Prinzipien der anregenden Körperpflege?

Dieses Thema im Forum "Fachliches zu Pflegetätigkeiten" wurde erstellt von Joline, 28.05.2006.

  1. Joline

    Joline Newbie

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    Hallo, brauche eure Hilfe. Wir sollen in der KPS eine Präsentation zum Thema
    -> Prinzipien und Formen der anregenden und der entspannenden Körperpflege
    erstellen.
    Hab mich im Netz umgeschaut, find aber nix.
    Sind das die Arten des Waschens, eincremens oder sowas wie Ayur Veda?
    Zum Thema Waschtechniken ect. find ich auch nichts.
    Wer kann mir helfen?

    Lg Joline:weissnix:
     
  2. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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  3. kleo83

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    Hallo

    Ich habe ein Ausbildung in basaler Stimulation. Ich kann dir mal stichwortartig einen kurzen Überblick geben, allerdings ist das Thema im Ganzen sehr viel...

    Die belebende Waschung:
    -gegen die Haarwuchsrichtung
    -ggf Pfeffi-Öl
    -Waschwasser etwas lauer als Körpertemp

    Die beruhigende Waschung:
    -mit der Haarwuchsrichtung
    -warmes Waschwasser
    -ruhige Atmosphäre
    -vorm Schlafen gehen??
     
  4. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Bitte nicht immer die Basale Stimulation mit der Aroma-und/ oder Phytotherapie in einen Topf werfen.

    Das Ziel der Basalen Stimulation ist nicht den Pat./ Bew. zu beruhigen oder anzuregen. Es geht in diesem Konzept um die Förderung der Körperwahrnehmung und damit der Schaffung einer Grundlage für die Entwicklung des Menschen.

    Elisabeth
     
  5. Joline

    Joline Newbie

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    Danke,das hat mir sehr weiter geholfen. Bin im 1. Semester-noch ganz grün hinter den Ohren.:wink:
     
  6. kleo83

    kleo83 Junior-Mitglied

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    Jedoch kann man das eine mit dem anderen verbinden, wenn es zur besseren Körperwahrnehmeng dient . Zudem intensivieren beide Waschungen die Wahrnehmung der Körpergrenzen.
     
  7. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Diese Behauptung finde ich insofern schwierig, dass eigentlich nicht nachweisbar ist ob es jetzt an der Haarwuchsrichtung liegt oder an der Berührung überhaupt. Mich stört deshalb auch das dogmatische Vertreiben der beruhigenden/ belebenden oder entspannenden/ anregenden GKW.

    Elisabeth
     
  8. kleo83

    kleo83 Junior-Mitglied

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    Du kannst es ja nennen wie du möchtest, aber es ist belegt, dass es funktioniert. Und nur das zählt!
     
  9. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wo kann ich diesen Beleg nachlesen? Gibt es da eine Studie zu? Wie begründet man die Wirkung (Wahrnehmungspsychologie?)?

    Meines Wissens gibt es eine Menge Beschreibungen. Mein ehemaliger OA hats mal schön auf den Punkt gebracht: es wird kaum nachweisbar sein, dass BasStim wirklich wirkt. Das einzigste was man wird nachweisen können ist, dass Zuwendung viel bewegen kann. Und da dürfte die Haarwuchsrichtung egal sein. Diese Aussage finde ich in einer ähnlichen Form auch bei Fröhlich- dem Begründer des Konzeptes. Was ich bei Fröhlich nicht finde sind Angaben zur Stimulation in Haarwuchsrichtung mit der Zielsetzung zu beruhigen oder anzuregen.

    Siehe dazu: Konzeptanalyse von B.Werner

    Elisabeth
     
  10. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Habe Ende April den GK Basale Stim. gemacht ( und werde hoffentlich im September den AK anschliessen können). Uns wurde das so erklärt, dass beim waschen in Haarwuchsrichtung Endorphine; beim waschen gegen Haarwuschrichtung Adrenalin freigesetzt würde.....
     
  11. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Manchmal frage ich mich, ob Pflege nicht doch die Welt auf den Kopf stellen kann/ will. Manche Versuche eine Wirkung zu erklären wirken schon fast grotesk.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Endorphin
    http://de.wikipedia.org/wiki/Adrenalin

    Aber ich lasse mich gerne belehren, wies funktioniert- das dürfte übrigens revolutionär sein z.B. für die Depressionstherapie.

    Elisabeth
     
  12. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Habe ja auch nur das wiedergegeben,w as die Dozent dazu gesagt hat...
    Wenn man die Wirkung aber nicht erklären kann und es "sowieso nur am Faktor Zuwendung "liegt, dann können sich-provokant gesagt- Arebitgeber ja auch die Kosten für die Ausbildung zum PA BasStim. sparen....:anmachen:
    "Planlos" über den Rücken "streicheln" könnte ja jeder Zivi.....

    Es muss also irgendwo ne Erklärung geben.....
     
  13. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Die Erklärung liegt in den Ursprüngen des Konzeptes. Diese Konzept kommt aus der Pädagogik. Die Grundlagen für das Konzept sind in der Entwicklungspsychologie, der Individualpsychologie, den Neurowissenschaften zu suchen. Bei den Neurowissenschaften sind vor allem die Neuronanatomie und -physologie (wie erfolgt die Reizverarbeitung), die Wahrnehmungspsychologie und Kognitionspsychologie zu erwähnen.
    Es geht in dem Konzept um menschliche Entwicklung nicht um die Therapie von Symptomen wie Unruhe oder Antriebsarmut.

