Arbeiten beim MDK

-Claudia-

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Weiter frage ich mich, ob so ein Schritt der Zustimmung des Hauptarbeitgebers bedarf oder er es mir gar nicht verwehren darf, sofern es keine Kollisionen mit dem Erstjob gibt?
Nebenjobs, auch freiberufliche Tätigkeiten, sind grundsätzlich anzeigenpflichtig. Heißt: Du musst Deinen Hauptarbeitgeber informieren. Wenn es sich nur um eine Tätigkeit in geringem Stundenumfang handelt, dürfte es keine Probleme geben. Du musst halt selbst auf die Einhaltung Deiner Arbeits- und Ruhezeiten achten.
 

ludmilla

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Nebenjobs, auch freiberufliche Tätigkeiten, sind grundsätzlich anzeigenpflichtig. Heißt: Du musst Deinen Hauptarbeitgeber informieren. Wenn es sich nur um eine Tätigkeit in geringem Stundenumfang handelt, dürfte es keine Probleme geben. Du musst halt selbst auf die Einhaltung Deiner Arbeits- und Ruhezeiten achten.
Es gibt dann Probleme, wenn der SV-Job im Pflegebereich, Pflegedienst oder Krankenhaus ist und der MDK einen Interessenskonflikt zwischen beiden Jobs sieht. Und den sieht er sehr schnell! In NRW wirst du stundenweise nur eingestellt wenn du nicht in den oben genannten Bereichen arbeitest.
 

-Claudia-

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Danke für diese interessante Information!
 
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Ich bin nun gerade dabei, mich für die Bewerbung vorzubereiten... Garnicht so einfach, wenn man das so lange nicht gemacht hat. Aber ich werde mich da schon reinfuchsen!
Interessieren würde mich immer noch ob hier in diesem Vorum Leute vertreten sind, die schon als Gutachter beim MDK arbeiten... Vielleicht hat ja der eine oder andere ein paar Tipps für mich. Habe teilweise gelesen, dass man so eine Art Einstellungstest machen muss? Wie lange dauert die Einarbeitungszeit und wie viele Gutachten hat man so im Durchschnitt am Tag?
Gruß Moni
 

ludmilla

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Ich bin nun gerade dabei, mich für die Bewerbung vorzubereiten... Garnicht so einfach, wenn man das so lange nicht gemacht hat. Aber ich werde mich da schon reinfuchsen!
Interessieren würde mich immer noch ob hier in diesem Vorum Leute vertreten sind, die schon als Gutachter beim MDK arbeiten... Vielleicht hat ja der eine oder andere ein paar Tipps für mich. Habe teilweise gelesen, dass man so eine Art Einstellungstest machen muss? Wie lange dauert die Einarbeitungszeit und wie viele Gutachten hat man so im Durchschnitt am Tag?
Gruß Moni
Ich kann dir nur aus NRW (MDK Nordrhein) berichten. Kenne da jemand ganz gut.
Die Einarbeitungszeit hat ein wenig damit zutun, wie schnell du die Materie beherrschst. Bei dem Vorstellungsgespräch gab es vor einigen Jahren ein Fallbeispiel, anhand dessen du eine Pflegeplanung erstellen musstest. Wie das heute abläuft und wie in Hessen weiß ich nicht. Hier in NRW musst du 4-6 Gutachten pro Tag machen. Das ist viel und richtig Stress und du musst ganz schön organisiert sein um das ohne Überstunden zu schaffen!
 
