Praktikum vor der Ausbildung

Dieses Thema im Forum "Talk, Talk, Talk" wurde erstellt von Seda, 05.05.2003.

  1. Seda

    Seda Newbie

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    Warum ist ein Praktikum wichtig für eine Einstellung?

    Hi, echt tolle Seite hier...
    Also jetzt zu meiner Frage, ich hatte letzte Wochen ein Bewerbungsgespräch, welches auch sehr gut verlief.
    Da ich noch kein Praktikum in der Pflege gemacht habe, meinten die zu mir ich soll ein Praktikum machen und ihnen dann die Bescheinigung zuschicken.
    Erst dann bekomme ich eine Zu- oder Absage von denen.
    Ich bin gerade auf der Suche nach einem Praktikum, werde es vielleicht sogar in dem Krankenhaus machen in dem ich das Bewerbungsgespräch hatte.
    Was meint ihr, warum ist das Praktikum so wichtig vor der Ausbildung, ich weiss doch was mich erwartet!!!!
    Habe ich eine Chance für die Ausbildung oder wollen die mich nur los werden???
     
  2. Sabine

    Sabine Junior-Mitglied

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    Hallo,
    warum so negativ eingestellt ??? Wieso sollten sie ein Praktikum verlangen ( dazu noch im eigenen Haus ) um Dich los zu werden ??? Sowas kann nie schaden.
    Bist Du wirklich sicher, was auf Dich zukommt ??? Wochenenddienste, teilweise Nachtdienste, oft arbeiten müssen, wenn all Deine Freunde frei haben, Frühdienst nach einer tollen Fete.....
    Nicht zu vergessen Umgang mit Körperflüssigkeiten in allen Formen, Körperhygiene in allen Variationen, Streßsituationen, unterschiedliche Kollegen mit unterschiedlichen Erwartungen usw, usw.... ( um jetzt mal nur die negativen Seiten aufzuzählen )

    Wenn Du z.B. in dem Haus ein Praktikum machen kannst, wo Du die Ausbildung machen willst, dann kann das nur Vorteile haben, wenn Du Dich geschickt anstellst. "Bekannte" Leute werden vorzugsmäßig genommen, ist doch klar. Außerdem zeigt ein Praktikum auch Interesse für den Job / das Haus. Versuch es positiv zu bewerten: Sie wollen wissen, ob Du eine gute Wahl wärst....

    Viel Glück, Sabine
     
  3. Seda

    Seda Newbie

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    Danke für die schnelle Antwort. Das Praktikum mache ich wirklich gerne ich kann ja mehr Erfahrungen dabei gewinnen.
    Schade wäre es nur wenn das Praktikum super verläuft und dann ich doch ne Absage bekomme.
    Ich sage dir dann bescheid wie es gelaufen ist!
    Bis dann Seda
     
  4. Mellimaus

    Mellimaus Poweruser

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    Na ja aber selbst wenn du dnn eine Absage bekommst hast du dann aber für das nächste Gespräch immerhin einen Trumpf im Ärmel und du hast was für dich dazugelernt......
     
  5. Sabine

    Sabine Junior-Mitglied

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    Hallo Seda,

    Schön, das Du das so siehst und Mellimaus hat Recht. Bei der nächsten Bewerbung könnte das schon ein klarer Vorteil sein. Auf was für einer Station wirst Du denn das Praktikum machen ( Fachgebiet ) ??

    Viele Grüße,
    Sabine
     
  6. Selia

    Selia Newbie

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    Ich finde, warum sagen die zu mir ich soll ein Praktikum machen, und dann bekomme ich erst ne Antwort von denen???
    Naja ich versuche in Kontakt mit der Krankenpflegeschule zu bleiben und ein Praktikum habe ich auch schon in dem selben Krankenhaus. Abteilung Chirugie!!!!
    Ich freue mich schon riesig darauf, so kann ich das Haus und die Kollegen schon mal kennenlernen.
    Ich hoffe das es schon mal ein kleiner Plus Punkt ist, mich zu nehmen!!!
    Meint ihr nicht???
     
