Erfahrungen mit Zeitarbeitern

aquarius2

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Guten Abend, ich komme gerade vom Spätdienst nach Hause. Wir wären heute zu viert gewesen mit einer Zeitarbeiterin. Die hat gestern erst angefangen. Sie sollte einen Monat bei uns arbeiten, bevor sie in einem anderen Haus in die Anästhesie geht.
Im Spätdienst war viel los, aber nicht untypisch für einen Spätdienst. Ein Herzalarm und ein Neuzugang mit Covid. Sie wollte weder zum Herzalarm, noch den Covidpatienten betreuen, wie gesagt, zum Herzalarm hätte sie mitgehen sollen mit einem Kollegen und den Covidpatienten hätte eh ein Kollege betreut.

Kurz und gut, heute eine Stunde vor Dienstbeginn ruft sie in der Firma an und sagt, sie will auf gar keinen Fall weiter bei uns arbeiten, alles ist schlimm... Ich kenne meine Kollegen, die sind alle ok wer mit denen ein Problem hat hat vielleicht auch Probleme mit sich selbst! Unsere Leitung war "not amused" denn sie war auch für das Wochenende geplant, dem Disponenten war das auch sehr peinlich.

Komisch ist auch, sie war lieb und nett und hat zu den Kollegen kein Wort gesagt und plötzlich eine Stunde vor Dienstbeginn fällt ihr ein, sie geht nicht mehr hin... Wäre ich das gewesen hätte ich gleich früh morgens angerufen, oder eben gleich was gesagt, wenn was nicht passt. Sie will auf jeden Fall auf keinen Fall Covidpatienten das war ihr wichtig....
 

niesreiz

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Hört sich so an, als wäre die Kollegin von der Zeitarbeitsfirma äußerst überfordert gewesen. Nicht nur mit der Arbeit bei euch, sondern auch wie sie mit der Überforderung umgehen soll. Da passieren die komischsten Reaktionen.

Du wirkst, wie ich finde, zurecht irritiert im Rückblick auf deinen Dienst und der Kürze der Zeit dazu.
 
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Martin H.

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Ich finde das Verhalten dieser Kollegin (nach allen Infos, die man hier rauslesen kann) unmöglich.
Allerdings habe ich durchaus auch "normale" Kollegen (alle nicht aus der Zeitarbeit) erlebt, die sich so oder ähnlich verhalten haben.
 

aquarius2

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Ich bin leider ziemlich irritiert, denn wie gesagt, es war ein normaler Dienst, nichts schlimmes passiert. Und ich gestehe es ja anderen die bei uns anfangen zu, dass sie uns nicht gut finden. Wenn es ideal läuft macht jeder, der bei uns neu anfangen will vorher einen Schnuppertag. Da merken beide Seiten ob es passt oder nicht.
Ich kenne inzwischen so viele Zeitarbeiter, einige sind auch keine einfachen Menschen, da knallt es Mal oder man geht nach einiger Zeit jeder seinen Weg aber.... Wäre mir was passiert, wo ich merke hier passt es so überhaupt nicht, dann würde ich mit den Kollegen die da sind reden und sei es nach der Übergabe.
Und wenn ich da nicht weiterarbeiten wollte, wüsste ich das sicher schon früh am Morgen und würde nicht bis eine Stunde vor Dienstbeginn warten, bis ich in der Firma anrufe!
Hätte unser Vorgesetzter gewusst, die kommt nicht hätte er einen anderen Spätdienst organisieren können und vielleicht noch einen Wochenenddienst
So war es für uns ziemlich stressig, wieder Mal keine Pause und wenig Verständnis dafür wie unprofessionell sie sich aufgeführt hat! Einen Arzt, der aus ihrer Heimatstadt kommt hat sie erzählt, sie ist erst seit Anfang des Monats da und hat ihm erzählt, wo sie in der Heimat gearbeitet hat.
Man weiß eben nichts über sie und ihre Reaktionen an dem Tag wirkten alle normal. Natürlich kann es Gründe haben, die mehr mit ihr als mit uns zu tun haben, aber da sie ja an fünf von den nächsten sieben Tagen geplant war müssen wir das kompensieren in der Urlaubszeit, wo eh schon mehrere krank sind.
So machen wir wenn wir noch können Überstunden und verzichten weiterhin auf ungestörte Pausen bis irgendwann die nächsten krank werden und länger ausfallen...
Der Disponent ist auch ein Kollege, der bisher auch immer nur gutes über unsere Abteilung gehört hat, der wollte auch unbedingt unsere Meinung hören, denn er weiß nicht, ob er sie überhaupt noch woanders hinschicken soll.
 
