Das „Nicht-Abheben“ – Wenn Freiheit mit bösen Blicken bezahlt wird

Nachtbruder2026

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Pflege

Die Ausgangslage: Funkstille als Provokation​

Es ist der klassische Konflikt der modernen Arbeitswelt: Die Grenze zwischen Dienstzeit und Privatleben verschwimmt. In unserem aktuellen Fall reichte ein einziger ignorierter Anruf am freien Tag aus, um die Büro-Atmosphäre am Folgetag unter den Gefrierpunkt zu senken. Während der Arbeitnehmer sein Recht auf Nichterreichbarkeit wahrnahm, interpretierte die Führungsebene dies offenbar als mangelnde Loyalität.

Die Chronik eines angekündigten Gewitters​

  1. Die heilige Ruhe: Der freie Tag dient der psychischen Regeneration. Das Smartphone wird zum Endgegner, als der Name des Vorgesetzten auf dem Display erscheint.
  2. Die bewusste Entscheidung: Das Ignorieren des Anrufs ist kein Versehen, sondern Selbstschutz. Doch die „Stille“ hallt nach.
  3. Der „Walk of Shame“: Der nächste Arbeitstag beginnt nicht mit einem „Guten Morgen“, sondern mit dem sogenannten Side-Eye. Ein stummer Vorwurf, der durch den Flur schwebt.

Analyse: Warum die bösen Blicke?​

Psychologisch gesehen entsteht der Konflikt durch unterschiedliche Erwartungshaltungen:
  • Die Chef-Perspektive: „Nur eine kurze Frage“ rechtfertigt in deren Augen den Bruch der Freizeit.
  • Die Mitarbeiter-Perspektive: „Wer einmal abhebt, ist immer verfügbar.“
Daraus resultiert eine passiv-aggressive Stimmung. Der böse Blick ist hierbei das Werkzeug derer, die keine sachlichen Argumente für eine Erreichbarkeit in der Freizeit haben, da diese gesetzlich (Stichwort: Arbeitszeitgesetz) meist gar nicht zulässig ist.

Checkliste: Souverän bleiben trotz Gewitterwolken​

  • Keine Rechtfertigungsschleifen: Wer sich zu intensiv entschuldigt („Mein Akku war leer, ich war im Tunnel...“), signalisiert ein schlechtes Gewissen.
  • Fokus auf Leistung: Lass die bösen Blicke an deiner Arbeitsqualität abprallen. Wer gute Ergebnisse liefert, entkräftet den Vorwurf der „Faulheit“.
  • Transparenz schaffen: Ein kurzes Gespräch unter vier Augen kann helfen: „Ich habe gesehen, dass du angerufen hast. An meinen freien Tagen bleibt das Diensthandy aus, damit ich heute wieder voll einsatzfähig bin.“

Fazit der Redaktion​

Böse Blicke sind ein kurzfristiger Preis für langfristige mentale Gesundheit. Wer den Mut hat, nicht dranzugehen, erzieht sein Umfeld zur Respektierung von Grenzen. Erholung ist kein Bonus, sondern die Basis für professionelle Arbeit.
 
Den Passus im Arbeitszeitgesetz, der Anrufe verbietet, musst Du mir mal zeigen.
 
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Checkliste: Souverän bleiben trotz Gewitterwolken​

  • Keine Rechtfertigungsschleifen: Wer sich zu intensiv entschuldigt („Mein Akku war leer, ich war im Tunnel...“), signalisiert ein schlechtes Gewissen.
  • Fokus auf Leistung: Lass die bösen Blicke an deiner Arbeitsqualität abprallen. Wer gute Ergebnisse liefert, entkräftet den Vorwurf der „Faulheit“.
  • Transparenz schaffen: Ein kurzes Gespräch unter vier Augen kann helfen: „Ich habe gesehen, dass du angerufen hast. An meinen freien Tagen bleibt das Diensthandy aus, damit ich heute wieder voll einsatzfähig bin.“

Fazit der Redaktion​

Böse Blicke sind ein kurzfristiger Preis für langfristige mentale Gesundheit. Wer den Mut hat, nicht dranzugehen, erzieht sein Umfeld zur Respektierung von Grenzen. Erholung ist kein Bonus, sondern die Basis für professionelle Arbeit.
Anrufen darf jeder. Abnehmen muss niemand - außer man hat ein Diensthandy mit Annehmpflicht, da in Rufbereitschaft. In meinem Frei benötige ich kein Diensthandy
 
Ich bezog mich auf das "Stichwort Arbeitszeitgesetz" im ersten Beitrag. Es nicht verboten, einen Menschen per Telefon oder sonstwie zu kontaktieren.