  7. Maniac

    Maniac Poweruser

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    Natürlich ist das ein risen Pluspunkt, da sie ja vorher nicht sicher sein können, ob dir diese Arbeit liegt. Erst wenn du ein Praktikum gemacht hast, weißt du auch selber ob du z.B. Blut sehen kannst, und dergleichen Dinge...

    Allerdings ist es in der Hinsicht kein Pluspunkt, dass warscheinlich alle anderen Bewerber (zumindest ein Großteil) auch ein Praktikum oder Ähnliches gemacht hat ... Aber wenigstens stehst du wieder auf einer Stufe ;)

    Keine Sorge, das passt schon. Da es im Gleichen Haus ist, werden sie evt auch bei deiner Stationsleitung oder so nachfragen wie du dich gemacht hast, also immer schön brav und auch mal was hinterfragen, dann wird das was :-)

    Viel Glück!
     
  8. Mellimaus

    Mellimaus Poweruser

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    Hallo. UNd wie läuft das praktikum?
     
  9. Seda

    Seda Newbie

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    Wollte euch Bescheid sagen, dass ich die Ausbildungsstelle bekommen habe. Nach einer Woche Praktikum habe ich die Zusage erhalten. Bin sooooooooooooooo glücklich!!!
    :lol: :D :lol: :lol: :lol:
    Ich hoffe, dass es bei euch auch klappt!
     
  10. Sabine

    Sabine Junior-Mitglied

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    Hallo Seda,

    siehste, hat ja alles prima geklappt. Jetzt ist der Sommer wohl gerettet.

    Freu Dich drauf.....

    Liebe Grüße,
    Sabine
     
  11. nettily

    nettily Junior-Mitglied

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    Hallo Leutz,

    also ich habe in der 9.Klasse mal eine Praktikum gemacht im Krankenhaus auf der Gynäkologie Station.
    In den 2 Wochen musste ich größtenteils nur Tätigkeiten im hauswirtschaftlichen Bereich erledigen (Blumenpflege, Reinigung von Waschschüsseln, Staub wischen, Bettaufbereitung...Botengänge für die Station (Blusproben ins Labor bringen)..!) :twisted:
    Ich habe mich für eine Ausbildung zur KS beworben.
    Nun wurde mir mitgeteilt, dass die 2 Wochen Praktikum als Gundlage nicht ausreichen würden.
    Also mache ich jetzt ein ca. 8 wöchiges Praktikum, auf der gleichen Station, im gleichen Krankenhaus.
    Ich hoffe sehr, dass ich in den Genuss komme, mal mehr machen zu dürfen, als nur Putzfrau und Bote zu spielen.
    Ist den eigentlich ein Praktikum, bei dem man nur so'ne Tätigkeiten macht, überhaupt eine gute Grundlage für die Ausbildung? Denn immerhin soll die Pflegedienstleitung meine Tätigkeiten bewerten. Und diese Beurteilung bekommt dann ja die Person beim Vorstellungsgespräch. Ich finde es daher irgendwie unpassend, die Fertigkeiten als Putzfrau zu beurteilen? :weissnix:

    Ich wollt mal von euch wissen, was ihr so gemacht habt in euren Praktikas und wie lange ihr das gemacht habt und vor allem wo?

    Danke schonmal im Voraus.
    LG Jeannette
     
  12. -yvo-

    -yvo- Stammgast

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    Eigentlich ist es schade dass Praktikanten NUR zum Putzen und für Botengänge benutzt werden.
    Ich kenne dies aus der Praxis anders, zumindest bei interessierten Praktikanten.
    Erfassen von Vitalzeichen wird bei uns ziemlich schnell an Praktikanten delegiert, nach ausreichender Übung und Kontrolle natürlich.
    Essen richten und evtl Verabreichen ist auch eine Aufgabe welche Praktikanten durchaus durchführen können.
    Ansonsten bleibt wohl mehr das zuhören und nachfragen. Interesse zeigen und Bereitschaft zur Mitarbeit.
    Du solltest jedoch nicht unterschätzen was noch so zum Pflegeberuf gehort.
    Aufbereitung von Arbeitsmittel (Waschschüsseln putzen) gehört auch zu den Aufgaben einer Krankenschwester :wink1:

    Ich weiß aber nicht genau was Du von einem 2-wöchigen Praktikum erwartest?
    Die Zeit ist sehr begrenzt. Und...was erwartest Du machen zu dürfen?
    Leider hat nicht jede Station soviel Resourcen dir haarklein alles zu erklären und Dir ständig auf die Finger zu schauen.
    Warum machst Du dein nächstes Praktika nicht auf einer anderen Station? Um mal einen anderen Einblick zu bekommen?
    Und das wichtigste ist das Interesse. Praktikanten welche Fragen stellen und Interesse zeigen werden auch zu anderen Aufgaben mitgenommen und nicht nur zum Putzen geschickt.

    EIn Praktikum bildet keine "Grundlage" für eine Ausbildung.
    Ein Praktikum soll dir einen Einblick in den Beruf und den Pflegealltag verschaffen. Auch wird nicht deine direkte Arbeitsleistung bewertet, viel mehr deine Auffassungsgabe, Umsetzungsvermögen und die Bereitschaft.

    Täusch dich auch nicht in der Ausbildung.
    Auch wie im Praktikum (auch in einem längeren) wirst Du in der Ausbildung, vor allem anfangs, sehr viel mit Putzlappen und Desinfektionsmittel zu tun haben.

    Ich habe ein 6-wöchtiges Schulpraktikum hinter mir und ein freiwilliges 1-jähriges vor der Ausbildung.
    In meiner Anfangszeit als Krankenpflegeschüler hätte ich teilweise am liebsten alles hingeschmissen, ich durfte am Ende meines Praktika´s mehr als anfangs in der Ausbildung ;)
    Nunja, ist schon ne Weile her....
     
  13. Änneken

    Änneken Junior-Mitglied

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    Hallo,

    ich finde es immer wieder schade, das Praktikanten so ausgenutzt werden.Schließlich möchten diese wissen wie der Beruf so ist.
    Und in der Ausbildung ist man nicht als Putzfrau da, na klar muss man mal putzen, aber man ist da um zu lernen und nicht um als Putzfrau zu schuften.
    Ich habe vor meiner Ausbildung kein Praktikum gemacht.Ist bei uns auch nicht nötig, aber viele hatten welche!
    Mir wird sehr viel gezeigt und des ist auch schön!
    Lass dich aufjedenfall nicht ausnutzen, aber findest du es so gut im selben Krankenhaus auf der selben Station ein Praktikum zu machen? Da wirst du bestimmt wieder ausgenutzt.

    Liebe Grüße
    Anne
     
  14. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @Jeannette, fragen wir mal anders: was hattest du erwartet an Tätigkeiten? Welche Tätigkeit kann ein Praktikant ohne jegliche Ausbildung ausüben? Welche Tätigkeiten können eigenverantwortlich von einem Praktikanten erfüllt werden?

    @ yvo, mich begeistern immer wieder solche Sätze:
    Berufspolitisch kommen sie einem Dolchstoß gleich: Für Pflege bedarf es nur einer kurzen Erklärung der Abläufe: Füttern, waschen, trockenlegen. Hinzu kommen noch einige technische Fertigkeiten wie Kreislaufkontrollen, Blutzucker bestimmen usw. ... und fertig ist die Pflegekraft. Wir haben es mit dieser Einstellung geschafft, dass zig Stellen für qualifizierte examnierte Pflegekräfte abgebaut werden zugunsten von angelerntem Hilfspersonal. Wann wachen wir endlich auf?

    Elisabeth
     
  15. nettily

    nettily Junior-Mitglied

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    alles ****e...

