Systematischer Wahnsinn – Wenn die Stationsleitung zur Gefahr für Patienten und Team wird

Nachtbruder2026

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Akt. Einsatzbereich
Pflege
Hallo zusammen,

ich muss mir etwas von der Seele schreiben, das über das normale "Schicht-Gejammer" weit hinausgeht. Ich bin seit 15 Jahren in der Pflege, aber was ich gerade erlebe, macht mich fassungslos und ehrlich gesagt auch krank.

Die Situation vor Ort:

Unsere Leitung (seit 2022) hat das Zepter übernommen und seitdem herrscht das Gesetz der Angst. Während sie sich tagelang im Büro einschließt, um Dienstpläne zu schreiben, brennt auf Station die Hütte.

Wir stehen allein im Dienst, während gleichzeitig:

* Hilfskräfte ohne Sprachkenntnisse (kein B2) oder Fachqualifikation Aufgaben von examinierten Kräften übernehmen.

* Lebensgefährliche Medikationsfehler passieren (Prednisolon in Glukose statt NaCl, Medikamentenverwechslungen), weil Hilfskräfte Infusionen richten und Tabletten verteilen, die sie nicht mal lesen können.

* Patienten Angst haben zu klingeln, weil sie von "Lieblingsmitarbeitern" der Leitung beschimpft werden.

Die Bewertungen der Patienten sprechen Bände, aber es interessiert niemanden.

Mobbing mit System:

Die Leitung führt über Monate "Geheim-Protokolle" über unliebsame Mitarbeiter. Nach drei Monaten bekommt man dann die gesammelte Liste des angeblichen Versagens serviert. Anstatt Konflikte vor Ort zu klären, geht jede Kleinigkeit direkt an die Geschäftsführung in Berlin. Das Ergebnis? Einschüchterungsschreiben aus der Zentrale, Abmahnungen und Telefonterror in der Freizeit.

Das Paradoxon:

Wer fachlich nichts kann, aber zur "Clique" der Leitung gehört, darf alles. Wer den Mund aufmacht oder auf Sicherheitsmängel hinweist, wird als Lügner dargestellt. Sogar die Patienten werden als unglaubwürdig abgestempelt, wenn sie sich beschweren.

Ich stehe in einem Hamsterrad. Ich sehe, wie 13 Kollegen in einem Jahr geflohen sind. Ich sehe, wie Patienten gefährdet werden. Aber jedes Wort von mir wird umgedreht. Man fühlt sich machtlos, während man zusehen muss, wie ein einst gutes Team und die Versorgungssicherheit gegen die Wand gefahren werden.

Wie kommt man aus so einer Nummer raus, ohne selbst unterzugehen?
Hat jemand von euch schon mal erfolgreich gegen so eine "Berliner Schärfe" und eine unfähige Leitung zurückgeschlagen?
Oder hilft hier nur noch die Flucht und eine Meldung an die Heimaufsicht / den MDK?
 
Erstmal nur kurz, weil spät. Bezweifle dass die Heimaufsicht / MDK wirklich helfen können aber kenne die spezifischen Menschen nicht.

Ich sag mal: Pinguin Prinzip (Hirschhausen). Finde deinen Platz in einem Team dass zu dir passt und dich wertschätzt, statt diese unsägliche Situation auszuhalten, Dauerstress kann dauerkrank machen dann kannst du gar keinem mehr Helfen, weder dir noch anderen.

Lieber rausgeflogen werden von Leuten die einen nicht verdient haben, als diesen etwas zu geben was sie nicht verdienen. Statt zu warten kannst auch gleich suchen wo Teamgeist und Patientenwohl wichtig ist und du gesucht wirst. Danach kannst du immer noch aus sicherer Entfernung melden, nachdem du dein Arbeitszeugnis hast.

Die Welt ist groß. Alles Gute.
 
