Versuchter Suizid

@Maniac- darf ich fragen, wieviele Suizidpat. du kennst und ob du stets uneingeschränkt diese Variante befürworten würdest?

Wenn ich deinem Gedankengang folge, dann können wir viele Plätze einsparen in den geschlossen Psychiatrieienrichtungen? Viele psychiatrische Therapien wären unnötig. Einsätze von RTW u.ä. müssen sofort abgebrochen werden bei dem kleinesten Vwerdacht, es handelt sich um Suizid.

Jeder von uns hat ein Bild vor sich, wenn er an so eine Situation denkt. Ich würde mutmaßen, deine Sichtweise ist sehr somatisch ausgerichtet.

Wir wissen nix über den Bew.. Wir können net beurteilen, warum er versucht hat, sich das Leben zu nehmen.

Und ich finde deine Aussage fast eine Beleidigung für die Kollegen vor Ort, die sich offenbaren, dass das Erlebnis für sie traumatisch war und dass sie mit der Situation nur schwer fertig werden. Auch Pflegekräfte sind Menschen mit Gefühlen und keine Roboter.

Elisabeth
 
Und ich finde deine Aussage fast eine Beleidigung für die Kollegen vor Ort, die sich offenbaren, dass das Erlebnis für sie traumatisch war und dass sie mit der Situation nur schwer fertig werden. Auch Pflegekräfte sind Menschen mit Gefühlen und keine Roboter.

Elisabeth
Ausdrücklich nicht! Aber das die MA damit schlecht umgehen könne, darf sich nicht auf den bewohner auswirken!
Das es im team, bzw durch die Vorgesetzten mit dem team nicht geklärt werden kann ist sehr schade.


Die Suizidsituation auseinaderklamüsern halte ich für zu umfangreich.

Nochmal was ich schon geschrieben habe:
Hat der Bew eine Betreuung? Ist er dement, hat Wahnvorstellungen oÄ?

Ich finde es sollte jedem frei stehen sich zu suizidieren, wenn er denn Herr seiner Sinne ist.

Natürlich ist das eine Gratwanderung, klar. Wer will das auch beurteilen. Viele sagen auch "Jeder der nicht mehr leben will, ist psychisch krank". Ab wann ist man depressiv, ab wann ist es krankhaft, bis wohin darf man selbst entscheiden?!

Schwierig.

Trotz Allem:
Es ist mein Leben und ich entscheide ob oder wann ich es beende.

Also: schwierig und ich kann es nicht uneingeschränkt! Und aus der Ferne schon agrnicht und vor Ort natürlich auch nicht. Es geht mir ums Prinzip! Wenn ICH nächstes jahr entscheide meinem leben ein Ende zu setzen und das vorher Freunden mitteile (fände ich nett...), dann würde man mich doch sicher auch versuchen ind psychiatrische Behandlung zu geben. Es wird in der Gesellschaft nämlich (leider) (und noch!) nicht toleriert!
 
Ich glaube, hier fehlt uns Somatikern ein ganz großes Stück Bewältigungsmechanismen.

Frage an die Kollegen aus der Psychiatrie: wie wird in euren Teams bei solchen Situationen verfahren- meint, was macht ihr, wenn sich ein Pat. trotz aller Überwachung auf Station versucht das Leben zu nehmen.
Hakt ihr das ab?
Gibt es eine Supervision?
Wenn der Pat. aus der geschlossenen zurück kommt, wie geht ihr damit um? Wie wird die Beziehung zu dem Pat. gestaltet?

Wenn ihr Pat. habt, die sich schon öfter versucht haben das Leben zu nehmen und bei denen ihr seht, dass keine Therapie einen richtigen Erfolg zeigt- lasst ihr den dann gehen? Er ist ja Herr seiner Sinne und weiß, dass es keine Besserung gibt. Wäre ja ein Gnadenakt.

Elisabeth
 
Bei uns war einmal ein Patient mit seinem Suizidversuch erfolgreich. Der Notfallseelsorger war praktisch sofort da (für die Kollegen und die herbeigerufenen Angehörigen). Supervision haben wir ohnehin alle zwei Monate; beim nächsten Termin wurde dann der Suizid thematisiert. Wir hätten auch früher einen Termin ausmachen können, aber dagegen haben sich die betroffenen Mitarbeiter (die den Patienten gefunden haben) entschieden.
 