    Also erstens kann ich leider nichts dafür wieder auf der gleichen Station eingesetzt zu werden. Hab ich wohl mal wieder pech, wie immer :| !!!
    Wir haben ja nur ein Krankenhaus hier, und die Pflegedienstleiterin meinte auf den anderen Stationen seien bereits Praktikanten eingesetzt, bzw. da wären schon welche von der Schule.
    Sicherlich in den 2 Wochen kann ich nichts erwarten, aber es ist dennoch für einen Praktikanten schwer dies zu akzeptieren, wenn er eventl. überlegt in diese Richtung zu gehen. Ich wollte mir immerhin ein Bild machen, wie man so als Schwester arbeitet.
    Klar, das Putzen gehört dazu, aber ständig?
    Ich hoffe wiegesagt, dass ich auch in dem jetzigen Praktikum nicht nur dazu verdonnert werde.
    Ich werde euren Ratschlag des ständigen Interesses und Nachfragens berücksichtigen.
    Ich schreibe dann mal so in 3 Wochen, wie es so war, ob's wa gebracht hat und so. Wenn das jemanden interessiert.
    Danke trotzdem für's lesen und antworten. Das Forum ist klasse!

    Klar, da gibt's nicht viele, und die Schwestern haben auch nicht immer Zeit, dem Praktikanten auf die Hände zu schauen.
    Hätte da an Essen übergeben, füttern, waschen (und wenn's bloß der Arm ist), Blutproben wegbringen, Rezepte abholen und an sowas gedacht.

    LG Jeannette
     
  16. -yvo-

    -yvo- Stammgast

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    Wer hat hier behauptet dass Pflege nur einer kurzen Erklärung bedarf?
    Mein Arbeitsalltag besteht auch nicht nur aus deinen oben genannten Tätigkeiten.
    Jedoch wüsste ich nicht warum Praktikanten einige Tätigkeiten nicht ausüben sollten. Es weckt ihre Freude und Neugier selbst was machen zu dürfen.
    Dies dann auch noch mit meiner Erfahrung Ende Praktikum/Anfang Ausbildung zu vergleichen.....
    Woraus bestand denn die morgendliche Routine eines frischen Unterkursschülers? Putzen, Putzen, Putzen.
    Auf SChritt und Tritt wurde man kontrolliert. Es war sehr entmutigend von einem auf den andern Tag nicht mal Blutdruck ohne Mißtrauen messen zu können. Sogar beim Betten machen wurde man sehr genau beobachtet.
    Was hat dies denn mit der Arbeitsqualität und Verantwortung einer examinierten Pflegekraft zu tun?
    Auch hat keiner hier was von eigenverantwortlichem Arbeiten von Praktikanten gesagt.
    Nur weil "meine" Praktikanten mal ein Brot schmieren und reichen oder (nach mehrmaliger Überprüfung ob sie es können) Blutdruck messen dürfen?
    Man sollte Praktikanten auch nicht abschrecken.
    Im einen Teil wird sich beschwert dass kein vernünftiger Nachwuchs vorhanden ist, andererseits werden sie durch sture Putzarbeiten und sinnlose Aufgaben vergrault.
    Zum Glück gibt es hartnäckigere Fälle!

    @nettily:
    Fragen kostet nichts. Du könntest doch mal mit der Pflegedienstleitung und evtl vorher mit einem Mitschüler besprechen ob ihr nicht die Stationen tauschen könnt.
    Aus dem Grund dass du gern einen besseren Einblick hättest und auch mal die Arbeitsabläufe einer anderen Station kennenlernen möchtest.
    Aber falls dies auch nicht möglich ist lass dich nicht entmutigen, zeig dich interessiert und stell Fragen.
    Ich wünsch Dir jedenfalls viel Glück!
     