    Wahrscheinlich ist genau das unser Problem in der Pflege, dass wir zuwenig hinterfragen: warum ist das so. Und wenn dann Antworten kommen, dass wir diese nicht bewerten können weil uns die Grundlagen fehlen. Aussagen werden akzeptiert, wenn die Person nur hoch genug in der Hierarchie über uns steht.

    Du fragst, warum wir dieses Konzept dann überhaupt vermitteln müssen. Diese Frage hab ich mir auch oft gestellt. Eigentlich vermitteln wir nichts anders als ganzheitlichen menschlichen Umgang mit Menschen.
    Eine Versöhnung hab ich für mich gefunden nachdem ich mich mit den Ursprüngen des Konzeptes beschäftig habe. Ich kann mittlerweile eher verstehen, warum etwas klappt oder warum nicht. Ich bin dadurch in der Lage nicht nur zu probieren sondern meine Angebote gezielter auszuwählen. Und letzteres wird zunehmnd wichtiger in Zeiten des Personalmangels.
     
  14. Lillebrit

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    Hallo Elisabeth,
    dann ist es ja ähnlich mit mit Kinaesthetics.:wink:

    Es geht darum , den anderen Menschen als ein wertvolles Individuum wert zu schätzen und dieses so zu unterstützen, dass es sich selbst als Wert - und Wirkungsvoll erfährt (über geeignete Unterstützung bei verschiedenen Aktivitäten...).

    Die Menschen, die in einen GK kommen erwarten "Tipps, Tricks und Kniffe" zum schnellen und rückenschoenden Arbeiten....:weissnix:
     
  15. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Mir gehts nicht anders als dir mit der Kinästhetic.
    Für viele ist Pflege nur ein Handwerk in dem man nach Bauplan einen Gegenstand bearbeitet und sich dann wundert, warum das Material sich dem Bauplan widersetzt.
    Umsomehr verärgert es mich, wenn in vielen KPS diese Art der Pflege auch noch 2006 vermittelt wird. So wird Pflege sich nicht weiter entwickeln können.

    Elisabeth
     
  16. Lillebrit

    Lillebrit Bereichsmoderatorin
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    Da hast Du leider recht...auch viele Lehrer an Schulen propagieren "ganzheitlich und Patientenorientierte Pfleg" ( ist ein netter Slogan...).
    Aber im gegenzug dazu bekommen die Schüler detailierte Handlungsanweisungen, WIE sie was zu tun haben..8O

    Habe in meinem Praxissemester erlebt, dass den Schülern dann in tabellarischer Form 3-4 Seitige Abhandlungen zu verschiedenen Arten der Körperpflege gegeben wurde...damit sie es auch bloß "richtig" machen.....
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Was wären für mich Prinzipien der anregenden GKW?

    Ich halte mich immer noch an die alten Vorgaben zur basalen Pflege:
    1. Körper- und Umweltinfo
    2. Struktur
    3. Sinnzusammenhang
    4. Individuelle Normalität
    5. Beziehung
    6. Begelitung und Förderung

    Bei einer anregenden GKW wärs erst mal nötig in Erfahrung zu bringen: was kennt der Betroffene? Welche Vorlieben oder Abneigungen hatte er? Was erfährt er in der jetzigen Situation? Was kann er wahrnehmen? usw.

    Mein Ziel ist, dass er sich "öffnet", Vertrauen aufbaut, ggf. Kontakt aufnimmt zur Umgebung.

    Was könnte man machen? Pat. möglichst in eine sitzende Position bringen. Wassererfahrung ermöglichen: Schüssel ins Bett, Hand in die Schüssel, Waschlappen in die Hand. Wassertemperatur nach Wunsch. Geführte Bewegungen bei der Körperpflege, z.B. beim Gesicht waschen. Benutzen der patienteneigenen Waschutensilien: eigenes Duschgel, Parfüm, Zahnpasta usw.. Eventuelle Morgenrituale mit einfließen lassen: Musik aus Radio oder von CD. Und reden, reden, reden... mit Worten, aber noch viel mehr mit den Händen. Umgebungsgeräusche minimieren, damit der Pat. sich einlassen kann auf das Angebot. usw.,usw., usw..

    Die Haarwuchsrichtung vermittle ich nur als Möglichkeit eine einheitliche Struktur in den Bewegungen der Pflegekräfte zu erreichen. Gerade bei schwer wahrnehmungsgestörten Pat. kann es für diese leichter sein, dem immer gleichen Ablauf zu folgen.


    Aber wie ich beruhigend und belebend erklären sollte???
    Entspannende Aspekte ergeben sich wahrscheinlich durch die leicht dehnende "Massage" in Richtung der Muskulatur. Entgegen der Haarwuchsrichtung ergibt sich eine kurzfristige Mobilisierung des Blutes durch ausstreichen der oberflächlichen Venen??? P.Nydahl hatte dazu mal Messungen gemacht.
    Alles in allem aber keine konkrete Aussage. deshalb meide ich dieses Thema in meinen Basisseminaren. Man sollte nur das vermitteln, was man auch versteht und vertreten kann.

    Elisabeth
     
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Grundprinzipien der Pflegedokumentation Pflegeplanung, Pflegevisite und Dokumentation in der Pflege 30.10.2004

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