamenthaut zu bekomme, was es für Wundauflagen gibt die die Haut nicht immer wieder von neuem aufreisen !
Hier mein Tipp - sorry, dass ich noch Argumente für die Auflage beigefügt hatte:
Ein weiteres Argument - Silikonisierte PU-Schaumverbände können eine Woche auf der Wunde bleiben. Stichwort: Wundruhe
Mit denen darf man auch noch duschen. Es hängt natürlich von der Wunde selbst ab - aber wenn es wirklich nur noch "kleine Abschürfungen" sind, spricht nix dagegen.

Was gegen Braunodermgaze spricht ist: PVP-Jod darf nicht länger als 1 Woche auf Wunden aufgetragen werden - es lagert sich in den Zellen an, ausserdem verzögert es die Wundheilung. Cave: Schilddrüse


OK, blöd für euch, ihr könnt dann nur einen VW pro Woche abrechnen.

Das aber alles eben der Blick in die Kristallkugel, da keiner von uns die Wunde kennt.

Wie ist der Ernährungszustand der Patientin? Das spielt auch noch eine grosse Rolle in der Wundheilung.
 
Die Wundbehandlung ist in D ist auch deswegen so teuer, weil sich da etliche Laien aus dem Netz Tipps holen und ausprobieren auf Düwel komm raus. Es sollte den Wundmanagern ein inneres Bedürfnis sein, hier Einhalt zu gebieten und auf eine persönliche Konsultation bestehen.

Auf nicht mehr- aber auch nicht weniger wollte ich hier aufmerksam machen. Es scheint ja nicht mal möglich, stets eine ganz konkrete detaillierte Beschreibung einer Wundsituation abzugeben. Bei der Beschreibung geht es bekanntlich um mehr als nur um die Größe, die Lage und die bisher verwendeten Materialien.

Elisabeth
 

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