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Martin H.

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Nach dem, was Du hier schilderst, glaube ich nicht, daß es an euch liegt.
Es kann immer mal passieren, daß es "nicht passt" bzw. einem ein Einsatzgebiet nicht gefällt. Mir z.B. liegt Intensivstation gar nicht, die vielen Maschinen machen mich nervös. :mrgreen: Und Nachtdienst wäre für mich z. B. ein Ausschlußkriterium, den würde ich nicht machen. Nie mehr im Leben.
Das weiß man aber i. d. R. alles vorher und lässt nicht die Kollegen eine Stunde vorher im Regen stehen.
 

aquarius2

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Nach dem, was Du hier schilderst, glaube ich nicht, daß es an euch liegt.
Es kann immer mal passieren, daß es "nicht passt" bzw. einem ein Einsatzgebiet nicht gefällt. Mir z.B. liegt Intensivstation gar nicht, die vielen Maschinen machen mich nervös. :mrgreen: Und Nachtdienst wäre für mich z. B. ein Ausschlußkriterium, den würde ich nicht machen. Nie mehr im Leben.
Das weiß man aber i. d. R. alles vorher und lässt nicht die Kollegen eine Stunde vorher im Regen stehen.


Martin, die Zeitarbeiter können es sich aussuchen, ob sie Nachtdienst machen wollen, oder nicht, aber leider, die Geräte müssen bleiben
 

Martin H.

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Martin, die Zeitarbeiter können es sich aussuchen, ob sie Nachtdienst machen wollen, oder nicht, aber leider, die Geräte müssen bleiben
Schon klar. ;) Ich hätte es euch auch nicht erst 1 Stunde vorher gesagt...
 
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niesreiz

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@aquarius2 ...jou, in meinen Augen nur ein weiteres lästiges Symptom eines schwerkranken Systems von unzureichender Finanzierung und damit verbundener Planungsunsicherheit und Personalverschleiß.

Mir scheint es zu kurz gegriffen, nur die überforderten Zeitarbeitskollegin und ihr mögliches Übersprungshandeln in die Kritik zu nehmen. Dass man sich vom Rückschluss der eigenen, mutmaßlich Bewertung der Situation aus Sicht der Kollegin einen anderen Umgang damit gewünscht hätte, ist klar. Ich glaube aber kaum, dass die Kollegin mit dem Ergebnis ihrer Kurzschlussreaktion, welche höchstwahrscheinlich in ihrer Überforderung² liegt, einen Missstand in eurer personellen Besetzung und der damit verbundenen Mehrarbeit für jede*n von euch beabsichtigt hat.
Der Disponent ist auch ein Kollege, der bisher auch immer nur gutes über unsere Abteilung gehört hat, der wollte auch unbedingt unsere Meinung hören, denn er weiß nicht, ob er sie überhaupt noch woanders hinschicken soll.
Die Kollegin braucht u.U. erstmal etwas anderes als eine neue Herausforderung. Ich denke da an Supervision, Profilanpassung bei ihrem Disponenten, Bildungsmaßnahmen (wenn sie tatsächlich wieder auf einen Intensivstation eingesetzt werden will) oder was ganz anderes.... dafür ist dann doch zu wenig über die Kollegin und ihre Umstände bekannt.
 
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aquarius2

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Wie gesagt, ich kenne sie nur von dem einen Tag, habe ihr die Umkleide gezeigt ihr Schuhe aus dem OP besorgt weil sie keine dabei hatte habe ihr die Infobroschüre gegeben ihr einen Kaffee gemacht und der Spätdienst war auch nicht das Mobbingteam!
Tja, es hat wohl einen Grund Mal eben in ein anderes Bundesland zu ziehen und da ganz neu anzufangen.

Ich habe Mal in einer Uni-Klinik gearbeitet und da ist es auch vorgekommen, dass neue Kollegen in der Einarbeitung waren und gesagt haben, sie brechen ab das packen sie nicht, sie haben es gesagt und sie liefen zusätzlich mit...

Blöd nur dass der Frühdienst so zahlenmäßig und personalmäßig schwach besetzt ist. Hätte man das gleich gewusst hätte man abmelden können oder OP' absetzen können. Mir graut es schon vor dem Nachtdienst...

Natürlich gibt es immer den Faktor Mensch irgendwann kommt jeder Mal an seine Grenzen und kann nicht mehr.
 
