Aus zwei mach eins

Laisy

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Hallo zusammen!

Unsere Pflegedienstleitung hat nun folgendes mit uns vor:

Wir haben zwei internistische Stationen bei uns auf der Etage und da soll nun eine Pflegeebene draus geschaffen werden. Den Ansatz finde ich im Prinzip nicht schlecht, zumal unser Team zu dem anderen auch ein gutes Verhältniss hat, nur läßt mich das ganze doch ein wenig grübbeln. Schließlich kann der Schuß ja auch nach hinten losgehen. Unsere Station ist meiner Meinung nach recht gut organisiert, wobei wir auch noch ganz gut besetzt sind ... die andere Station leidet dabei unter starkem Personalmangel. Die andere Station hat sich aber auch seit ca. 15 Jahren organisatorisch nicht verändert, so stellen sie z. B. nachts bereits die Tropfen für den ganzen nächsten Tag und halten auch in Gesprächen immer wieder an diesem System fest. Wir haben regelmäßig Stationsbesprechungen (ca. einmal im Monat) wo immer wieder neue Ideen zum routinemäßigen Ablauf und für andere Dinge kommen und auch umgesetzt werden. Wir bemühen uns stets auf einem hohen pflegerischen Stand zu sein. Haben für alles eine Aufgabenverteilung, wie z. B. die Kontrolle der Dokumentation und vieles mehr. Auch haben wir einen "Visitendienst" eingeführt, der dann tagsüber nur für alles rund ums Dienstzimmer verantwortlich ist, so das die Kollegen draussen in aller Ruhe pflegen können. Daher läuft unser Ablauf sehr gut und die Fehlerquote ist niedrig. Das heißt jetzt nicht, dass ich uns in dem Himmel heben will, sicher gibt es auch gute Ansätze auf der anderen Station. Nur haben wir wirklich hart dafür gearbeitet, ein sinvolles und pflegerisch vernünftiges Konzept auf die Beine zu stellen. Nun sehe ich das alles dahinsichen. Das ist bei weitem noch nicht alles was mir dazu Sorgen bereitet, aber ich denke das reicht vorerst.

Hat einer von Euch damit schon Erfahrungen gemacht? Würde sie gern von Euch wissen. Gerne würde ich auch alle anderen Gedanken von Euch dazu wissen.

Liebe Grüße

Andrea
 
Zuletzt bearbeitet:

flexi

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Hallo Laisy,
das hört sich ja wirklich gut an, was ihr dort bewerkstelligt habt.
Ihr solltet versuchen, dieses Konzept auf die Gesamtstation zu verbreiten, dazu bedarf es sicherlich eines intensiven Konzeptgespräches auch mit der PDL, besonders unter dem Aspekt der Qualitätsverbesserung!
Ich drück euch die Daumen dafür!
 

Andre_Winter

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Tropfen für den ganzen Tag?!!

Sag mal, was sagt denn der Apotheker dazu, wenn Deine Kollegen die Tropfen bereits für den ganzen Tag stellen? Ich habe gelernt, daß Tropfen bereits nach ungefähr 90 Minuten ihre Wirksamkeit verlieren. Erstens weil sie auf alkoholischer Basis hergestellt wurden und ihr Trägerstoff logischer Weise verdunstet und zweitens weil Tropfen meistens zum Lichtschutz in dunklen Flaschen geliefert werden und nun bei Euch, bzw. der Nachbarstation auch noch die Wirkstoffe dem Licht ausgesetzt werden. Meines Erachtens ist das nicht verantwortbar, was da passiert.
Im Übrigen schließe ich mich vollkommen Flexi's Aussagen an.
Viel Erfolg!
Andreas
 

Laisy

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Hallo ihr Zwei!

Erstmal vielen Dank für Eure Zusprüche!

Wir werden sehen wie es laufen wird und mein Team und ich werden natürlich auch fest an unserem Konzept halten! Es werden noch mehrere Gespräche mir der PDL folgen. Ich denke auch, dass unter anderem die Schule hinter uns stehen wird. Bei uns schreiben nicht nur die Stationen Beurteilungen über die Schüler, sondern die Schüler schreiben auch Beurteilungen über die Stationen an die PDL. Und da sind wir klar führend, bestimmt auch, weil wir eine Mentorin haben, die dann den ganzen Tag (zweimal in der Woche) mit Ihnen Kinästethik lernt!

Nichts des so trotz wird am 01. September schon langsam damit angefangen, die Mitarbeiter routieren zu lassen. Und natürlich, wie sollte es anders sein, geht erstmal eine meiner Kolleginen rüber.

Ach ja, das Beste an der Geschichte ist, dass dann auf eine Seite der Ebene nur noch die Pflegebedürftigen Patienten kommen sollen und auf die andere die Mobilen. Das kann ja was werden :-?

Liebe Grüße
Andrea
 

Andre_Winter

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Hallo Laisy!
Wenn man das Ganze als eine Ebene betrachtet, ist es in der Tat viel sinnvoller, eine solche Einteilung in mehr oder weniger pflegebedürftige Patienten vor zu nehmen.
Ihr werdet, jedenfalls wenn Eure PDL ihren Plan klug umsetzt, sowieso auf Dauer über die gesamte Ebene hinweg zusammen arbeiten müssen.
Da kann man morgens erstmal die "selbständigen" soweit versorgen, daß für sie der Tag starten kann und anschließend mit vereinigten Kräften die abhängigen Patienten versorgen.
Du wirst sehen, das schafft Kapazitäten und Ihr könnt viel mehr Patienten zum Beispiel zu zweit versorgen.
Klug ist zum Beispiel auch, erst nach allen Versorgungen alle Betten zu machen, statt Bett für Bett, wenn man grad dort arbeitet, es sei denn, das jeweilige Bett hat echt einen Tuchwechsel nötig.
Schau, bei den wirklich pflegebedürftigen Patienten ist es ja nun auch nicht so, daß sie unbedingt um zehn Uhr fertig sein müssen.
Im Pflegeheim und auch bei häuslicher Pflege kommt die versorgende Kraft manchmal erst gegen Mittag.
Es ist nicht ganz einfach, von dem Anspruch los zu lassen, alle vor dem Frühstück versorgt zu haben, denn man wäscht sich ja eigentlich auch vorher.
Hat man dieses Wunschdenken einmal gehen lassen, erhält man viel mehr Freiheit und kann die Patienten mit viel mehr Ruhe und Sorgfalt versorgen.
Schon allein aus diesem Gesichtspunkt heraus ist die Planung Eurer PDL gut und zeitgemäß.
Gruß!
Andreas
 

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