Langzeiteinrichtung für psychisch kranke Menschen: Bereitschaft rechtswidrig?

Dieses Thema im Forum "Pflegebereich Psychiatrie/Psychotherapie/Psychosomatik/Sucht/Forensik" wurde erstellt von Joker2, 23.05.2015.

  1. Joker2

    Joker2 Gast

    Hallöchen allesamt,

    da leider zum Thema Nachtbereitschaft nichts zu finden ist und im Forum für Psychiatrie nicht so viele schreiben wie ich sehe, möchte ich hier auch das Thema eröffnen! Es geht mehr um das wie gearbeitet wird...

    Es geht um folgendes: ich bin examinierter Krankenpfleger und möchte vom Krankenhaus in ein Wohnheim für psychisch kranke Menschen wechseln.

    Nun alles soweit, so gut, aber die Schichtzeiten sind irgendwie merkwürdig.

    Zweimal pro Monat gibt es Nachtbereitschaft, bedeutet: 10 Stunden Spätschicht arbeiten, dann anschließend da im Haus schlafen und am nächsten Morgen gleich 10 Stunden Frühschicht dranhängen, es wären nur 3-4 Tage pro Woche, da 10 Stunden-Schichten vorhanden sind.

    Aber ist das mit der Bereitschaft nicht rechtswidrig?
     
  2. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Das kommt auf die Anzahl der Einsätze in der Bereitschaft an.
     
  3. Joker2

    Joker2 Gast

    Man kann schlafen und wir selten geweckt, da noch separat ein Nachtdienst da ist der wach ist. Bereitschaft wäre mindestens zweimal im Monat. Mir kommt das ziemlich lange vor wenn ich am nächsten Tag auch noch 10 Stunden ackern soll.
     
  4. Bachstelze

    Bachstelze Poweruser

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    Aber Du kannst in der Regel doch schlafen. Wenn Du die Nacht über die Ruhezeit nicht einhalten kannst, gehst Du dann eben nach Hause.
     
  5. Joker2

    Joker2 Gast

    Eben nicht, davon war leider nicht die Rede, dass man auch nach einem Einsatz nach Hause gehen darf. Mir kommt es halt lange vor, bin eigentlich wenn dann nur gewöhnt, dass ich ab 16-17 Uhr bis 22 Uhr arbeite, dann schlafe bis 6 Uhr und dann bis 8-9 Uhr arbeite und nach Hause. 10 Stunden Spätdienst und dann schlafen und wieder 10 Stunden Frühdienst kommt mir so viel vor.
     
  6. -Ben-

    -Ben- Stammgast

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    Es wirkt viel, im Endeffekt wird es das nicht sein. Bereitschaftsdienst in einer psychiatrischen Einrichtung ist im Regelfall auch wirklich ein echter Bereitschaftsdienst, d.h. Du wirst im Regelfall schlafen können, da noch ein Dienst vorhanden ist. Dafür hast Du insgesamt mehr Tage im Monat frei und für den Bereitschaftsdienst wirst Du ja auch nicht so schlecht bezahlt. Also ich könnte mich mit dem System anfreunden. ;)

    LG Ben
     
  7. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Die Dienstzeiten sind aber im Rahmen des Gesetzes. Vorteile hat Ben schon genannt.
     
  8. Joker2

    Joker2 Gast

    Mhm, gut freie Tage sind natürlich viel. 16 Tage im Monat.

    Weiß jemanden so die Aufgaben?
    Es ist ja eher auch ein multiprofessionelles Team wo auch viele Beschäftigungskräfte, Sporttherapeuten, etc. arbeiten.

    Habe auch noch ein Angebot von einer Rehaklinik in der Neurologie/Kadiologie Phase C/D, allerdings normale 5-Tage-Woche, Früh-/Spätschicht. Auch 30 Wochenstunden.

    Weiß auch nicht auf was ich gehen sollte. Bauchgefühl sagt Wohnheim, Kopf sagt sei vernünftig, nimm die Rehaklinik, ist nicht so weit weg. Bin schon ganz durcheinander.
     
  9. Tante Doll

    Tante Doll Stammgast

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    Die Aufgaben wird dir wohl niemand, der nicht selbst dort arbeitet, ganz konkret benennen können.

    Du kannst aber mal davon ausgehen, dass sich bei dieser Art von Betreuung, der Fokus mehr auf die konkrete Hilfe beim Bewältigen von Alltagsanforderungen im selbständigen Leben und Wohnen (auch mit Hinblick auf das Wohnen zusammen mit anderen psychisch Kranken) gerichtet sein wird- weniger auf klinischtypische Behandlung (Diagnostik, Krisenbewältigung, Akutbehandlung).

    Um aber wirklich eine genaue/adäquate Einschätzung der auf dich zukommenden Aufgaben voraussagen zu können, müsste man schon genau wissen, wie beispielsweise diese Einrichtung definiert ist, wie genau die Menschen zusammen wohnen, wie viele Bewohner es sind, wie viele Helfer ihnen zur Verfügung stehen, Krankheitsbilder der einzelnen, etc...
     
  10. Joker2

    Joker2 Gast

    Hallo,

    es ist ein Langzeitwohnheim mit ungefähr 55-60 Plätzen. 3 Wohngruppen. Krankheitsbilder eigentlich so ziemlich alles von Psychosen, Depressionen, Borderline, Drogenvergangenheiten, usw. Auch welche die dadurch Behinderungen haben, pflegebedürftig, usw. Ab 18-60 Jahren ist glaub ich Aufnahme und altern tun sie ja dann da drin, ab und zu auch mal eine Ausgliederung.

