Examensprüfungen Generalistik völlig anders / Erfahrungen

Daher kann ich die Entwicklung nur gutheißen.
In deinem Bereich sicherlich.

Aber in einem Krankenhaus ist es schwierig, auf Augenhöhe mit Medizinern zu arbeiten, wenn man so gut wie keine Kenntnisse zu Anatomie und Physiologie hat.
Die Betonung liegt hier auf „Zusammenarbeit“ . Es sollte sich ein Team um den Patienten kümmern.

Und alle Funktionsbereiche setzten die Anatomie und Physiologie des Menschen noch mehr voraus. Wenn wir diesen Bereich also nicht komplett an „Nicht-Pflegekräfte“ abgeben wollen wäre ein bisschen mehr „medizinische Basis“ und etwas weniger „Pflegeplanung“ vielleicht zu überdenken.

Man könnte ja sich vielleicht in den ausländischen Ausbildungen mal umschauen und die positiven Dinge einfließen lassen. Die derzeitige Ausbildung hat mit internationalen Standards aber (nach meinem Empfinden) sehr wenig gemein.

LG Einer
 
Zuletzt bearbeitet:
In deinem Bereich sicherlich.
Das hat nix mit meinem Bereich zu tun; ich spreche von der Pflege. In der ich bekanntlich nicht mehr arbeite.
Aber in einem Krankenhaus ist es schwierig, auf Augenhöhe mit Medizinern zu arbeiten, wenn man so gut wie keine Kenntnisse zu Anatomie und Physiologie hat.
Auf Augenhöhe?
Ein Beruf (Profession möchte ich das dann nicht nennen), der sich einzig und allein durch möglichst große Arztnähe definiert und Assistenztätigkeiten für Ärzte höher schätzt als den ureigensten Kern des eigenen Berufes ist genau das:
Ein reiner Assistenzberuf.
Den die Ärzteschaft aber dann auch garantiert (und völlig zu recht) nicht auf Augenhöhe sieht.

Im übrigen gibt es noch genug Bereiche im Berufsfeld Pflege, wo nicht das Runterbeten sämtlicher Handknöchelchen das Allergrößte darstellt, sondern z. B. Kommunikation, Beziehung oder Psychologie.
 
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Schade, dass die Diskussion zum Thema, wie die Pflegeausbildung sein soll und was eine Pflegekraft definiert, nur noch in Extremen endet.
Ja, die „klassische“ Ausbildung mit massivem Überhang der medizinischen Inhalte („Runterbeten sämtlicher Handknöchelchen“) war nicht zielführend.
Die heutige Ausbildung, ohne jeglichen „medizinischen Anteil“ ist es , meiner Ansicht nach, aber auch nicht.

Ich persönlich finde es erschreckend, wenn Auszubildende im 3. Lehrjahr nicht wissen, warum die Beobachtung der Ausscheidung eines Patienten etwas über eine eventuelle Erkrankung aussagen kann. Auch die gesamte Beobachtung des Patienten, inklusive Anatomischer und Physiologischer Grundlagen, gehört für mich dazu. Eine Pflege zu planen sollte immer alles umfassen. Den medizinischen Part komplett abzugeben ist, meiner Ansicht nach, der falsche Weg.

Und eine “möglichst grosse Arztnähe“ ist hier auch nicht das Ziel, sonder die bestmögliche Versorgung und Pflege der Patienten.

Gerade in meinem Bereich arbeite ich ( nach meinem Empfinden ) mit den Ärzten zusammen, um die Patienten gut und sicher wieder aus dem OP raus zu bekommen. Ich operiere die Patienten nicht und habe auch keinerlei Interesse, die Eingriffe zu assistieren. Das ist der Bereich der Ärzte.
Aber ich sorge dafür, dass die Patienten nicht zur Nummer werden und nicht mit Lagerungs- oder „Abstützschäden“ aus dem OP raus gefahren werden. ( Und noch einiges mehr) Und ich habe auch keine Skrupel dies zu kommunizieren. Notfalls auch schriftlich .
Aber dies geht nur, wenn ich von den Ärzten nicht nur als reiner Assistent angesehen werde. Ich kann ihr Freund und Kollege sein, aber auch ihr schlimmster Feind ( und der Anwalt des Patienten)


Der beste Weg ist meist in der Mitte. Extreme am Rand schaden oft dem Ziel.

LG Einer
 
Es ist erschreckend, mit welcher Vehemenz Kollegen hier darauf pochen, dass Kenntnisse über Pathophysiologie, Anatomie und Pharmakologie unwichtiger sind, als Wissen über Soziologie, Pädagogik und Psychologie.

Für mich sieht es danach aus, als würde Pflege vehement jegliche Verantwortung, die aus dem Wissen über medizinische Aspekte ihrer Arbeit erwachsen, ablehnen. Das macht sich insbesondere dann bemerkbar, wenn es darum geht, aus den erhobenen Beobachtungen eines Patienten Rückschlüsse über die daraus folgenden Konsequenzen zu ziehen.
Man verschliesst die Augen über eine Verschlechterung des AZs, nur damit man seiner (in den Augen der Kollegen) ursprünglichen Aufgabe nachkommen kann: Der Körperpflege.

Wenn Waschen und eincremen die einzige Tätigkeit ist, die man ausführen möchte, wozu hat man dann eine 3-jährige Ausbildung durchlaufen?
Hätte da nicht auch die 1-jährige Ausbildung zum Pflegehelfer gereicht?