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wir haben ein ziemlich gutes System bei den Kollegen von der Zeitarbeit. Da wir ein sehr spezialisierter Bereich sind und nicht einfach so jemanden hier arbeiten lassen koennen, haben wir etwa 5 bis 6 Kollegen von der Zeitarbeit eingearbeitet. So richtig ueber 3 Monate. Glaub. Oder auch laenger. So haben wir die Sicherheit, das wir jemanden bekommen der sich auskennt bei uns und sicher arbeiten kann. Und auch weiss was auf ihn zukommt. Natuerlich bekommt man nicht immer sofort jemanden. Sie sind ja auch wo anderst eingesetzt. Aber bisher hat es immer gut funktioniert. Sie springen allerdings nicht nur fuer ein oder zwei Dienste ein. Eher fuer eine Schwangerschaftsvertretung oder wenn Personal laenger fehlt. Wir freuen uns immer riesig wenn diese Kollegen zu uns kommen.
 

aquarius2

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Sowas wäre auch gut, leider ist das so von der Geschäftsführung nicht vorgesehen! Zeitarbeiter bekommen ein oder zwei Tage Kollegen zur Seite und müssen sehen, wie sie klarkommen! Klar stehen wir ihnen auch zur Seite, wenn was ist!
Leider weiß ich wenig bis gar nichts über diese Kollegin.
Wie lange ist sie schon im Beruf? Hat sie die Fachweiterbildung wie lange ist sie in der Zeitarbeit? Die Kollegin die sie mitgenommen hat auch nicht, die redet halt nicht viel.
Der Disponent will am kommenden Montag ein Gespräch mit ihr führen, denn wenn sie sowas noch Mal macht fällt das ja auch auf die Firma zurück und ehrlich gesagt, einige merken doch ganz schnell, dass Zeitarbeit doch nicht so das wahre ist.
Mal gefällt das Fachgebiet nicht, Mal gibt es Kollegen im Team, mit denen man nicht klarkommt oder Zeitarbeiter werden einfach irgendwohin eingeteilt, wo sonst keiner arbeiten will.
Die Zeitarbeiter, die bisher zu uns kamen waren meist gerne bei uns und viele kamen ein zweites oder drittes Mal. Unsere PDL ist den Firmen gegenüber immer ziemlich fordernd und erwartet von denen die eierlegende Wollmilchsau als Pflegekraft am besten zum Mindestlohn!
Wenn die das Montag erfährt wird sie den Disponenten wieder zutexten! Von wegen unprofessionell und untragbar!
 

Martin H.

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Wir haben mittlerweile genau so viele ZA wie Stammpersonal.
Das sorgt allmählich für Verdruss, da die ZA ihre Sonderwünsche erfüllt bekommen und der Stamm drum herum arbeiten muss.
Wir haben eine, die so arbeitet wie es kommt und die auch übernommen werden will (von beiden Seiten).
Eine macht nur Früh, die andere nur ein WE, wieder eine andere muss zwei feste Tage frei haben, die andere hat jeden Monat etliche Sonderwünsche.....

Und der Stamm tanzt drum herum..... lustig alles... nicht...
Besonders Kommentare wie "das ist der Luxus, den ich mir gönne" etc.... jeden Monat erneut kurzfristige Änderungen, Urlaubswünsche (die ja nur 14 Tage im Voraus angemeldet werden müssen),

das frisst so viel Energie....
nur noch müde bin....zu müde um wütend zu sein.
 

aquarius2

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Zum Glück ist so ein Vorfall wie dieser eher eine Ausnahme die meisten Zeitarbeiter sind verträglich und haben nicht tausend Sonderwünsche! Auch ihren Urlaub melden sie rechtzeitig an, so dass man den Dienstplan nicht ständig umschreiben muss, wie gesagt,diese Frau war die absolute Ausnahme.
In der Firma haben sie ihr auch gesagt, wie unprofessionell ihr Verhalten war, natürlich kann es vorkommen, dass es einem nicht gefällt aber dann ruft man frühmorgens die Firma an und nicht eine Stunde vor Dienstbeginn!
Die werden sie nicht weiter einsetzen und sie haben das unseren Leitungen gesagt. Wie gesagt, sowas brauche ich nicht noch einmal.
 
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Gast
Ja mittlerweile geht scheinbar auch den ZA-Firmen das (qualifizierte) Personal aus.
Wir fordern auch GuKs an, möglichst mit ZNA Erfahrung, und wir bekommen dann statt dessen schonmal KPHs, AP... nicht lustig... für beide Seiten nicht.

