Pflegekräfte lästern über Patienten?

:-?...Jetzt bin ich ein wenig durcheinander... Was hat'n nun der OP mit ner akuten Drogenintox oder nem hirnorganischen Psychosyndrom bei Z.n. Drogenabusus zu schaffen ?
Tut mir ja leid,daß ich wieder OT werde,aber ich bin nu mal neugierig und diese Aussage als Antwort auf joerg's Beitrag paßt nun so irgendwie garnich. Büdde Aufklärung please !
Der Patient hatte sich eine ICB zugezogen, die erstmal konservativ behandelt wurde, sprich abwarten und hochfrequente neurologische Einschätzung über etliche Tage. Hätteste ihn fixiert, hätte er zu hohe Blutdrücke gehabt (Gefahr der Nachblutung), hätteste ihn sediert, hätteste ihn nicht neurologisch einschätzen können. Im Zweifel hätte man ihn schnell im OP haben müssen. Er rannte ja nicht immer weg (sondern nur in unpassenden Momenten ;)), und Vitalwerte messen hat er fast immer toleriert, auch wenn er den Rest abgelehnt hat.
Dazu kam ein hirnorganisches Problem durch die Substanzen. Eine akute Intox lag nicht vor.
 
@Öse und FM - und auch noch OT
Dieser Patient darf nicht in die Psych, Gefahr von massivem Hirndruckanstieg, Einklemmung, ggfs. Notfall-OP (.............)
so jemand ist nix, gar nix für die Akutpsych.
Gibt's sowas nicht in den Welten der ZNA?
Chron. Abusus (...) mit entsprechenden hirnorganischen Veränderungen + Akut-überwachungssituation nach gravierendem traumatischen Ereignis
- sowas ist doch eigentlich in (fast jeder größeren) ZNA (an fast jedem Wochenende) zu finden?
O.k.- das HOPS/ akute Delir kommt meist - später.

Bin total schockiert.

Ausnahmsweise, es sei erlaubt,
mein Beileid für die hinlänglich bekannte Krux
Neurostatus vs. vernünftige Sedierung
mit den entspr. "Nebenwirkungen"
 
[OT der gesamte Beitrag]

Ich hab das ehrlicherweise als Herausforderung begriffen. Der Patient hat mir durch selbstständige Lagerung, und oft auch durchs Ablehnen von Maßnahmen :D, ja auch Arbeit abgenommen. Ist nicht so, dass ich nicht Überredungskunst versucht hab, aber beim Schreien ist dann für mich schluss.

Wie man sicher merkt bin ich ganz schön ein Kopfmensch, und hatte im Bereich EQ vor der Ausbildung eher nen Defizit. Mittlerweile hab ich das aufgearbeitet. Ganz ehrlich muss man sagen, ich manipuliere Patienten. Aber zu ihrem besten! Ein Patient der compliant ist und ne gute optimistische Stimmung hat, kommt besser raus, und macht mir perspektivisch weniger Arbeit. Ich benutze auch gut funktionierende Floskeln.

Und dann ist das für mich schon eine Art innerer Wettbewerb, ob ich Zugang zu so nem Patienten bekomme. Meinetwegen muss ich ihn dann ein bißchen mehr pflegen, weil er manche Sachen wieder zulässt :D, aber er rennt mir wenigstens nicht mehr weg, weil er mir dann z.B. auch mal zuhört, wenn ich ihm versuche zu erklären, warum das in manchen Situationen sehr anstrengend ist, und warum ich dann auch mal wesentlich autoritärer mit der Sprache agiere, und klare Anweisungen gebe, und nicht bitte oder erfrage.

Da hilfts natürlich ein Kerl zu sein. Damit bekommt man schon vieles geregelt, und da muss man den Patienten nicht einmal anfassen, und er legt sich freiwillig in sein Bett. Gerade alte Damen haben da ja noch so einen eingeimpften Respekt vor einem Herrn ^^.
Danach muss man sich halt mal nen Stuhl nehmen, und dem Patienten erklären, warum man das jetzt gemacht hat, und ihn nicht mit "Gewalt" ins Bett bugsiert.
 