@Marty,nein mein Nick hat nichts mit dem Glauben zu tun als ich mich damals angemeldet habe, habe ich in der Dauernachtwache gearbeitet und deswegen diesen Nick gewählt.

Gut das es verschiedene Meinungen gibt und ich diese nicht alle teilen muss bzw verstehen muss.
Sicher sollte jeder entscheide ob er einen Suizid machen möchte oder nicht und sicher ist es "schön" wenn ein Bewohner nicht aus seiner Umgebung gerissen wird aber zu welchem Preis??
Mal ganz abgesehen vom Personal der ihn findet ( das ist unser Problem und das wir das im Team nicht richtige besprechen können auch das sehe ich ja ein).Aber dieser besagte Bewohner kommt jetzt bei uns in die Verhinderungspflege diese ist angeschlossen an einer Tagespflege und so kann es auch sein das ein dementer Gast in der Tagespflege ihn findet was bekommt der denn für einen Schock??
Das er es wieder tun wird ist fast sicher.

lg Nachtengel
 
Hallo, Nachtengel
hab in der letzten Zeit darüber nachgedacht. Wir hatten vor kurzem auch so einen Patienten, der hatte das auf Normalstation gemacht, mit Rasierklingen, kam aber verarztet und genäht über Nacht zur Überwachung auf Intensiv. Neben anderen Gründen wollte er sich damit demonstrativ übers Pflegepersonal beschweren und er erschien nicht dement oder so. Ich habe ihn betreut und zwischen uns herrschte eine komische Stimmung. Er war sehr stolz und mißtrauisch und in sich gekehrt und demonstrativ und ich... abgewandt und innen feindselig, weil ich jede Art von (emotionaler) Erpressung hasse und ich in solchen Situationen schon rational weiß, das jemand krank ist und nicht mich persönlich ärgern will, und trotzdem empfinde ichs persönlich.
Lange Rede , kurzer Sinn, ich kann und könnte auch nicht gut damit umgehen, von daher kann ich euch nur wünschen, das es sich irgendwie in Wohlgefallen auflöst. Würde mich interessieren, wie es weiter- bzw. ausgeht, gern als PN.
Wünsch euch Kraft,
Marty
 
Er hat gedroht es wieder zu tun und bleibt nun doch erstmal eine Weile in der geschlossenen.

lg Nachtengel
 
Donnerstag ist es soweit mein Bewohner kommt wieder.
Das kann ja heiter werden und ich hab We-Dienst....

lg nachtengel
 
Hallo,
also Maniac ich finde es ein starkes Stück, das du scheinbar Suzid als was ganz Normales und als freies Recht ansiehst. Wenn man sein Ende freiwillig ein Ende setzten will, dann muss man doch davon ausgehen, das derjenige psychisch nicht auf der Höhe sein kann. Sonst hätte diese Person eine andere Art der Problembewältigung ausgewählt. Da dieser Bewohner an einer Altersdepression leidet und sich wünscht bei seiner verstorbenen (?) Frau zu sein hilft nur eine regelrechte Trauerbewältigung.
 
hallo

also mal langsam zum mitschreiben .......
bei älteren Bewohnern muß ich jeden Morgen, wenn ich das Zimmer betrete damit rechnen, es könnte ein Toter dort liegen .....
denn sie sind alle mehr oder weniger krank und alt
es könnte auch jemand nachts fallen und liegt morgens tot im Zimmer ....
das ist nicht schön, aber genau das gehört doch auch zu unserem Job und Alltag

wenn ich da jetzt so einen alten Menschen habe, der klipp und klar sagt "ich will nicht mehr" muß ich damit rechnen, es passiert .......
da gebe ich Maniac recht, eigentlich, wenn der Geist noch funktioniert, kann ich meine Entscheidung nicht mehr zu leben, durchführen .....
wir sind alle Profis und kennen den Tod, also sollten wir so etwas respektieren .....

wenn dieser Mann es so will, er schafft es vielleicht ....... O.K. dann ist es so

er wollte es so ........ wo ist das Problem
denke ich da nicht zu sehr an mein eigenes Ego .....

ich habe nach meinem Examen einige Jahre in der Akutpsychiatrie gearbeitet und unser Chefarzt hat immer gesagt " Wer es wirklich will, der schafft es und dann ist es so" .......... und das finde ich richtig

denn wenn ich aus irgendwelchen Gründen wirklich mit meinem Leben abschließe und nicht mehr will, möchte ich auch, das man das akzeptiert.

viele Grüsse
Bully
 
@Desperatogirl, ja seine Frau ist vor einem Jahr verstorben

@Bully1959, sicher ist der Tod immer mit dabei in unserem Job und klar muss ich damit rechnen das ein Bew. fällt und stirbt oder tod im Bett liegt.Damit habe ich auch kein Problem im gegenteil komme sehr gut damit klar.
Es ist die Art wie ein Bew. stirbt ob er sich die Halsschlagader aufschneidet,sich erhängt oder aus dem Fenster springt.
Sicher wenn einer es will dann schaft er es und dannist es so.

