Rahmendienstplan erstellen - wie wird bei Urlaub vorgegangen?

Registriert
21.07.2013
Beiträge
10
Ort
Erlangen
Beruf
Gesundheits- und Krankenpfleger für Onkologie
Akt. Einsatzbereich
stationäres Hospiz
Funktion
stellv. PDL
Ich bin als stellvertretende Leitung für den Dienstplan zuständig. Meine Leitungsfortbildung mache ich gerade, das Thema Dienstplan kommt irgendwann... Der Plan darf laut Geschäftsführung erst 14 Tage vor dem geplanten Monat erscheinen. Weil die Mitarbeiter (MA) natürlich Ihre Freizeit etwas planen möchten bin ich auf der Suche nach einer Lösung. Ein früheres Erscheinen des Planes ist lt. Geschäftsführung nicht möglich, Diskussionen über Sinn / Unsinn dieser Entscheidung sind von mir hier nicht gewünscht, dies nur zur Info.

Nun habe ich die Idee, einen Rahmendienstplan zu erstellen. Dieser soll immer für 4 Wochen gelten und sich dann wiederholen. Dabei sollen nur die Nachtdienste fest vorgegeben sein und ansonsten einfach Dienst oder frei. So wissen die MA wann sie frei und wann Dienst haben und können daher wenigstens voraus planen.

7 MA brauche ich um einen Tag zu besetzen + 1 Nachtdienst. Ich habe jetzt alle Tage des Monats also mit 8 Pflegekräften verplant, an manchen Tagen stehen 9 drin, da ich ja alle Stunden nahezu verplanen muss. Wir haben fast nur Teilzeitkräfte, nur drei Mitarbeiter in Vollzeit, wobei ich auch noch Orga-Stunden abdecken muss und für die nächsten 16 Monate 3-5 Tage/Monat auf Weiterbildung bin.

Nun mein eigentliches Anliegen: 3 Mitarbeiter haben meist Urlaub, sie fallen dann für die Arbeit raus. Wie kann ich die Mitarbeiter während Ihres Urlaubes sinnvoll ersetzen? Welche Systematik kann man für die Urlaubsüberbrückung verwenden? Bin da bisher absolut planlos...

Wer von Euch kann mir Tipps geben und kennt sich mit Rahmendienstplänen aus? Wer von Euch arbeitet mit Rahmendienstplan? Wie ist das dann bei Euch geregelt?


LG Alexander
 
Hallo Alexander.
Puh,ich lese gerade deinen Eintrag von 2014.
Mich würde interessieren, ob du eine Lösung gefunden hast mit dem Rahmendienstplan und wenn ja, wie.

Lg
Natascha
 
Ich kenne es so, dass beim Rahmendienstplan dann nur die Tage als Urlaubstage zählen, die laut Rahmen verplant sind. In dem Fall muss dann der tatsächliche Dienstplan vom Rahmendienstplan abweichen, damit die Besetzung wieder stimmt.
 
Das würde bedeuten, dass Person A sich auf ihren Rahmendienstplan eingestellt hat, aber weil Person B Urlaub hat, muss Person A doch anders arbeiten? Und da innerhalb eines Teams ja eigentlich so gut wie immer irgendjemand im Urlaub ist, kann das immer passieren, also kann man sich auf den Rahmendienstplan doch nicht so verlassen wie es eigentlich das Ziel gewesen wäre? Oder verstehe ich das falsch?
 
Der Rahmendienstplan läuft nonstop; ich habe es nie erlebt, dass er deckungsgleich mit dem tatsächlichen Dienstplan wäre. Zum einen ist das wegen Krankheit oder Urlaub nicht möglich, zum anderen wären sonst auch keinerlei Dienstplanwünsche gestattet.
 
So ungefähr hab ich mir das auch vorgestellt. Aber was bringt der Rahmendienstplan denn dann den Mitarbeitern?
 
So ungefähr hab ich mir das auch vorgestellt. Aber was bringt der Rahmendienstplan denn dann den Mitarbeitern?
Meiner Meinung nach nichts oder sogar Nachteile! Bei uns war das damals so, dass der Rahmenplan Auswirkungen auf die Berechnung von Feiertagen hatte. In einem Jahr fielen viele meiner freien Tage auf gesetzliche Feiertage! Damit war es so, dass es so gewertet wurde, als würden der erste Mai oder Weihnachten aufs Wochenende fallen und futsch waren. In einem Jahr habe ich dadurch mindestens 5 Tage mehr gearbeitet als Kollegen, deren Arbeitstage auf die Feiertage fielen. Ich fand das höchst ungerecht. Der Arbeitgeber hatte teilweise sogar verboten, dass die die frei hatten an dem Tag arbeiten, weil sie mit Kollegen tauschen wollten. Diese Rahmenpläne wurden genau wegen der Stundenersparnis für den Arbeitgeber eingeführt. Irgendwann konnte der Betriebsrat das dann wegen der Ungleichbehandlung gegenüber anderer Berufsgruppen kippen.
Als Dienstplanschreiber war es einfacher einen Plan neu zu erstellen, als um einen Rahmenplan drumrum zu planen.
 