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Ich möchte mich beim MDK Nordreihn bewerben.
Organisation beherrsche ich nach über 20Jahren ambulante Pflege, und ich denke dass es zu jetzt nur besser werden kann. Wie sieht es mit der Wertschätzung (bei mir aktuell vom Arbeitgeber gleich null, die Wertschätzung kommt nur von meinen Patienten, was nach einer so langen Zeit mehr als traurig und enttäuschend ist!) und dem Verdienst aus, die Angaben im Netz sind da sehr schwammig.
Ich weiß das ich mich einfach umorientieren muss, ich möchte nicht mehr pflegen, und ich sehr keine Alternative zum MDK?!
Danke für die Antwort.
Gruß Moni
 

ludmilla

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Ich möchte mich beim MDK Nordreihn bewerben.
Organisation beherrsche ich nach über 20Jahren ambulante Pflege, und ich denke dass es zu jetzt nur besser werden kann. Wie sieht es mit der Wertschätzung (bei mir aktuell vom Arbeitgeber gleich null, die Wertschätzung kommt nur von meinen Patienten, was nach einer so langen Zeit mehr als traurig und enttäuschend ist!) und dem Verdienst aus, die Angaben im Netz sind da sehr schwammig.
Ich weiß das ich mich einfach umorientieren muss, ich möchte nicht mehr pflegen, und ich sehr keine Alternative zum MDK?!
Danke für die Antwort.
Gruß Moni
Nur so als Gedanke: Du bist als Einzelfallgutachter nicht nur von dir selbst, sondern auch vom Verkehr, freien Parkplätzen und auch davon abhängig, wie gut und zügig die Leute deine Fragen beantworten. Das läuft oft gut, aber eben auch oft eben nicht. Hängt davon ab wo dein Einsatzgebiet ist. Schau die die Arbeitgeberbewertung bei Kununu an;),da erfährst du einiges!
in welche Stadt willst du denn? Köln, Düsseldorf, Duisburg, Aachen?
 

hannes!

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Ich möchte mich beim MDK Nordreihn bewerben.
Organisation beherrsche ich nach über 20Jahren ambulante Pflege, und ich denke dass es zu jetzt nur besser werden kann. Wie sieht es mit der Wertschätzung (bei mir aktuell vom Arbeitgeber gleich null, die Wertschätzung kommt nur von meinen Patienten, was nach einer so langen Zeit mehr als traurig und enttäuschend ist!) und dem Verdienst aus, die Angaben im Netz sind da sehr schwammig.
Ich weiß das ich mich einfach umorientieren muss, ich möchte nicht mehr pflegen, und ich sehr keine Alternative zum MDK?!
Danke für die Antwort.
Gruß Moni

Guten Morgen,

Wertschätzung ist in meinen Augen beim MD Nordrhein gegeben. Du hast einen Mentor in der Einarbeitungsphase, du hast einen Standort- oder Teamleiter für Rückfragen, du hast die anderen Gutachter, die untereinander recht gut vernetzt sind. Man erhält Kleinigkeiten zu bestimmten Anlässen, 13. Monatsgehalt, Zuschüsse für Kinder,... Feiertage und Wochenenden gibt es nicht. Organisation ist das A und O: Du kriegst deine Termine aus der Zentrale gesteuert, bist "Einzelkämpfer" und arbeitest viel im Homeoffice zur Ausarbeitung der Gutachten. Das muss man 3-4x gemacht haben und dann ist das bei Lernfähigkeit recht schnell drin.

Zum Verdienst gibt es eine Tabelle des MDK-Tarif, der eigentlich nicht schwammig ist?!
- Medizinischer Dienst der Krankenkasse – MDK Tabellen

Man steigt mit Vergütungsgruppe 7 ein (in der Qualitätsprüfung bei 8), steigert sich nach den Dienstjahren dann entsprechend, wird aber alles beim Vorstellungsgespräch erläutert.
Wenn Fragen zum Vorstellungsgespräch da sind, gerne kurz eine private Nachricht schreiben :-)

Nur so als Gedanke: Du bist als Einzelfallgutachter nicht nur von dir selbst, sondern auch vom Verkehr, freien Parkplätzen und auch davon abhängig, wie gut und zügig die Leute deine Fragen beantworten. Das läuft oft gut, aber eben auch oft eben nicht. Hängt davon ab wo dein Einsatzgebiet ist. Schau die die Arbeitgeberbewertung bei Kununu an;),da erfährst du einiges!
in welche Stadt willst du denn? Köln, Düsseldorf, Duisburg, Aachen?

