Pflegebranche - ein Markt mit Zukunft... auch für die Gesundheits- und Krankenpflege?

Dieses Thema im Forum "Diskussionen zur Berufspolitik" wurde erstellt von Elisabeth Dinse, 09.08.2010.

  1. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Woher nehmen? Und vor allem: wie reuer darf es sein?


    Es wird interessant werden, wie dieser Zweig der Dienstleistungsbranche sich entwickeln wird- zerrissen zwischen ökonomischen Zwängen und den Bedürfnissen Pflegeabhängiger.

    Elisabeth
     
  2. hypurg

    hypurg Poweruser

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    Das hatten wir alles schon mal (im Westen).
    Mal wurden Pflegekräfte aus Korea angeworben, mal aus Jugoslawien. Jetzt ist es halt Osteuropa. Neu ist nur, daß der demographische Wandel fortschreitet und die Arbeitsbedingungen immer unwürdiger werden bei steigenden Qualitätsansprüchen. Ich bin gespannt, wie heute alleine die ganzen Dokumentationsanforderungen umgesetzt werden. Daß Kommunikation in der Pflege nicht sonderlich hoch bewertet wird, ist bekannt. Es werden Leute benötigt, die "Waschen, Windeln, Lagern, Füttern".

    Ich möchte keiner ausländischen Pflegekraft generell die Kompetenz absprechen, sehe aber in diesem "Abwerben" schon Probleme im kommunikativen Bereich mit den Bewohnern. Ich möchte auch nicht mit bißchen Schulfranzösisch in Frankreich eine Pflegeanamnese machen - weil das nicht gut wird.

    Also, man kann schon qualifizierte Fachkräfte aus dem Ausland anwerben, sollte dies aber nicht nur deshalb machen, weil man die Arbeitsbedingungen nicht verbessern möchte. Die Fachkräftemangel in Deutschland ist politisch provoziert. Und vielleicht wünsche ich mir sogar, daß es mal gewaltig den Bach runter geht - damit sich was ändert.

    Schon paradox: Die deutschen Pflegekräfte gehen in die Schweiz und holen dafür Ost-Europäer nach Deutschland.
     
  3. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Im Hinblick auf die Altenpflege, geht es wohl mehr um die Legalisierung der vielen als Pflegehelfer in Privathaushalten beschäftigten Osteuropäerinnen. Hier geht es ja net um eine Dokumentation- sondern lediglich um die Pflegeleistung als solche.

    Elisabeth
     
  4. Philipp Tessin

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    Momentan gibt es doch zwei gegenläufige Trends: Stellenabbau in den KHs und neue Stellen in anderen, häufig privaten, Sektoren.
    Und diese neuen Stellen werden häufig durch ungelerntes Personal besetzt, allein schon weil das Fachpersonal einfach nicht auf dem Markt ist.
    Ich bin auch sehr gespannt, wie sich die Zukunft entwickelt.
    Gruß
    Philipp Tessin
     
  5. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Ich denke, es wäre Sinnvoller, die einheimischen Pflegekräfte zu Pflegefachkräften aus / weiterzubilden als das (ohnehin schon zu knappe) Geld der Gesundheitsfürsorge in Deutschland in ausländische Fachkräfte zu pumpen!

    Aber warum sollte man auch mal die Leute fragen, die es betrifft?????
     
  6. renje

    renje Poweruser

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    @ycassy:
    Wen sollte man Fragen?
    Welches Sprachrohr wäre denn der Pflege genehm?
    Anscheinend keines - bei dem wahnsinnigen Organisationsgrad!
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @renje- das war aber jetzet gemein.

    Elisabeth
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Vielleicht sollte man zuallererst mal daran gehen, zu unterbinden, dass sich Verbandsvorstände versuchen zu profilieren in dem sie medienwirksame Sprechblasen loslassen. Denn mehr ist dies net.

    Ich kann net mehr ausgeben als ich einnehme. Vielleicht sollte er mal seine Frau fragen, wie das mit Haushaltsgeld so funzt.

    Unsere Schulabgänger scheinen hier weitaus realistischer zu sein. Ich glaube Wirtschaft ist auch Unterrichtsinhalt.

    Elisabeth
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  10. Mila

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    Kein Wort davon, daß der Job attraktiver gemacht werden könnte:angry:
    Solln se doch gucken wer die Ä.. wischt. Die glauben allen ernstes zukunftsicher reicht? Aussicht auf einen schlechtbezahlten aber sicheren Job. Und wenn die Leute krumm und buckelig geschuftet sind kriegen sie noch nicht mal richtig Rente weil sie ja nicht bis zum Schluß durchgehalten haben.

