Wie oft Bradenskala ausfüllen?

platzbauch

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Hallo zusammen!

Wir hatten neulich in einer Fortbildung übers Wundmanagement die Diskussion,wie oft die Bradenskala bei einem Pat wärend seines KH-Aufenhaltes gemacht werden sollte.
Von täglich, bis über einmal bei Aufnahme und Enlassung und bei Veränderungen war irgendwie alles dabei.
Gibts in Euren Häusern genaue Anweisungen?
Danke schon mal für Eure Antworten!

cu,platzbauch
 
Die Skala müßte immer dann ausgefüllt werden, wenn sich etwas am Zustand des Pat. verändert.

Es gibt weder eine gesetzliche Vorgabe zu den Abständen zwischen den einzelnen Erhebungen noch gibt es ein Gesetz, dass díe Verwendung von Skalen vorschreibt.

Wir haben uns gegen die Skalen und für eine reglemäßig zu validierende Pflegeplanung entschieden. Dies funktioniert sehr gut.

Elisabeth
 
Bei uns gibt es die hausinterne Anweisung die Bradenskala bei jeder Neuaufnahme auszufüllen und bei jeder Veränderung am Patienten anzupassen. Das funktioniert gut.
 
Bei uns wird sie ggf bei Aufnahme ausgefüllt und dann 1x wöchentlich, sowie bei internen Verlegungen und bei Entlassung...
 
Hallo!
Bei uns wird die Bradenskala bei Aufnahme erstellt, und alle 3 Monate zusammen mit der Pflegeplanung evaluiert. das wird vom MDK so gefordert. Und natürlich ist sie bei Verschlechterung des Patienten, anzupassen.
:flowerpower:
 
wenn ich mich nicht irre, gibt es hierzu auch eine aussage im
Expertenstandart Decubitusprophylaxe
 
Und wie ist die Aussage? Dann muss nicht jeder jetzt suchen...
 
:down: leider gibt es keine eindeutige aussage, aber geschrieben steht:

"für die Häufigkeit und den Zeitpunkt der Risikobestimmung sind keine wissenschaftlich begründete aussagen zu treffen. Bergstrom et al.(1998 )empfehlen, nach der Ersteinschätzung bereits nach 24-48 stunden und anschließend in individuell notwendigen Intervallen vorzunehmen"

leider hilft diese Aussage nur sehr wenig.
wir haben uns bei der Umsetzung des Expertenstandard auf einen 2wochenrhythmus + bei Veränderungen geeinigt
 
Gibts in Euren Häusern genaue Anweisungen?

Ja.

Ein Pat. wird bei uns eingestuft, wenn er

1. über 70 Jahre alt ist und/oder
2. in der PPR mindestens mit A 2 eingruppiert wurde und/oder
3. bettlägrig ist.

Je nach Veränderung o.g. Punkte wird eine neue Einstufung vorgenommen.

So viel zur Theorie... ;-)

Grüße
Michl
 
guten morgen,

bei uns wird von jedem Patient egal wie fit, alt und wie lang er bleibt eine Einschätzung mittels Braden erhoben.
Bei Aufnahme, bei Entlassung und bei Veränderungen. Ebenso wird einmal pro Woche bei jedem die Skala gemacht.
Das ganz wird zusätzlich noch in den Pc eingeben, mit Datum, ob prophylaxen gemacht werden, wenn ja welche, ob bereits ein deku vorhanden war oder jetzt entstanden ist. Das dann mit Dekugrad und wo.
Sehr viel Dokuarbeit wie ich finde.

lg mary_jane:hippy:
 
Achso, das hab ich vergessen. Sie wird ausgefüllt wenn Pat "gefährdet sind".
Theoretisch.

In der Praxis eingebürgert hat es sich nur den ganzen Dekubituskram zu starten wenn schon ein Dekubitus vorliegt!! :down:
 
Danke für die vielen Anworten!!!!:up:mal sehen ob es klappt dass wir auf unserer Station auch ne einheitliche Linie hinbekommen...

MfG
 
Auszug aus dem Expertenstandard Dekubitusprophylaxe:

Die Pflegefachkraft beurteilt das Dekubitusrisiko aller Patienten/Betroffenen, bei denen die Gefährdung nicht ausgeschlossen werden kann, unmittelbar zu Beginn des pflegerischen Auftrages und danach in individuell festzulegenden Abständen sowie unverzüglich bei Veränderungen der Mobilität, der Aktivität und des Druckes u. a. mit Hilfe einer standardisierten Einschätzungsskala...
Der Expertenstandard schließt ja (zum Glück) das Denken nicht aus. Der Pflegefachkraft wird zu Beginn des pflegerischen Auftrages zugetraut, erstmal ohne Skala festzulegen, ob eine Dekubitusgefährdung ausgeschlossen werden kann. Die Risikofaktoren sollten einer Fachkraft in der Anamneseerhebung auffallen. Erst dann würde ggf. der Einsatz von Skalen folgen. Neueinschätzungen finden INDIVIDUELL, bzw. unverzüglich bei s.o.... statt.