Potenziell muss man bei Sachen wie kununu aufpassen (Achtung: Ich stehe neutral zwischen den Fronten und möchte hier keine Lobpredigt halten).
Es ist ähnlich wie bei Google Bewertungen: Man gibt schneller seine negativen Meinungen preis, als etwas gut zu bewerten.
Ich bin ein Freund davon, sich selber ein Bild zu machen und eigene Erfahrungen zu sammeln.
Prinzipiell hat man innerhalb der Pflege keine Probleme, während der Probezeit auszusteigen und etwas neues zu Sachen. Als Fachkraft wirst du gehandelt wie pures Gold.
 
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Guten Morgen,

Wertschätzung ist in meinen Augen beim MD Nordrhein gegeben. Du hast einen Mentor in der Einarbeitungsphase, du hast einen Standort- oder Teamleiter für Rückfragen, du hast die anderen Gutachter, die untereinander recht gut vernetzt sind. Man erhält Kleinigkeiten zu bestimmten Anlässen, 13. Monatsgehalt, Zuschüsse für Kinder,... Feiertage und Wochenenden gibt es nicht. Organisation ist das A und O: Du kriegst deine Termine aus der Zentrale gesteuert, bist "Einzelkämpfer" und arbeitest viel im Homeoffice zur Ausarbeitung der Gutachten. Das muss man 3-4x gemacht haben und dann ist das bei Lernfähigkeit recht schnell drin.

Zum Verdienst gibt es eine Tabelle des MDK-Tarif, der eigentlich nicht schwammig ist?!
- Medizinischer Dienst der Krankenkasse – MDK Tabellen

Man steigt mit Vergütungsgruppe 7 ein (in der Qualitätsprüfung bei 8), steigert sich nach den Dienstjahren dann entsprechend, wird aber alles beim Vorstellungsgespräch erläutert.
Wenn Fragen zum Vorstellungsgespräch da sind, gerne kurz eine private Nachricht schreiben :-)



Potenziell muss man bei Sachen wie kununu aufpassen (Achtung: Ich stehe neutral zwischen den Fronten und möchte hier keine Lobpredigt halten).
Es ist ähnlich wie bei Google Bewertungen: Man gibt schneller seine negativen Meinungen preis, als etwas gut zu bewerten.
Ich bin ein Freund davon, sich selber ein Bild zu machen und eigene Erfahrungen zu sammeln.
Prinzipiell hat man innerhalb der Pflege keine Probleme, während der Probezeit auszusteigen und etwas neues zu Sachen. Als Fachkraft wirst du gehandelt wie pures Gold.
Hallo Hannes, vielen Dank für deine detaillierte Antwort! Die Tabelle über den MDK Tarif ist sehr hilfreich(ich hab's nicht gefunden).
Ich komme sicher gerne auf dein Angebot zurück um noch ein paar Dinge zum Vorstellungsgespräch zu fragen, muss ja nun ersteinmal den ersten Schritt gehen und mich bewerben, dann hoffe ich das es weiter geht und ich eingeladen werde.
Das man als Gutachter Einzelkämpfer ist ist mir bewusst, zur Zeit ist es ja auch nicht anders in meinem Job. Und meinen Tag organisieren kann ich auch, habe genug Erfahrung....
Ich mache mir auch am liebsten mein eigenes Bild, so habe ich es bis jetzt immer gemacht, auf Foren wie kununu setzte ich auch nicht allzu viel...
Ich bin gespannt wie sich alles entwickeln wird, aber zu Stand "jetzt" kann es nur besser werden
 

hannes!