Wir haben Springerdienste für die Urlaubsplanung. Dh es können immer eine gewisse Anzahl von Personen im Urlaub sein, und diese werden durch die Springer dann vertreten.
Diensttausch unter Kollegen ist trotzdem immer noch ein möglich.
 
Vorteil für die Mitarbeiter: du kennst in etwa Deine Arbeitswochenenden und Nachtdienstblöcke für das ganze Jahr und kannst (zumindest als Teilzeitkraft) mit wenigen geschickt platzierten Urlaubstagen für drei Wochen verreisen - denn nur an den Arbeitstagen laut Rahmendienstplan musst Du tatsächlich einen Urlaubstag verbraten.

Vorteil für die Dienstplanschreiber: Ist der Rahmen einmal erstellt, könnte die Dienstplangestaltung schneller gehen. Will man immer noch das gut gefüllte Wunschbuch beachten, nimmt sich das nicht viel.

Eine "Stundenersparnis für den Arbeitgeber" ergibt sich natürlich nicht. Du rechnest bei der notwendigen Anzahl an Planstellen immer mit 20% mehr an Personal, wegen Urlaub, Krankheit oder Fortbildungen.
 
Vorteil für die Mitarbeiter: du kennst in etwa Deine Arbeitswochenenden und Nachtdienstblöcke für das ganze Jahr
Ok, immerhin. Die Arbeitswochenenden sind bei uns aber auch ohne Rahmendienstplan fest. Das Team ist zweigeteilt, die eine Hälfte arbeitet die geraden Kalenderwochen, die andere Hälfte die ungeraden. Tauschen ist 1:1 mit konkretem Tauschpartner möglich. Die Nachtdienste kennen wir aber nicht vorher.
 
Schon interessant.
Wenn ich mir eure Beiträge durchlese, komme ich generell auf mehr pro als Contra für beide Seiten.
Der Dienstplan macht mindestens 60% der Zufriedenheit der Mitarbeiter aus.
Ich bin noch auf der suche nach einer optimalen Lösung.
Ein heikles Thema.
Bei uns gibt es generell nur Planung für die Vollzeitkräfte, die Teilzeitkräfte füllen willkürlich die Reste. Das bringt viel Unruhe und überhaupt keine Planungsmöglichkeiten für die Kollegen.
Viel muss auch im spätdienst abgedeckt werden, was ebenfalls zur schlechten Stimmung führt.
Grrrrr.....
Könnte man bei einem Rahmendienstplan die Feiertage nicht noch einmal gesondert planen.
Mhm.....
 
Wir haben ein Wunschbuch für das ganze Jahr. Dort können alle Mitarbeiter ihre Wünsche eingeben. Bei Überschneidungen diskutieren wir das untereinander aus, so dass es paßt.
Wir haben Mitarbeiter die arbeiten nur Früh,andere nur Spät oder Dauernachtwache, welche nur 1 Wochenende, andere gar kein Wochenende oder Feiertag, usw. usw.
Unser Wunschbuch ist immer gut gefüllt, wir wissen wieviel GKP pro Schicht benötigt werden. Unsere Leitung muss nur noch die Lücken füllen. Sie hat das Wunschbuch vor Jahren,mal als Pilotprojekt eingeführt und es hat sich bis heute bewährt.
Für mich liegt der Vorteil im Rahmendienstplan, lediglich darin, dass ich weiss wie ich den Rest des Jahres Dienst habe. Es beraubt mich
aber jeglicher Felxibillität. Die Feiertage werden ,wenn es blöd läuft, ungerecht verteilt.
Ich hab mal nach einem Rahmendienstplan gearbeitet, würde das nicht mehr wollen, unsere Wunschbuchvariante gefällt mir viel besser.
 
Könnte man bei einem Rahmendienstplan die Feiertage nicht noch einmal gesondert planen.
Mhm.....
Die Rahmendienstpläne, die ich kenne, werden z.B. über einen Zeitraum von vier Wochen geschrieben und laufen dann praktisch in Endlosschleife weiter. Von daher kannst Du nicht auf die Feiertage Rücksicht nehmen: Im Sommer gibt's kaum welche, in anderen Monaten häufen sie sich.

Im tatsächlichen Dienstplan kann man dann natürlich darauf achten, die Feiertage einigermaßen gerecht zu verteilen.
 
  • Like
Reaktionen: Lunichph3!
unsere Wunschbuchvariante gefällt mir viel besser
hatten wir auch mal, fanden alle Mitarbeiter super. Aber wurde leider zu sehr ausgenutzt, manche Leute haben sich quasi ihren kompletten Dienstplan geschrieben. Daher war das leider nicht mehr möglich, so konnten die Leitungen nicht mehr planen. Daher gibt es jetzt pro Monat nur noch einen einzigen Wunsch pro Person. Alles andere muss im Tauschverfahren gelöst werden.
 