... und jetzt beenden wir das OT bitte wieder... :-)
 
Danke F_M und amezaliwa,daß bei ner diagnostizierten ICB der OP in Rechweite sein sollte,is klar,ging leider so nicht aus dem Beitrag hervor.
 
Ich hab einfach was gegen Menschen die sich gehen lassen. Dick sein find ich wie gesagt nicht per se verwerflich, sondern wenn man dann sich nichtmal 15-20min sportlich am Tag bewegt. Wir sind ne Solidargemeinschaft im Gesundheitswesen, wir müssen das alle bezahlen. Ich finds halt unsoziales Verhalten.

Guten Tag,
Fleschor Max ohne jetzt all deine Beiträge in diesem Thema rauszusuchen folgendes:

mir fehlen gut 20 Jahre meines Lebens. Den genauen Zeitpunkt kann ich gar nicht bestimmen aber es began so Ende 20 Anfang 30 das ich mich irgendwie häufig krank fühlte.Erschöpft und müde wurde ich schnell und war irgendwie nicht wirklich belastbar.
Dieses erschöpft und müde steigerte sich über die Jahre immer weiter und ich dachte mir oft das ich anderen Menschen beim Leben zuschaue bzw. fragte ich mich wie schaffen die das alles nur ?
Es kamen nach und nach immer mehr Symptome dazu wie Hautjucken,Gelenkschmerzen,Schwellungen,Wasseransammlungen usw. das Leben bzw. aktiv zu sein wurde immer schwerer für mich.
War ich früher mal sehr aktiv erschöpften mich schon Spaziergänge und meiner Arbeit konnte ich schon lange nicht mehr nachgehen.

Obwohl immer mehr Symptome wurde die Ursache erst durch Zufall gefunden und das auch erst 10 min vor 12.

Aber weißt du was ich viel erlebt habe ?
Ärzte die sich keinerlei Mühe machten mir zu helfen und die es zwar nicht aussprachen aber zu verstehen gaben das meine Krankheit Faulheit heißt. Gehen sie mehr an die Luft bewegen sie sich usw.
Ja was meinst du wie gern ich das getan hätte ?
Arzthelferinnen die dumme Bemerkungen machten mich anschauten wie den letzten Mist usw.

Mir ist so viel verloren gegangen am Leben durch meine Erkrankung und anstatt Hilfe zu bekommen musste man sich noch ganz üble und gemeine Sachen anhören.
Kannst du dir vorstellen wie das ist wenn vergessen wurde das der Patient sich noch in der Umkleide befindet ?
(kurzfristig dachte ich damals an zwei Schachteln Rohypnol und ne Plastiktüte)

Ich habe früher zwischen 52-55kg gewogen war sportlich und aktiv und wurde Jahr um Jahr immer müder und immer dicker wiege aktuell 90 kg und nehme nun plötzlich nach meiner Behandlung ohne viel dafür zu tun stetig ab.

Mein unsoziales Verhalten meine Faulheit hatte plötzlich und durch Zufall einen Namen bekommen = CLL Typ B.
Nach Blutkonserven bekam ich wieder besser Luft und selbst nach meiner Chemo Fludarabin,Cyclophosphamid,Rituximab ging es mir nie besser. :daumen:

Labor bei Aufnahme:
Blutbild: Leukozyten 159.000/ul, Hb 8,4 g/dl, Thrombozyten 99.000/ul. Im Differentialblutbild
0% Stabkernige, 1,2% Segmentkernige, 0,1% Eosinophile, 0,5% Basophile, 95,9%
Lymphozyten und 1,9% Monozyten. Gumprechtsche Kernschatten.
Plasmachemie: außerhalb der Norm: LDH 275U/I, CK 147U/I, IgM 0,16 g/l, IgA g/l.
Immunfixationselektrophorese: monoklonales Paraprotein IgG/Typ Lambda.
Gerinnung: PTT 24,3 sec

Du Fleschor Max solltest evtl. mal in dich gehen.
Stell dich vor den Spiegel und denke mal nach über sich gehen lassen und unsoziales Verhalten und was du noch so an Boshaftigkeiten geschrieben hast.
Ich hätte gern mit dir getauscht und Sport und Freizeitfreuden gehabt mit dem Unterschied das ich nicht geraucht hätte. (eh du dich versiehst hängst du evtl. selbst an der Chemo).

es grüßt euch

Katrin

PS: Rechtschreibfehler könnt ihr behalten Chemo Brain :king:
 
Hallo Katrin, ich glaube nicht, dass Du Dich mit Fleschor_Max' Bemerkung angesprochen fühlen musst. Er meint etwas anderes.
 