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Hallo Hannes, vielen Dank für deine detaillierte Antwort! Die Tabelle über den MDK Tarif ist sehr hilfreich(ich hab's nicht gefunden).
Ich komme sicher gerne auf dein Angebot zurück um noch ein paar Dinge zum Vorstellungsgespräch zu fragen, muss ja nun ersteinmal den ersten Schritt gehen und mich bewerben, dann hoffe ich das es weiter geht und ich eingeladen werde.
Das man als Gutachter Einzelkämpfer ist ist mir bewusst, zur Zeit ist es ja auch nicht anders in meinem Job. Und meinen Tag organisieren kann ich auch, habe genug Erfahrung....
Ich mache mir auch am liebsten mein eigenes Bild, so habe ich es bis jetzt immer gemacht, auf Foren wie kununu setzte ich auch nicht allzu viel...
Ich bin gespannt wie sich alles entwickeln wird, aber zu Stand "jetzt" kann es nur besser werden

Gerne, kein Thema.
Es sei dazu gesagt, dass EDV-Kenntnisse natürlich auch sehr stark ins Gewicht fallen: Man erledigt die Guthaben nicht handschriftlich, sondern EDV-gesteuert, sodass es von Vorteil ist, gut mit dem PC/Laptop umgehen zu können.
An sich muss die detaillierte Sammlung während des Gespräches mit dem zu Begutachtenden parallel zum Gespräch geschrieben werden, damit man alle nötigen Informationen hat, um in die Nachbearbeitung zu gehen.
Klar: Man kann sich auch Stichpunkte machen und diese schlussendlich dann ausformulieren, was sich natürlich im Zeitaufwand widerspiegelt. Ein "Verschieben" auf "Morgen", würde ich tunlichst vermeiden.

Ich würde dir empfehlen, die Bewerbung einfach raus zu senden. Du erhältst nach der Bewerbung eine Eingangsbestätigung per Mail. Die Auswertung dauert zwischen 2-4 Wochen, meist erhältst du telefonisch die Nachricht, dass du interessant für den MD sein könntest. In diesem Telefonat werden dir 1-2 Rahmenbedingungen bereits auf den Weg gegeben: Entlohnung, Arbeitszeiten, Urlaubsregelung und natürlich Fragen, die deinerseits bestehen. Das Bewerbermanagement ist da sehr offen für Rückfragen.
Das eigentliche Bewerbungsgespräch ist dann etwas umfangreicher, ich weiß aber nicht, wie es jetzt aktuell aussieht - ist schon enorm viel Zeit vergangen seitdem.
 
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Gerne, kein Thema.
Es sei dazu gesagt, dass EDV-Kenntnisse natürlich auch sehr stark ins Gewicht fallen: Man erledigt die Guthaben nicht handschriftlich, sondern EDV-gesteuert, sodass es von Vorteil ist, gut mit dem PC/Laptop umgehen zu können.
An sich muss die detaillierte Sammlung während des Gespräches mit dem zu Begutachtenden parallel zum Gespräch geschrieben werden, damit man alle nötigen Informationen hat, um in die Nachbearbeitung zu gehen.
Klar: Man kann sich auch Stichpunkte machen und diese schlussendlich dann ausformulieren, was sich natürlich im Zeitaufwand widerspiegelt. Ein "Verschieben" auf "Morgen", würde ich tunlichst vermeiden.

