Adipositas + Dialyse

Mucky

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Hallo
Wir haben in unserer Dialyseabteilung einen adipösen Patienten(153 kg)
Bei ihm möchte ich eine Schulung zur Gewichtsreduktion machen. Er hat Zystennieren und somit noch eine relativ gute Diurese, aber er wird auch ultrafiltriert. (Schrecklich dieses Fachchinesisch ). Hat Jemand Erfahrungen auf diesem Gebiet? Wo könnte ich mich denn mal schlau machen?:thinker:
 

Ute

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Hi,

ich kann mir vorstellen, dass das bei 154 kg nicht so ganz einfach ist!

Es stellt sich mir die Frage, wie alt ist dieser Patient, wie lange ist er schon so dick und wie sind seine Lebensgewohnheiten.

Ich würde mit ihm sein Eßverhalten besprechen, um Information darüber zu erhalten. Und dann würde ich mit ihm besprechen, dass er 4 Wochen ein Nahrungsprotokoll führt. Dieses wird dann nachfolgend mit ihm besprochen, um ihm dort schon aufzeigen zu können, was faul ist!

Und ganz wichtig ist, will er das auch?

Gruß
 

Ute

Poweruser
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Hallo Mucky,

wenn Du für Deinen Patienten Kochrezepte brauchst oder Ernährungsberatung dann klick hier

Und hier findest Du Ernährungshinweise.

Ich hoffe, dass Du damit etwas anfangen kannst?

Liebe Grüße
 

Mucky

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Adipositas+Dialyse

Der Patient ist 51 Jahre alt.
So dick ist er seid ungefähr 5 Jahren. Zur Gewichtszunahme haben ACE- Hemmer , arbeitslosigkeit und Bewegungsmangel geführt.
Der Patient möchte auch abnehmen. Er ist hoch motiviert.Er bringt mir schon 14 Tage ein Nahrungsprotokoll mit.Hier wurde schon einiges verändert. Momentan pendelt er zwischen 1300
und 1500 Kcal. Dafür bekommt er aber auch ein dickes Lob. Ein kleines Bewegungsprogramm gibt es auch. Er hat ein Fahrradergometer, Deuserband und Hanteln.
Er hat halt Schwierigkeiten länger als 5 Minuten Übungen zu machen.
Der Patient lebt allein. Er ernährt sich ziemlich eintönig, das werden wir aber auch noch ändern.
Für mich tun sich die Fragen auf:
Wie paßt man hier das Trockengewicht an?
Wie wird sich die Gewichtsreduktion auf die Zysten auswirken?
Muß man bei der Bewegung an eine Erhöhung der Blutungsneigung denken?:schraube:


 
S

SteffenB

Gast
Mucky schrieb:
Der Patient ist 51 Jahre alt.
So dick ist er seid ungefähr 5 Jahren. Zur Gewichtszunahme haben ACE- Hemmer , arbeitslosigkeit und Bewegungsmangel geführt.
Der Patient möchte auch abnehmen. Er ist hoch motiviert.Er bringt mir schon 14 Tage ein Nahrungsprotokoll mit.Hier wurde schon einiges verändert. Momentan pendelt er zwischen 1300
und 1500 Kcal. Dafür bekommt er aber auch ein dickes Lob. Ein kleines Bewegungsprogramm gibt es auch. Er hat ein Fahrradergometer, Deuserband und Hanteln.
Er hat halt Schwierigkeiten länger als 5 Minuten Übungen zu machen.
Der Patient lebt allein. Er ernährt sich ziemlich eintönig, das werden wir aber auch noch ändern.
Für mich tun sich die Fragen auf:
Wie paßt man hier das Trockengewicht an?
Wie wird sich die Gewichtsreduktion auf die Zysten auswirken?
Muß man bei der Bewegung an eine Erhöhung der Blutungsneigung denken?:schraube:


Diesen Patienten auf ein erträgliches Gewichtsniveau zu bringen, holla, scheint nicht nur der Patient motiviert zu sein :daumen: . Zu Deinen Fragen ... ich denke das Trockengewicht liegt unter kontinuierliche Beobachtung und muss auch ohne gewollte Gewichtsreduzierung ständig beobachtet und hinterfragt werden. Hat ein Patient seit einiger Zeit vermehrt Dyspnoe ? Zeigen sich Ödeme, gerade an den Füssen ? Fühlt der Patient sich schlapp ? Keine Frage, hier mag das TG zu hoch sein und muss ggf angepasst werden. Andererseits sollten Krämpfe und ein mangelnder Hautwiderstand ein Zeichen für allmähliches "trocken fahren" sein. Hier sollte das TG ein wenig angehoben werden.
Nun, etztendlich ist es aber so, das das TG nicht meine Aufgabe ist, von mir angepasst zu werden. Ich beobachte und teile diese meinen Stationsarzt mit, der mit Hilfe meiner Meinung das TG individuell an die jeweilige Situation adaptiert.
Deine zweite Frage, Gewichtsreduktion und Zystennieren ... no chance, frage einen Nephrologen. Meiner laienhaften Einschätzung, sollte jedoch die Gewichtsreduktion keine Probleme machen.
3. Frage: Erhöhung der Blutungsneigung. Wie kommst Du darauf ? Wegen der Reduktion und gleicher Heparinisierung während der HD ? Hm, wird doch eh Labor regelmäßig gecheckt, oder ich habe diese Frage vercheckt :weissnix:

Ansonsten, Lob an Dich, Du machst Dir viel Gedanken ... und 5 Minuten Bewegung ist besser als nix. Ist halt ein sehr langer Prozess, bei dem Gewicht.


Viel Erfolg :daumen: :daumen: .... Euch beiden


Steffen
 

flexi

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Hilfe?

Hallo zusammen,

Wie paßt man hier das Trockengewicht an?
Ihr müsst mir bitte helfen, was ist das?? Wie definiert sich das??

Für ein Motorrad habe ich gefunden: ...ist das Gewicht eines Motorrades ohne Betriebsstoffe

 

Laisy

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Hi Flexi!

Bin zwar auch kein HD-Spezialist, aber ich meine, daß das Trockengewicht, das Gewicht nach der Dialyse ist. Jeder Patient wird ja vor und nach der Dialyse gewogen, daß Gewicht danach (=Trockengewicht) sollte immer im selben Bereich pendeln, um sicher zu stellen, daß sich nicht doch noch irgendwo irgendwelche Wasseransammlungen befinden.

Liebe Grüße
Andrea
 
S

SteffenB

Gast
Trockengewicht ist wie ...

Eis ohne Waffel :razz1:
Tüte ohne Gras :hippy:
Bier alkoholfrei :hicks:
Himmel und Hölle :evil:

oder oder oder ...
 

Mucky

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Hallo SteffenB
Ich nehme an,daß ein Patient mit Zystennieren sicher auch an anderen Organen Zysten hat. Es ist auch bekannt, daß diese Menschen oft Gefäßanomalien haben. Nun stell Dir vor er macht ein Fitnesstraining. Der Blutdruck geht hoch und" peng",oder es kommt bei der ungewohnt gewordenen Bewegung zu irgendwelchen Einquetschungen.
Ich weiß es ist übertrieben, aber stell Dir vor ihm passiert etwas. Das würde ich mir nie verzeien.
Vielen Dank für Deine Hilfe. Dafür bekommst Du auch einen Smileys:flowerpower:
 

Ute

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Für Flexi und andere!

Wie paßt man hier das Trockengewicht an?

Ihr müsst mir bitte helfen, was ist das?? Wie definiert sich das??
"Das Körpergewicht, bei dem am Ende der Dialyse eine optimale Flüssigkeitsbilanz für den Patienten erreicht wird, bezeichnet man als Sollgewicht oder Trockengewicht."

Wird das Trockengewicht unterschritten, kommt es typischerweise am Ende der Dialyse zu Muskelkrämpfen, die unter Umständen auch noch nach der Dialyse anhalten können!


LG
 

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