@squaw, ja aber wer kann sich über einen anderen Menschen überhaupt solch ein Urteil erlauben ?
Meine Schwester ist sehr dick ohne körperlich erkrankt zu sein das war ihre Art von Schutzpanzer gegen sexuellen Missbrauch in der Kindheit.
Mit wenigen Blicken urteilt man über Menschen die weniger Glück im Leben hatten.

Ich wusste all die Jahre das etwas nicht stimmt mit mir das ich krank bin.
Behandelt worden bin ich als faule gelangweilte Hausfrau offensichtlich nicht ganz richtig im Oberstübchen.


es grüßt euch

Katrin
 
Meine Meinung zu diesem Fall, manchmal muß man auch in unserem Beruf Dampf ablassen können, aber bitte so, dass man vor Gericht gehen würde, wenn andere sowas über uns oder uns nahestehende Menschen sagen würden.
Wenn bei uns über einen Patienten gelästert wird und es mir zu blöd wird sage ich auch was, manchmal reicht ein "Thomas, bitte nicht weiter in dieser Art und Weise..." Wobei Thomas auch Sieglinde, Sandy oder Lutz heißen kann :trinken:. Meist hören die Lästerbacken dann auf. Hilft das nicht kommt auch oft der Satz:"Hast du es wirklich nötig, so über XYZ zu reden?"
Man kann seine Meinung auch klar deutlich unmißverständlich und politisch korrekt rüberbringen.
 
Manchmal nehme ich unsere Lästerbacken auch auf den Arm, als sich einer unserer Ärzte über eine sehr adipöse Patientin auslies habe ich ihm gesagt, die arme Frau versucht schon seit ewigen Zeiten bei den Weight Watchers reinzukommen, aber die hätten leider Aufnahmestopp, der hat das echt geglaubt....
 
Doch genau das ist das Thema. Patienten die die Behandlung erst brauchen, weil sie sich gehen ließen.
3/4 der Kohle im Gesundheitswesen geht für Herz-Kreislauferkrankungen drauf, da müssten die Leute nichtmal abnehmen, nee, sie müssten sich bloß regelmäßig bewegen.

Wie oft erlebt man Patienten denen man sagt: mit Sport können sie einen leichten und mittleren Diabetes heilen, und die dir antworten: da spritz ich mir eben mehr Insulin.

Natürlich sind 5% vllt. auch 10% ohne eigenes Verschulden dick geworden, ansonsten seh ich das als gehenlassen auf Kosten von uns allen die Krankenkassenbeiträge zahlen, und auf Kosten der Patienten, die keine optimale Versorgung bei nicht-selbstverschuldeten Krankheiten haben.

Ich hab genetisch auch ne Veranlagung zur Wampe, und war aufm Weg. Ich hätte ich nicht vor paar Jahren mal 15kg in nem halben Jahr abgenommen (mehr Muskelmasse/Grundumsatz antrainiert, Ernährung so gelassen wie vorher, die war schon ok), hätte ich jetzt nicht nur die 15kg drauf, sondern nochmal 15kg mehr. Das war damals für mich klar absehbar, und kann ich an männlicher Verwandtschaft beobachten. Und wenn ich irgendwann aufhöre aufzupassen, und die Wampe einfach wachsen lassen, ja dann dürft ihr auch über mich lästern. Ganz ehrlich, ein bißchen Selbstachtung, und Rücksichtnahme auf andere Menschen musst doch drin sein. Ich kann doch nicht andere Leute munter für meine Faulheit bezahlen und arbeiten lassen.
Deutschland ist das Land mit den meisten Adipösen in Europa, wollt ihr das alles mit Stoffwechsel und Depressionen erklären?