@TE:
Schwierig, so wie Du das schilderst. Einiges scheint mir eher ein Problem des Systems zu sein, wobei die Leitung auch nur mitschwimmt und den Mangel irgendwie verwaltet.
Man darf nicht vergessen, daß die Stationsleitung (oder WBL - bist Du jetzt eigentlich in der Klinik oder im Pflegeheim?) zwischen den Stühlen steht, also zwischen Managementebene und Mitarbeitenden. Ich kenne es von früher her auch so, daß die SL im wesentlichen dem „Fußvolk“ die „grandiosen“ Neuheiten der obersten Führungsebene zu vermitteln hatte. Dagegen irgendwie „anzustinken“ verlangte von ihr schon ein extrem breites Kreuz.

Das rechtfertigt aber natürlich nicht das, was Du beschreibst (Fehlerlisten über MA führen und die ranhängen, gefährliche Pflege).
Hier dürfte wohl nur noch ein anonymer Hinweis an den MD fruchten, wenn das tatsächlich alles so von oben gedeckt wird wie Du schreibst. Wobei das Traurige ist, daß Whistleblower in Deutschland oft einen schwierigen Stand haben und sie mit so einer Meldung Probleme kriegen können.
 
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So, jetzt nochmal dazu.


Erfahrungen mit Chefs und anderen:
Also eine "unfähige" und "gefährliche" Leitung (für Mitarbeiter und Bewohner) so jemand fiele mir auch ein. Erfahrung war ähnlich, die Clique stand zur Chefin (gespaltenes Team), der Chef drüber hat das Problem gesehen aber war auch machtlos gegen diese eingewachsen Strukturen. Kam nachdem ich weg war auch zu einem Selbstmord, im Personal Grund mir unbekannt.

In einem Altenheim wurde ein ähnlicher Chef gegangen, weil extern auch bekannt war was da so los war, das dauerte allerdings und die Details sind mir nicht bekannt.

Die ursprüngliche Chefin, ging glaub erst mit ihrer Rente, bis ein neuer Chef wurde, die alte Clique hat dann auch irgendwann hinterfragt ob es so gut war zu dieser Chefin zu stehen, ist halt manchmal aus Eigenschutz ein Stück weit sinnvoll und jeder hat seine eigene Entscheidung basierend auf Moral, Situation etc. Manche haben eine Familie zu ernähren und kein Problem mit Hörigkeit, andere trauen sich zum Wohl von Patienten mehr.

Basierend auf meiner Erfahrung sind schnelle Lösungen nicht möglich gewesen. Die Summe der Beschwerden hat im Nachhinein aber schon was gebracht, während ich da es zwar beobachtet habe aber ich "geflüchtet" bin, aber auch zu einem besseren Team wo ich etwas beitragen konnte.

Eine bekannte von mir prangerte mal etwas an (bei einer Pflegedienstleitung) und wurde von der Krankenkasse "gedeckt", bis es geklärt wurde, Beweise sammeln ohne Gesetzte zu verletzen ist bei sowas auch immer gut.

Haushaltshilfe sein?
Mal eine andere Idee, du als Altenpfleger... meine Mutter kümmerte sich um Haushalt von alten Menschen. Privatverträge ohne Medikamentengabe oder Pflege. Die Leute waren betucht, zahlten auch mal das Kaffee trinken und Plausch halten mit. Bei 1 von 10 Menschen sprach meine Mutter irgendwann an, "naja bei ihnen muss ich am meisten Arbeiten für am wenigsten Geld... " "Dann brauchen Sie auch nicht mehr kommen..." "Okay ist mir recht".

Ist doch auch ein Job, den du kannst? Haushalt + mit alten Menschen umgehen ohne strenge Zeitvorgaben, sondern selbständig / Minijobs. Haushaltshilfevertrag mit dir und Privatperson direkt.

Ist eine alte Person noch persönlich für ihre Medikamente selbst verantwortlich, weil nicht als eingeschränkt diagnostiziert, kannst hier auch mithelfen (sicherstellen, doppelt prüfen) während die eigentliche Verantwortung bei der Person selbst liegt? Also nicht im Altenheim, sondern selbständige im eigenen Heim ohne Pflegegrad / ambulante Dienste, Menschen die einfach alt sind und für Geld Hilfe kaufen.


