Bradenskala- Expertenstandard

Dieses Thema im Forum "Pflegestandards und Qualitätsmanagement" wurde erstellt von Spritze, 06.02.2011.

  1. Spritze

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    Hallo,
    bei unserer letzten Weiterbildung wurde uns vermittelt, dass die Bradenskala nicht den Anforderungen des Expertenstandards entspricht.
    Es wurde uns ein neues Formular vorgestellt, welches viele Fragen zum Pat. beinhaltet. Diese sollen dann mit "ja" bzw "nein" beantwortet werden. Am Ende soll dann jede Fachkraft aber selber einschätzen, ob ihrer Meinung nach ein Risiko besteht oder nicht. Es gibt keine Punktebewertung.
    Ich kann mich mit diesem Formular nicht so recht "anfreunden".

    Verwendet Ihr noch die Bradenskala? Wenn Dekubitusgefahr besteht, trotz hoher Punktzahl bei der Bradenskala, haben wir dies immer in der Pflegeplanung begründet.
    Akzeptiert der MDK die Bradenskala noch (voriges Jahr bei der Kontrolle war sie noch ok)?
    Schöne Grüße
    Spritze
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Verstehe ich net. Wo liegt denn das Problem? Die Bradenskala ist kein Diagnostikinstrument. Es soll lediglich der vereinfachten Doku dienen. Wenn du einen Fragebogen abarbeitest, machst doch nix anderes. Du dokumentierst die Fakten.

    Oder brauchst du die Summen der Punkte um entscheiden zu können welches Risiko?

    Elisabeth
     
  3. Spritze

    Spritze Senior-Mitglied

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    Danke für die schnelle Antwort.
    Was mir bei dem neuem Formular nicht gefällt, dass jede Fachkraft selbst entscheidet, ohne einen "Anhaltswert".
    So geschieht es bei uns z.Z. bei dem Kontrakturrisiko. Um es sich "einfach zu machen", steht in vielen Planungen "Es besteht in allen Gelenken Kontrakturgefahr"--- fertig. Ich vermute dann einfach mal, es wird nicht lange dauern, da steht in vielen Dokus: "Es besteht Dekubitusgefahr".
    LG Spritze
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wieso? Sie hat doch einen Anhaltswert: ihr Fachwissen. Du musst also zusehen, dass alle über ein entsprechendes Wissen verfügen- so wie es der expertenstandard auch vorschreibt.

    Gleiches gilt übrigens auch für die Kontrakturprophylaxe.

    Du kannst ergo nur Leute planen lassen, die über das notwendige Hintergrundswissen verfügen. Checklisten und Skalen kann jeder ausfüllen sofern er des Lesens und Schreibens mächtig ist. Fachkompetenz beginnt jenseits der Skalen.

    Elisabeth
     
  5. Spritze

    Spritze Senior-Mitglied

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    Für viele ist das Schreiben einer Pflegeplanung eine "Strafe". Da werden halt Formulare nur angekreuzt, ohne darüber nachzudenken. Hauptsache alles verfügbare ist in der Doku enthalten....., so nach dem Prinzip, je mehr, desto besser. Mir graut es jetzt schon....

    LG Spritze
     
  6. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Dann wars mit der Bradenskala doch net anders. Da hast auch nur ne Pseudosicherheit gehabt- hast geglaubt, es wird schon stimmen.

    Elisabeth
     
  7. Spritze

    Spritze Senior-Mitglied

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    nur mal ein Beispiel:
    80 jährige Pat., wird 2x wöchentlich durch den Pflegedienst geduscht.
    Pat. kann sich mit einer Gehhilfe in ihrem Haus frei bewegen, laut Planung sind alle Gelenke frei beweglich.
    Aber sie hat ein Dekubitusrisiko (mit der Begründung- sie sitzt ja viel) und mit derselben Begründung hat sie auch noch ein Kontrakturrisiko in allen Gelenken.
    Laut Bradenskala hat sie 22 Punkte!!! Trotzdem diese Einschätzung einer Fachkraft.... verstehst Du, was ich meine....???? Wie wird das dann mit dem neuen Formular ????
    Spritze
     
  8. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  9. Spritze

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    "Was wissen deine Kollegen überhaupt über die Entstehung eines Dekubitus bzw. den potentiellen Risiken?"