Habe gestern erst wieder im Team gemerkt das eine Kollegen seh "unreif" sind der eine meinte na da soll er mal wieder kommen der hat jetzt eh verschießen nach der Aktion:wut:

lg nachtengel
 
Wenn der Bewohner eines natürlichen Todes stirbt ist das ja wohl was anderes, als wenn man sich das Leben nimmt oder?? Wozu haben wir Psychatrieen, wenn Suizid als "normal" angesehen wird?
 
Psychoiogie: Suizid - Krankheit oder freier Wille? - Nachrichten Gesundheit - Psychologie - WELT ONLINE

Desperatogirl,

der Suizid ist eine menschliche Handlungsmöglichkeit unter vielen und Ausdruck des Willens zu diesem Zeitpunkt. Gibt es durchaus auch "Hilferufe" darunter, gibt es aber genauso Menschen, die mit vollem Bewußtsein und nach reiflicher Überlegung diese Möglichkeit ergreifen. Ich weiß für mich Situationen, in denen ich dieses tun würde.
Bitte also keine moralisch gefärbten Allgemeinentrüstungen.

Marty
 
Ok wenn ich mich darüber nicht aufregen darf, warum hat dann das Personal und die Ersthelfer damit so grosse Probleme, wenn das dann so eine Berechtigung hat? Weil diese Vorgehensweise von der Gesellschaft so hingestellt wird, das es nicht sein soll!! Oder ist das einfach die beste Lösung für alle, wenn man sich mit diesem Bewohner nicht mehr weiter auseinander setzten will??
 
Weil diese Vorgehensweise von der Gesellschaft so hingestellt wird, das es nicht sein soll!!
Richtig, die Gesellschaft...

Noch!

Meiner Meinung nach wird sich das irgendwann ändern. Ob man solange mitlaufen muss und seine Einstellung der "Gesellschaft" anpasst, bleibt jedem selbst überlassen...


(aufregen darfst du dich selbstverständlich jederzeit)
 
Sehr aufmerksam von dir, Maniac^^:zunge:
 
Ich habe hier, so wie oft im Leben, zwei Positionen.
Die Schwester Marty hilft solchen Patienten selbstverständlich, was damit anfängt, das ich davon ausgehe, das es sich um einen Hilferuf handelt und die Situation des Patienten so verbesserbar ist, das er keinen Grund mehr dafür hat. Sonst wäre es auch sinnlos, meinen Zweitberuf anzustreben.
Der Mensch Marty kann aber für sich akzeptieren, das es echte Gründe gibt, sich zu suizidieren, bei sich selbst und bei anderen. Ich möchte für mich Akzeptanz dafür und bin auch bereit, sie zu geben.
Ich habe in meiner erweiterten Familie zwei Fälle, bei einem davon verstehe ich es gut.
Die Trauer darüber ist wieder eine ganz andere Baustelle.

Übrigens war mein letzter Satz in obigem Post im Nachtdienst geschrieben, ich hatte wohl erkennbar zuviel Dampf drauf...:anmachen::knabber:

Gruß, Marty
 
Nun ist er wieder da seit gestern.Es hat sich nicht viel geändert er hat gestern schon wieder andeutungen gemacht das er nicht mehr will und ich muss wohl damit rechnen das er sich wieder was antut und ich ihn finde denn er weiß das wir am WE nur zu zweit sind und er "unbeaufsichtig" ist und dazu kommt am Sonntag der 1. Todestag seiner Frau.

lg Nachtengel
 
Arzt informieren, dass Pat. sich nicht von seinen Suizidgedanken trennen kann. Verweis auf die mögliche Ursache. Müsste eigentlich reichen für eine Wiedereinweisung.

Elisabeth
 
ich kann nicht ganz nachvollziehen warum er wieder aus der geschlossenen entlassen wurde...wenn bei ihm das noch so akut ist...
 

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