Imaginationsverfahren - Erfahrungen?

narde2003

Board-Moderation
Teammitglied
Registriert
27.07.2005
Beiträge
13.382
Ort
München
Beruf
FGuKP I&I, Praxisanleiterin DKG,Wundassistent WaCert DGfW, Rettungsassistentin, Diätassistentin
Akt. Einsatzbereich
HOKO
Funktion
Leitung HOKO
Liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich habe mal wieder eine Frage. Ich war auf einer Fortbildung und habe Imaginationsverfahren kennengelernt. Wie sind eure Erfahrungen mit den imaginäeren Begleitern, dem sicheren Ort und dem inneren Garten?

Ich will jetzt nicht nur die Kollegen der Psych. Pflege ansprechen, sondern alle Bereiche.

Schaffen es Patienten tatsächlich, dadurch, dass sie kreisende Gedanken in einen imaginären Tresor sperren, von diesen loszukommen?

Sonnige Grüsse
Narde
 
Eigene Erfahrungen: es kommt auf die Intensität der Gedanken an. Manchmal klappts- manchmal nicht.

Elisabeth
 
Hallo narde!

Es kommt a) auf den Patiententyp (Charakter) drauf an; sowie b) Diagnose, c) Art der Gedanken (Zwang, Trauma etc.) und schließlich d), den Willen des Patienten selbst.

Natürlich gibt es Patienten mit schwersten Traumata, die es mithilfe der Imaginationsübung, z.B. Tresor, schaffen, Gedanken an die früheren, schlimmen Erfahrungen "wegzuschließen". Damit sind die Gedanken nicht gelöscht, aber es ist eine Art und Weise sie zu verarbeiten, von außen zu betrachten und zur Seite zu drängen, ohne sie völlig achtlos zu verdrängen.

Und natürlich gibt es auch Patienten mit weniger heftigen Erfahrungen, die es nicht schaffen, sich z.B. am sicheren Ort auch sicher zu fühlen, an den sie flüchten können, um "Schlimmeres" zu verhindern.

Die Sache mit den Imaginationsübungen kommt also einfach auf den individuellen Patienten selbst an. Manchen hilft es und sie können ihre Dinge verarbeiten, andere können damit nichts anfangen und finden andere Methoden durch z.B. Musik oder Kunst.

Viele mögen Sport, aber die einen spielen Fußball, die anderen Schach :mrgreen:

Ich hoffe, ich konnte dir ein bisschen helfen.

Grüßle :)
 
Erfahrungsbericht als Patient (komplexe PTBS):


innerer sicherer Ort: es ist aber je nach Verfassung schwierig dahin zu kommen. Ich habe dort Helfer, die mir Kraft spenden.

innerer Tresor: klappte bei mir so nicht. Ich habe die Übung so abgewandelt, das ich es in eine Schublade tue, diese dann in einen Schrank. Schublade wird abgeschlossen. Schlüssel wird in einen Tresor gepackt. Schrank wird verschlossen. Dieser Schrank steht in einem Raum, dieser Raum hat eine Tresortür. Ich lege also die Bilder/Gedanken in die Schublade, versperre alles und verlasse dann den Raum.

Empfehlenswert ist, nicht zu viele Methoden anzuwenden. Die Techniken müssen oft geübt werden.

Mit verarbeiten hat es nichts zu tun, die Bilder sind nur erst einmal weg(geschlossen). Verarbeitet wird erst später. Dann können die Bilder/Gedanken hervorgeholt werden und dann verarbeitet werden.

Es ist (für mich) eine gute Ergänzung zum Sport und zeichnen.
 

Ähnliche Themen