    Diese Frage kann ich nicht beantworten.
    Aber meine Meinung ist, lieber ein individuelles Risiko erfasst, als allgemein bei fast allen Pat. ein Risiko in der Planung aufzunehmen. Es ist aber bei uns nicht so einfach, jemanden zu überzeugen, dass eben bei manchen Pat. KEIN Risiko besteht....

    Spritze
     
  10. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Ich versteh die 22 Punkte net. Womit wird denn das begründet? Und wie kommt man dann zu einem großen Risiko?

    Elisabeth
     
  11. Spritze

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    Bis auf "Aktivität" immer die volle Punktzahl.
    Als Begründung für das Risiko "weil die Pat. viel sitzt"......
    Es ist halt schwer, meine Kollegen davon zu überzeugen, dass nicht alle Pat. bei uns alle Risiken haben. :angry:
    Spritze
     
  12. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  13. Spritze

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    Es finden regelmäßig Weiterbildungen statt!!!! Daran kann es eigentlich nicht liegen...
    Schlimmer finde ich es noch beim Kontrakturrisiko. In manchen Touren haben die "mobilsten" Pat. ein Risiko in allen Gelenken. Die armen Pat.!!!
    Spritze
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Was wird denn in den FoBis vermittelt und wie? Läuft das nach dem Schema Frontalunterricht? Was passiert, wenn Kollegin net fachlich begründen kann?

    Es gibt ganz klar Grenzen beim IQ so mancher Kollegen, dass will ich net bestreiten. Net jeder, der ein Examen hat arbeitet auch oberhalb des Niveaus von Laien/Hilfskräften.
    Aber deshalb an den Skalen festzuhalten bzw. immer neue zu generieren, um sich selber zu beruhigen- das kanns ja net sein.

    Elisabeth
     
  15. Spritze

    Spritze Senior-Mitglied

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    Fordert der MDK nun eigentlich eine Risikoskala, wie z.B. Braden, Norten etc. oder kann jede Einrichtung eine Eigene erfinden.
    Nicht das wir jetzt aus allen Dokus die Bradenskala entfernen und dann bei der nächsten MDK- Überprüfung schlecht abschneiden. "Google" konnte mir leider nicht weiterhelfen.
    Spritze
     
  16. smamalu

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    Hallo,

    beschäftige mich auch gerade mit dem Standard 2010. Also einige Fragen kann ich beantworten, mit anderen qiäle mich selber herum:-). Also insgesamt geht der Trend in den Standards in die Rcihtung, dass Checklisten erstellt werden und eben keine Skalen mehr (mit Punkten und Risikobereichen). Das hat den Grund, dass in Studien nachgewiesen wurde, dass Skalen das Risiko eher nicht vorhzersagen können oder oft sogar schlechter sind as di fachliche Einschätzung von Pflegekräften. Ich habe mit den Skalen ähnliche
    Erfahrungen gemacht. Es sit einfach schwierig zu verallgemeinern wie stark ein Einzelfaktor in diesem Fall das Risiko erhöht. Dies soll durch die pflegerische Einschätzung geschehen- finde ich auch sehr schlüssig.

    Unsicher bin ich in folgendem Bereich: Also hier wurde gesagt die Braden Skala entspricht nicht mehr den Anforderungen. Das lese ich auch aus dem Standard, wobei aber auch nicht direkt abgeraten wird. Es gibt allaerdings eine Liste mit verschiedenen Faktoren (vor allem Scherkräfte und Druck), der Einfluss vieler Faktoren, die in der Braden Skala vorkommen konnte nicht nachgewiesen werden. So ist z.B. nicht bewiesen, dass die Ernährung einen Einfluss auf das Risiko hat. Ich denke nuhn, dass ich eine Checkliste machen werden, die sowohl die Inhalte der Liste als auch erst mal der Braden Skala berücksichtigt.

    Was denkt ihr ist es das, was der Standard sagen will und der MDK sehen will? Hat vllt. jemand eine Checkliste zu dem Thema, damit ich mal gucken kan, ob ich richtig liege????
     
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