    Habe eigentlich wenig Erfahrung in dem Bereich, auch im Bereich Rehaklinik fast keine, deswegen fällt es mir auch nicht leicht. Wobei natürlich eine 3-Tage-Woche sehr verlockend ist, aber ich frage mich was ich 10 Stunden machen sollte.
     
    #10 Joker2, 24.05.2015
    Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: 24.05.2015
  11. Tante Doll

    Tante Doll Stammgast

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    Na ja, da gibt es so einiges:

    Unterstützung und Begleitung bei allen erdenklichen therapeutischen Maßnahmen. Unterstützung und Begleitung bei den Anforderungen des täglichen Wohnens und Lebens miteinander.

    Unterstützung und Begleitung bei der Koordination/Organisation unterschiedlichster Dienste ausserhalb der Wohngruppen (vom Sozialamt bis zum Angehörigen-Forum),
    Krisenintervention bei Verschlechterungen im Krankheitsbild inklusive Akuteinweisung in die Klinik unter Miteinbeziehung von Institutionen wie Ambulanz, Polizei, Hausarzt, etc.

    Ich habe selbst mal so eine Wohngruppe für psychisch Kranke geleitet und du kannst mir glauben: da gibt es mehr als genug zu tun!

    Was mich wundert:
    Hast du nicht mit den denjenigen, über welche deine Einstellung erfolgt ist, darüber geredet, was deine zukünftigen Aufgaben in dem neuen Job dann sein werden? Das sollte doch oberste Priorität haben...
     
  12. Joker2

    Joker2 Gast

    Hallo,

    ja nicht genau. Habe zwar gefragt, aber das war mal wieder ein Gespräch wo eigentlich alles geredet wurde außer sowas. Er erwähnte so Anhaltspunkte aber nichts genaueres.

    Möchte eigentlich gerne dahin wechseln, aber muss noch warten, da ich in der Rehaklinik auch noch reinschnuppern darf.
     
  13. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hast du dort hospitiert?
     
  14. Joker2

    Joker2 Gast

    Nein.
    Er hat mir alles gezeigt, paar zukünftige Kollegen vorgestellt und Ende. Man erwähnte keinen Tag zum anschauen, habe zwar nachgefragt aber man meinte, dass man eigentlich nicht extra 50 Kilometer fahren muss, wie es bei mir der Fall wäre, um ein paar Stunden mitzulaufen und es generell auch nicht viel bringe, da man auch an einem Tag nicht alles mitbekommt und mehrere Tage möchte er nicht, da unbezahlte Arbeit nicht geduldet wird. Er hat sich nach 5 Tagen gemeldet, dass er mich einstellt.
     
  15. Joker2

    Joker2 Gast

    Wollte eigentlich auch gleich unterschreiben und dann kam halt die Rückmeldung von der Rehaklinik.

    Was da abgeht keine Ahnung, was schöner wäre auch keine Ahnung, da ich ja eigentlich seit Lebzeiten schon im Krankenhaus bin, ob Rehaklinik mit dem vergleichbar ist?

    Wohnheim ist natürlich ganz was anderes.
     
  16. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Mach dir doch eine Liste mit Pro und Contra für beide Arbeitgeber und dann entscheide danach.

    Täglich 50 km einfach fahren und lange Schichten ist natürlich auch nicht ohne - dafür aber wiederum viel Frei, somit "lohnt" sich die lange Anfahrt. Dann würde ich auch noch auf mein Bauchgefühl hören.
     
  17. amezaliwa

    amezaliwa Poweruser

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    Informiere Dich doch drüber, welche Ausrichtung die Einrichtung hat, welche Rehaphasen dort angeboten werden, dann was diese beinhalten. Dann hast wenigstens eine Vorstellung davon, was da so abgeht. :rolleyes:
     
  18. Joker2

    Joker2 Gast

    Danke für die Antworten. Ja, werde mich ausführlich informieren und dann schauen.

    Mich interessieren beide Bereich, deswegen fällt es mir sehr schwer.
     
  19. Joker2

    Joker2 Gast

    Was würdet ihr bevorzugen? Bzw. was wird mehr angerechnet? Oder was kommt besser an im späteren Lebenslauf? Ein Wohnheim oder Rehaklinik?

    Das Problem an den Nachtbereitschaften ist, weil meine Frau auch im Schichtdienst ist und wenn ich an Ihrem freien Wochenende zum Beispiel zwei Tage fast weg bin, ist das nicht gerade der Hit.

    Vielleicht kann man die Bereitschaften auf unter der Woche legen.
     
  20. Kalimera

    Kalimera Poweruser

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    Das ist ganz davon abhängig wo Du denkst, dass Dein Lebenslauf hinführen soll. Warum willst Du überhaupt wechseln?

    Meine Meinung dazu: 10 Stunden-Schichten erfordern bei einer 40 Stunden-Woche immer noch 4 Arbeitstage, insofern eine 4-Tagewoche und keine 3 Tagewoche. Dazu zweimal im Monat 2 komplette Tage überhaupt nicht zu Hause.

    In diesen 4 Tagen kommen ca. 1,5 Stunden Fahrtzeit dazu im günstigsten Fall, wie es im Winter aussieht kannst nur Du wissen. Ich persönlich wäre an Arbeitstagen dann out of order, und nichts würde mehr laufen. Es müsste sich alles auf die 3 freien Tage konzentrieren. Pech, wenn diese freien Tage von Dir dann auf Arbeitstage Deiner Frau treffen. Ich sehe somit nicht nur den Vorteil der vielen freien Tage, sondern auch die, in meinen Augen, geminderte Lebensqualität an den Arbeitstagen.
     
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