Natürlich hätte es!
Man muss sich nur mal das Selbstverständnis des Pflegeberufes im Ausland anschauen: Nirgendswo sonst ausser in Deutschland, ist die Krankenschwester, der Krankenpfleger damit beschäftigt, Körperausscheidungen von Leibe zu entfernen und die Haut einzucremen. Essen anreichen? Dafür sind im Ausland die Angehörigen zuständig.
Sind diese nicht vorhanden, dann übernehmen das die einjährig ausgebildeten.

Und kommt mir nicht mit Hautbeobachtung, das erkennt ein 1-jährig Ausgebildeter genauso gut, wie eine 3-Jährige. Insbesondere dann, wenn die 3-Jährige sich weigert, medizinische Rückschlüsse daraus zu ziehen.

Aber bei dem Argument der Aspiration, da nutzt auf einmal die deutsche Krankenschwester das Wissen aus Pathophysiologie und Anatomie plötzlich. Könnte man ja schließlich als Pflegefehler auffassen und daraus strafrechtliche Folgen ableiten.


Das Kolleginnen und Kollegen sich ihrer Verantwortung entziehen wollen, das sehe ich seit über 10 Jahren in meiner Tätigkeit.
Hat sich der Allgemeinzustand des Patienten verschlechtert, weil er exsikkiert, dann wird der Arzt angerufen. Dieser legt einen Zugang und ordnet eine Infusion an. Aber wehe die Ausarbeitung der Infusion kollidiert gerade mit der Essensausgabe, dann muss darf der Patient im schlimmsten Falle weiter auf seine Jono-Steril warten.

Ein anderes Beispiel: Auf einer IMC liegt eine Patientin, es ist Sylvester und seit Tagen sinkt der Hb. Die Kolleginnen und Kollegen machen brav seit sechs Tagen ihre BGAs, mindestens drei täglich.
Hat einer darauf geachtet, dass die Patientin seit 6 Tagen blutet?

Nein. Von einem 12 Hb runter auf bereits 6,4. Sind mal EKs verabreicht worden? Fehlanzeige.
Als ich mich erkundigt habe, warum da nichts gelaufen ist, wurde mir geantwortet, dass die BGAs schön säuberlich vor dem Zimmer auf der Ablage abgeheftet worden sind und somit auch seit Tagen dokumentiert wurden.

Im Pflegebericht im Computer war nichts dergleichen von den Kollegen eingetragen worden, auch in den Infos an den Arzt ist dies nicht weitergetragen worden.
Warum?
"Weil es die Aufgabe des Arztes ist!" - Diese Antwort höre ich jedes mal wieder und jedes Mal kriege ich eine Wut deswegen.
Jede Pflegekraft arbeitet engstens am und mit dem Patienten. Sie verbringt Stunden ihres Tages an dem Patienten und sieht ihn häufiger, als der Arzt es jemals in seinem Dienst tun wird.
Was war also die Konsequenz aus dem Fall?

Der Arzt hat mich verflucht, weil ich ihm gesagt habe, dass er diese Nacht keine Minute das Auge schließen wird, sofern wir hier nicht anfangen zu arbeiten.
Am Ende waren wir 6h nur an dieser einen Patientin beschäftigt, da sie mit 8x geclippt werden musste, da die Blutung im Magen sonst nicht gestillt werden konnte. 4 EKs später hatte sie sich soweit stabilisiert, dass man auch anderen Tätigkeiten nachkommen konnte.

Leider ist dies kein Einzelfall.
Nur weil Pflegekräfte keine Verantwortung übernehmen wollen, versterben Patienten. Sogar bei einem Maximalversorger.
Warum? Weil man lieber auf eine Arztanordnung wartet, anstatt lebensrettende Sofortmaßnahmen zu ergreifen.
Prägnantestes Beispiel, dass mir von dieser Station in Erinnerung geblieben ist:
Ein Erstickungstod bei einer Fehllage der Trachealkanüle auf Station nach chirurgischer Abtragung von Belegen an den Wundrändern.

Und warum? Weil die Pflegekraft, die für den Patienten zuständig war, die Stationsärztin soweit verunsichtert hatte mit ihrer Aussage, dass sie die TK nicht wechseln dürfen, da der Patient nach der OP sonst blutet.
Folge: Patient verstorben, Reanimationsmaßnahmen frustran. KriPo war anschließend auf Station und hat den Leichnahm dann mitgenommen.

Ein anderer Fall: Eine Kollegin aus der Fraktion "Pflege soll nur pflegen" versorgt einen Patieten in der Grundpflege. Wäscht Haare, Körper von Kopf bis zur Zehe. Am Schluß ist der Patient trotz laufender Katecholamine asystol.
Warum? Weil sie in ihren Augen den Patienten grundpflegerisch versorgen musste, gleich wie schlecht sein AZ war.
Folge: Reanimation durch falsch gesetzte Prioritäten.

Und es werden auch weiterhin Menschen sterben in Krankenhäusern aufgrund von Ignoranz der Beteiligten, weil jeder die Verantwortung auf den Anderen abschieben will.


Es ist bedauerlich zu sehen, dass hier auch direkt mit Kompetenzgerangel argumentiert wird, mit Arbeiten und Augehöhe etc. Was auch kein Wunder ist, wenn man sich selbst aus jeglicher Verantwortung für seine Handlung zu stehlen versucht.