  17. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    @yvo
    Ich komme schon ins Grübeln, wenn ich höre: das ein Zivi eine Pflegeanamnese erhebt (und noch nicht mal die deutsche Sprache beherrscht); wenn ein FSJler Ultraschallkontrollen des Restharnes macht, wenn ein Praktikant Verbände macht, wenn ein FSJler selbstständig Insulin nach eigener BZ- Kontrolle gibt, wenn ein FSJler einer gestanden Schwester sagt: wann und wie der Pat. zu bewegen ist (natürlich nicht nach Bobath o.ä.); wenn ein Zivi eigenständig Medikamente austeilt ohne Kontrolle, ohne Wissen um Wirkung und Nebenwirkung; wenn ein (medizinischer Pflege-)Praktikant eigenständig i.v. Medikamente vorbereitet; wenn ein ("praktikumserfaherener") Unterkursschüler mi den Medikamenten für die MS loszieht und versucht diese über einen venösen Zugang zu geben (wurde nur per Zufall verhindert). Jeder von uns kennt diese Probleme, sie kommen stets woanders vor... wirklich???
    Wofür brauchen wir ein Examen? Und wieviel Examinierte brauchts dann auf der Station?

    Überlegen wir mal: es ist wenig Geld da im Gesundheitswesen, zu wenig Geld. Es muss gespart werden. Wo sparen? Natürlich am Personal. Man hat lange Zeit versucht, weniger Pflegekräfte einzusetzen. Das hat wunderbar geklappt, da Pflegekräfte gerne auch Arbeiten als getan dokumentieren, obwohl sie gar nicht leistbar waren aus Zeitgründen. Nun fällt auf, dass man offensichtlich etwas übertrieben hat mit der Personalreduzierung... allein, mehr Geld ist trotzdem nicht da. Also sucht man nach anderen Wegen. Und auch da war die Pflege sehr hilfreich. Sie weist seit Jahren nach, dass man die Grundtätigkeiten nach wenigen Erklärungen beherrscht. Wohlgemerkt: nur die Tätigkeiten. Der eigentliche Backround der Tätigkeiten bleibt auf der Strecke. Und so werden wir immer weniger Examinerte auf den Stationen werden. Wir haben diese Entwicklung selber so gewollt. Hilfskräfte können Arbeiten übernehmen, Examinierte werden sie delegrieren und kontrollieren.

    Das ein "Putzpraktikum" nichts bringt, würde ich nicht sagen. Ich kann viel beobachten. Ich habe Zeit für ein Gespräch mit den Patienten. Ich lerne mit fremden Menschen Kontakt aufzubauen. Die sogenannten "Hotelservice" Leistungen, die der Pat. erwartet, sind aus meiner Sicht durchaus gegeeignete Tätigkeiten für einen Praktikanten. Ergo, der Pat. sagt dem Praktikanten, was er gerne möchte: Essen anreichen, Hilfe bei der Körperpflege, Hilfe bei den Ausscheidungen, Hilfe beim selbständigen Gehen ist dann durchaus im Bereich der Möglichkeiten. Sobald der Pat. nicht mehr eigenverantwortlich selbst entscheiden kann, gehört eine Fachkraft ans Bett! Nur sie hat das Wissen und kann beobachten und beurteilen, fördernd pflegen, Grenzen erkennen.

    Elisabeth
     
  18. -yvo-

    -yvo- Stammgast

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    Ich weiß ja nicht wie es bei euch zugeht, aber solche Beispiele die du aufzählst find ich schon zu arg.
    Meiner Meinung nach beugt man solchen Sachen vor wenn man sich den Patienten schnappt und mitschleppt.
    Er kann zusehen, Fragen stellen und bekommt somit ein wirkliches Bild vom Pflegeberuf.
    Bei mir ziehen Praktikanten unter Aufsicht auch keine Medikamente auf, oder erheben eine Pflegeanamnese. Somit würden sie auch weniger auf die Idee kommen dies dann mal eigenhändig und selbständig zu tun.
    Viele dieser Probleme rühren doch auf zu wenig Information.
    Man sollte doch ein gewisses Maß an "verantwortung" welche man an die Praktikanten überträgt abwägen können.
    Ich glaub nicht dass Blutdruck messen, helfen beim Betten machen sowie zuhören und fragen lassen zuviel für einen Praktikanten sind und er danach auf die Idee kommt drauflos zu pflegen. Ihm wird höchstens bewusster warum es eine 3-jährige Ausbildung gibt.

