Psychisch und physische Gesundheit (Voraussetzung und Lücken im Lebenslauf)

Epikdur

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Guten Abend,

Ich möchte mich gerne als Gesundheits- und Krankenpfleger eine Ausbildung starten, jedoch stehe ich vor zwei Problemen.

Das erste währe das eine psychische und physische Gesundheit vorausgesetzt werden. Ich war bis vor zwei Jahren in einer psychiatrischen Behandlung und auch mit Übernachtung. Jedoch bin ich seit zwei Jahren auch Gesund. Ich konnte die Schizophrenie erfolgreich bekämpfen und behandeln lassen. Es geht mir bis heute prima.

Das zweite Problem wäre das dadurch Lücken im Lebenslauf Entstanden sind und wenn ich das in meinen anschreiben erklären möchte, es gegen die Voraussetzungen spricht.

Ein lebenslanger Traum das zu platzen scheint.

Nichts desto trotz war aufgeben nie meine Stärke und bitte um Rat wie ich diese Probleme am besten lösen könnte.

MfG
Eva
 

DieFranzösin

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Lücken im Lebenslauf gehen gar nicht, das toleriert kein Arbeitgeber. Da wird man Dich gar nicht erst zu einem Vorstellungsgespräch einladen. Du musst alles reinschreiben. Dein Motivationschreiben sollte sich auch nicht mit Lücken im Lebenslauf befassen, darin geht es nur darum, warum Du diesen Beruf ergreifen willst, warum bei diesem Arbeitgeber etc.
 

Bachstelze

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Lücke ist ja nicht gleich Lücke. Sprechen wir von ein paar Wochen, lassen sich die kaschieren. Geht es um ein Jahr kann man es durchaus mit Klinikaufenthalt und Rekonvaleszenz erklären.
Im Bewerbungsschreiben würde ich gar nicht darauf eingehen, sondern ausschlliesslich meine Motivation erklären.
 
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ludmilla

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Die Lücke im Lebenslauf mit einer Krankheit zu erklären ist nicht verwerflich und eigentlich Grund genug.
Es gibt ja genug Krankheiten, die eine längere Abwesenheit im Erwerbsleben begründen. Das kann z.B. auch ein komplizierter Beinbruch, Z.n. Unfall oder so was sein.

Die gesundheitliche Eignung beurteilt auch nicht die Schule, sondern ein Arbeitsmediziner!
Vielleicht klärst du vorher mal mit deinem Psychiater, was er davon hält dass du diese Ausbildung starten willst! Hält er dich auch für stabil genug? Eine Ausbildung in der Pflege und hinterher ist psychisch anspruchsvoll, das solltest du nicht unterschätzen und damit deine Gesundheit gefährden! Das wäre es nicht wert! :-)
 
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renje

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Ja - du solltest mit einem Therapeuten konsultieren, oder mit deinem intensiv über deinen Berufswunsch sprechen.

Ansonsten gib mal in google - Lücken im Lebenslauf ein - da findest du jede Menge Tipps wie man damit umgehen kann und sollte.
 
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Lillebrit

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Jedoch bin ich seit zwei Jahren auch Gesund. Ich konnte die Schizophrenie erfolgreich bekämpfen und behandeln lassen. Es geht mir bis heute prima.
a) Auch wenn letztendlich der Betriebsarzt eine Entscheidung fällt, möchte ich Folgendes zu bedenken geben: psychotische Erkrankungen sind eine ernste psychiatrische Erkrankung! Die Voraussetzung hinsichtlich der gesundheitlichen Eignung zum führen der Berufsbezeichnung ist, dass Du sowohl für Dich als auch für andere jederzeit die notwendige Sorge walten lassen kannst. Das wäre z.B. bei Suchterkrankungen, Demenz und Psychosen nicht gegeben ...
Selbst wenn Du in der Ausbildung keinen Rückfall hast, kann Dir die Erlaubnis auch nachträglich wieder durch ein Gericht entzogen werden.

b) Schichtdienst, Stress und seelische Belastung sind darüber hinaus Faktoren, die eine erneute Psychose auslösen können .

c) Ein erneuter Schub wirft Dich sehr lange aus der Bahn, was mit den Fehlzeiten in der Ausbildung nicht vereinbar wäre.