Aber sobald man dann im Funktionsbereich tätig ist, da auf einmal ist Teamarbeit möglich. Auch respektvoller Umgang und Austausch auf Augenhöhe. Und das unter Ärzten und Pflegekräften.

Jeder Chirurg hat seinen Höhenflug, bis ihn seine OP-Pflege aus seinen Wolken reisst. Und das wird auch jeder Ober- und Chefarzt bestätigen können.
Und das ist nicht nur im OP so, in der Anästhesie erlebt man dasselbe. Hier muss der Anästhesist mit der Pflege zusammenarbeiten - jeder für sich ist nicht möglich. Kompetenzstreit? Passiert nur einmal. Spätestens wenn der erste 24h Dienst ansteht, wird man sich mehrmals überlegen, ob man darauf pocht, welche Aufgabe welchem Beruf zusteht.
Wenn aber der Arzt und seine Pflege-Team eingespielt ist, dann hat der Patient die besten Chancen zu überleben.


Umso gefährlicher ist es, wenn man nun in der Ausbildung sich auf vermeintliche Kompetenzen und Kernaufgaben der Pflege versteift, von medizinischem Wissen abkehrt und sich Bereichen widmet, die nicht zum Aufgabenbereich gehören, da es für diese Felder ebenfalls besser ausgebildete Fachleute gibt.
Stattdessen züchtet man sich eine Haushälterin an, die als Jack-of-all-Trades dienen soll. Auf Deutsch: Eierlegende Wollmilchsau, die auch Menschen waschen kann.

By the Way: Aufgrund der geteilten Verantwortung, die sich aus der Teamarbeit im Funktionsdienst erwächst, entwickelt sich auch eine gewisse Haltung im Berufsverständniss.
Somit ist es auch kein Wunder, dass Pflegekräfte von ITS und OP immer als arrogant von den Kolleginnen und Kollegen seitens der Peripherie dargestellt werden.
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich bin auch im 3. Jahr Generalstik. Hohen Schulabschluss, schon 23 Jahre einen sehr verantwortungsvollen Beruf gehabt. Familie ist auch da, also nicht so ganz auf der Eipelle dahergeschwommen... Claudia, was hier (meiner Meinung nach völlig zu Recht) angeprangert wurde, ist die völlig am Berufsalltag vorbei geplante inhaltliche Besetzung der Inhalte und des spiralförmigen Lehrplans. Ja, es ist modern, aber deswegen nicht unbedingt besser. Aussage der Schule (BY) 30% medizinische Inhalte wurden zugunsten der Sozialpsychologie gestrichen. Ich kann Kommunikationsmodelle benennen aber pathophysiologisch bin ich mindergeschult. Toll.
Ich wollte einen "medizin-nahen" Beruf erlernen. Ich komme mir jetzt vor wie ein medizinisch gecoachter Sozialassistent, der universell einsetzbar ist aber medizinisch kein Standing mehr hat. Die ganze Ausbildung kann ich nicht mehr ernst nehmen. Im praktischen Teil wird man als Schüler an Wochenenden und Feiertagen verheizt, das nur nebenbei. Was ich nach der Ausbildung mache (falls ich bestehe) weiß ich schon..
Genau so ist es. Claudia hat es vllt nicht ganz verstanden, oder ich mich zu schwammig ausgedrückt.
Jetzt nach der Ausbildung gehts erst los und ich hab keine Ahnung von irgendwas. Aber die Kollegin meinte, dass sie bisher sehr zufrieden ist.
 
Das hat man davon, dass Pflegekräfte nur Pflege wollen. Also wasch- und putznahe Tätigkeit.

Medizinisches Wissen? Wozu, man ist doch zu einer Waschmaschine ausgebildet worden.
Und Hausmädchentätigkeiten.
Das ärgerliche ist aber, dass man dann - wie ich jetzt - im Fachbereich dennoch auf gleichem Niveau arbeiten will/soll. Dauert nach der Ausbildung entsprechend länger... hat also viel gebracht. Also ich hatte mit der neuen Ausbildung viel Hoffnung, aber es ist eine Katastrophe... und viele Schüler haben jetzt mit den schon gestrichenen Inhalten weiter Probleme.
 
Dafür kannst du dem Patienten jetzt pädagogisch wertvolle den Sinn der täglichen Körperpflege auf der ITS erklären. Auch wenn er damit nichts anfangen kann, da sediert und intubiert, aber auch einen Erwachsenen muss man erziehen.
Und gleichzeitig kannst du ihm auch erklären, dass er, sofern er asystol werden sollte, ihm nur die Füße eincremen darfst. Aber vorher musst du erst auf den Arzt warten, damit er die passende und erlaubte Creme anordnen darf.
Denn deine Vorbehaltstätigkeit, die gesetzlich kein anderer Beruf ausführen darf, die hast du natürlich gemacht: Die Pflegeplanung ist geschrieben. Jetzt muss sich gefälligst nur noch der Patient daran halten.


Es hatte schon seinen Grund, weshalb zu meiner Ausbildungszeit keine frisch examinierten auf der ITS anfangen durften, sondern mindestens 2 Jahre auf Peripherie sich einlernen durften.
Aber Fachkräftemangel macht vieles möglich.
 