    Qualifizierte Ausländer kommen nicht hierher um in der Pflege zu arbeiten. Schließlich macht hier die Pflege den Job den in anderen Ländern die Helferinnen machen. Wer hierher kommt um in der Pflege zu arbeiten der kann die Sprache nicht wirklich und hat auch sonst keine wirkliche Perspektive.

    Meine Kinder machen mal nix soziales, dafür werd ich sorgen:boxen:


    So hin und wieder muß ich mich mal richtig aufregen
     
  11. Philipp Tessin

    Philipp Tessin Senior-Mitglied

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    DBfK-Junge Pflege

    Stellungnahme zu dem Thema. Etwas polemisch, aber im Kern richtig.
     
  12. Mila

    Mila Gast

    Prima Idee!
    Und in Süddeutschland nen Kurs ins scwyzerdytsch (oje, wie schreibt man das) :verwirrt:
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    **Hier stand ein Link... diese Verlinkung war defekt und wurde vorübergehend entfernt**

    Steh ich voll dahinter... nur ist dies keine Einbahnstraße. Nicht nur der AG hat Bringepflicht- auch der Mitarbeiter. Weiterbildungen besuchen, um sein Pünktchenheft vollzubekommen, kannst wohl z.B. net sein. Fachwissen und Kompetenz muss auch gelebt werden. Und das findest leider viel zu wenig.

    Elisabeth
     
  14. Philipp Tessin

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    taz von gestern:
    Die Kassenärzte und Psychotherapeuten werden für 2011 500 Millionen € mehr bekommen. Die Kassenbeiträge in der GKV werden von 14,9 auf 15,5% steigen, da die Erhöhung die Beitragszahler finanzieren werden (nur die gesetzlich Versicherten, wohlgemerkt).
    Hier muss für eine andere Verteilung gesorgt werden. Es kann nicht sein, dass die Kostenträger (sprich Krankenkassen) auf dem Rücken einer Berufsgruppe eine andere bevorzugt.
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich kann mich nur wiederholen. Eine Berufsgruppe die sich nach außen präsentiert mit Füttern, waschen, trocken legen und dies versucht aufzuwerten, indem sie dies anders bezeichnet- stellt sich selbst net unbedingt als kompetent dar. Da ändert auch die Übernahme diverser ärztl. Tätigkeiten nix dran.

    Was komplett fehlt (und auch verweigert wird) ist die Darstellung tatsächlicher Pflegekompetenz per Pflegeprozess. Und hier nicht mit Assessments (die jeder ausfüllen kann, der des Lesens und Schreibens mächtig ist) und Drehbuch-Standards sondern in der Darstellung von kausalen Zusammenhängen.
    Wenn wir endlich nachvollziehbar erklären können, warum wir jetzt gerade diese Methode, dieses Hilfsmittel wählen, um "unter Einbeziehung präventiver, rehabilitativer und palliativer Maßnahmen auf die Wiedererlangung, Verbesserung, Erhaltung und Förderung der physischen und psychischen Gesundheit der zu pflegenden Menschen "einzuwirken... dann mag man uns vielleicht auch mal ernst nehmen.

    Bis dahin werden wir das bleiben, was wir sind: Heilhilfspersonal.

    Elisabeth
     
  16. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Offensichtlich ist der Pflegepersonalmangel ein durchaus auch europäisches Problem. Die Abwanderung von Fachpersonal aus ärmeren Ländern in reichere Länder soll verhindert werden. ... Nur dann haben wir ein echtes Problem. Genau auf diese Wanderung wird in D gesetzt wenns nach den Politikern geh

    http://www.wallstreet-online.de/nac...-zuwanderung-und-bessere-weiterbildungsm-ou]:

    Elisabeth
     
  17. renje

    renje Poweruser

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    @tessin:
    Das kann nicht nur sein, das ist so!

    Wer hat sich denn eine kräftige Erhöhung erstritten vor ca. 3Jahren? Waren das vielleicht die Ärzte? Seitdem werden z.B. freiwerdende Pflegestellen bis zur Besetzung 1-2Monat frei gelassen. Ein Schelm wer dabei böses denkt.

    Kann das daran liegen, dass die weniger jammern und lieber was tun. Nämlich sich organisieren und auf die Strasse gehen? Die Kammer macht ein Übriges.
     
  18. Philipp Tessin

    Philipp Tessin Senior-Mitglied

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    Wo war doch gleich die Diskussion um die Sinnhaftigkeit einer Gewerkschaftsmitgliedschaft? :mryellow:
     
  19. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Willst dich hinstellen als Pflege und trampeln: ich will auch?

    Elisabeth
     
  20. renje

    renje Poweruser

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    @dinse:
    Na ja - hilft aber vielleicht wenn man schaut wie es Andere machen?
     
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