Markt der Pflegefachkräfte wie leer gefegt - eine Lüge?

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Das ist meine Meinung und die Meinung von Freundinnen / Bekannten, die in diesem Bereich arbeiten oder gearbeitet haben.

Sicherlich ist der Teildienst nicht der schönste Dienst, wenngleich er auch nicht ausschließlich Nachteile beherbergt (Behördengänge usw. Zwischen den Diensten möglich usw.), hab ihn wie gesagt fast 10 Jahre selbst gefahren (im Schnitt 1 bis 2 mal die Woche), aber um diesen abzuschaffen bräuchte ich Personal, wo wir wieder beim ursprünglichen Thema wären.

Schichtzuschläge sind eine tolle Sache, allerdings müssen diese natürlich auch bezahlt werden können, da ich nun die andere Seite als Arbeitgeber kenne, kann ich durchaus aus Erfahrung sagen, dass mich ein Arbeitnehmer bereits so schon fast noch einmal soviel mehr kostet wie er Netto ausgezahlt bekommt und dann zusätzlich noch Schichtzuschläge zu zahlen lässt sich mit den Einnahmen in der privaten Pflege leider nicht vereinbaren, auch wenn ich es gern möchte.

Ist halt leider alles miteinander verknüpft und die Spirale dreht sich momentan leider eher ab-, als aufwärts...
 
Aber mir kam es vor, als würdest Du Dich darüber wundern, das es so wenig Bewerbungen gibt. Und das es normal sei, das es im Zweischichtsystem keine Zuschläge gibt.

Einen Behördengang kann ich auch vor dem Spätdienst oder nach dem Frühdienst erledigen. Bei uns haben die Ämter über Mittag geschlossen. Auch die Arztpraxen machen Mittagspause. Mir fällt jetzt außer Einkaufen im Supermarkt nicht viel ein, was ich mittags Tolles erledigen kann. Und das kann ich von 7.00 Uhr morgens bis 20.00 Uhr abends. ;)

Wenn ich von meinem Gehalt eine Familie ernähren muss, dann spielt das Gehalt eine große Rolle und die Arbeitszeiten eben auch. Wenn ich einen 450 Euro Job möchte, weil ich nur dazu verdiene, kann ich mir Abstriche leisten. Dann arbeite ich aber auch nur zum Spaß.

Aber ich gebe zu, ich bin seit meiner Ausbildung sozialstationsgeschädigt. Das ist nicht mein Ding. Die drei Monate (oder so) haben mir für´s Leben gereicht und da ich inzwischen ausschliesslich des Geldes wegen arbeiten gehe, wäre das auch unter anderem deswegen keine Option für mich. Ein dankbares Lächeln zahlt keine Miete.
 
Das steht dir natürlich zu. ;)
 
Spannendes Thema.

Zu meinem Bewerbungsgespräch habe ich noch gefragt ob das wirklich stimmt und ob dieser Mangel hausgemacht ist. War ein spannendes Bewerbungsgespräch.

Ich frage mich wie es in den nächsten 3 Jahren aussieht wenn ich mit der Ausbildung fertig bin. Schafft es die Politik wirklich unseren Markt mit ausländischen Kräften zu sättigen?

Ich bin gespannt und verfolge dies gerne...
 
Das Stichwort heißt Outsourcing :besserwisser:

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Ich denke auf jeden Fall nicht, dass sich der Markt mit ausländischen Fachkräften aufstocken lässt... soweit ich das jetzt richtig verstanden habe, geht das mit den ausländischen Fachkräften eher in Richtung 24h-Pflege und die Beschäftigung immer über irgendwelche Vermittlungsfirmen, die durch den Arbeitgeber bezahlt werden und die dieses Entgelt dann wiederum reduziert an die Fachkraft weiterleiten.

Weiterhin ist das glaube ich auch immer befristet auf ein halbes Jahr, oder zumindestens nicht viel länger und der AG hat sich um eine Unterkunftsmöglichkeit zu kümmern?!?

Somit wohl zumindestens für ambulante Krankenpflegen nicht sonderlich interessant denke ich.

Lasse mich da aber auch gern eines Besseren belehren... ;)
 
Es gibt durchaus Projekte, die versuchen, ausländische Pflegekräfte entweder gleich hier im Land für den deutschen Pflegemarkt auszubilden oder ihre Ausbildung im Ausland über eine Kenntnisprüfung anzuerkennen. Landesverband Rheinland-Pfalz e.V.: Qualifizierung - Ausländische Pflegefachkräfte

Auch für Flüchtlinge ist eine Ausbildung attraktiv; vor kurzem hat eine Auszubildende aus Afghanistan bei uns ihr Examen gemacht.