Schade, dass die Diskussion zum Thema, wie die Pflegeausbildung sein soll und was eine Pflegekraft definiert, nur noch in Extremen endet.
Naja, ich lese gerade hier von Dir und noch mehr von Leander Extreme, teilweise werden mir Dinge in den Mund gelegt, die ich nicht gesagt hatte. Z. B. hatte ich nicht gesagt, daß medizinische Anteile in der Pflege überflüssig seien, ich wehre mich nur gegen deren Dominanz bei gleichzeitiger Verdrängung aller anderen, durchaus auch wichtigen Anteile.
Die heutige Ausbildung, ohne jeglichen „medizinischen Anteil“ ist es , meiner Ansicht nach, aber auch nicht.
Wer sagt denn, daß es so ist?
Bisher hatte ich dazu nur Aussagen von Schülern gelesen, die ich mit Vorsicht genieße; nicht umsonst hatte ich nach Aussagen der Profis, die den tatsächlichen aktuellen Lehrplan kennen (Lehrkräfte) gefragt, aber es mochte sich bislang noch keiner äußern.

Hier im Thread ging’s um die generalistische Ausbildung; Leander beklagt sich lang und breit über Kollegen/Kolleginnen, aber was hat das mit der neuen Ausbildung zu tun? Die ersten Absolventen werden dieses Jahr fertig, können also noch gar nicht als neue Kollegen in Erscheinung getreten sein.
Hier werden der Generalistik Sachen angelastet, die definitiv noch aus der alten Ausbildung stammen - mag man sie nun gut oder schlecht finden, aber das ist Fakt.

Für mich sieht es danach aus, als würde Pflege vehement jegliche Verantwortung, die aus dem Wissen über medizinische Aspekte ihrer Arbeit erwachsen, ablehnen.

Sind mal EKs verabreicht worden? Fehlanzeige.
Verantwortung ablehnen?
Erythrozytenkonzentrate anhängen??

Vielleicht sollte man sich, bevor man derart abstruse Dinge fordert, mal drüber klar werden, daß medizinische Therapie in Deutschland ganz klar in den ärztlichen Bereich fällt. Das mag man bedauern oder gutheißen, aber es ist Tatsache, und die Schuld daran trägt ganz gewiss nicht „die Pflege“. Hält sich eine Pflegekraft nicht daran und verabreicht eigenhändig Blutkonserven, macht sie sich ggf. strafbar.

Eine Pflegekraft sollte solche grundlegenden Dinge eigentlich wissen. Sehr bedenklich finde ich, daß es ganz offensichtlich nicht so ist.

Nachdem einige „nette“ Anekdoten kamen, hier noch kurz eine zum Thema „Verantwortung“:
Auf meiner Station lag mal eine frisch operierte Patientin, die offensichtlich massiv nachblutete. Meine Kolleginnen verständigten ordnungsgemäß den diensthabenden (eigentlich zuständigen) Orthopäden. Der kam, motzte ein bisschen über die Kolleginnen rum, konnte nichts finden und verschwand wieder.
Meine Kolleginnen riefen daraufhin den (eigentlich nicht zuständigen) Diensthabenden Anästhesisten. Der kam, sah sie sich kurz an, und ordnete umgehend „Sofort auf die Intensivstation!“ an (was den Herrschaften dort auch nicht ganz paßte)… und rettete ihr mit Blutkonserven das Leben.

Aber vermutlich hätten die Kolleginnen ihrer Verantwortung gerecht werden und rechtzeitig Blutkonserven anhängen sollen, statt den Arzt mit solchen Kinkerlitzchen zu belästigen…

Zu den restlichen, teilweise abstrusen Äußerungen über z. B. Pflege im Ausland, äußere ich mich hier nicht.
Vielleicht sollten manche mal aus ihrer (Intensiv)Blase rauskommen und sich ordentlich informieren, bevor sie derartiges verzapfen.
Denn die (Pflege)Welt ist sehr viel größer als nur die eigene Intensivstation… z. B. Psychiatrie, Neurologie, ambulante Pflege, der ganze Bereich der Altenpflege… dort hilft einem das Herumwerfen mit anatomischen Begriffen eher weniger und profunde Kenntnisse in Kommunikation, Konfliktbewältigung oder Psychologie wären hilfreicher.

Dann bräuchten sie sich auch nicht zu wundern, warum einige von ihnen bei den Kollegen als arrogant und überheblich gelten.
 
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Hier ist ja einiges los.
Ich habe die verherigen Posts so verstanden: Wir haben die Werte abgeheftet und ausgelegt - dies zu finden ist Arztsache und das geht halt nicht. Ja - kam nicht von den Generalisierten.

Ich habe meine alte Ausbildung mit viel medizinischem Wissen geliebt - aber auch die pflegerische Ausbildung fand ich durchaus anspruchsvoller als die von späteren examinierten Kollegen - auch vom Nachfragen, was denn so gelernt werden musste.

Ich habe mich noch nie zurückhalten können die Ärzte zu stressen. Dies ging früher aber einfacher, die Pflege wurde durchaus ernster genommen. Heute ist es sehr schwierig einen Arzt für eine Patientenuntersuchung zu gewinnen wenn die Viste schon abgearbeitet wurde. Und Nachts ist die volle Ambulanz durchaus wichtiger. Ich rede nur von der "normalen" Station.

Mein Motto war immer und wird die letzten 6 Monate bis zur Rente auch bleiben:
Besser dreckig gesundet als sauber verstorben.