Ich würde dir empfehlen, die Bewerbung einfach raus zu senden. Du erhältst nach der Bewerbung eine Eingangsbestätigung per Mail. Die Auswertung dauert zwischen 2-4 Wochen, meist erhältst du telefonisch die Nachricht, dass du interessant für den MD sein könntest. In diesem Telefonat werden dir 1-2 Rahmenbedingungen bereits auf den Weg gegeben: Entlohnung, Arbeitszeiten, Urlaubsregelung und natürlich Fragen, die deinerseits bestehen. Das Bewerbermanagement ist da sehr offen für Rückfragen.
Das eigentliche Bewerbungsgespräch ist dann etwas umfangreicher, ich weiß aber nicht, wie es jetzt aktuell aussieht - ist schon enorm viel Zeit vergangen seitdem.
Wie lange ist die Einarbeitung, bevor ich auf die Menschheit losgelassen werde?Habe etwas von einem halben Jahr gelesen.... Ich sage mal so, ich habe grundlegende EDV Kenntnisse, aber ich denke, dass es alles auch Übungssache ist und sich viele Dinge wiederholen werden.
Musstest du beim Vorstellungsgespräch eine Art Test machen ? Im Netz ist die Rede von Fallbeispielen bearbeiten... Pflegeplanung etc???
 
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Die Sache mit Parkplatz usw kenne ich im Schlaf... Ich fahre seit über 20Jahren in der ambulanten Pflege :-)
Und, ja klar, der eine Patient ist schneller, der andere eben nicht, solche dinge sind ja mein täglich Brot, bei dem einen geht's schneller, usw, denke das gleicht sich zum Schluss wieder aus...Klar, der Kopf wird mehr beansprucht, dafür ist die Arbeit aber körperlich nicht anstrengend.... Ich stelle es mir gut vor, sozusagen auf der anderen Seite zu sein und mit der Pflege, Ats, Verbände aktiv nichts mehr zu tun zu haben.... Nach über 30Jahren in der Pflege wäre das für mich echt gut....
 

hannes!

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Wie lange ist die Einarbeitung, bevor ich auf die Menschheit losgelassen werde?Habe etwas von einem halben Jahr gelesen.... Ich sage mal so, ich habe grundlegende EDV Kenntnisse, aber ich denke, dass es alles auch Übungssache ist und sich viele Dinge wiederholen werden.
Musstest du beim Vorstellungsgespräch eine Art Test machen ? Im Netz ist die Rede von Fallbeispielen bearbeiten... Pflegeplanung etc???
Die Einarbeitung beginnt mit der Probezeit, die 6 Monate ab Eintrittsdatum gilt.
In den ersten Wochen wirst du geschult, kriegst einen Mentor zur Seite gestellt und nimmst an einer internen Schulung teil, die dir die groben Dinge beibringt und dir einen allgemeinen Überblick bietet.
Je nach Auftragslage kann es schon sein, dass du nach einigen Wochen (nicht nach den ersten beiden Wochen) alleine Termine fährst, die Gutachten ausarbeitest und mit deinem Mentor durchsprechen kannst.
Im Endeffekt ist das aber alles kein Hexenwerk: Es kommt sehr viel auf deine Pflegefachlichkeit und deine Einschätzung an. Nach über 20 Jahren in der ambulanten Pflege sollte da einiges an Wissen zusammengekommen sein.

Das Vorstellungsgespräch ist ein bisschen tricky. Du wirst zum einen auf deine sozialen Fähigkeiten hin befragt, wie du auftreten solltest und wie du mit schwierigen Situationen umgehst. Halt alles, was zur allgemeinen Knigge vorstellbar ist.
Zum anderen wird natürlich deine Fachlichkeit überprüft. Da können diagnostische Fragen kommen, Krankheitslehre, Expertenstandards, Anatomie/Physiologie,... also quasi all das, was man irgendwann mal in der Ausbildung gelernt hat und in Entlassungsberichten liest. Empfehlenswert ist natürlich, nochmal die alten Bücher auszukramen und gerade im Bereich Krankheitslehre nochmal gut nach zu rüsten. (Pschyrembel und Amboss bieten auch "Online"Bücher als Nachschlagewerk an.)
Ebenso kann es sein, dass du ein Fallbeispiel bekommst und dieses analysieren musst. Das kann entweder eine analytische Ausarbeitung sein oder aber eine beispielhafte Pflegeplanung.