Oder eine Form die in Richtung Pflege geht: Behinderte mit einem persönlichem Budget die sich ihre Personen selbst aussuchen die Sie Pflegt statt auf zugewiesene "Idioten" und "schlechte Leitung" angewiesen zu sein. Du bist doch verantwortungsbewusst. Passt doch zu Menschen die so verantwortungsbewusst sind dass Sie selbst sich die Leute aussuchen, passt da nicht der Topf auf den Deckel? Rechtliche Ausbildung hast doch auch... Ich behandle keine Menschen, ich tausche mich nur aus und freue mich wenn ein Mensch wie du mal über den Tellerrand hinausschaut.

Mein FSJ
Als FSJler war ich nicht für Medikamente zuständig, sah aber dass eine Fachkraft die Medikamente für eine junge Frau vergessen hatte. (Sulpirid gegen Depressionen und Psychosen). Ich wies Sie darauf hin. Die Fachkraft war dankbar, die Patientin hatte noch rechtzeitig am selben Tag das Medikament bekommen. In unserer Kultur wird halt leider bei Fehlern teils bestraft, statt gelöst. Weshalb manche Fehler vertuscht / nicht zugegeben werden und so weiter vorkommen. Gibt halt Leute die sind geil drauf andere anzumachen und anderen etwas für das Leben beizutragen. Stressfreiheit und Gesundheit führt oft zu zweiterem. Achte auf deine Haltung, die von anderen kannst nur indirekt beeinflussen.

Wir hatten eine (andere) Frau die an Schizophrenie-Symptomen basierend auf Magersucht/Nährstoffmangel litt, Sie bekam Risperdal und Ernährung, wodurch die Symptome verschwanden. Dennoch wollte die Leitung das Medikament nicht absetzten obwohl es Nebenwirkungen hat, weil er befürchtete die Frau Halluzinierte dann was über ihn und er bekäme Probleme. Ich war skeptisch ob ich ihn nicht drauf anspreche es doch mal vom Psychiater geprüft würde, war ein Impuls von mir. Ich entschied mich in dem Fall dagegen. Mitverantwortung beim mitkriegen? Einerseits ja. Aber ich bin ja auch nicht für alles (allein) Verantwortlich, insbesondere was andere tun oder unterlassen. Wenn der Chef das Medikament behalten will und der Psychiater nicht muxt, sind die für ihr Verhalten zuständig. Akute Lebensgefahr und Nothilfepflicht bestand meiner Einschätzung nach nicht. Muss mich nicht überall einmischen, ich habe meine Meinung, ob es jemand annimmt (wie ggf. hier du), deine Verantwortung, dein Leben.

Red mit den Leuten, denen du vertraust. Kümmere dich um dich selbst, finde deinen Platz. Wär mein Rat, aber du bist für dich verantwortlich.
 
Haushaltshilfe sein?
Mal eine andere Idee, du als Altenpfleger...
(…)
Ist doch auch ein Job, den du kannst? Haushalt + mit alten Menschen umgehen ohne strenge Zeitvorgaben, sondern selbständig / Minijobs. Haushaltshilfevertrag mit dir und Privatperson direkt.
Haushaltshilfe? Können könnte der @Nachtbruder2026 sicher. Die Frage ist aber, ob er sich das insbesondere in finanzieller Hinsicht geben will.
Ansonsten (wenn er auf das Geld nicht so angewiesen ist) könnte er sich das Leben sicher leichter machen, indem er schlicht Stunden reduziert.
Oder eine Form die in Richtung Pflege geht: Behinderte mit einem persönlichem Budget die sich ihre Personen selbst aussuchen die Sie Pflegt statt auf zugewiesene "Idioten" und "schlechte Leitung" angewiesen zu sein. Du bist doch verantwortungsbewusst. Passt doch zu Menschen die so verantwortungsbewusst sind dass Sie selbst sich die Leute aussuchen, passt da nicht der Topf auf den Deckel? Rechtliche Ausbildung hast doch auch...
Persönliches Budget scheint mir schon eher ein guter Tip zu sein. Wobei man da auch erst mal rein kommen muss (ich habe mich mal mit Leuten unterhalten, die hauptberuflich in der Psychiatrie arbeiten und das nebenbei machen).
Wofür man dafür eine „rechtliche Ausbildung“ bräuchte, entzieht sich meiner Kenntnis.