Ich bin der Meinung, wenn jemand adipös ist, sollte er erstmal mehr Krankenkassenbeiträge zahlen, und die erst zurückbekommen, wenn er Bemühungen nachweist. Er muss nicht den Erfolg nachweisen, aber schon nachweisen, dass er sich regelmäßig bewegt z.B.. Diesen Nachweis kann er natürlich unterlassen, dann muss er aber halt mehr zahlen, oder auf eigene Faust abnehmen.

Da kommt halt Frust auf, wenn du siehst wie die LEute die dir deine Kohle klauen (eigene Krankenkassenbeiträge), und noch Ressourcen während der Arbeit, die du eigentlich für unverschuldete Fälle verwenden könntest.

Wenn ich den Orthopäden zuhöre, die dir sagen: "Neues Gelenk einbauen oder x-kg abnehmen, wirkt beides gleich gut gegen Schmerzen, aber das sagen wir den PAtienten nicht, weil sie dann empört abdampfen und sich das Gelenk im nächsten Haus einbauen lassen", dann regt mich das schon auf.
An Adipösen macht sich der Frust fest, weil sie das beste Beispiel sind, wie man sich massiv schädigen kann, und andere Menschen, Beitragszahler,Patienten, mitschädigt.

Was ist mit Leuten die zu dünn sind? Die haben für bestimmte Erkrankungen auch ein höheres Risiko. Sollen die auch mehr bezahlen? Müssten dann auch Magersüchtige und Bulimiker mehr zahlen. Und was ist mit Leuten die aufgrund von Binge eating zu dick sind?
Ist jemand also an seinem Über-/Untergewicht selbst schuld weil er an Magersucht/Bulimie/Binge eating leidet?
Nein wird jeder schreien. Aber wer sagt wo die Grenze ist?

Es ist nicht ganz so einfach, wie es manchmal dargestellt wird...


Tante Edit sagt: Nicht gesehn dass der Fred schon so alt ist..
 
..., dass wir eins der teuersten Gesundheitssysteme der Welt haben, und nur ne mittelmäßige Volksgesundheit. ...
Die Ursachen dürften kaum bei der Klientel liegen, die du da vor Augen hast. Unser Gesundheitssystem honoriert die Leistung nicht das Ergebnis.

Praktisches Beispiel für ein anderes sysremevidentes Problem. Eine Pat. kommt auf unsere Gyn mit einer Endometriose. Sie ist noch sehr jung. Trotzdem ist das Ausmaß erschreckend. In der OP wird eine größere Zyste entfernt und die Herde so weit wie möglich verödet. Entlassen wird sie mit einem Mittel, dass eine künstliche Menopause einleitet. Bei der Folge-OP versucht man die letzten verbliebenen Herde zu entfernen. Entlassung mit dem Hinweis eine bestimmte Pille zu nehmen.
Die Pat. studiert und verfügt nur über ein begrenztes Budget. Die Pille wird auf Dauer zu teuer- die Kasse weigert sich die Kosten zu übernehmen. Und so wird immer wieder längere Zeit darauf verzichtet mit entsprechenden Folgen.
Für die Kasse würde es 100 Euro pro Halbjahr bedeuten. Die spart man lieber um dann ordentlich auszugeben für z.B. immer wieder nötig werdende große Behandlung. Der bei einer jungen Frau noch bestehende Kinderwunsch dürfte dann nochmal ordentlich zu Buche schlagen.

Und so ließen sich sicher viele Beispiel finden, in denen kurzfristig Geld gespart wird- man langfristig aber immense Ausgaben hat. Wenn wir bei den Adipösen bleiben- hier hilft der Tipp mit der Diät eben nicht. Es hat Gründe, warum sich viele ein "dickes Fell" zulegen. Aber auch diese Probleme kosten in der Therapie. Da wartet man lieber, bis es richtig teuer wird.

Elisabeth
 
Ich mache gerade ein Praktikum und erlebe das echt andauernd. Weiß oft gar nicht recht, wie ich mich da verhalten soll, wenn gerade wieder hergezogen wird.
Ich habe schon einmal ein Praktikum wo anders gemacht, und dort war das überhaupt nicht so schlimm. Denke, das ist nicht unbedingt überall so :)
 

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