Das „Nicht-Abheben“ – Wenn Freiheit mit bösen Blicken bezahlt wird

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Die Ausgangslage: Funkstille als Provokation​

Es ist der klassische Konflikt der modernen Arbeitswelt: Die Grenze zwischen Dienstzeit und Privatleben verschwimmt. In unserem aktuellen Fall reichte ein einziger ignorierter Anruf am freien Tag aus, um die Büro-Atmosphäre am Folgetag unter den Gefrierpunkt zu senken. Während der Arbeitnehmer sein Recht auf Nichterreichbarkeit wahrnahm, interpretierte die Führungsebene dies offenbar als mangelnde Loyalität.

Die Chronik eines angekündigten Gewitters​

  1. Die heilige Ruhe: Der freie Tag dient der psychischen Regeneration. Das Smartphone wird zum Endgegner, als der Name des Vorgesetzten auf dem Display erscheint.
  2. Die bewusste Entscheidung: Das Ignorieren des Anrufs ist kein Versehen, sondern Selbstschutz. Doch die „Stille“ hallt nach.
  3. Der „Walk of Shame“: Der nächste Arbeitstag beginnt nicht mit einem „Guten Morgen“, sondern mit dem sogenannten Side-Eye. Ein stummer Vorwurf, der durch den Flur schwebt.

Analyse: Warum die bösen Blicke?​

Psychologisch gesehen entsteht der Konflikt durch unterschiedliche Erwartungshaltungen:
  • Die Chef-Perspektive: „Nur eine kurze Frage“ rechtfertigt in deren Augen den Bruch der Freizeit.
  • Die Mitarbeiter-Perspektive: „Wer einmal abhebt, ist immer verfügbar.“
Daraus resultiert eine passiv-aggressive Stimmung. Der böse Blick ist hierbei das Werkzeug derer, die keine sachlichen Argumente für eine Erreichbarkeit in der Freizeit haben, da diese gesetzlich (Stichwort: Arbeitszeitgesetz) meist gar nicht zulässig ist.

Checkliste: Souverän bleiben trotz Gewitterwolken​

  • Keine Rechtfertigungsschleifen: Wer sich zu intensiv entschuldigt („Mein Akku war leer, ich war im Tunnel...“), signalisiert ein schlechtes Gewissen.
  • Fokus auf Leistung: Lass die bösen Blicke an deiner Arbeitsqualität abprallen. Wer gute Ergebnisse liefert, entkräftet den Vorwurf der „Faulheit“.
  • Transparenz schaffen: Ein kurzes Gespräch unter vier Augen kann helfen: „Ich habe gesehen, dass du angerufen hast. An meinen freien Tagen bleibt das Diensthandy aus, damit ich heute wieder voll einsatzfähig bin.“

Fazit der Redaktion​

Böse Blicke sind ein kurzfristiger Preis für langfristige mentale Gesundheit. Wer den Mut hat, nicht dranzugehen, erzieht sein Umfeld zur Respektierung von Grenzen. Erholung ist kein Bonus, sondern die Basis für professionelle Arbeit.
 
Den Passus im Arbeitszeitgesetz, der Anrufe verbietet, musst Du mir mal zeigen.
 

Checkliste: Souverän bleiben trotz Gewitterwolken​

  • Keine Rechtfertigungsschleifen: Wer sich zu intensiv entschuldigt („Mein Akku war leer, ich war im Tunnel...“), signalisiert ein schlechtes Gewissen.
  • Fokus auf Leistung: Lass die bösen Blicke an deiner Arbeitsqualität abprallen. Wer gute Ergebnisse liefert, entkräftet den Vorwurf der „Faulheit“.
  • Transparenz schaffen: Ein kurzes Gespräch unter vier Augen kann helfen: „Ich habe gesehen, dass du angerufen hast. An meinen freien Tagen bleibt das Diensthandy aus, damit ich heute wieder voll einsatzfähig bin.“

Fazit der Redaktion​

Böse Blicke sind ein kurzfristiger Preis für langfristige mentale Gesundheit. Wer den Mut hat, nicht dranzugehen, erzieht sein Umfeld zur Respektierung von Grenzen. Erholung ist kein Bonus, sondern die Basis für professionelle Arbeit.
Anrufen darf jeder. Abnehmen muss niemand - außer man hat ein Diensthandy mit Annehmpflicht, da in Rufbereitschaft. In meinem Frei benötige ich kein Diensthandy
 
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Ich bezog mich auf das "Stichwort Arbeitszeitgesetz" im ersten Beitrag. Es nicht verboten, einen Menschen per Telefon oder sonstwie zu kontaktieren.

Es signalisiert auch keine Verfügbarkeit, wenn ich ans Telefon gehe. Abheben heißt ja nicht, dass ich außerplanmäßig zur Arbeit kommen kann oder will.

Dass solche Anrufe nervig sein können, steht außer Frage. Deswegen sind sie aber nicht illegal.
 
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Meine Grenze zwischen Arbeit und Privat ist sehr genau definiert. Der AG hat meine Telefonnummer nicht, will mein AG was von mir ist es ausreichend wenn ich postalisch erreichbar bin. Ich bin nicht in der Stations WhatsApp Gruppe. Ich habe ganz klar kommuniziert dass ich bei Krankheitsausfällen nicht einspringen werde. Nicht so lange wir kein Ausfallmanagement implementiert haben und das zusätzliche Einspringen monetär nicht zusätzlich vergütet wird.
 
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