d) Du wirst sicherlich dauerhaft Neuroleptika nehmen, oder? Darfst Du unter diese Medikation Maschinen bedienen und die Verantwortung für das Wohlergehen hilfloser Menschen und auch Kinder resp. Minderjährige übernehmen?
 

renje

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Hallo Lillebrit,
bitte nicht soooo überhöhen, es geht hier zunächst lediglich um den Beginn der Ausbildung
a) der Betriebsarzt entscheidet nichts, er gibt höchstens eine Empfehlung, die Entscheidung trifft die Schulleitung. Ich würde mir überlegen, was ich dem Betriebsarzt überhaupt erzähle. Ich für meinen Teil möglichst wenig, denn dieser erstellt keine Diagnosen und darf schon gar nicht therapieren und schickt mich auch nur weiter zum Haus- oder Facharzt. Aber in der Akte steht dann ALLES für ALLE Ewigkeit.

Deshalb in diesem Fall - gleich mit dem Therapeuten klären.

b) ja könnte ein Auslösen sein - könnte
c) na ja, im schlimmsten Fall müsste sie halt abbrechen, wie viele andere AZUBIS dies auch tun, aus verschiedenen Gründen.
d) mit Therapeuten klären. Das mit der Verantwortung kommt viel später, bis dahin weiß Epikdur sicher ob es funktioniert.

Auch ich habe psychisch erkrankte Kollegen, die haben gelernt mit ihrer Erkrankung umzugehen und sind gut eingestellt und haben gelernt die Zeichen zu erkennen und mit ihrer Erkrankung umzugehen.

Wenn der Therapeut grünes Licht gibt, steht meiner Meinung einem Versuch nichts im Wege.
 
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Epikdur

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Ich nehme seit zwei Jahren keine Medikamte mehr und bin vollständig genesen. Ich könnte meine Stabilität durch harte Jobs wie Dachdecker unter Beweis stellen. Da waren extreme Bedingungen die mir keinerlei Probleme verursachten.
 

Lillebrit

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a) der Betriebsarzt entscheidet nichts, er gibt höchstens eine Empfehlung, die Entscheidung trifft die Schulleitung. Ich würde mir überlegen, was ich dem Betriebsarzt überhaupt erzähle. Ich für meinen Teil möglichst wenig, denn dieser erstellt keine Diagnosen und darf schon gar nicht therapieren und schickt mich auch nur weiter zum Haus- oder Facharzt. Aber in der Akte steht dann ALLES für ALLE Ewigkeit.
Das ist mir schon klar - allerdings folgt der AG oft dieser Empfehlung ;)
Die Schulleitung ist übrigens nicht der AG, sondern der Träger der Ausbildung.....der ja auch die Schule vorhält.

b) ja könnte ein Auslösen sein - könnte
c) na ja, im schlimmsten Fall müsste sie halt abbrechen, wie viele andere AZUBIS dies auch tun, aus verschiedenen Gründen.
d) mit Therapeuten klären. Das mit der Verantwortung kommt viel später, bis dahin weiß Epikdur sicher ob es funktioniert.
Natürlich kann man es versuchen- in Zeiten von ohnehin hohen Abbrecherquoten ist aber ein AG natürlich bemüht, genug geeignete Bewerber zu finden die es auch bis zum Examen durchziehen ;)

Auch ich habe psychisch erkrankte Kollegen, die haben gelernt mit ihrer Erkrankung umzugehen und sind gut eingestellt und haben gelernt die Zeichen zu erkennen und mit ihrer Erkrankung umzugehen.
Kommt sicher auf die Erkrankung an...
 

renje

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Die Schulleitung ist übrigens nicht der AG, sondern der Träger der Ausbildung.....der ja auch die Schule vorhält.
Verstehe den Zusammenhang nicht :gruebel:
Deshalb trifft die SL trotzdem die Entscheidung.
Dass ein Angestellte/er nicht der Träger oder AG von was auch immer sein kann, das ist unstrittig.
 

Epikdur

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Also nochmal zu meinem Profil und Problem

Ich habe die Schizophrenie erfolgreich behandeln lassen, nehme seit 2 Jahren weder Medikamente noch hatte ich Rückschläge!