Ich habe gewisse Bedenken mal Patient zu werden
 
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Ich verstehe auch die Diskussion darüber, wie viel medizinisches Wissen in einer Pflegeausbildung gehören sollte.
Wenn ich die Vertreter der Ärzte in ihrer Disziplin frisch ausgebildet auf Station begegne, beobachte ich oft Überforderung. Das betrifft sowohl Pflegefachkräfte in der Ausbildung als auch frisch ausgebildete Assistenzärztinnen und -ärzte.

Meiner Meinung nach lernen sie am meisten beim direkten Kontakt mit Patienten und auch von ihren Kollegen.

Das Lernen am Patienten, inklusive der Kommunikation mit dem Patienten und der Durchführung von Pflegediagnostik, ist essenziell.
Es ist eine Sache, Pankreatitis im Lehrbuch nach Leitlinien zu lernen, aber Patienten mit Schmerzen zu betreuen und individuell auf ihre Bedürfnisse einzugehen, ist eine völlig andere Herausforderung.
Das zeigt mir, dass Wissen dazu dient, Kompetenzen zu erwerben, einschließlich medizinischem Wissen, aber auch dem Umgang mit dem Erleben des Patienten in seiner Situation, Alltag, Familie und anderen Faktoren.

Es ist wichtig, ein umfassendes Verständnis für den Patienten zu entwickeln, um eine Ganzheit
 
Ich habe die verherigen Posts so verstanden: Wir haben die Werte abgeheftet und ausgelegt - dies zu finden ist Arztsache und das geht halt nicht.
Das ist sicherlich richtig, wenn es so war. Aber auch die zuständigen Ärzte hätten unaufgefordert mal auf die Befunde schauen können, das geht nämlich auch nicht, sich überall nur auf die anderen Berufe zu verlassen, die man dann als „Zuarbeiter“ abqualifiziert.
Meine Erfahrung aus der Klinik war, daß man Ärzten ständig nachrennen mußte, damit solche Infos auch mal ankommen - wohlgemerkt bei eigenem Stress und genug eigenen Aufgaben(*). Verständlich, daß manche Kollegen die Faxen irgendwann dicke hatten, die Sachen ordentlich dokumentiert und den Arztreiter gezogen hatten. Und, weil mir das jetzt sicherlich gleich wieder unterstellt wird: Nein, natürlich nicht bei akut lebensbedrohlichen Zuständen.

(* Ich rede hier übrigens nicht nur vom vielgescholtenen „Waschen“ der Patienten… dieses dümmliche und polemische Gewäsch könnte man sich auch einfach mal sparen. Und falls nicht klar ist, welche Aufgaben gemeint sind - umso schlimmer)
 
Martin, mach dich nicht lächerlich.
Meine Aussage aus dem Kontext zu reißen und fehl zu interpretieren entkräftet nicht meine Argumente.
Im Gegenteil, deine gescheiterte Rhetorik wird jedem Leser offensichtlich, der auch nur ansatzweise in der Rechtskunde sich mit dem Transplantationsgesetz auseinandergesetzt hat.
Und das hat jede Pflegekraft im Rahmen ihrer Ausbildug. Im Fach/Modul Recht & Gesetz.

Einen pathologischen Vitalwert zu unterschlagen und nicht an den Arzt weiterzumelden ist nun mal nach §323c unterlassene Hilfeleistung.
Wenn es nun ein anormaler Blutdruck wäre, dann würdest du mir zustimmen, da das Erkennen und Beobachten von Vitalparametern mit zur Patientenbeobachtung zählt. Analog dazu aber auch alle Parameter, die man erhoben hat. Und dazu gehört auch der Hb bei einer BGA, genauso wie alle restlichen Parameter, die auffällig sind.
Würde man nämlich deiner Argumentation folgen, dann wäre auch die Interpretation der Monitorwerte Arztaufgabe, richtig?
Ergo müsste die Pflegekraft nicht darauf achten, dass der Patient beispielsweise bradykard wird und droht in eine Asystolie zu rutschen.

Du nimmst meine Aussagen und betrachtest sie als Anekdoten und verharmlost sie dadurch. Für dich sind das nur Erzählungen einer eingebildeten Pflegekraft von ITS.

Für die Betroffenen und deren Angehörige sind das dann tragische Einzelschicksale.

Für jemanden, der sich mit solchen Mängeln kritisch beschäftigt, weil sie nunmal nicht so einfach zu übersehen sind [es sei denn, man verschliesst willentlich die Augen, weil es in nicht in die eigene Politik passt] sind das strukturelle Mängel, Organisationsverschulden und auch Prozessfehler.

Und all diese Mängel, Verschulden und Fehler werden sukzessive durch die neue Ausbildung und durch die Ansichten solcher Kollegen gefördert.
Ich bin sogar geneigt zu sagen, dass der Pflegeberuf durch die eigene Professur zersetzt wird. Zu einem massiven Nachteil für die davon Betroffenen: Zukünftige Pflegekräfte und Patienten.

Bezüglich der anderen Tätigkeiten ausserhalb von medizin-nahen Funktionsbereichen, beispielsweise Psychiatrie, Beratungsstellen etc: Auch hier gibt es keine bettnahen Pflegetätigkeiten, sofern man "Pflege" so definiert, wie der Konsens von einigen Pflegekräften hier dargestellt wird. Denn: Auch in diesen Bereichen ist nichts mehr mit Körperpflege, Anreichen von Essen etc.pp.
Also können diese Bereiche nicht als Argument gegen einen medizinischen Bestandteil in der Pflegeausbildung verwendet werden.
 