    Ein Praktikant lernt beim putzen (wenn es so abläuft wie bei dir oben beschrieben) vielleicht die Belange der Patienten kennen aber reicht dies um einen Einblick in unser Berufsfeld zu bekommen?
    Ein Praktikant sollte auch mitbekommen was an Arbeit bei uns so anfällt.
    Einen Praktikanten zum putzen schicken damit mein seine Ruhe hat finde ich nicht die beste Lösung.

    Und das eine Fachkraft ans Bett gehört (sowie an die Pflegeanamnese, an die Medikamente und was du oben nicht noch so alles genannt hast) hat keiner hier abgestritten.
     
  19. celia

    celia Newbie

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    Hallo!

    Also ich habe mehrere Praktika auf verschiedenen Stationen gemacht (Gyn., Woche und Kinderzimmer, Orthopädie, KMT) und ich durfte Betten machen, Puls, Blutdruck und Temp. kontrollieren und in die Kurve eintragen, nach Stuhlgang fragen und eintragen, nach Essen fragen, Essen austeilen, Thrombosestrümpfe an und ausziehen helfen, Windeln wechseln und füttern, baden und Konakion geben(KiZi), beim Abpumpen helfen, zum Röntgen bringen und abholen, Laborproben bringen und holen, Bettpfannengänge u.ä., auf die Glocke gehen, das durfte ich nach Anleitung alles alleine machen und ich denke es ist durchaus in Ordnung. Unter Aufsicht durfte ich kap. Blut entnehmen, Monitore anschließen und einstellen und das Phototherapiegerät bedienen. Gemeinsam mit einer Schwester habe ich Patieneten mobilisiert, zum OP gebracht und aus dem Aufwachraum abgeholt. Ich durfte bei allen kleinen und großen Eingriffen und Pflegemaßnahmen zuschauen (normale Geburt, Kaiserschnitt, Wundpflege, Infusionen legen, ven. Blutentnahme, Ultraschalluntersuchungen, Knochenmarkentnahme, Stammzellentransplantation, Infusionsvorereitung). Nachttische musste ich auch wischen und wenn nichts los war Wäsche legen, aber nicht oft une wenn dann war es zwischendurch ganz entspannend. Ich habe in den Praktikas sehr viel gelernt, Wichtig ist, dass man Interesse zeigt und fragt, oft ist es so, dass man dann auch von denen gefragt wird, ob man das oder das sehen will oder machen will. Ich hatte auch das Gück, dass ich immer motivierte Schwestern erwischt habe, die Spass daran hatten ihr Wissen weiterzugeben und mich nicht als Last oder Anhängsel gesehen haben, sondern mir ihren Beruf wirklich nahebringen wollten. Sie waren verantwortungsvoll, aber haben mich trotzdem realtiv viel machen lasse, viel gezeigt und viel erklärt. Das ist natürlich der Idealfall für ein Praktikum, aber es ist gut zu wissen, dass es das durchaus noch gibt (in Nürnberg :-))

    celia
     
  20. Elisabeth Dinse

    Elisabeth Dinse Poweruser

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    Wie beurteilt ein Praktikant die Werte ohne Fachwissen? Wie kann ein Praktikant beratend tätig werde bei der Essenabfrage ohne Wissen über Diätformen? Woher weiß ein Praktikant wann er ATS anziehen muss bzw. was einen ATS von einem Kompressionsstrumpf unterscheidet?

    Die Tätigkeiten können gut deligiert werden, keine Frage. Aber birgt das nicht die Gefahr unseren Beruf als einfach zu erlernend darzustellen? Tätigkeiten ohne Hintergrundwissen reichen aus?

    Was spricht gegen "Hotelserviceleistungen"? Ein Praktikant soll den Ablauf des Krankenhausbetriebes erkennen. Er soll nicht innerhalb von wenigen Tagen zur Pflegehilfskraft ausgebildet werden.


    Elisabeth

    PS Bei allem Delligieren von Tätigkeiten sollte Fachkraft nie vergessen, dass sie letztendlich die Verantwortung übernimmt. Erst wenn der Praktikant ohne zu fragen selbstständig arbeitet, ist er auch verantwortlich für seine Tätigkeiten.
     
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