Abgrenzung Psychopharmaka zu anderer (medizinischer) Behandlung

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In einem Fall war eine Studentin verwirrt, du Polizei vermute die Psychiatrie wäre passend. Zum Glück hatte das Aufnahmepersonal Zweifel und schickte die Person erstmal zur Neurochirurgie wo eine Sinus-Venen Thrombose festgestellt und behandelt wurde.

Welches Fachrichtungen gibt es abzuklappern bevor (nur) mit Psychopharmaka behandelt wird? Oder während Psychopharmaka Behandlung?
Ersetzt keine Diagnostik oder Arztbesuch bei jedem kann auch das Gegenteil zutreffen.

Egal ob ihr Krankenschwester, Hausarzt, Facharzt, Angehöriger seid, wurden die Betroffenen die ihr kennt geprüft auf:
a) Leaky gut und Psyche?
b) Vitamin B (wie Niacin) oder Vitamin D Mangel?
c) Schlafapnoe (insbesondere auch bei chronischen Patienten die mit Beruhigungs- und Schlafmittel an Gewicht zunehmen
d) gesellschaftliche "normaler" aber biologisch abnormaler Schlafmangel?
siehe Studie in Plochingen
Warum Kinder mehr Schlaf brauchen (Schlaf im Baby und Jugend alter wichtig für Gehirnentwicklung. Berücksichtigen dass Jugendpsychiatrien auch angemessen oder verwenden Sie die "normalen" Schulzeiten bei der eigentlich anstehenden Genesung?
e) Schlafstörung als Ursache von allgemein psychiatrischen Erkrankungen statt als Begleiterscheinung
f) Hirnanhangdrüse und Psyche
Wer kennt noch relevantes?

Gerade ältere Psychiater mit denen ich mich austauschte wussten entweder nichts von der Ursächlichkeit des Schlafmangels für Erkrankungen, weisen nicht auf regelmäßige Schlafapnoeprüfungen hin, wissen nichts von der Darm-Hirn Achse oder anderen Faktoren. Auch welche Land mit welcher Methode die höchsten Heilquoten erfüllt ist oft bei Psychiatern mit denen ich mich austauschte nicht bekannt. Oft eben weil Sie keine Zeit haben, ihr zum Auswendig gelerntem Wissen zu überprüfen oder selbstständig mit neuem Wissen, Fachwissen übergreifend zu aktualisieren. Teilweise wird noch in alten Büchern geblättert, statt Suchprogramme die auf digitale Medizindatenbanken trainiert wurden genutzt. Ich klärte hier den ein oder anderen auf und er sagte danke.

Leider gibt es auch immer Ärzte die mit ihrem Ego als auswendig lern 1er Schüler nicht in der Lage sind sich sachlich mit Quellen auseinanderzusetzten. "Wer hat hier studiert?" Wer nie Feedback annimmt oder kritisch sich überprüft, bleibt im "Dunning-Kruger Syndrom" in seiner Blase. Endlosdiskussionen mit Leuten die auf Teufel komm raus recht haben wollen weil Sie Abschluss xyz haben finde ich sinnfrei.

Glücklicherweise gibt es immer mehr die Kooperation zwischen Ärzten, Krankenschwestern, informierten Patienten und anderen Therapeuten als wertvoll sehen. Manche Patienten muss man dann eben schützen, gibt ja deshalb auch die freie Arztwahl und Patientenrechte. Der Austausch (jeder bietet sein Wissen an und jeder überlegt selbst ob er es annehmen möchte) finde ich sinnvoller.

Interessant finde ich Psychologe / Familientherapeut Dr. John Gray der darauf hinweist in der Psychotherapie nicht einfach nur nach Diagnosen sondern auch nach Geschlechtern zu unterscheiden, weil das Stressmanagement hier hormonelle Unterschiede zeigt. Ich schätze auch seine Praxiserfahrung mit 3 Töchtern.
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Das Ex-In Prinzip ist hier auch interessant bei dem Praxiserfahrungen wertgeschätzt werden in Kombination mit Fachwissen.

Gerne lese ich von anderen mit verweis auf Studien (gerne die Originalquellen von About - PubMed).

Schon fast lustig (aber auch hoffnungsvoll was erforscht wird)
"Scheiße für gute Laune bei Mäusen"
und Ultraschall (die Story wie der Anästhesist auf die Idee kam war ulkig, aber würde hier den Rahmen sprengen)

Werde ich demnächst auch wieder in einer sozialen Einrichtung multiprofessionell und mit Betroffenen machen. Fragen macht schlau, kann ich in allem Irren und die Quellen sind die Meinung der jeweiligen Autoren. Seid selbständig für eurer Leben und Meinung verantwortlich.

Auf den Austausch :).
 
Zwei Personen in meiner Familien litten unabhängig voneinander an Panikattacken. Bei einer von ihnen war die Ursache eine Schilddrüsenunterfunktion nach Schwangerschaft, bei der anderen eine Hyponatriämie aufgrund von Elektrolytverlust nach mehreren Tagen mit Übelkeit und Erbrechen. Im ersten Fall war der Hausarzt schlau genug, sofort an die Schilddrüse zu denken. Im zweiten Fall ging es, da sich der Vorfall nicht zu Hause ereignete, über eine Notaufnahme in ein psychiatrisches Krankenhaus - erst dort fiel der niedrige Natriumspiegel auf. (Seitdem gucke ich bei unseren deliranten Patienten auch aufs Natrium.)
 
Herzlichen Dank für die beiden Fälle / Infos. Letzteres war mir nicht bekannt, werde es mir merken und im Austausch mit anderen mit aufnehmen.
 
Hat diesbezüglich sonst noch jemand Erfahrung in dem Bereich? (theoretisch/wissenschaftlich oder praktisch)? (selbst wenn jemand in 1 Jahr hier sich registriert, liest und antwortet für Leute die es in 2 Jahren lesen etc.)

Was gehört zum Ausbildungsinhalt / Weiterbildungsinhalt Fachkrankenpfleger/in für Psychiatrie? Was von oben fehlt, was ist zusätzlich vorhanden?

Besteht bei der Ausbildung die Zeit selbständig zu Recherchieren welche Vor- und Nachteile Psychopharmaka haben? Manches wird ja erst Jahre nach Markteinführung bekannt, wie das Firma Lilly Diabetes als Ursache eines ihrer Wirkstoffe einräumen musste.

Manches wissen Psychiater auch nicht, hier Wissen (aktuelle Studien, Anamnese etc.) zu kombinieren (Arzt, Krankenschwester, andere Therapeuten, Patient, Angehörige) kann helfen, Kooperation § 630e BGB - Einzelnorm Arzt klärt auf, Patient macht mit etc. ist ja (meist) der Optimalfall.

Psychiater haben eine Fortbildungspflicht, während jedoch die Inhalte primär Psychiatriebezogen sind und auch hier nicht vollständig sondern nach einem Punktesystem. Interdisziplinäre Fortbildungen werden nicht gezählt z. b. Effekt von Schlafmedizin, Schilddrüse etc. und fehlen so oft den Psychiatern. Umso wichtiger dass anderes Personal und Patienten dieses Wissen transportieren und die Ärzte sich sachlich damit befassen. Daher auch das Thema.
 
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