- Registriert
- 26.01.2026
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- Exam. Altenpfleger
- Akt. Einsatzbereich
- Pflege
Hallo zusammen,
kennt ihr diesen Moment? Freitagabend, 20:30 Uhr. Die Freunde stehen im Flur, es wird gelacht, die erste Flasche Wein ist offen, die Pläne für den Abend klingen fantastisch. Und man selbst? Man steht da in Kasack-Hose (weil man sie unter dem Mantel schon anhat, um Zeit zu sparen) und verabschiedet sich in den Nachtdienst.
Nach 15 Jahren fühlt sich dieser Abschied anders an als am Anfang.
Früher dachte ich, ich verpasse nur eine Party. Heute weiß ich: Ich verpasse ein Stück Normalität, das ich nie wieder zurückbekomme.
Was 15 Jahre Schaukeldienst aus uns machen:
* Die "Vielleicht-Freundin":
Ich bin die, bei der niemand mehr fragt: „Kommst du mit?“, sondern nur noch: „Musst du arbeiten?“.
Irgendwann hören die Einladungen ganz auf. Nicht aus Böswilligkeit, sondern weil man für die „normale Welt“ unsichtbar geworden ist.
* Der emotionale Graben:
Wenn die Freunde sich über Stress im Büro oder kaputte Kaffeemaschinen aufregen, nicke ich. Aber innerlich bin ich meilenweit weg. Wie soll ich ihnen erzählen, dass ich gerade eine Hand gehalten habe, während das Licht ausging? Oder dass wir zu zweit 30 Patienten versorgt haben? Der Smalltalk stirbt nach 15 Jahren Pflege den Heldentod.
* Der LKW-Vergleich:
Ich sehe Busfahrer und Piloten, die gesetzlich gezwungen werden, sich auszuruhen. Und wir? Wir „schaukeln“ uns durch die Dienste, bis wir selbst nicht mehr wissen, wo oben und unten ist.
In 15 Jahren hat mich kein Fahrtenschreiber gestoppt, nur mein eigener Körper, wenn er irgendwann einfach gestreikt hat.
Die bittere Bilanz:
Manchmal fühlt es sich an, als ob man am Bahnsteig steht und allen anderen dabei zusieht, wie sie in den „Normalitäts-Express“ steigen.
Man selbst bleibt zurück, bewaffnet mit einer Thermoskanne und dem Wissen, dass man in zwei Stunden wieder für das Leben anderer verantwortlich ist, während das eigene im Pausenraum wartet.
Geht es euch auch so?
Habt ihr nach so langer Zeit noch Freunde „da draußen“?
Oder besteht euer Umkreis auch nur noch aus Kollegen, weil man sich gegenseitig nichts mehr erklären muss?
Ich fahr jetzt los. Während die anderen anstoßen, zieh ich mir die Handschuhe an.
Passt auf euch auf da draußen.
kennt ihr diesen Moment? Freitagabend, 20:30 Uhr. Die Freunde stehen im Flur, es wird gelacht, die erste Flasche Wein ist offen, die Pläne für den Abend klingen fantastisch. Und man selbst? Man steht da in Kasack-Hose (weil man sie unter dem Mantel schon anhat, um Zeit zu sparen) und verabschiedet sich in den Nachtdienst.
Nach 15 Jahren fühlt sich dieser Abschied anders an als am Anfang.
Früher dachte ich, ich verpasse nur eine Party. Heute weiß ich: Ich verpasse ein Stück Normalität, das ich nie wieder zurückbekomme.
Was 15 Jahre Schaukeldienst aus uns machen:
* Die "Vielleicht-Freundin":
Ich bin die, bei der niemand mehr fragt: „Kommst du mit?“, sondern nur noch: „Musst du arbeiten?“.
Irgendwann hören die Einladungen ganz auf. Nicht aus Böswilligkeit, sondern weil man für die „normale Welt“ unsichtbar geworden ist.
* Der emotionale Graben:
Wenn die Freunde sich über Stress im Büro oder kaputte Kaffeemaschinen aufregen, nicke ich. Aber innerlich bin ich meilenweit weg. Wie soll ich ihnen erzählen, dass ich gerade eine Hand gehalten habe, während das Licht ausging? Oder dass wir zu zweit 30 Patienten versorgt haben? Der Smalltalk stirbt nach 15 Jahren Pflege den Heldentod.
* Der LKW-Vergleich:
Ich sehe Busfahrer und Piloten, die gesetzlich gezwungen werden, sich auszuruhen. Und wir? Wir „schaukeln“ uns durch die Dienste, bis wir selbst nicht mehr wissen, wo oben und unten ist.
In 15 Jahren hat mich kein Fahrtenschreiber gestoppt, nur mein eigener Körper, wenn er irgendwann einfach gestreikt hat.
Die bittere Bilanz:
Manchmal fühlt es sich an, als ob man am Bahnsteig steht und allen anderen dabei zusieht, wie sie in den „Normalitäts-Express“ steigen.
Man selbst bleibt zurück, bewaffnet mit einer Thermoskanne und dem Wissen, dass man in zwei Stunden wieder für das Leben anderer verantwortlich ist, während das eigene im Pausenraum wartet.
Geht es euch auch so?
Habt ihr nach so langer Zeit noch Freunde „da draußen“?
Oder besteht euer Umkreis auch nur noch aus Kollegen, weil man sich gegenseitig nichts mehr erklären muss?
Ich fahr jetzt los. Während die anderen anstoßen, zieh ich mir die Handschuhe an.
Passt auf euch auf da draußen.