Ich glaube kaum an einen "gerechten Lohn" sofern es ihn überhaupt irgendwo gibt (wollen wir nicht alle mehr Geld als wir sowiso schon kriegen?).
Ich GLAUBE und es ist wirklich nur ein Glaube an eine zukünftige umverteilung des Überschusses, womit mir und vielen anderen sicherlich mehr geholfen wäre als mehr Geld aufm Konto.
Wenn man sich mal alles durchrechnet kommt man sowiso zu dem Schluss dass es sich in Deutschland sowiso erst ab nem Bruttogehalt von 3000 WIRKLICH lohnt von einem schönen Netto-Gehalt zu sprechen (Zumindest in meinen Vorstellungen eines entspannten Lebenstils)
Das werden wir wohl in der Krankenpflege nie sehen und das ist mir persönlich auch als Mann ziemlich egal.
Was mir weniger egal ist, sind die täglichen Belastungen denen ich ausgesetzt bin.
Selbst ich als Schüler finde es unerträglich auf den Stationen.
Ich muss noch 20 Anleitungsprotokolle zusammenkratzen und weiss nicht wo ich das machen soll, da keine Sau auch nur ein wenig Zeit aufwenden kann um mir die zu machen.
Geschweige den von dem ganzen anderen Kram der eine Menge Zeit benötigt.
Ich hab letztes Wochenende gearbeitet und da hat man deutlich gemerkt wie groß der Unterschied zwischen 3 und 5 Pflegekräften liegt.
Am Freitag war wirklich die Hölle los, da musste selbst ich als Schüler zeitweise die Station alleine "führen" da einfach nicht genügend Personal für die Aufgaben der examinierten da war und wir waren nur zu 3.
Am Samstag ging das gleiche Spiel los, mit dem Unterschied dass 2 Pflegekräfte von der Nachbarstation zur Aushilfe kamen, es war ein wunderbares arbeiten und wir konnten sogar die Pausenzeit einhalten.
2 Menschen mehr, die nicht mehr gemacht haben als Vitalzeichenkontrolle und Körperpflege+Zimmerordnung und schon lief es besser.
Sind das wirklich Tätigkeiten die ICH leisten muss?
Sollte man nicht solangsam die Kompetenz der Pflegekraft in eine andere Richtung verschieben?
Ich wär auf alle Fälle dafür.
Mir wär es aber auch egal, wenn die Pflegehilfskraft annähernd an meinen Verdienst rankommt, denn immerhin leistet sie dann auch körperlich extrem anstrengende Arbeit, die, meiner Meinung nach, auch dementsprechend entlohnt werden sollte.
Das Geld für die gerechte Entlohnung wird aber leider nicht da sein drum bin ich mir einfach selbst der nächste und sag mal "lieber ich als die anderen".
Solang die Schichten wieder ruhiger werden und die Arbeit angenehm, bin ich bereit auch Kompromisse einzugehen, auch in Gehaltsfragen, kein Thema(nur nicht allzu krass).
Mir ist meine Gesundheit lieber als das Geld und das sage ich auch als MANN!
Zum Thema Kompetenz der ungelernten:
Ich hab schon desöfteren Patienten gesehen die am ganzen Körper voll mit Pilz waren, nur weil Pflegekräfte meinen "Zuhause steig ich ja auch nicht mit dem Kopf zuerst in die Badewanne" und auch die haben ihr Examen geschafft...
Extrem unsaubere Arbeitsweisen sind auch ziemlich häufig, was natürlich auch dem Stress zuzumuten ist aber wenn Verbandsmaterial ins Bett gelegt wird, hört auch bei mir das Verständnis auf...
Ein "Sklave" des Arztes werden wir sowiso auf Ewigkeit bleiben, dagegen ist wohl kein Kraut gewachsen, zumindest im Krankenhaus.
Aber eine Kompetenzenverschiebung in Sachen Infusionstherapie fände ich schon erstrebenswert (vielleicht auch einfach weil ich das Thema recht gern hab) Angehörigen und Patientenberatung kommt meiner Meinung auch ziemlich kurz und könnte sicherlich noch besser gestaltet werden, ich denke da sind den Fantasien keine Grenzen gesetzt.
Ich hab auch schon von Kliniken gehört in denen zum Teil bei Pflegebedürftigen über Wochen kein Bett gemacht wird, weil die Zeit fehlt, wird aber wohl eher der Extremfall sein...
Naja wie dem auch sei: Ich bin für PFLEGEhelfer, nicht für Hilfskräfte.
Zum Thema Mann sein:
Mir ist es relativ egal ob eine Frau mehr verdient als ich oder weniger, solange sie es mir dann nicht unter die Nase reibt (was die Männerwelt ja umgekehrt auch lange genug getan hat und Abhängigkeitsehen gebildet wurden)
Ich bin auch gerne bereit in Elternzeit zu gehen, sollte sie mehr verdienen als ich, nicht weil ich faul bin oder meine emanzipiert zu sein, sondern weils 1. Auch um den eigenen Luxus geht und den kann ich mit meiner Männlichkeit halt mal nicht erkaufen

2. Das Wohl der Familie sollte sowiso schonmal im Vordergrund stehen, vorallem wenn dann auch noch ein Kind an Board ist.
Ich verstehe nicht warum in den Köpfen immernoch dieses Bild des Mannes als Ernährer geprägt ist?
Mittlerweile gibts genügend Frauen die ein beachtliches Gehalt an Land ziehen, ein Mann kann einen Haushalt genausogut (und ich würde schon fast sagen besser) führen als eine Frau. Es gibt soviele Ersatzprodukte zum Stillen, dass man das (ungeachtet der Vorteile) auch einfach aussen vor lassen könnte, wenn es denn nötig sein müsste.
usw.usf. Das aber nur als kleine eigene Meinung zum Thema Männer als Haupternährer.