Allerdings wird sich der Pflegenotstand in den nächsten Jahren dennoch eher verschlimmern als verbessern; innerhalb der nächsten 10 Jahre ist die Hälfte des Pflegepersonals über 50 Jahre alt und durch die geburtenschwachen Jahrgänge können gar nicht mehr genug junge Leute aus Deutschland nachrücken. Die ausländischen Kolleginnen und Kollegen sind mir da mehr als willkommen!
 
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Also ich würde sofort 2 inländische oder ausländische Fachkräfte einstellen, bei entsprechender Eignung, da ich so langsam nicht mehr weiß wie wir unsere 80 Patienten in Zukunft versorgen sollen, aber ich hatte seit Oktober gerade mal 2 Bewerbungen von Fachkräften, wovon beide kurz vor dem Bewerbungsgespräch abgesagt haben und sich nicht einmal angehört haben was ich zu bieten habe.

Von daher muss ich ehrlich sein, dass ich schon fast hoffe, dass sich der Arbeitsmarkt dahingehend öffnet.
 
Je nach Region ist der Markt wirklich recht leer gefegt. In die erwähnten Projekte investieren die Träger ja auch nicht aus purer Menschenfreundlichkeit Zeit und Geld (auch wenn Fördermittel beantragt werden können), sondern weil er auf andere Art kaum noch an Fachkräfte kommt.

Wie wirbst Du für Dein Unternehmen? Haben Auszubildenden praktische Einsätze bei Dir? Sendest Du Stellenausschreibungen an die Pflegeschulen? Inserierst Du in der Fachpresse oder den Regionalzeitungen, oder in entsprechenden Foren? Ich weiß nicht, wie es Dir geht, aber ich habe für die Jobsuche noch nie das Arbeitsamt bemüht. Entweder Iniativbewerbungen oder Reaktion auf interessante Stellenanzeigen.
 
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Arbeitsamt ist zwar eingeschaltet, allerdings weiß ich natürlich, das Fachkräfte gar nicht erst bis dahin durchrutschen. Ansonsten Internet, soziale Netzwerke, Flyer usw. Leider habe ich den Pflegedienst erst im November letzten Jahres von meiner ehemaligen Vorgesetzten nach deren unerwarteten Ableben übernommen und sie hat den Personalschlüssel immer schön am unteren Limit gehalten und nun liegt es an mir diesen Missstand zu beseitigen, was wirklich meine größte Baustelle darstellt, da alles andere wirklich gut läuft. Aber damit ich unter anderem auch die Teildienste von momentan maximal 10 im Monat auf ein Minimum reduzieren bzw. Ganz abschaffen kann, brauche ich ebenfalls mehr Personal.

Meine momentane Hoffnung liegt auf einer Dozentin die ich vor kurzem kennenlernen durfte, die meine Flyer und Stellenausschreibung an der Pflegeschule verteilen und mich empfehlen möchte. Mal schauen was dabei heraus kommt. :-)

Inserate in den Regionalzeitschriften habe ich bisher noch nicht versucht, da ich eigentlich davon ausgehe, dass dort die Wenigsten reinschauen, oder täusche ich mich da?!?
 
Ich weiß nicht wie es bei Euch in Brandenburg ist, aber hier in Unterfranken lesen sehr viele ihre regionale Tageszeitung, auch in Zeiten den Internets. (Manche meiner Kolleginnen haben nicht mal eine E-Mail-Adresse!) Ich würde mich zumindest mal erkundigen, was Dich das kosten würde.
 
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Also mit der modernen Technik haben es meine Mädels im Allgemeinen auch nicht so... sind ja fast alle Ü50 :cleanglasses:

Na dann wird ich mir wohl doch mal ein Angebot bei unserem Wochenkurier holen. Der erscheint kostenlos und den bekommt jeder Haushalt. ;)

Danke Claudia... :wavey:
 
Es wird immer wieder über hohe Fluklationsraten berichtet und dass der Markt leergefegt sei.Mittlerweile glaube ich an beidem,gerade letzterem.Aber über was scheinbar nie berichtet wird:Wieviele Pflegedienste mussten aufgrund dessen schliessen?Oder wie lange durften in der stationären und ambulanten Altenpflege keine Kunden mehr aufgenommen werden?
 