Die Sache mit Parkplatz usw kenne ich im Schlaf... Ich fahre seit über 20Jahren in der ambulanten Pflege :-)
Und, ja klar, der eine Patient ist schneller, der andere eben nicht, solche dinge sind ja mein täglich Brot, bei dem einen geht's schneller, usw, denke das gleicht sich zum Schluss wieder aus...Klar, der Kopf wird mehr beansprucht, dafür ist die Arbeit aber körperlich nicht anstrengend.... Ich stelle es mir gut vor, sozusagen auf der anderen Seite zu sein und mit der Pflege, Ats, Verbände aktiv nichts mehr zu tun zu haben.... Nach über 30Jahren in der Pflege wäre das für mich echt gut....
Körperlich anstrengend ist die Arbeit in der Tat nicht, also in Bezug auf die ambulante oder stationäre Pflege. Aber es kommt schon oft vor, dass man in stressige Situationen kommt: multikulturelle Haushalte, Sprachbarrieren, schwierige Angehörige, zu viele Angehörige. Es ist aber auf der anderen Seite auch super interessant, immer wieder neue Klienten kennenzulernen.
"Bei dem einen gehts schneller" ist ein gutes Stichwort: Setz dich nicht unter Druck, die Zeitfenster sind ausreichend, die Gutachten sollten aber bis zum Arbeitstag-Ende fertig sein, sonst kommst du selber in Verzug.
 
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Die Einarbeitung beginnt mit der Probezeit, die 6 Monate ab Eintrittsdatum gilt.
In den ersten Wochen wirst du geschult, kriegst einen Mentor zur Seite gestellt und nimmst an einer internen Schulung teil, die dir die groben Dinge beibringt und dir einen allgemeinen Überblick bietet.
Je nach Auftragslage kann es schon sein, dass du nach einigen Wochen (nicht nach den ersten beiden Wochen) alleine Termine fährst, die Gutachten ausarbeitest und mit deinem Mentor durchsprechen kannst.
Im Endeffekt ist das aber alles kein Hexenwerk: Es kommt sehr viel auf deine Pflegefachlichkeit und deine Einschätzung an. Nach über 20 Jahren in der ambulanten Pflege sollte da einiges an Wissen zusammengekommen sein.

Das Vorstellungsgespräch ist ein bisschen tricky. Du wirst zum einen auf deine sozialen Fähigkeiten hin befragt, wie du auftreten solltest und wie du mit schwierigen Situationen umgehst. Halt alles, was zur allgemeinen Knigge vorstellbar ist.
Zum anderen wird natürlich deine Fachlichkeit überprüft. Da können diagnostische Fragen kommen, Krankheitslehre, Expertenstandards, Anatomie/Physiologie,... also quasi all das, was man irgendwann mal in der Ausbildung gelernt hat und in Entlassungsberichten liest. Empfehlenswert ist natürlich, nochmal die alten Bücher auszukramen und gerade im Bereich Krankheitslehre nochmal gut nach zu rüsten. (Pschyrembel und Amboss bieten auch "Online"Bücher als Nachschlagewerk an.)
Ebenso kann es sein, dass du ein Fallbeispiel bekommst und dieses analysieren musst. Das kann entweder eine analytische Ausarbeitung sein oder aber eine beispielhafte Pflegeplanung.