Wie soll ich die Lücken überzeugend erklären oder brauche ich noch dazu einen Art Beweis?
 

renje

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und nochmal,
gibt in google ein - Lücken im Lebenslauf - da bekommst du jede Menge Tipps von Profis.
 

spflegerle

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Ich hatte annodazumal bei meiner Bewerbung auch große Probleme, längere Lücken im Lebenslauf zu erklären. Das waren keine krankheitsbedingte Ausfälle, sondern eher so eine Art "unbeständiges Lotterleben", ich wußte halt länger nicht, was ich im Leben will.
Es verlangt niemand, dass der Lebenslauf chronologisch geordnet wird, ich hatte meinen dann auf Empfehlung einer befreundeten Personalverantwortlichen einfach thematisch sortiert (Schule, Zivildienst, Studium(abgebrochen), Praktika, Auslandsaufenthalte,...), mit den "Auslandsaufenthalten" (die es so nie gab) habe ich dann alle zeitlichen Lücken grob gefüllt. Ist nicht weiter aufgefallen, und entscheidend, um den Ausbildungsplatz zu bekommen war, dass ich meinen Zivildienst im Krankenhaus gemacht hatte, dass ich mein abgebrochenes Studium mit diversen Jobs als Sitzwache und Pflegehelfer in Krh. und Altenheim finanziert hatte, also durchaus zeigen konnte, dass ich weiss, worauf ich mich einlasse und mich der Arbeitsalltag nicht erschrecken wird.
Ist jetzt alles schon längst Vergangenheit aus dem letzten Jahrtausend, kräht also kein Hahn mehr danach...

Gruß spflegerle
 

Neuromaus

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Neuropädiatrie mit ganz besonderen Kindern ♥
  • längere akute Erkrankung
  • Auslandsaufenthalt (wie @spflegerle sagt)
  • Pflege von länger akut erkrankten Familienangehörigen (geht aber nur, wenn du zumindest ein bisschen was an Pflege kannst; aber wenn das der Fall ist, kommt es gut)
  • wenn du Kinder hast: Eltern- und Erziehungszeit etwas ausdehnen über die fraglichen Zeiträume hinweg (wenn das rechnerisch halbwegs passt)
 

spflegerle

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Der Trick ist, nicht unbedingt eine komplette Lüge aufzutischen, sondern die Wahrheit etwas zu dehnen. Ich hatte zB aus 6 Wochen USA-Aufenthalt 6 Monate gemacht. Das lässt sich dann problemlos mit authentischen Geschichten unterfüttern.

Wie es mit durchlebten Erkrankungen aussieht, weiss ich nicht wirklich, ich nehme aber an, bestehende Beeinträchtigungen darfst (und solltest) du nicht wirklich verschweigen. Eine überstandene Krankheit hingegen würde ich nicht erwähnen.
Die Hinweise von Lillebrit bzgl. möglichen auftretenden Rezidiven deiner psychischen Erkrankung durch die Arbeit in der Pflege und im Schichtdienst halte ich für richtig und wichtig, das musst du mit deinem behandelnden Arzt und mit dir selbst abklären.

Gruß spflegerle
 
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Neuromaus

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Eine überstandene Krankheit hingegen würde ich nicht erwähnen.
Im Lebenslauf erwähnen würde ich das auch nicht (hab ich auch nicht gemacht). Bei mir war nur das der Grund für die verlängerte Schulzeit, und ich wurde gefragt, warum ich 14 Jahre Schulzeit hatte. Ich würde das auf keinen Fall in den Lebenslauf reinschreiben, sondern nur als Ausrede in Petto haben für den Fall, dass jemand nach den Lücken fragt.

Zur Not geht vielleicht auch noch eine Art "Berufserkundungsphase". Du sagst dann, dass du in dieser Zeit verschiedene Praktika und kleinere Jobs hattest, bei denen du verschiedene Berufsbilder kennenlernen wolltest, um dich dann entscheiden zu können, was der richtige Beruf für dich ist. Aber auch das würde ich nicht in den Lebenslauf reinschreiben, sondern nur im Gespräch erzählen, wenn du danach gefragt wirst. Das ist eigentlich eine ganz nette Umschreibung für "ich hab nichts gemacht, weil ich nicht wusste, was" ;)
 
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