Markt der Pflegefachkräfte wie leer gefegt - eine Lüge?

Dieses Thema im Forum "Der Alltag in der Altenpflege" wurde erstellt von kraPe35, 17.10.2011.

  1. kraPe35

    kraPe35 Junior-Mitglied

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    Wie in fast allen Bereichen in deutschen Arbeitsmarkt wird gern immer wieder behaupt, dass der Markt an Fachkräften wie leer gefegt sei.
    Dem widerspreche ich AUSDRÜCKLICH und gehe noch einen schritt weiter. JA, ich nenne das eine LÜGE! :megaphon:

    Laut verschiedenen Jobbörsen gibt es offenbar noch welche: ...
    (Doppelnennungen möglich!)

    jobboerse.arbeitsagentur.de/ ARBEITGEBER:
    Altenpfleger/in: ~ 200 Einträge
    Gesundheits- und Krankenpfleger/in: ~ 200 Einträge

    de.gigajob.com MITARBEITER SUCHEN:
    Altenpfleger/in: ~ 826 Einträge
    Gesundheits- und Krankenpfleger/in: ~ 856 Einträge

    ... und ich fing gerade erst an zu suchen! :evil1:
     
  2. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Ich hoffe, du hast auch mal die Aktualität der Einträge dir angesehen. Die Jobbörse z.B. nimmt erstmal jeden in den Katalog mit auf, auch wenn diejenige am nächsten Tag vermittelt ist, bleibt der Name teilweise noch Wochen bestehen. Ausserdem ist nicht immer jeder Bewerber geeignet.

    Schalt doch mal ne Stellenanzeige, die Resonanz ist gleich null.

    lg
     
  3. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    7. Semester Pflegepädagogik
    Sehr gewagte Behauptung!
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Außerdem dürfte es regionale Unterschiede geben. Und net vergessen: manche Kollegen wissen, was sie wert sind und verkaufen sich net unter Wert.

    Elisabeth
     
  5. Claudia B.

    Claudia B. Poweruser

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    Gott sei dank, leider gibt es auch die andere Sorte und oft genug sitzen sie nur aus Eitelkeit, Machtgier auf den falschen Posten.

    Wir haben eine PDL gesucht, aus Kosten"gründen" wird aber eine 25 jährige berufstätige, gelernte Kinderkrankenschwester ohne Zusatzausbildung als PDL eingesetzt. EINsparung mindestens 10.000 € im Jahr, der Geschäftsführer freut sich und wir sitzen weiter IN der horizontalen Feindseligkeit. Speicherllecker kommen weiter. :cry1:
     
  6. Toolkit

    Toolkit Poweruser

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    Haha, das finde ich ja witzig, es gibt zu viele Pflegekräfte? Bestimmt :P

    Du hast gerade mal 1000 (evtl) Suchende gefunden.

    1000 Pflegekräfte, die einen Job suchen, von... ca 400.000 in den KLINIKEN! (Wobei in anderen Bereichen sicherlich noch doppelt so viele Pflegende anzutreffen sind) D.h. wir kommen auf grob geschätzte 1,2 Millionen Pflegende.

    D.h. du hast gerade herausgefunden, dass 0,83% der Pflegekräfte evtl einen Job suchen, suuuper!

    Quelle: Statistisches Bundesamt Deutschland - 393 000 Pflegekräfte für 17,2 Millionen Krankenhauspatienten
     
  7. pflegede

    pflegede Junior-Mitglied

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    Man sollte nicht vergessen, es gibt ja immer wieder Fluktuationen aus unterschiedlichen Gründen oder auch einfach Pfleger/innen, die auch wieder in den Job einsteigen wollen.

    Wenn auf 10000 offene Stellen nur 1000 Jobgesuche kommen, dann ist der Markt sehr knapp.

    Was hilft es auch, wenn eine Stelle in München frei wird, ich aber in Berlin lebe?

    Der Fachkräftemangel im Pflegebereich ist sicher keine Lüge ;)
     
  8. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Laut Pflegethermometer 2009 decken allein die Pflegekräfte in deutschen Krankenhäuser durch Mehr- und Überstunden 15.000 (!) Vollzeitstellen mit ab. Pflegeheime und ambulante Pflege wurden da gar nicht untersucht. 1000 Hanseln, von denen gar nicht gesagt ist, dass sie Vollzeit arbeiten wollen, werden da nicht viel ausrichten.
     
  9. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    Aber nur, bis das die Kassen merken (und das geht bei uns sehr schnell) die fordern die Zusatzausbildung. Ist übrigens auch im SGB XI verankert, im amb. Bereich ist das der §71, für den stationären gibt es das mit Sicherheit auch.

    Sorry fürs offtopic
     
  10. Desperatogirl

    Desperatogirl Junior-Mitglied

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    Nochmals offtopic..Wofür sollte sich der AG in Mitarbeiter Zeit und Geld investieren, wenn es auch so geht?
    Zum Thema. Sicher gibt es ein paar besondere Ecken in Deutschland, in der der Überhang von Stellenangebot von Pflegekräften feat. arbeitssuchende Pflegekräfte besteht. Aber die andere Frage ist, sind diese Stellen so akttraktiv, das es sich für eine Person auch lohnt, z. Bsp. von Dresden nach München zu ziehen? Oder sind diese Stellen nicht sehr oft ausgeschrieben, weil es da eine so grosse Fluktration besteht, aus was auch immer für Gründen?
    Ausserdem vermute ich das die Sparwut der Politik an diesen sagen wir mal "Personalmangel" nicht ganz unschuldig ist und leider habe ich auch noch nicht gehört, das die Krankenhäuser (ob kommunale sowie GmbHs) sowie ambulante Pflegedienste den Persoschlüssel nach oben gedreht haben. Einmal angefangen, das es auch so geht, sehe ich keinen Trend, der etwas ins Positive verändern könnte.
     