Es signalisiert auch keine Verfügbarkeit, wenn ich ans Telefon gehe. Abheben heißt ja nicht, dass ich außerplanmäßig zur Arbeit kommen kann oder will.

Dass solche Anrufe nervig sein können, steht außer Frage. Deswegen sind sie aber nicht illegal.
 
Meine Grenze zwischen Arbeit und Privat ist sehr genau definiert. Der AG hat meine Telefonnummer nicht, will mein AG was von mir ist es ausreichend wenn ich postalisch erreichbar bin. Ich bin nicht in der Stations WhatsApp Gruppe. Ich habe ganz klar kommuniziert dass ich bei Krankheitsausfällen nicht einspringen werde. Nicht so lange wir kein Ausfallmanagement implementiert haben und das zusätzliche Einspringen monetär nicht zusätzlich vergütet wird.
 
Hab ich Diensthandy.

Hat mich 10€ und ein altes ranzige Handy aus der Schublade gekostet.
Dazu noch schön alle Dienstlichen Nummern auf meinem Privathandy blockiert und gut ist.

10€ Friedlicher Ruhe. Das Ding ist nur mit meinen Dienstzeiten an und sonst aus.
Wer ein Smartphone dazu nutzen möchte kann da auch die dienstlichen Emails hinleiten lassen.

Denn mich setzte das auch unter Druck die Nummer zu sehen. Also sorg ich dafür das ich das nicht sehe.

Übrigens setzt dieses "Diensthanfdy" auch ein Zeichen. Nämlich das man sehr bewusst zwischen Dienst und Freizeit unterscheidet.
Ggf. Erzieht es auch. Nämlich sich besser zu organisieren wenn man mal nur kurz ne Frage stellen will. Das muß dann nämlich besser organisiert werden.

Allerdings brauche ich es schon lange nicht mehr.
Hab die Abteilung gewechselt.
 
Hab ich Diensthandy.

Hat mich 10€ und ein altes ranzige Handy aus der Schublade gekostet.
Dazu noch schön alle Dienstlichen Nummern auf meinem Privathandy blockiert und gut ist.

10€ Friedlicher Ruhe. Das Ding ist nur mit meinen Dienstzeiten an und sonst aus.
Wer ein Smartphone dazu nutzen möchte kann da auch die dienstlichen Emails hinleiten lassen.

Denn mich setzte das auch unter Druck die Nummer zu sehen. Also sorg ich dafür das ich das nicht sehe.

Übrigens setzt dieses "Diensthanfdy" auch ein Zeichen. Nämlich das man sehr bewusst zwischen Dienst und Freizeit unterscheidet.
Ggf. Erzieht es auch. Nämlich sich besser zu organisieren wenn man mal nur kurz ne Frage stellen will. Das muß dann nämlich besser organisiert werden.

Allerdings brauche ich es schon lange nicht mehr.
Hab die Abteilung gewechselt.
Das hast Du wirklich toll gemacht. So ist es einfach sich abzugrenzen zwischen Beruf und privat, kann ich wirklich auch nur jedem empfehlen in der Pflege.

Kannst du morgen bitte einspringen die armen Patienten oder die armen Kollegen. Das muss man dann nicht mehr hören soll sich die Stationsleitung selbst drum kümmern über den bockmist.

Bei uns haben 13 Mitarbeiter gekündigt wegen der Stationsleitung in einem Jahr. Dass die Geschäftsleitung den Fehler nicht sieht bei der Stationsleitung.