Eine unserer ZA-Kräfte (GuK) musste jetzt an ihrem 5. Dienst mit einer von der ZA (auch GuK), die ihren 4. Dienst hatte, alleine arbeiten und hat einen Weinkrampf bekommen.....
Von uns aus dem Stammteam war niemand mehr da, zwei AU, eine frei, eine Früh, eine Nacht , eine Urlaub.... Ende.

Und ich weiß nicht, was noch passieren muss.... Betten sperren, Haus abmelden ist von ganz oben nicht gewollt...
 

aquarius2

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Auch bei uns gab es schon Dienste ohne Stammpersonal, nicht optimal! Wird aber nicht besser, solange niemand fest anfängt, was aber nicht passieren wird...
 
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Wie alt war denn die ZA Kollegin?

Zugegeben meinem unreifen, 20 Jährigen Ich hätte das genauso passieren können.
Total überfordert, immer nett lächeln und danke sagen. Aber innerlich vor Überforderung weinen, an sich zweifeln und kurz vor Feierabend das grauen vor den nächsten Tag bekommen. Das man Überforderung aushalten und ertragen muß um zu einem besseren Ergebnis zu kommen wurde mir auch erst Jahre später klar. Damals hätte ich mich lieber selber fertig gemacht, das ich dem ganzen nicht gewachsen wäre, gepaart mit der Feigheit es den Kollegen ins Gesicht zu sagen.

Allerdings habe ich unreifes Verhalten auch schon bei dem ein oder anderen ü40 Jährigen gesehen.
 

ludmilla

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Das hat doch mit Unreife nichts zutun! Das kann einem psychisch instabilen Menschen (aus welchem Grund auch immer) auch mit 30, 40 oder 50 Jahren passieren! Ich kenne solche Weinkrämpfe von Kollegen und auch von mir selbst! Für mich war nach dem 2. Mal Schluss. Ich habe mir was anderes außerhalb der Klinik gesucht.
Es ist pure Überforderung mit Angst und keine Unreife!
 
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Martin H.

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Zugegeben meinem unreifen, 20 Jährigen Ich hätte das genauso passieren können.
Total überfordert, immer nett lächeln und danke sagen. Aber innerlich vor Überforderung weinen, an sich zweifeln und kurz vor Feierabend das grauen vor den nächsten Tag bekommen. Das man Überforderung aushalten und ertragen muß um zu einem besseren Ergebnis zu kommen wurde mir auch erst Jahre später klar.
Man muss sicherlich manches aushalten im Arbeitsleben und in unserem Job erst recht.
Aber daß man "Überforderung aushalten" müsse ist in meinen Augen Käse und es hat auch nichts mit Unreife zu tun, wenn man´s nicht tut!
Im Gegenteil, es ist absolut wichtig, daß Pflege endlich lernt, den Mund aufzumachen, Grenzen zu ziehen und zu sagen "Stop! BIs hierher und nicht weiter."
Wir sind nicht an allem schuld, was die letzten Jahre im Gesundheitssystem allgemein und in der Pflege speziell schief gelaufen ist, und wir müssen auch diese Fehler von anderen (Politik, Gesellschaft, Klinikleitungen usw.) nicht "irgendwie wieder grade biegen".
Überlastungsanzeige rauskloppen und fertig! Und wenn das nichts bringt, woanders hingehen.
 

InetNinja

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Das meinte ich nicht mit Unreif. :oops::confused:
Nebenbei habe ich von unreifen Verhalten geredet. Das heißt nicht das der Mensch in allem Unreif ist.

Ich meinte das man einfach noch nicht Lebenserfahrener ist. Also zu wissen das Überforderung Stellenwiese normal ist und man das "locker" nehmen kann. Das heißt nicht das man das runterspielen, alles in sich hinein fressen, drüber hinweg gehen soll etc. einfach nur das dass ein Gefühl ist was im Job oder sonst wo begegnen kann/wird.
Man soll drüber reden, aufmerksam machen, einen Schritt zurück treten, Hilfe einfordern, gemeinsam durchstehen usw.

Und jeder Job bringt seine Schwierigkeiten mit sich. Ich habe in anderen Jobs außerhalb der Pflege auch schon Überforderung erlebt. Hab auch schon deswegen gekündigt. Weil der AG damit nicht sorgsam umgegangen ist.

Und dieser Prozess vom destruktiven zu konstruktiven aushalten empfinde ich als Reifeprozess.
 

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