  11. ycassyy

    ycassyy Poweruser

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    wir haben in den letzten zwei Jahren unseren Persoschlüssel fast verdoppelt. Und warum wird der nicht weiter erhöht? Weil wir jetzt schon unsere offenen Stellen kaum besetzen können.:evil:
     
  12. thorstein

    thorstein Poweruser

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    Bitte die Begriffe ein bisschen auseinanderhalten. In der amb. Pflege wird so viel Personal eingestellt, wie Kunden vorhanden sind. Also mehr Kunden, mehr Personal. Das hat nichts mit einem Personalschlüssel zu tun. In der stationären Pflege kann man dagenen fragen, wieviele Patienten/bewohnerInnen von einer Pflegekraft versorgt werden können/sollen. In der stationären Altenpflege werden diese Schlüssel von den Leistungs-und Kostenträgern verhandelt, leider nach finanziellen, und nicht nach pflegefachlichen Gesichtspunkten. Wie die Schlüssel in den Krankenhäusern ermittelt werden, scheint mir sehr undurchsichtig zu sein. Dort gab es Bemessungsverfahren, die aber offensichtlich nur zum Teil oder gar nicht mehr zum Einsatz kommen. Verbindlich scheint mir da nix zu sein. Oder wie erklärt sich sonst der Stellenabbau?
     
  13. Desperatogirl

    Desperatogirl Junior-Mitglied

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  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie bezahlt ihr mehr MA wenn die Ausgaben net durch die Einnahmen gedeckt sind? Muss net zur sich verändernden Kundenzahl bzw. Pflegebedarf bereits vorhandener Kunden kongruent auch das Personal steigen bzw. sinken? In welchem Fachtext finde ich, dass dem net so ist?

    Elisabeth
     
  15. pericardinchen

    pericardinchen Poweruser

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    7. Semester Pflegepädagogik

    Das ist wohl eine Wunschvorstellung.
     
  16. thorstein

    thorstein Poweruser

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    Hallo,

    oben wurde behauptet, der Personalschlüssel wäre verdoppelt worden. ich gehe davon aus, dass sich auch die Kundenzahl verdoppelt hat. Daher macht der Begriff Personalschlüssel hier keinen Sinn. bzw. der Personalschlüssel ist gleich geblieben.
    Ein ambulanter Dienst kann nicht beliebig neue Kunden annehmen, ohne auch das Personal zu erhöhen. Mehr wollte ich eigentlich nicht sagen.
    Sollte ein ambulanter Dienst weniger Personal zur Verfügung haben, als zur Verorgung der Kunden notwendig, geht das nur über Verheizen des Personals oder Abrechnungsbetrug. Beides scheint mir keine gute Überlebensstrategie zu sein. Aber darum ging es mir auch nicht.

    Grüsse
     
  17. -Claudia-

    -Claudia- Board-Moderation
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    Und genau dies geschieht, sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Pflege. Die Anzahl der Überstunden macht das deutlich.

    Ne gute Überlebensstrategie ist das nur so lange, wie das Personal das mitmacht, aber Pflegekräfte sind da ausgesprochen geduldig - leider.
     
  18. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Jetzt verstehe ich. Das Personal bleibt gleich weil dieses jegliche Mehrarbeit ohne Gegenwehr übernimmt. Damit kommt der AG net unter Druck sein Personal an die jeweilige Arbeitsbelastung anzupassen. Unter dem Aspekt macht es natürlich Sinn.

    Dieses Phänomen findest aber auch im stationären Bereich.

    Elisabeth
     
  19. kraPe35

    kraPe35 Junior-Mitglied

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    Dem kann ich nur zustimmen.
    Leider ist es so, dass Mitarbeiter offenbar froh sind überhaupt eine Stelle zu haben - so ist zumindest mein Eindruch!
     
  20. Phoenix79

    Phoenix79 Gast

    In Sachsen und Thüringen ist man sogar noch ein Stück weiter, da ist bereits in den Rahmenverträgen der Kassen festgelegt, wer mit welcher PDL Weiterbildung (Stundenumfang Theorie und Praxis) was machen darf. Fern"studium" wird gar nicht mehr anerkannt und auch die "kleine" PDL (460 UE) kannste hier getrost vergessen, weil du damit nirgends mehr arbeiten darfst.

    Naja das muss man auch relativieren, denn wenn du im ländlichen Bereich angsiedelt bist und auch ortsgebunden bist, sind die Möglichkeiten oft begrenzt, manchmal könnte man auch das Gefühl kriegen, dass sich die Pflegedienste was Gehalt und Arbeitsbedingeungen angeht absprechen, da hat man manchmal nur die sprichwörtliche Wahl zwischen Pest und Cholera (überspitzt ausgedrückt).
     
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