wir auf unserer Station auch ne einheitliche Linie hinbekommen...
Mit festen Abmachungen (z.B. immer bei Aufnahme oder ab 70 Jahre....) kommt es unweigerlich zu einem häufigen "Fehleinsatz" (Mehraufwand) der Skalen. Damit auch zu einer geringen Akzeptanz durch die Pflegekraft. (berechtigter Weise)

Grüße
Michl
 
Hallo,

ich habe den Expertenstandart Dekubitusprophylaxe in unserem Haus eingeführt und war dafür auf verschiedenen Fortbildungen.
Wir haben uns auf folgende Vorgehensweise geeinigt:
Dekubitusprophylaxe -- > Risikoeinschätzung nach Braden

Besteht augenscheinlich kein Dekubitusrisiko, z. B. 18 Jahre ASK keine Begleiterkrankung, werden keine Maßnahmen ergriffen.
Es wird kein Deku- Risiko auf dem Stammblatt in der entsprechenden Spalte vermerkt.
Cut off point mit 18 Punkten = die Punktzahl bei der Interventionen erforderlich sind.
Bei erkennen eines Dekubitusrisikos muss der Pat. innerhalb von 12 Std. die „Druckentlastenden Maßnahmen“, Antidekubitus-, Weichlagerungs- oder Wechseldruckmatratzen, erhalten haben.
Patienten die bei der Aufnahme als gefährdet eingestuft werden sind zwingend innerhalb von 24-48 Std. nochmals einzustufen.
Die aus der Punktzahl resultierenden Maßnahmen:
Die Information über das erhöhtes Dekubitusrisiko ist stets weiter zu geben, z. B. falls der Pat. länger in einer anderen Abteilung verweilt, OP, CT usw. oder bei Verlegung bzw. Entlassung in eine andere Institution.


Die Risikoeinschätzung ist vor zu nehmen wie folgt:

o jeder Patient wird nach der Bradenskala wie bei der Aufnahme eingeschätzt, das Ergebnis dokumentiert und falls erforderlich entsprechend gehandelt
o1x wöchentlich bei allen stationären Patienten, immer mit dem neuen Kurvenblatt einstufen.

      • [*]Die Skala mit wechselnden Farben ausfüllen (3-4 x benutzten)
        [*]sofort bei Veränderung des Zustands / der Behandlung (z. B. Psychopharmaka, postoperativ, Magensonde, Fixierung)
oPostoperativ


Harry68

 
Bei uns läuft dies so:
Alle Patienten ,die anhand des Pflegeanamnesebogens in ihrer Bewegung und Mobilität als eingeschränkt eingestuft worden sind.
Daraus muss eine detaillierte Einschätzung mittels der Braden-Skala erfolgen.
Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe sind durchzuführen, wenn der Patient weniger als 16 Punkte erreicht.
Neueinschätzung bei Veränderung des Patientenzustandes (z.B. OP) und nach einer Woche.
Auf Intensivstation tägliche Einschätzung.
Zusätzliche Risikofaktoren , die berücksichtigt werden müssen sind:
Anämie, Eiweißmangel , Fieber und Behandlung mit Katecholamine (Dopamin).
Ist einer der zusätzlichen Risikofaktoren vorhanden, erhöht sich der
Braden-Score.

Um sicherzustellen, dass die Maßnahmen zur Dekubitusprophylaxe über 24 Stunden fortgeführt werden, werden alle an der Versorgung des Patienten Beteiligten wie Funktionsabteilung, OP, Physiotherapie, Transportdienste über die Dekubitusgefährdung und die betroffenen Maßnahmen informiert (Übergabe, Verlegungsbericht)
 
Hallo zusammen,

bei uns wird die Bradenskala nur bei A2- und bei A3-Patienten ausgefüllt!
Zunächst bei Aufnahme, dann einmal in der Woche oder bei Veränderungen des Zustandes des Patienten!
 
Hallo Elisabeth,

du schreibst ihr hättet euch gegen Skalen entschieden und macht die Einschätzung über Pflegeplanung.
Wie kann ich mir das Vorstellen? Kann man anhand von Pflegeplanung das Dekubitusrisiko erkennen ? Ich muss dazu sagen ich habe von Pflegeplanung keine Ahnung.
Aber ich möchte schon in der Aufnahmesituation erkennen ob der Pat. gefährdet ist oder nicht. Das heißt, daß der Patient spätestens 15 - 30 min nach seinem Eintrefen auf der geeigneten Matratze liegt, und geeignete Maßnahmen greifen können. Ist dies mit einer Pflegeplanung möglich?

Harry68
 
Aber ich möchte schon in der Aufnahmesituation erkennen ob der Pat. gefährdet ist oder nicht. Das heißt, daß der Patient spätestens 15 - 30 min nach seinem Eintrefen auf der geeigneten Matratze liegt, und geeignete Maßnahmen greifen können. Ist dies mit einer Pflegeplanung möglich?

