Kommissarische/inoffizielle OP-Leitung

mzdel

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Operationstechnischer Assistent
Akt. Einsatzbereich
Gynäkologie, Kinderchirurgie, Geburtshilfe
Moin, moin liebe Community,

ich hoffe, dass ich in diesem Subforum richtig bin. Konnte mich nicht entscheiden zwischen OP-Pflege und Berufspolitik.
Zu meiner Frage:
Ich, 27, seit 2 Jahren ausgelernter OTA, arbeite in einer Universitätsklinik.
Meine Abteilung besteht aus 3 unterschiedlichen operativen Fachbereichen. Dafür gibt es ein OP-Pflege Team aus 19 Mitarbeitern.
In der Vergangenheit gab es eine offizielle "große" OP-Leitung und eine offizielle Stellvertretung für die 19 Mitarbeiter aus dem 3-Fächer-Abteil.
Für den Zweitgrößten operativen Fachbereich, der Kinderchirurgie, wurde damals aber eine Mitarbeiterin ausgekoren die dort quasi inoffiziell das Sagen hatte und dort fest war, da die Kinderchirurgie doch schon sehr speziell ist, und vor allem viel.

Diese Person ging frühzeitig in Rente und ich wurde gebeten diese Position zu übernehmen, ebenfalls inoffiziell. Inklusive Schüleranleitung, (ohne Praxisanleitung), Materialanforderung, OP-Plan-Besprechung, das alte Personal permanent einzuarbeiten und Erstellung von Standards, etc. pp.. - natürlich alles neben dem normalen Alltag: Springen und Instrumentieren!

Das ganze ist quasi nichts offizielles, jedoch werde ich innerhalb der 3-Fächer-Abteilung als "kleiner OP-Leiter des KC-Fachbereichs" gewertet.
Lange Rede, kurzer Sinn: Sollte ich solch eine "Erfahrung" mit in ein Bewerbungsschreiben schreiben? Schließlich ist es rein inoffiziell gewesen, ohne echte Fortbildung/Weiterbildung in Sachen Leitung/Führung. Denn einerseits war es eine ziemlich große, schwierige, komplexe Leistung - andererseits will ich mir kein "Plus" im Lebenslauf erschleichen.

Vielleicht hat ja jemand eine Meinung dazu! :-)
MfG
 

opjutti

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OP-Managerin + -Leitung
Bei uns nennt sich das inoffizielle Bereichsleitung - es winken Ruhm und Ehre:-)
Für jeden operativen Bereich habe ich 1 bis 2 Mitarbeiter, die sich um die Einarbeitung und das Anleiten kümmern, die in regelmäßigen Abständen die Standards anpassen und Änderungen mitteilen, die schauen, ob genügend Ware vorhanden ist und evtl. an die Materialbesteller Rückmeldung geben, wenn etwas zur Neige gehen sollte, oder Mehrbedarf erforderlich ist..
Allerdings machen diese Mitarbeiter keine Bestellungen und keine OP-Planbesprechungen.
Aber sie sind mein Ansprechpartner im Saal und sind für erforderliche Umsetzungen dienstlicher Art zuständig.

Nun zu deiner Frage:
Da dieser Aufgabenbereich sehr verantwortungsvoll und auch sehr Komplex ist, finde ich es schon gut, diese Erfahrung in den Lebenslauf einzubringen.
Das zeigt dem neuen Arbeitgeber doch, dass du dich nicht scheust, Verantwortung zu übernehmen und du gerne dein Wissen im Sinne der Gemeinschaft weitergibst.
Übrigens: Schüler oder Mitarbeiter darf jeder Anleiten. Ohne Praxisanleiter-Weiterbildung dürfen allerdings keine offiziellen Beurteilungen geschrieben werden und keine Prüfungen abgenommen werden.

Trotzdem mein Rat:
Lass dich nicht ausnutzen, fordere Freiräume für deine zusätzlichen Tätigkeiten, sonst kommst du sehr schnell an deine Grenzen.
Normaler Dienst im Saal und Zusatzaufgaben nebenher zu erledigen, kann dazu führen, dass du unglücklich wirst, weil du beide Bereiche nicht zu deiner Zufriedenheit ausfüllen kannst.
Lass dir deine Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten schriftlich genau definieren.

Viel Freude an der neuen Aufgabe und liebe Grüße!

opjutti
 

lusche

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Hust... neben Ruhm und Ehre würde ich mir auch finanzielle Wertschätzung einfordern.
 
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Kalimera

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Du musst in der Bewerbung ja nicht schreiben, dass Du als "kleiner OP-Leiter des KC-Fachbereichs" gewertet wurdest, sondern zählst einfach die Tätigkeiten auf, die du machst, bzw. für was Du zuständig bist und/oder Ansprechpartner bist. Diese Tätigkeiten sollten ebenso in einem Zeugnis erwähnt werden. Du beWIRBST Dich, also kann da alles mit rein, was Du an Fähigkeiten und Erfahrungen für einen neuen Job mitbringst.
 
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