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Reaktionen: ludmilla
Dafür kannst du dem Patienten jetzt pädagogisch wertvolle den Sinn der täglichen Körperpflege auf der ITS erklären. Auch wenn er damit nichts anfangen kann, da sediert und intubiert, aber auch einen Erwachsenen muss man erziehen.
Und gleichzeitig kannst du ihm auch erklären, dass er, sofern er asystol werden sollte, ihm nur die Füße eincremen darfst. Aber vorher musst du erst auf den Arzt warten, damit er die passende und erlaubte Creme anordnen darf.
Denn deine Vorbehaltstätigkeit, die gesetzlich kein anderer Beruf ausführen darf, die hast du natürlich gemacht: Die Pflegeplanung ist geschrieben. Jetzt muss sich gefälligst nur noch der Patient daran halten.


Es hatte schon seinen Grund, weshalb zu meiner Ausbildungszeit keine frisch examinierten auf der ITS anfangen durften, sondern mindestens 2 Jahre auf Peripherie sich einlernen durften.
Aber Fachkräftemangel macht vieles möglich.
Ganz so schwarz sehe ich es nicht. Junge Kollegen sind auf allen Bereichen auch eine Bereicherung. Und Arbeit nehme ich ja auch jetzt schon ab, selbst wenn ich natürlich noch etwas mehr Zeit für Anleitungen etc. beanspruche. Sicherlich braucht man auch ein höheres Maß an Eigeninitiative und Interesse an intensivtherapeutischen Maßnahmen. Deshalb ist es natürlich grundsätzlich nicht verkehrt, dass jeder mit Anfang 20 direkt in einen Fachbereich wechselt. Die anderen Kollegen meines Kurses haben z.B. nach der Ausbildung kaum bis gar nicht Lust gehabt, sich jetzt weiter ans Lernen zu machen. Daher geht man dann eben in die Langzeitpflege (was wir ja jetzt ideal können) oder bleibt auf Normalstation, wo man auch mit deutlich weniger Wissen zurecht kommt.
Von mir weiß ich aber, dass ich nur Tätigkeiten durchführe, bei denen ich 100%ig sicher bin und beim kleinsten Zweifel lieber nochmal nachfrage als etwas ohne Wissen zu tun (was viele Kollegen meiner Erfahrung nach nicht tun). Oft wissen mir da auch die Alteingesessenen nicht zu helfen, wenn ich genaue Gründe für eine pflegerische Tätigkeit wissen möchte bzw. wie das im Detail funktioniert.
Und wie schon gesagt, so bin ich in Akutsituationen anfangs vllt etwas überflüssig, aber dafür bringe ich halt viel frisches Wissen aus der Ausbildung mit und bin noch im Lernprozess drin.
Bislang sind mir gegenüber auch alle positiv gestimmt.... das mag aber auch am grundsätzlichen Personalmangel auf der Intensivstation liegen.
 
Das ist sicherlich richtig, wenn es so war. Aber auch die zuständigen Ärzte hätten unaufgefordert mal auf die Befunde schauen können, das geht nämlich auch nicht, sich überall nur auf die anderen Berufe zu verlassen, die man dann als „Zuarbeiter“ abqualifiziert.
Meine Erfahrung aus der Klinik war, daß man Ärzten ständig nachrennen mußte, damit solche Infos auch mal ankommen - wohlgemerkt bei eigenem Stress und genug eigenen Aufgaben(*). Verständlich, daß manche Kollegen die Faxen irgendwann dicke hatten, die Sachen ordentlich dokumentiert und den Arztreiter gezogen hatten. Und, weil mir das jetzt sicherlich gleich wieder unterstellt wird: Nein, natürlich nicht bei akut lebensbedrohlichen Zuständen.

(* Ich rede hier übrigens nicht nur vom vielgescholtenen „Waschen“ der Patienten… dieses dümmliche und polemische Gewäsch könnte man sich auch einfach mal sparen. Und falls nicht klar ist, welche Aufgaben gemeint sind - umso schlimmer)
Ist jetzt auch schon meine Erfahrung, nach 2 Wochen. Zumindest punktuell muss man immer den Arzt informieren, weil der das sonst nicht auf dem Schirm hat... trotz digitaler Akte. Gut, die sind halt auch chronisch unterbesetzt und haben keine Zeit, dazu kommen Leihärzte.
Aber ganz aktuell war da ein Reanimationsfall, den ich am Rande mitbekommen habe. Der Arzt hatte den Patienten bei bereits schlechter peripherer Sättigung (83-85%) flach im Bett positioniert um eine Bronchoskopie durchzuführen, war dann jedoch nochmal aus dem Zimmer gegangen. Kurz darauf wurde der Patient reanimationspflichtig und der Arzt kam dann erst, als die Kollegen der Pflege schon mitten in der Reanimation waren. Der Arzt ist dann auch während der Reanimation für mehrere Minuten verschwunden, obwohl der wohl anwesend sein müsste.
Also zumindest erlebe ich viele Beispiele wie es nicht laufen sollte. So lernt man ja vllt auch was.
 