Was spricht dagegen, wenn Mitarbeiter ihren Plan selber schreiben, wenn alle damit zufrieden sind, die Schichten abgedeckt und das Arbeitszeitgesetz nicht verletzt wird? Ich will jetzt auch gar nicht davon anfangen was ich von einer Wunschbegrenzung halte, ich hatte mal eine Leitung die dies für richtig hielt. Die Mitarbeitermotivation zum Dienst zu erscheinen war sehr ausbaufähig,der Krankenstand ist gestiegen. Dazu soll ein Dienstplan nach billigem Ermessen geschrieben werden. Dazu kommt noch, daß ein genehmigter Dienstplan, nur noch in beiderseitigem Einverständnis und mit Zustimmung des Betriebsrates, geändert werden darf. Vorausgesetzt man hat einen BR. Der wird sich natürlich auch freuen,wenn er die Pläne ,auf alles was so notwendig ist, geprüft hat, und dann kommen ständig Tauschwünsche zu Genehmigung rein.
 
Was spricht dagegen, wenn Mitarbeiter ihren Plan selber schreiben, wenn alle damit zufrieden sind, die Schichten abgedeckt und das Arbeitszeitgesetz nicht verletzt wird?
Schon mal ausprobiert, ob das klappt?

Ich hätte es früher, als stellvertretende Leitung in einem recht überschaubaren Team, gern mal ausprobiert, mit der Maßgabe des Arbeitszeitgesetzes und einer Deadline (ohne die geht's meiner Meinung nach nicht). Ich bin nicht sicher, ob damit Zufriedenheit und eitel Sonnenschein geherrscht hätten!

(An die Pflegemanager hier: Wurde schon mal erforscht, ob Dienstplan selbst schreiben einen Einfluss auf die Mitarbeiterzufriedenheit hat?)
 
Ja, wir machen das schon seit vielen Jahren so. Erst waren wir ein kleines Team, ca. 9 Mitarbeiter. Inzwischen sind wir bei ca. 19 Mitarbeitern.
Unsere Krankheitsstatistik, war die beste vom ganzen Haus.Gekündigt hat schon seit Jahren niemand mehr auf meiner Station.
Bei uns wird gerade umstrukuriert, es werden Stationen zusammengelegt.Am Ende des Jahres dürften wir dann ungefähr 35 Mitarbeiter werden.
Es gab immer erst mal eine Eingewöhnungsphase für die "Neuen". Da die aber so nach und nach eingetroffen sind, war das nie ein Problem.
In 2-3 Monaten wird das Personal fast verdoppelt, aus 2 Teams soll dann eines werden.
Bin gespannt ob das mit dem Wunschplan ,dann immer noch so gut klappt.
Unsere Leitung macht, dienstplantechnisch, einen wirklich guten Job. Wir haben so viele verschiedene Dienstformen, da braucht man fast ein Studium dafür.
Mitarbeiter die nur im Spätdienst,oder nur Frühdienst,oder nur Nachtdienst arbeiten. Welche die fangen erst um 6:30 Uhr an, oder 07:00 Uhr ,oder 08:00 Uhr, je nachdem, wie die Schulen bzw. Kindergärten öffnen. Manche arbeitn dann nur 4 Stunden,oder 6 Stunden oder 8 Stunden. Einige arbeiten kein einziges Wochenende, dafür aber Feiertage,manche auch keine Feiertage. Wieder andere arbeiten nur 1 oder 2 Wochenenden im Monat.
Im Spätdienst fangen manche schon um 12:00 Uhr an und hören dann um 20:00 Uhr auf, es gibt einen Dienst ,der fängt erst um 16:00 Uhr an und hört um 22:00 Uhr auf. Einzig beim Nachtdienst, fangen alle zur selben Zeit an und hören zur selben Zeit auf.
Das kann sich in Zukunft aber auch ändern, da wir bald zu dritt im Nachtdienst sein werden, wegen Stationsvergrößerung, und da ist man der Meinung daß es ausreichend sein wird, wenn 1 Nachtdienst nur für 6 Stunden anwesend sein muss.
Ich bin ja mal gespannt was das noch wird.
 
Unsere Leitung macht, dienstplantechnisch, einen wirklich guten Job. Wir haben so viele verschiedene Dienstformen, da braucht man fast ein Studium dafür.
Moment - sagtest Du nicht, die Mitarbeiter schreiben den Plan?
 
Es gibt auch Mitarbeiter , denen ist es egal wie sie arbeiten, die müssen dann eingeplant werden. Dass das mit dem Wunschplan so gut funktioniert, ist der Leitung geschuldet, das war nicht von Anfang an so. Da wir alle keine Heiligen sind, gibt es durchaus auch mal Überschneidungen, da ist die Leitung dann als Moderator oder Schlichter ,gefordert. Auch die Einweisung für unsere Dienstplanform, ist Leitungssache. Die Rahmenbedingungen, wieviel ,mit welcher Qualifikation,in welcher Schicht, musste die Leitung in letzter Zeit immer wieder neu erarbeiten, wegen der Umstrukturierungen. Nicht jede Leitung kann damit umgehen, dass die Mitarbeiter ihr ,im Großen und Ganzen, das Dienstplanschreiben aus der Hand nehmen. Deshalb meine Aussage, mit dem guten Job , was der Dienstplan angeht.
 

Ähnliche Themen