Ich würde an deiner Stelle auch dazu raten im Wochenkurier/Stadtanzeiger zu inserier, bei uns wurden allein die letzten drei Stellen aus Anzeigen von Regionalzeitungen besetzt. Kann ich nur empfelen, denn die meisten Pflegerinnen sind technisch nun mal nicht so versiert. :D
 
Diese Diskussion über den Personalmangel in der Pflege habe ich aufmerksam gelesen, und möchte Ihnen deshalb mitteilen.
Ja, es gibt den Mangel an qualfizierten Fachkräften in der Pflege, aber es gibt auch genug Fachkräfte die in den System zwar als Fachkräfte aufgeführt sind, aber aus vielerlei Gründen die aktuellen Vorgaben "Fachkraft" nicht erfüllen, oder die aus mangelder Motivation, zwar in den Systemen z.b. der Agentur für Arbeit auftauchen, aber nicht in der Pflege arbeiten wollen, oder nicht arbeiten können. Es ist auch eine Frage der Attaktivität, der Wertschätzung, die manche Fachkräfte davon abhält in der Pflege zu arbeiten.
Wir, als Fachberatungsgesellschaft - Gesundheitswesen - richten unseren Augenmerk in der Beratung auf die Punkte die besonders wichtig sind für die "Pflege der Zukunft" und bieten darüber hinaus ganzheitliche Beratungen für unsere Mandanten hinsichtlich der Personalgewinnung und Personalbindung an.
Wenn eine Pflegeeinrichtung die Wertschätzung der Mitarbeiter/innen im Fokus hat, wird sie alles daran setzen, Module einer guten Pflegesituation transparent und offen mit dem Personal zu gestalten.
Wir setzen z.B. auch ein System ein, in dem Pflegekräfte während den Erziehungszeiten, Tageweise wieder arbeiten können, und dies ganz nach Abstimmung umsetzen, so bleiben sie in der beruflichen Aktualität, verdienen noch etwas dazu, und entlasten somit die arbeitenden Kollegen und Kolleginnen.
Natürlich wird das den Pflegenotstand nicht lösen, aber es ist ein guter Ansatz. Weitere Erprobungen erfolgen durch neuartige Dokumentations-Systeme, wie Voice-oder Chip-Technologie.
Die Pflege ist ein toller Beruf, und ein Beruf mit Zukunft, denken Sie daran, dass gerade mit massiver Dynamik durch die Digialisierung in vielen anderen Bereichen die Arbeit wegfallen wird. Bei Ihnen in der Pflege geht es darum, Pflege so auszurichten, dass sie "Menschengerecht für alle am Markt Beteiligten geschieht".
 
Also in meinem Seniorenheim und in denn beiden Heimen in der Nachbarschaft werden händeringend Examinierte gesucht. Allerding nur Teilzeitstellen obwohl eigentlich geug Arbeit zu tun wäre für Vollzeitstellen.

Hier werden Teilzeitverträge angeboten wo man dann "rein zufällig" auf die Stunden einer Vollzeitkraft kommt.
 
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Hallo ExBoxer ich teile diese Ansicht.
Ich sage aber auch deutlich, dann ist das keine gute Einrichtung in der Sie arbeiten. Ich selbst berate ca. 46 Pflegeeinrichtungen und noch mehr Kliniken, und ich berate nur, wenn die menschlichen Voraussetzungen stimmen. Niemand, und das schreibe ich hier deutlich kann es sich in Zukunft leisten, die Personalüberlegungen ohne Wertschätzung der Fachkräfte zu gestalten. Ich zum Beispiel lehne Unternehmen in der Beratung ab, die das was ich mir darunter vorstelle nicht erfüllen.
Wir besprechen in vielen Bereichen die "Pflege der Zukunft", und dann gibt es immer noch Leute deren Denkweise von Gestern ist.
Ich kann Ihnen auf jeden Fall sagen, dass wir mit unseren Mandanten alles daran setzen, die Stimmigkeit dieses hochwichtigen Berufes in vielen Bereichen positiv zu bewerten, entlohnen, und mit optimalen Fortbildungsangeboten, die auch neue Tätigkeiten beinhalten, zu gestalten.
Wer das nicht macht, kann die Zukunft der Pflege nicht gestalten, und ein Arbeitgeber der diese Kriterien nicht berücksichtig hat es auch nicht verdient gute Arbeitskräfte in seinen Reihen zu haben.
 

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