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Reaktionen: Martin H.
Und all diese Mängel, Verschulden und Fehler werden sukzessive durch die neue Ausbildung und durch die Ansichten solcher Kollegen gefördert.
Ich bin sogar geneigt zu sagen, dass der Pflegeberuf durch die eigene Professur zersetzt wird. Zu einem massiven Nachteil für die davon Betroffenen: Zukünftige Pflegekräfte und Patienten.
Der Anreiz, die Ausbildung weniger medizinisch zu gestalten ist jedenfalls nicht so optimal. Die Profession an sich ist aber hilfreich und nötig, auch wenn alteingesessene Kollegen von wissenschaftlich basiertem Pflegen nicht viel hören wollen. Ich hatte kürzlich erst eine Situation, die ich korrekt ausbildungstechnisch durchgeführt habe, die Kollegin dann aber nur den Kopf schüttelte. War an sich ne lockere Situation, aber das spricht dann schon Bände.

Zudem habe ich ja nun durch meine vorherige Ausbildung ein nicht unerhebliches Vorwissen zu Schuld, Rechtswidrigkeit und Vorsatz. Daher bin ich bei meinen Handlungen auch immer sehr genau und vergewissere mich lieber einmal mehr.
Aber auch wir hatten in der Ausbildung fast nichts zu rechtlichen Grundlagen pflegerischen Handelns. Klar, kommen öfter Themen wie Fixierung. Darüber hinaus wissen die meisten aber kaum etwas mehr, als das was man täglich auf Station eh erlebt. Ich finde aber, dass die älteren wie die jüngeren Kollegen sich da nicht viel nehmen. Auf Normalstation muss man damit wohl gar nicht erst anfangen...
 
Chris, bei allem was du von deinem zukünftigen Arbeitsplatz schreibst, bist du dir sicher, dass du genau da anfangen willst? Ich lese nur Negatives. Du zeichnest ein enorm schlechtes Bild der dienstälteren Kollegen, was wir dir ungeprüft glauben müssen. Ganz egal wie viel davon Wahrheit ist, scheinst du ja einen sehr negativen Eindruck zu haben.
Ich weiß jedenfalls, dass du an anderen Standorten andere Erfahrungen machen würdest. Ich kenne Kollegen, wie du sie beschreibst, und ich kenne aber auch Kollegen, die komplett anders sind. Wahrscheinlich dürftest du anderswo ein aufgeschlosseneres Team vorfinden als da, wo du gedenkst zu arbeiten. Vielleicht überdenkst du deine Wahl nochmal. Es liest sich nicht so, als würdest du dort glücklich werden können.
 
Martin, mach dich nicht lächerlich.
Der Einzige, der sich hier lächerlich macht, bist Du.
Nein, ich werd jetzt nicht auf jede Kleinigkeit eingehen; nur so viel, das Transplantationsgesetz schreibt sicherlich keiner Pflegekraft vor, einem Patienten mit niedrigem Hb eigenmächtig Blutkonserven zu verabreichen.
Und „Unterlassene Hilfeleistung durch Unterschlagung eines pathologischen Vitalwerts“, uhh, große Worte. Eine Unterschlagung wäre gewesen, wenn der Wert komplett undokumentiert geblieben wäre… abgesehen davon schrieb ich ja, bei akut lebensbedrohlichen Zuständen reicht das Dokumentieren nicht aus und es muss direkt gemeldet werden.
Was nun die künstliche Unterscheidung zwischen z. B. RR und Hb soll, weiß ich nicht… hier legst Du mir Dinge in den Mund, die ich nie gesagt habe.
Du nimmst meine Aussagen und betrachtest sie als Anekdoten und verharmlost sie dadurch. Für dich sind das nur Erzählungen einer eingebildeten Pflegekraft von ITS.
Nö, aber es stinkt mir, daß Du hier einseitig den Kollegen den schwarzen Peter zuschiebst. Daher hatte ich ein Gegenbeispiel genannt, bei dem die Kolleginnen durch ihre Beharrlichkeit vermutlich der Patientin das Leben gerettet haben - gegen den Widerstand des Orthopäden.
Letztlich bleiben aber alle diese Beispiele Anekdoten, aus denen man nicht einfach allgemein verbindliche Aussagen ziehen kann.
Für jemanden, der sich mit solchen Mängeln kritisch beschäftigt, weil sie nunmal nicht so einfach zu übersehen sind [es sei denn, man verschliesst willentlich die Augen, weil es in nicht in die eigene Politik passt] sind das strukturelle Mängel, Organisationsverschulden und auch Prozessfehler.
Aha! Organisationsverschulden, da kommen wir der Sache schon näher. Z. B. Pflegefehler, die sich aufgrund von Personalmangel ereignet haben.
Das ist sicher nicht Schuld der Pflege oder des neuen Pflegeberufegesetzes.
Und all diese Mängel, Verschulden und Fehler werden sukzessive durch die neue Ausbildung und durch die Ansichten solcher Kollegen gefördert.
Sicher nicht.
Bezüglich der anderen Tätigkeiten ausserhalb von medizin-nahen Funktionsbereichen, beispielsweise Psychiatrie, Beratungsstellen etc: Auch hier gibt es keine bettnahen Pflegetätigkeiten, sofern man "Pflege" so definiert, wie der Konsens von einigen Pflegekräften hier dargestellt wird. Denn: Auch in diesen Bereichen ist nichts mehr mit Körperpflege, Anreichen von Essen etc.pp.
Also können diese Bereiche nicht als Argument gegen einen medizinischen Bestandteil in der Pflegeausbildung verwendet werden.
???
Es gibt genügend Pflegebereiche außerhalb des Intensivbereichs, die dennoch sehr „bettnah“ sind. Als Beispiel seien z. B. Demenzkranke in der Gerontopsychiatrie oder im Pflegeheim genannt. Aber mit umfassenden Kenntnissen über Anatomie und Physiologie kommt man hier nicht sehr weit, sondern eher mit Validation oder personenzentriertem Ansatz.
Im übrigen habe ich mich nicht gegen einen medizinischen Anteil in der Pflegeausbildung ausgesprochen, nur gegen die anscheinend bei einigen vorherrschende Einstellung, medizinische Inhalte zu allein selig machenden Inhalten der Pflege zu Ungunsten aller anderen Inhalte zu erklären.
Diese Einstellung ist vorgestrig und sollte dringend überwunden werden, will Pflege endlich als Profession anerkannt werden.
Pflege ist nicht Medizin und sie ist auch kein Teil davon.
 