Was soll ich sagen da gibt es das Bild mit den Vögeln.
Geschäfts schauen runter und sehe nur scheiße und dann Personal schaut nach oben und sieht nur a**********.
 
Hab ich ähnlich gelöst wie @InetNinja , nur ohne „Diensthandy“:
Bei mir kriegt schlicht und ergreifend keiner die Handynummer.
Nur Festnetz und E-Mail. Da kann man ja auf den Anrufbeantworter sprechen, ich höre mir das später in Ruhe an und entscheide.
E-Mail so ähnlich.
Hat den Vorteil, daß mich keiner „kalt erwischt“ und unter Druck setzen kann.
 
Hab ich ähnlich gelöst wie @InetNinja , nur ohne „Diensthandy“:
Bei mir kriegt schlicht und ergreifend keiner die Handynummer.
Nur Festnetz und E-Mail. Da kann man ja auf den Anrufbeantworter sprechen, ich höre mir das später in Ruhe an und entscheide.
E-Mail so ähnlich.
Hat den Vorteil, daß mich keiner „kalt erwischt“ und unter Druck setzen kann.
Hallo Martin, so ähnlich habe ich das später auch gemacht. Ich habe meinen Dienst E-Mail angegeben sie können mir gerne jederzeit einen Dienst E-Mail schreiben sofern ich auf der Arbeit bin lese ich diese, selbstverständlich habe ich mir eine weiterleitung eingerichtet und meine Dienst E-Mails auf meinen privaten E-Mail-Account weiterleiten lassen um zu sehen was wieder für einen Unsinn gewünscht wird.

Das mit dem zweiten Handy hat bei mir natürlich gut geklappt das zweite Handy ist immer im flugmodus höre auch nicht wenn Nachrichten eingehen weil das Telefon ist stumm ist lautlos und abends wenn ich mal ins Bett gehe schaue ich mal drauf was da steht oder ich schaue gar nicht drauf. Ich habe es mir einfach als Alibi Telefon besorgt.
 
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Ich hab das Diensthandy damals auch nur wegen dem Rufdienst eingerichtet.
Hatte ich keinen Rufdienst konnte man mich ausschließlich nur zu Dienstzeiten auf der Station sprechen. Und auf keinem anderen Weg. Keine Emails, kein Telegramm, selbst wenn die vor meiner Haustürgestanden hätten nicht. Funfact, die wollten mir wirklich mal die Polizei vorbei schicken. Ich war nicht zum Frühdienst erschienen. Man hatte hinter meinem Rücken die DP geändert, man konnte mich ja nicht erreichen etc.
Das Gespräch war auch lustig. Als ich klar machte das man dann ne andere Lösung für den DP finden muß wenn man mich nicht erreichen konnte, kam der Kommentar man hätte sich ja soooo sorgen gemacht und wollte die Polizei schicken.

Die Leitung fand das natürlich gar nicht geil, weil sie mich außerhalb des Rufdienstes der Nachts war, nicht telefonisch erreichen konnte. Das hatte zur folge das OP Säle an manchen Tagen mit 30 min. Verspätung in Betrieb gingen. Da man mich erstmal aus dem einen OP erreichen musste und ich dann über den ganzen Campus zum anderen wanderte. Davor natürlich gemäß der Dienstanweisung mehrfach umziehen etc.

Und das war ein Drama. Denn wirklich ich war für sie nicht mehr zu erreichen. Erst auf dem Diensttelefon des jeweiligen OP Saals in dem ich am Tag zuvor eingeteilt war. Was mir gedroht wurde... Abmahnung etc... gaaaaanz viel heiße Luft.

Das hab ich mir raus genommen, nach dem man sich einfach extrem unverschämt mir gegenüber benommen hatte.
Die Leitung hat nie Emails geschrieben, denn damit hätte sie die Unverschämtheiten ja dokumentiert.

Besagte Leitung ist letzte Woche von weiter oben gecancelt worden. 4 Jahre nach dem ich gegangen bin. Wir haben eine neue PDL, iwie macht mir das den Eindruck als würde die den Laden aufräumen. Denn sie ist nicht die einzige Leitung die in den letzten Monaten auf einmal Sonderurlaub hatte ;)
 
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