Kompressionsverband am Penisschaft bei Blutung aus der Prostata nach umfangreicher Stanzaktion (Biopsie).

stern3007

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Hallo meine Lieben, eigentlich bin ich ein ziemlich altes Forummitglied, aber seit ein paar Jahren nicht mehr aktiv, weil ich mich aufgrund meines Gesundheitszustands aus dem Berufsleben zurückgezogen habe. Mußte mich neu registrieren, weil entweder mein Acc deaktiviert wurde oder mir die Daten nicht mehr einfallen.

Ihr seht den merkwürdigen Titel und ich bin total irritiert. Ich möchte hier jetzt auch keine wissenschaftlich korrekte Diskussion auslösen, sondern einfach nur die menschliche Schiene hören.
Wie würdet ihr diese Aussage aufnehmen?
 

matras

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Warum wurde kein DK gelegt? Da hätte man eine Kompression???
 

stern3007

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Ein DK war entfernt worden. Mir geht es jetzt eigentlich um die anatomische Situation. Die Prostata liegt erheblich über der Kompressionsstelle. Wenn die Blutung innerhalb der Prostata liegt, was soll die Kompression des Penisschafts bringen?
 

Martin H.

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Jillian

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Wie begründen die behandelnden Ärzte die Maßnahme fachlich?
 

stern3007

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Ok ich bin erst einmal beruhigt. Ich stehe nicht alleine mit schüttelndem Kopf da.
Ich hole mal etwas aus, damit die Situation klar ist.
Bei meinem Mann besteht seit Jahren der Verdacht auf Prostatakrebs. Jetzt sollte eine umfassende Biopsie unter Narkose gemacht werden, mit Hilfe von Ultraschall, MRT Bildern und zahlreichen Stanzpunkten. Normalerweise eine ambulante Aktion, er gilt als Risikopatient wegen erhöhter Thrombosegefahr, deswegen stationär.

Biopsie wurde gemacht, verlief problemlos. Während der Narkose muß ihm ein Blasenkatheter gelegt worden sein.
Der abgehende Urin war leicht blutig, was nach solch einer Aktion nicht ungewöhnlich ist und in der Regel mit der Prostata zusammen hängt.

Mein Mann, der sich normalerweise schnell erholt, erholte sich aber nicht. Massive Kreislaufprobleme, sobald die Beine am Bett heraus sollten wurde er fast ohnmächtig. Man zog ihm den Blasenkatheter und ab dem Moment kam es zu erheblich stärkeren Blutungen.
Der Arzt legte einen Kompressionsverband um den Penis an und mein Mann hörte Schwestern sagen, dass da wohl die Harnröhre verletzt worden ist. Der Kompressionsverband hielt nur kurz ;)

Dann erst einmal Cut. Meinem Mann ging es immer schlechter, bis man am nächsten Tag endlich ein Notfall-CT machte mit dem Ergebnis LE. Abtransport in ein anderes KH, Entfernung des Gerinnsels mittels einer neuen Methode. Antikoagulantientherapie,darunter wieder heftige Blutungen aus dem Harntrakt.

Zum Glück regulierte sich das dann doch wieder von selbst. Mein Mann wurde in das ursprüngliche KH zurück transportiert.

Wir hatten uns abgesprochen und er verweigerte das Legen eines neuen DKs. Bestand auf einem Urinalkondom, welches ich dann als Ehefrau angelegt habe, weil das niemand hin bekam mit dem zur Verfügung stehenden Modell.

Als ich zu Besuch war, kam zufällig der Stationsarzt herein und ich fragte ihn, wieso er einen Kompressionsverband am Penis machte.
Seine Antwort: Die Prostata hat stark geblutet, dann macht man eine Kompression.
Ich habe nur noch geantwortet. Entschuldigung bitte, meines Wissens befindet sich die Prostata nicht IN der Harnröhre. Ich verstehe nicht, wieso die Aktion einen Einfluß auf die Blutung in der Prostata haben sollte. Können Sie mir das bitte erklären?
Was macht der Gute? Er dreht sich herum und geht einfach.

Meine Vermutung: Er hat beim Katheter legen die Harnröhre verletzt. Was unter Antikoagulantientherapie dann natürlich deutlich heftiger blutet. Das würde ggf. den Kompressionsverband noch erklären, obwohl ich das auch noch nie gehört habe.

Die Gewebeproben waren übrigens alle negativ, wenigstens etwas positives.

Mein Mann hat sich gut erholt von der LE. Er ist stabil, kann ohne Sauerstoff auskommen. Wir konnten heute sogar etwas spazieren gehen.

Ergo werde ich ihn morgen aus dem Krankenhaus holen und seinem ambulanten Urologen vorstellen sowie seinem Hausarzt, bevor dort noch mehr Unheil angerichtet wird.
 

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