Ich komm psychisch nicht mehr klar...

Dieses Thema im Forum "Tätigkeitsberichte" wurde erstellt von anwo, 23.02.2007.

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  1. anwo

    anwo Newbie

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    hallöchen...

    bin seit 2005 examiniert und arbeite seit anfang des jahres im krankenhaus.

    leider komme ich mit der psychischen belastung überhaupt nicht mehr zurecht... bei uns sterben sehr viele patienten (und dies auf unschöne art... , mit sehr heftigen wunden und verletzungen)...

    nachts alleine nachtdienst und dann laufend notfälle und halbe OP's auf station...

    ich kann es einfach nicht... bin erst so kurz dabei, aber ich kanns einfach nicht mehr... schon in meiner ausbildung war ich von solchen zweifeln geplagt, aber da hat man ja noch nicht soviel verantwortung. aber jetzt? wir müssen extrem viel selber entscheiden und machen (medis anordnen etc.). wir machen wirklich sachen, die sonst keine schwester macht (will nicht ins detail gehen). rechtlich scheint alles abgesichert, aber psychisch die verantwortung? falls doch was schief geht? und ich als anfänger?

    ich hab dermaßen angst vor der zukunft!!!! ich würd am liebsten nie wieder zur arbeit gehen... bin jeden abend am heulen...

    was soll ich nur tun? kann man irgendwie umschulen? oder neue lehre machen? bin echt am ende...

    bis dann..... anwo
     
  2. savanna

    savanna Junior-Mitglied

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    Vieleicht kannst du ja erstmal einen versetzungsantrag stellen?Um auf einer anderen station zu arbeiten?Oder ganz in die ambulante pflege wechseln?

    Eigentlich denke ich ehrlich,wenn du jeden abend weinst weil du es nicht verkraftest,dann solltest du wirklich einen anderen weg einschlagen!Den es wird wahrscheinlich nicht wirklich besser werden,egal in welchem bereich du arbeitest...Natürlich ist es schwer etwas neues zu beginnen,eine neue ausbildung zu machen etc. Aber,das kannst du so nicht weiter machen,du gehst ja zugrunde...
     
  3. ernie

    ernie Senior-Mitglied

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    Hallo ,
    wie kann es rechtlich abgesichert sein , daß eine Schwester/ ein Pfleger Medikamente ANORDNET...
    Wir als Pflegekräfte übernehmen doch schon eh recht viele eigentlich ärztliche Tätigkeiten , aber das geht doch eindeutig zu weit ...Mal ganz abgesehen vom fehlenden Know how.
    Die Verantwortung könnte ich auch nicht ruhigen Gewissens übernehmen..
    Wo ist nachts der Arzt , ist keine Bedarfsmedikation angeordnet...?
    Was sagt Deine PDL dazu?
    LG Ernie
     
  4. Sufenta

    Sufenta Junior-Mitglied

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    Du hast Anfang dieses Jahres begonnen und machst auf so einer Station
    schon alleine Nachtdienst? Hab ich das richtig verstanden?
    Es kann durchaus sein, dass das eigentlich gar nicht so schlimm ist, aber
    du von deiner Einarbeitung noch nicht so weit bist.
    Es ist natürlich übel, so dermaßen ins kalte Wasser zu fallen.
    Du hast nun die Wahl, ob du dich durchbeißt oder eben eine Alternative suchst.
    Ich habe gerade den größten Teil der Einarbeitung auf Intensivstation hinter
    mir und fühlte mich auch teilweise sehr überfordert und konnte mir nicht
    vorstellen, jemals alleine mit einer Beatmung zurecht zu kommen. Aber es
    kommt mit der Zeit. Einerseits durch ständiges Nachlesen der Theorie
    und andererseits durch Reflektieren meiner Arbeit und Kontrolle, welche Resultate
    meine Handlungen hatten. Also basieren auf meinen Erfahrungswerten.
    Ich bin jetzt fast 3 Monate dabei und fühle mich doch inzwischen ganz gut
    und übernehme jetzt auch schwierigere Patienten.
    Also was ich damit sagen will, dass es gerade in solch anspruchsvollen
    Bereichen seine Zeit braucht. Versuch es, dir die Dinge nicht so zu Herzen
    zu nehmen. Möglicherweise bist du einfach Opfer der Umstände.
    Aber die Zeit ist ein Faktor, der für dich läuft...
     