Harry68
Obwohl ich nicht ganz Elisabeths Meinung teile möchte ich dir eine Gegenfrage stellen:

Ist es DURCH die Skala möglich innerhalb von 15 Minuten die Risikosituation festzustellen und de geeignetste Therapiewahl zu treffen?

Und nein, ich will garkeine Antwort haben, ich kenne sie schon...
 
Hallo,

tja Maniac Antwort gibt es trotzdem.
Ist ja auch Unsinnig eine Frage zu stellen und keine Antwort zu erwarten.
Es ist uns Möglich innerhalb der Aufnahmesituation grob zu unterscheiden ob ein Patient gefährdet ist oder nicht. Die Skala ist hierbei nur ein hilfsmittel. Die nächste Einschätzung innerhalb der nächsten 24 - 48 Stunden bringt natürlich mehr Gewissheit. Falsch können wir nich gerade liegen unsere Zahlen sprechen für uns.´Wenn du etwas besseres weißt - immer her damit wir sind ja für alles offen.
Vielleicht habe ich mich auch falsch ausgedrückt. Die Skala erlaubt mir nicht unbedingt die schnelle Einschätzung. Bei einem großteil der Patienten sieht man ja schon ob bei der Aufnahme Risiko besteht oder nicht. Fit - kein Risiko nicht Fit - Risiko! aber ich muss das ganze ja auch irgendwie begründen.Warum ich Maßnahmen ergriffen habe oder warum nicht. Das kann ich nur mit der Skala. Dadurch das die Kollegen sich mit der Skala beschäftigen müssen, ist schon der erste Schritt zur Prophylaxe getan. Pflegepat. haben ja fast immer einen Pflegeüberleitungsbogen mit, da ist das Risiko auch schon Erwähnt. Sag mir mal einer wo das Problem liegen soll. Ich muss doch schnell wissen, ob der Pat. in ein Spezialbett muss. Dafür habe ich die Bette ja rumstehen.
Warum soll ich keine Einschätzung in der Aufnahme schaffen? Zu wenig informationen?
Das gleiche läuft auch mit der Sturzskala.
Und ja ich wünsche Antworten, weil ich diese nicht kenne.


Harry68
 
Meine Kollegen beherrschen ff. Einteilung:

Primäre Risikofaktoren: Faktoren die die Eigenbewegung vermindern
Neurolog. Erkrankungen
Lähmungen
Bewußtseinsstörungen
Sensibsilitätsstörungen
Psychiatrsiche Erkrankungen und Psychopharmakaakute Psychosen
ausgeprägte Depressionen
sedierende Medikamente
Chirugische Eingriffe
Anästhesie
Schmerzen
Drainagen

Sekundäre Faktoren: beeinflussen den Zeitraum bis zur Gewebsschädigung
Faktoren, die den intravaskulären Druck vermindern
Arterielle Hypotension
Schock
Überdosierung von Blutdrucksenkenden Mitteln
Dehydratation („Entwässerung“)
Diuretika,
Diarrhö,
Sommerhitze
Faktoren, die den Sauerstofftransport zur Zelle vermindern
Anämie: Hämoglobin < 9 g/dl
Periphere arterielle Verschlusskrankheit
Diabetische Mikroangiopathie
Hypotonie, Bradycardie
Hypovolämischer Schock
Pulmonale Erkrankungen
Faktoren, die den Sauerstoffverbrauch in der Zelle erhöhen
Fieber: > 38 °C
Hypermetabolismus (übersteigerte Stoffwechselvorgänge)
Anabolismus (aufbauender Stoffwechsel)
Katabolismus (abbauender Stoffwechsel)
Infektionen
Zytokinämie
Faktoren, welche zu Nährstoffmangel in der Zelle führen
Malnutrition (Fehl- oder Mangelernährung)
Mangel an Eiweiß, Vitaminen, Mineralstoffen, Spurenelementen
Kachexie (Auszehrung infolge tiefer greifender Störung aller Organsysteme)
Lymphopenie bei Malnutrition:
Immunschwäche,
Störung der Wundheilung
Faktoren, die den Widerstand der Haut schwächen
Hautzustand: dünn, atrophisch, mit weniger Abwehrzellen
Steroidinduzierte Hautatrophie: dünne, leicht verletzliche Haut
Entzündungen im Hautbereich- Windeldermatitis

Dazu wurde vermittelt, dass es einen Unterschied gibt zwischen einer Windeldermatitis und einem Dekubitus.
Die primären und sekundären Faktoren finden sich auf der Pflegeanamnese und im Bereich der Pflegeprobleme. Ich bin zufrieden mit der Einschätzung und die Maßnahmen gegen den Dekubitus- Lagern- finden endlich ihre Wertschätzung. Die Kollegen wissen, dass das Intervall von den sekundären Risikofaktoren abhängig zu machen ist.

Alle Pflegeskalen sind nicht validiert- egal ob Dekubitus, Sturz, Pneumonierisiko. Und meiner Meinung nach kann man Kollegen nicht zumuten zusätzliches Papier auszufüllen.

Elisabeth