Ganz so schwarz sehe ich es nicht. Junge Kollegen sind auf allen Bereichen auch eine Bereicherung. Und Arbeit nehme ich ja auch jetzt schon ab, selbst wenn ich natürlich noch etwas mehr Zeit für Anleitungen etc. beanspruche. Sicherlich braucht man auch ein höheres Maß an Eigeninitiative und Interesse an intensivtherapeutischen Maßnahmen. Deshalb ist es natürlich grundsätzlich nicht verkehrt, dass jeder mit Anfang 20 direkt in einen Fachbereich wechselt. Die anderen Kollegen meines Kurses haben z.B. nach der Ausbildung kaum bis gar nicht Lust gehabt, sich jetzt weiter ans Lernen zu machen. Daher geht man dann eben in die Langzeitpflege (was wir ja jetzt ideal können)
Auch Langzeitpflege hat ihren Reiz. Und ist absolut nicht Anspruchslos oder niveaulos.
Es ist eben ursprüngliche Pflege mit wenig Maschineneinsatz.
oder bleibt auf Normalstation, wo man auch mit deutlich weniger Wissen zurecht kommt.
Arbeite mal als examinierte Pflegekraft auf Normalstation und behalte den Überblick über 20 Patienten.
Und weniger wissen stimmt da überhaupt nicht. Meist sogar breiter gefächert wie auf Intensivstation.

Kommen endlich mal von deinem hohen Ross herunter. Nur weil du eine Stelle in dem angeblichen Elitebereich bekommen hast, bist du nicht besser wie deine Klassenkameraden. Viele möchten von ihren Vorlieben her keine Intensivpflege machen.
Von mir weiß ich aber, dass ich nur Tätigkeiten durchführe, bei denen ich 100%ig sicher bin und beim kleinsten Zweifel lieber nochmal nachfrage als etwas ohne Wissen zu tun (was viele Kollegen meiner Erfahrung nach nicht tun). Oft wissen mir da auch die Alteingesessenen nicht zu helfen, wenn ich genaue Gründe für eine pflegerische Tätigkeit wissen möchte bzw. wie das im Detail funktioniert.
Und wie schon gesagt, so bin ich in Akutsituationen anfangs vllt etwas überflüssig, aber dafür bringe ich halt viel frisches Wissen aus der Ausbildung mit und bin noch im Lernprozess drin.
Bislang sind mir gegenüber auch alle positiv gestimmt.... das mag aber auch am grundsätzlichen Personalmangel auf der Intensivstation liegen.
 
Der Anreiz, die Ausbildung weniger medizinisch zu gestalten ist jedenfalls nicht so optimal. Die Profession an sich ist aber hilfreich und nötig, auch wenn alteingesessene Kollegen von wissenschaftlich basiertem Pflegen nicht viel hören wollen.
Vielleicht kommt das auch daher, weil sie in dem Bereich noch nicht da abgeholt wurden, wo sie stehen und das ganze wissenschaftliche für sie einfach zu hoch ist.

Ich hatte kürzlich erst eine Situation, die ich korrekt ausbildungstechnisch durchgeführt habe, die Kollegin dann aber nur den Kopf schüttelte. War an sich ne lockere Situation, aber das spricht dann schon Bände.
Die Situation gibt es immer wieder auf jeder Station und in jedem Haus. Theorie und Praxis gehen regelmäßig sehr weit auseinander und häufig wirst du auch merken, dass Dinge anders auch funktionieren.
Zudem habe ich ja nun durch meine vorherige Ausbildung ein nicht unerhebliches Vorwissen zu Schuld, Rechtswidrigkeit und Vorsatz. Daher bin ich bei meinen Handlungen auch immer sehr genau und vergewissere mich lieber einmal mehr.
Welche Ausbildung? Du hast doch deine bisherigen Studiengänge alle abgebrochen.
Aber auch wir hatten in der Ausbildung fast nichts zu rechtlichen Grundlagen pflegerischen Handelns.
Schade
Klar, kommen öfter Themen wie Fixierung. Darüber hinaus wissen die meisten aber kaum etwas mehr, als das was man täglich auf Station eh erlebt. Ich finde aber, dass die älteren wie die jüngeren Kollegen sich da nicht viel nehmen. Auf Normalstation muss man damit wohl gar nicht erst anfangen...
Höre endlich auf, die Kollegen der Normalstation immer fertig zu machen. Du hast da absolut keine Ahnung!
 
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