Pseudomonas im Urin

Dieses Thema im Forum "Hygiene im Krankenhaus / Infektionskrankheiten" wurde erstellt von felonia, 03.08.2006.

  1. felonia

    felonia Junior-Mitglied

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    Hallo,
    ich hab mal eine Frage. Wir haben zur Zeit einen Patienten auf Station liegen, bei dem Pseudomonas im Urin festgestellt wurde. Daraufhin bekam der Patient einen Dauerspühlblasenkatheter, wurde isoliert und wir als Pflegepersonam müssen uns komplett schützen, wenn wir das Zimmer betreten. D.h. Mundschutz, Handschuhe und Schutzkittel.
    Ich habe nun im Hygienebuch nachgelesen und danach würden Handschuhe ausreichen.
    Was stimmt denn jetzt? Hat jemand Erfahrungen damit, oder kennt sich damit aus??

    Schon mal Danke im Voraus.
    Liebe Grüße
    Felonia
     
  2. felonia

    felonia Junior-Mitglied

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    Vielen dank für eure zahlreichen und schnellen Antworten.:motzen:

    Felonia
     
  3. heriion

    heriion Stammgast

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    Vielleich arbeitest du grade auf einer isolierstat. (zB KMT) :mrgreen: .

    Pseudomonas als als solche sind mir nur im Zusammenhag mit anderen Erkrankungen bekannt. Nie als vordergründige Erkrankung.

    Mal sehen was die anderen dazu sagen.

    Und Pseudomonas waren bis jetzt kein Grund für eine Isolation. (bis jetzt).
     
  4. felonia

    felonia Junior-Mitglied

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    Hallo heriion,

    ich arbeite momentan auf Chirurgie/Urologie. Der Pat ist bei uns wegen einem Schenkelhalsbruch. Dieser wurde operativ versorgt und nun ist die Op-Naht wieder bis zum Knochen aufgeplatzt.

    Und zufällig wurden nun die Pseudomonas im Urin entdeckt.

    LG
    Felonia
     
  5. medizin-ersti

    medizin-ersti Stammgast

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    Hallo felonia. Interessant wär in dem Zusammenhang ob es sich nur um einen Harnwegsinfekt handelt, oder ob gleichzeitig eine Wundinfektion vorliegt. Bei Wundinfektionen bildet Pseudomonas blaugrünen Wundeiter und ist erkennbar am typisch süßlichen Geruch (Aminoacetophenon). Mit diesem kann man die Diagnose auch stellen, wenn man direkt am Patientenbett steht.
    Pseudomonas (aeruginosa) ist ein Hospitalismuserreger. Er kommt hauptsächlich in Flüssigkeiten vor (auch Desinfektionsmittel). Außerdem hat Pseudomonas eine natürliche Resistenz gegen viele Antibiotika. Das liegt einfach in der Struktur der Bakterien. (Sie haben wie alle gramnegativen Bakterien eine äußere Membran, die bei Pseudomonas besonders undurchlässig ist.). In der Regel muß man also ein Antibiogramm machen für ne gezielte Antibiose.
    Diese natürliche Antibiotikaresistenz und die Tatsache, dass es ein typischer Hospitalismuskeim ist würde eine Isolation sicher logisch erscheinen lassen, allerdings ist Pseudomonas nicht besonders kontagiös. Schaden tuts ja nicht. Was meint der Arzt, der die Isolation angeordnet hat?
     
  6. heriion

    heriion Stammgast

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    Pro Iso.:
    -Sagen wir mal in Hygienelabor wurden exorbitant hohe Anzahl an Keimen festgestellt. Damit steiget die Ansteckungsgefahr in Potenz.

    -Ebenfalls ist die Heilung kontaminierter Wunden sehr langwierieg, da nur wenige Antibiotiker ausreichend gewebegängig sind. Ebenso bilden grössere Verbände von Pseudomonas zusätzlich schützende Schleimschicht.

    -Da es sich um eine nosokomiale Infektion handelt, ist macht alles ein wenig schwieriger.

    -Es liegen viele andere frischoperierte auf der Stat., die keine Freude daran haben wenn diese Viehcher zu ihnen krabbeln.

    Mehr Gründe fallen mir grad nicht ein. Ich bin anfangs von der Inneren ausgegangen, auf der Chirurgie gelten andere Gesetze.
     
  7. narde2003

    narde2003 Board-Moderation
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    Hallo Feolina,

    handelt es sich um einen restinenten Pseudomonas? Diese werden bei uns genauso isoliert wie Patienten mit MRSA:

    Schau mal was ich hier für dich gefunden habe:

    Pseudomonas

    Sonnige Grüsse
    Narde
     
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