  5. HHS

    HHS Poweruser

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    Hi,

    Wo hast Du denn vorher gearbeitet? Auch im Krankenhaus oder Altenheim?
    Es klingt, als würdest Du auf einer Intensiv arbeiten - kann mir im besten Willen nicht vorstellen, das Du alleine Nachtdienst hast. Das Du bereits reingeschmißen wirst schon eher - aber sicherlich nicht alleine.

    Sollte es Intensiv sein, dann verwundern mich Deine Aussagen eher wenig. Was sind das für Sachen, die ihr macht, sie sonst keine Schwester macht und warum willst Du nicht näher darauf eingehen?

    Hast Du mal mit Deinen Kollegen, mit Deinen Vorgesetzten darüber gesprochen? Irgendeine Rückmeldung müßtest Du doch bereits bekommen haben?

    Ansonsten: erstmal durchschnaufen - und dann überlegen, wie es weitergehn könnte. Versetzungsantrag? Berufsalternativen? Vielleicht hilft ja auch professionelle Hilfe?

    Gruß
    HHS
     
  6. Berthild

    Berthild Senior-Mitglied

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    Akt. Einsatzbereich:
    außerklinische Intensivpflege
    Hallo liebe anwo,
    dein Erstbeitrag hierzu ist zwar schon paar Tage her, aber sie hat mich echt erschüttert. Wie geht es Dir heute? Im Zweifelsfall würde ich mir an Deiner Stelle unbedingt ein Not-Aus nehmen, sprich krankschreiben lassen, eine Kur beantragen, sprich mal mit Deinem Hausarzt, wenn er Dir nicht weiter hilft, dann wechsle ihn unbedingt! Klingt eigentlich kriminell, was Du da schilderst. Ich habe 2002 mein Examen gemacht und bin auch am Durchbrennen, aber im Vergleich zu Dir ist das alles noch Schnullikram.
    Hab Dich lieb und sei gut zu Dir, wünsche Dir von Herzen mindestens soviel Kraft wie Du brauchst, um für Dich einen Weg aus diesem Horrorirrgarten zu finden.
    Alles Liebe :troesten:
    Berthild
     
  7. Schwester Schnecke

    Schwester Schnecke Senior-Mitglied

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    in Fachweiterbildung Onkologie
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    Mentorin
    Hallo anwo!

    Mensch, wenn das für Dich so schlimm da ist, dann wechsel um Gottes Willen bald die Stelle. Arbeitest Du in einer Notaufnahme oder Intensivstation? Das ist halt nichts für jedermann und wenn man das nicht kann, muss man sich halt was anderes suchen.

    Ich habe auch mal in einem Bereich gearbeitet (Intensivstation für Herz- und Thoraxchirurgie), weil ich dran interessiert war und dachte ich könnte das, war aber hinterher total überfordert und nur gestresst. Ich hab´ gelitten wie Du;:cry: hab´ mich während der Arbeit unwohl und unsicher gefühlt (ging auch um die Tätigkeiten, die wir da verrichten sollten), wollte am liebsten garnicht mehr zur Arbeit gehen, hab´ mir in meinem Frei schon Kopfzerbrechen über die nächsten Arbeitstage gemacht...Der körperliche Stress war nicht das Problem, aber der psychische. Und das ist die Hölle, das weiss ich. Geäussert hat sich das bei mir u.a. mit Schlafstörungen und Tinnitus. Zuerst habe ich noch gedacht, ich müsste das meistern, es wäre eine Schwäche wenn ich das nicht schaffe. Aber ich habe es nicht mehr ausgehalten und umgedacht, habe den Bereich komplett gewechselt und bin dann wieder richtig aufgeblüht als Krankenschwester.

    Wirklich, wechsel in einen anderen Bereich, such Dir was ruhigeres und sichereres von der Arbeit her. Ich finde das völlig legitim, man muss nicht allem standhalten bzw. nicht alles aushalten können...


    Wünsch Dir wieder bessere Zeiten und Zufriedenheit im Job,

    Sr. Schnecke:-)
     
  8. flexi

    flexi Administrator
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    Krankenpfleger
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    Ihr habt aber schon gesehen, das anwo´s Beitrag zwischendurch 1,5 Jahre alt ist?

    Da es ein persönlicher Thread von Anwo ist und ich davon ausgehe, das anwo zwischenzeitlich eine Lösung gefunden hat, schliesse ich den Thread vorerst.
     
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