HTX: Anforderungen/Herausforderungen für die OP-Pflege!?

fellia

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19.01.2014
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Hallo,

ich schreibe im Rahmen meiner OP- FWB eine Facharbeit über das Thema HTX. Ich bin langjährig in der Herzchirurgie tätig. Wir führen jedoch keine Transplantationen durch. Daher brauche ich Eure Hilfe.
Gibt es besondere Herausforderungen oder Aufgaben für das Pflegepersonal, im Vergleich zu Standard Herz OP's ?

Danke Fellia!
 
Hallo Fellia, die HTX IST eine Standard-OP. Insofern gibt's es für die OP-Pflege keine besonderen Herausforderungen oder Aufgaben. Die größte Herausforderung ist die relative Unplanbarkeit während des Wartens auf das 'Okay'- der angekündigte Zeitplan verschiebt sich oft, manchmal wird die TX nach Inspektion des Entnehmers abgesagt. Die größere (psychische) Belastung haben nach meiner Erfahrung eher die Kollegen der Anästhesie, die gemeinsam mit dem hoffnungsvollen Patienten darauf warten, die Narkose einzuleiten- oder aber eben auch nicht.
 
Hallo fellia,

mir fallen ein:
- extrem lange Wartezeit (auch mit HU-Status) mit der Folge: Marasmus, grenzwertige Nieren- und Leberfunktion, d.h. noch schlechteres income als sowieso schon
- Probleme beim Abgang HLM (frühes Rechtsherzversagen, pulmonale Hypertonie)
- nach OP gehäuft Re-OP´s wegen ECMO-Revisionen
- nicht optimale Organfunktion wegen Old-to-old-Transplantation

Grüße
 
Hi,
vielen Dank für Eure Antworten !!
Ich finde es extrem schwierig das Thema nicht zu "ärztlich" zu gestalten. Mir wird schon was einfallen !
Grüße Fellia
 
Hallo,

ich will dann auch mal meinen Senf dazu geben. Während meiner 7-jährigen Karriere in der Herz-/Thoraxchrirurgie habe ich einige TX erlebt. Weniger Herzen, dafür sehr viele Lungen. Wesentlich Unterschiede bei den Anforderungen an das OP-Personal bestehen da aber nicht.
Wie bereits geschrieben wurde ist die HTX eine Standardherz-OP HLM-Anschluss, wenn das Transplantorgan im Saal ist wird das kaputte Herz explantiert und das neue eingesetzte. Die Naht ist vom prinzipiellen Ablauf nichts anderes als eine Gefäßnaht an der Aorta ascendens. Wirkliche Herausforderungen gibt es dabei nicht. Was belastend ist, ist die Zeit. Die TXn, welche ich erleben drufte waren fast alle Mitten in der Nacht (Schnittzeit ca. 2 Uhr). Was es noch zu erwähnen gibt ist die Tatsache, dass im Gegensatz zu anderen Organen wie Leber, Niere, Pankreas etc. Lungen und Herzen vom einem Team aus dem Tranplantationszentrum explantiert welches, welches das Organ auch implantiert.
Vielleicht solltest Du Deine Arbeit nicht ausschließlich auf die Implantation beschränken, sondern auch die Multiorganentnahme mit einbeziehen. Insbesondere der Springer hat dabei wirklich alle Hände voll zu tun. Zu der Belastung, dass diese Maßnahme nachts abläuft kommt dort auch noch die, dass der Patient dann definitiv tot ist. Insbesondere Organentnahmen bei Kindern hauen da übelst rein. Das muss man auch verarbeiten können.
 

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