Körperlich anstrengend ist die Arbeit in der Tat nicht, also in Bezug auf die ambulante oder stationäre Pflege. Aber es kommt schon oft vor, dass man in stressige Situationen kommt: multikulturelle Haushalte, Sprachbarrieren, schwierige Angehörige, zu viele Angehörige. Es ist aber auf der anderen Seite auch super interessant, immer wieder neue Klienten kennenzulernen.
"Bei dem einen gehts schneller" ist ein gutes Stichwort: Setz dich nicht unter Druck, die Zeitfenster sind ausreichend, die Gutachten sollten aber bis zum Arbeitstag-Ende fertig sein, sonst kommst du selber in Verzug.
Vielen lieben Dank für deine super ausführliche Antwort und die hilfreichen Tipps!
Ich werde sehen wie es wird, muss mich ja wie gesagt ersteinmal Bewerben.
Für mich klingt es aber alles gut und nach einem interessanten Job und ich würde mich wahnsinnig freuen wenn es klappen sollte! Es wäre anfangs sicher eine riesen Umstellung, man ist nach so einer langen Zeit natürlich sehr eingefahren in seinem Beruf, aber ich denke schon, dass es das richtige für mich ist und ich dem gut gewachsen wäre. Aber, wie gesagt, erstmal muss ich dort angenommen werden!
Nochmals lieben Dank und falls mir noch was einfällt melde ich mich gerne nochmal bei dir! :-)
 

hannes!

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Beruf
Exam. Altenpfleger
Akt. Einsatzbereich
Selbstständig
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Gerontopsychiatrische Fachkraft, Wundmanager, Palliativ Care, Mentor, Pflegedienstleitung, Gutachter
Die Umstellung ist wirklich enorm, vor allem wenn man so lange wie du in der reinen Pflege beschäftigt ist.
Grundpflege, Behandlungspflege fallen weg, Pflegefachlichkeit und Einschätzungen stehen im Fokus.
Geregelte Arbeitszeiten (teils Gleitzeitmodell), die Wochenenden und Feiertage fallen raus, man hat mehr Freizeit, aber vom kognitiven her natürlich eine deutliche anspruchsvollere Aufgabe.

Ich drücke dir die Daumen :-)
 
Registriert
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Mehr Freizeit klingt gut... Vorallem hoffe ich einfach auf weniger Erschöpfung, so dass man seine freie Zeit einfach wieder besser und schöner ausfüllen kann (Sport, Natur etc.). Stand jetzt ist einfach nur nach dem Dienst die alltäglichen Dinge erledigen und ausruhen weil ich einfach nur kaputt bin.
Danke fürs Daumen drücken und für dich auch alles gute!
 

NurseNele

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Beiträge
1
Akt. Einsatzbereich
KH Innere Med.
Hallo Ihr da vor dem Bildschirm,
der letzte Eintrag ist ja schon eine Weile her, aber vielleicht lest Ihr es ja doch. Ich bin exam. Altenpflegefachkraft im Krankenhaus, auf einer internistischen Station.

Vor kurzer Zeit habe ich beschlossen mich beim MDK in NRW zu bewerben. Grund ist der selbe wie Euer. Das Gefühl ausgebrannt zu sein.
Ich kann meinen Pat. nicht mehr gerecht werden, die Pflegequalität der Pat. leidet oft aufgrund von Personalmangel und Stress. Und dann ist da noch die fehlende Wertschätzung für diesen tollen Beruf. Auch die letzten zwei Jahre, waren für mich eine Herausforderung. Das alles und noch viel mehr, brachte mich darauf, mich dort zu bewerben. Bis jetzt kam nur die Email, dass meine Unterlagen an den zuständigen Fachbereich weitergeleitet wurden. Ich hoffe, dass es ein gutes Zeichen ist und bin schon etwas aufgeregt.
Jetzt würde ich euch gerne fragen; Wie geht es Euch? Fühlt ihr Euch wohl beim MDK? Wie ist der Altersdurchschnitt der Gutachter?

P.S.: Während ich Eure Texte laß, überkam mich eine Art schlechtes Gewissen, weil ich ein „Pflege-Baby“ mit gerade mal 2,5 Jahren Berufserfahrung bin und schon solche „Wehwehchen“ habe.
Ich bin etwas besorgt, dass das Bewerbermanegement mich ablehnt weil ich so jung (25) bin.
Ich bin mal gespannt ob ich eine Rückmeldung von euch und dem MDK bekomme.
 
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