Aber das war jetzt vermutlich auch wieder zu unfreundlich und rechthaberisch… :eek:
Upps… ich vergaß:
Bin ja „Blocked for ever“ :lol:
Also kannst Du das gar nicht lesen.
Hab ich noch mal Glück gehabt! :-)
 
Hallo zusammen,

ich muss mir etwas von der Seele schreiben, das über das normale "Schicht-Gejammer" weit hinausgeht. Ich bin seit 15 Jahren in der Pflege, aber was ich gerade erlebe, macht mich fassungslos und ehrlich gesagt auch krank.

Die Situation vor Ort:

Unsere Leitung (seit 2022) hat das Zepter übernommen und seitdem herrscht das Gesetz der Angst. ...
Da gibt es nur eine Lösung.

NIMM DIE BEINE IN DIE HAND UND LAUF!!!

Das kann man nur mit den Füßen abstimmen.
Das solche regieren, das kann man bei einigen Führungsstilen so sagen, funktioniert nur weil die ein Volk auftut das sich regieren lässt.

Kurz es ist nicht nur deine Chefin die doof ist, sondern auch alle Kollegen und auch Du die bleiben.

Es gibt einen der macht. Und es gibt noch viel mehr die es mit sich machen lassen.
 
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Da gibt es nur eine Lösung.

NIMM DIE BEINE IN DIE HAND UND LAUF!!!

Das kann man nur mit den Füßen abstimmen.
Das solche regieren, das kann man bei einigen Führungsstilen so sagen, funktioniert nur weil die ein Volk auftut das sich regieren lässt.

Kurz es ist nicht nur deine Chefin die doof ist, sondern auch alle Kollegen und auch Du die bleiben.

Es gibt einen der macht. Und es gibt noch viel mehr die es mit sich machen lassen.
Ja und stell dir vor das haben 13 Mitarbeiter gemacht die Beine in die Hand genommen und sind weit weggelaufen oder haben sich versetzen lassen oder sind zurück in den alten Einrichtungen elf eigenkündigung und zwei Kündigung durch den Arbeitgeber.

Also ich habe mich nicht von der Firma trennen wollen weil ich bin von Anfang an dabei ich bin der erste Mitarbeiter der überhaupt eingestellt worden ist leider auch der einzigste Mitarbeiter der bei den Beförderungen immer übergangen wurde. Meine gehaltswünsche gehaltsanpassungen an die Geschäftsleitung sind im Sande versiegt. Der Chef hat sich zwar bekommen aber nie beantwortet wie er mir bestätigt. Besonders ärgerlich fand ich es das Personal unterhält sich auch was man zu verdient und da habe ich natürlich festgestellt dass Mitarbeiter die nach mir eingestellt worden sind alle bis zu 500 € brutto mehr verdient haben.
Und die Krönung des ganzen war als wir keinen Personal hatten und personaldienstleister eingesetzt worden sind aber die nicht rechtzeitig gebucht worden sind und im Dienst kamen habe keine Auftrag hatten und dann wieder gegangen sind weil immer nur zwei Wochen weiter gebucht worden sind da sah die Pflege ganz schön alt aus.
Als einer dieser Mitarbeiter der personaldienstleister bei uns anfangen wollte zu arbeiten hat man ihm 500 € mehr geboten als wie ich verdiene also 4000 € brutto. Weil er beim personaldienstleister aber mehr als 45 verdiente sagte er nein 4000 zu wenig ich muss jeden Tag 60 km fahren ich möchte vier fünf haben vier fünf Mal zu viel also haben sie ihn nicht genommen obwohl er eingearbeitet war.
 
Ja und stell dir vor das haben 13 Mitarbeiter gemacht
Was hindert Dich daran, der 14. zu werden?

Mach Dir eine Liste mit Pro und Contra, wenn Dir die Entscheidung so schwer fällt. Da listest Du alles auf, was für DICH für und was gegen die Stelle spricht.
Ggf. gewichtest Du die Punkte, wenn Dir irgendwas besonders wichtig ist.
 
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Nostalgie und Sentimentalität hilft heute nicht auf diesem hart umkämpften markt.

Das ist ein Job und keiner "Beziehung". Du bist Emotional involviert während die anderen das alles sachlich sehen und dich nutzen so wie du es zur Verfügung stellst.
 
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