MRSA-Screening beim Pflegepersonal

Kara_1

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Krankenschwester und Hygienebeauftragte
Akt. Einsatzbereich
Angestellte Personaldienstleister
Guten Morgen!
Hat jemand von euch Erfahrung mit Mrsa Screenings
bei Pflegepersonal :nurse:?
Wir haben sanierungsresistente Patienten und möchten dem Personal jährliche Screenings anbieten.
Gibt es dazu Erfahrungen :streit:??
Abstände zwischen den Tests?
Wer kennt Infoseiten zu der niederländischen Vorgehensweise??
Danke euch....:lol::lol:
 
Deine gewünschten Info's findest beim RKI oder aber auch in unserem Info-Thread.http://www.krankenschwester.de/foru...iten/12190-mrsa-orsa-informationen-links.html

Eine Studie der Uni Greifswald vor einigen Jahren hat übrigens festgestellt, dass ausser Kosten kein Benefit bei regelmässigem Screening des Personals entsteht, müsste auch auf den Infoseiten wo mit bei sein.

Was erwartest du von einem solchen Screening?

In den Niederlanden werden die Patienten gescreent und bis zum Beweis des Gegenteils isoliert.
 
Meiner Info nach wird in den Niederlanden auch das Personal gescreent!?!
Welchen Sinn sollte es haben Patienten zu screenen und das Personal nicht?
Aber danke! Ich werde mir die Studie mal ansehen...:)
Ausserdem erwarte ich natürlich eine Unterbrechung in der Infektionskette zu erreichen.
Wenn man nicht testet,weiss man nicht woher die doch vermehrt überall auftretenden Erreger kommen...Bei uns testet nun das erste Krankenhaus die Patienten bei Eintreffen auf MRSA und hat festgestellt ,das bereits ein hoher Prozentsatz der Patienten bereits mit MRSA Erregern ankommt.
Dagegen muss doch mal etwas getan werden.
 
So ,habe bei der Uni Greifswald mal auf der Internetseite nachgelesen...nachdem die massiv auf MRSA positive Patienten gestoßen sind ( sie haben vor einigen Jahren angefangen Patienten beim eintreffen zu screenen!) Screenen die ihr Personal auch.Ob routinemäßig oder nur bei MRSA Kontakt kann man leider nicht sehen...
 
Laut SAA screenen die MA nach Kontakt:

http://www.medizin.uni-greifswald.de/studmed/pdfdateien/anlage_6_mrsa.pdf ab S.9

http://www.gdi-mv.de/_downloads/hering_kramer.pdf ab S.27

MRSA-Projekte: Kampf gegen den Keim - MRSA - FOCUS Online - Nachrichten

Antrag
der Abgeordneten Dr. Harald Terpe, Fritz Kuhn, Birgitt Bender, Maria Klein- Schmeink, Elisabeth Scharfenberg, Friedrich Ostendorff, Kerstin Andreae, Kai Gehring, Katrin Göring-Eckardt, Winfried Hermann, Sven-Christian Kindler, Sylvia Kotting-Uhl, Markus Kurth, Beate Müller-Gemmeke, Dr. Wolfgang Strengmann-Kuhn, Daniela Wagner und der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
Prävention von Krankenhausinfektionen verbessern

...
Das regelmäßige Screening von Klinik- personal, das MRSA-Patienten betreut, ist ebenfalls sinnvoll, wird aber bislang nur in 23 Prozent der Kliniken durchgeführt (Deutsches Ärzteblatt vom 4. Fe- bruar 2011)
http://dipbt.bundestag.de/dip21/btd/17/052/1705203.pdf S.5

Elisabeth
 
DANKE!!!! Super Info! Werde ich mir sofort mal genau durchlesen :)
Sowas meinte ich....


Oh! Vielen Dank nochmals,ich wiederhole mich...;-)
Aber die Infos auf den Seiten sind hoch interessant!!!
Sollte sich jeder mal durch lesen!
 
Die kenne ich.:)
Diese Veröffentlichung des RKI ist von 1999 (Neuerungenhabe ich nicht gefunden),seitdem hat sich viel getan. Ich finde die Empfehlungen in der heutigen Zeit und unter den heutigen Umständen viel zu niedrig angesetzt .
2008 kam nur hinzu :
"Je nach epidemiologischer Situation, lokalen Gegebenheiten
und definierten Risikobereichen kann eine Ausdehnung
des Screenings bei stationären Patienten auf weitere
Personengruppen sinnvoll bzw. erforderlich sein. Dies

ergibt sich z. B. aus regional durchgeführten Prävalenzuntersuchungen."

Und was ist mit der ganzen Pflege ums Krankenhaus herum? Muss ich in der ambulanten Pflege so viel weniger auf die Verbreitung von MRSA geben ,als im Krankenhaus? Auch dort kann der Erreger weiter verbreitet werden.Natürlich sind die Massnahmen runter zu brechen auf die häusliche Umgebung,aber man darf auch da MRSA nicht vernachlässigen.
Da finde ich den Umgang in Greifswald viel besser.:nurse:
Klartext reden - Handeln überlegen - Massnahmen ergreifen.
Und nicht nur reden...:streit:
 
So ziemlich jeder Mensch ist einmal oder auch mehrmals in seinem Leben kolonisiert - sagen die Experten, aber diese Kolonisation geht auch ganz von alleine wieder weg, ohne dass etwas getan wird.

Liegt auch vielleicht daran, dass der MRSA auch im Schweine- und Geflügelfleisch zu finden ist, auch Katzen sind nicht sicher davor.

Was habe ich von einem Screening, wenn ich keinen Ausbruch auf einer Station habe?

Wir sollten auch unterscheiden zwischen Kolonisation, Kontamination und Infektion.

Hier auch noch etwas zum Lesen: http://www.krankenschwester.de/foru...ad-mrsa-orsa-pflege-praktische-umsetzung.html

Nicht geänderte Richtlinien bedeuten nicht, dass sie nicht mehr gültig sind, warum wurden diese bisher nicht geändert - hast du eine Idee dazu?
 
Ja,ich habe ein Idee.Ich weiss von einer Ärztin,die in mehreren dieser Arbeitsgruppen sitzt,das die (meist) Herren sind untereinander nicht einig sind.Es gibt in Deutschland 2 bekannte Vertreter ,die den Umgang mit MRSA beeinflussen.Einer ist ganz rigeros und will gegen den Keim in großem Stil vorgehen, der andere hält davon nix.
Deswegen denke ich da wird sich auch in Zukunft erst mal wenig tun,leider...
 
...Es gibt in Deutschland 2 bekannte Vertreter ,die den Umgang mit MRSA beeinflussen.Einer ist ganz rigeros und will gegen den Keim in großem Stil vorgehen, der andere hält davon nix. ...

Die da wären?

Elisabeth
 
Leider kam das nur im Rahmen einer Fortbildungsveranstaltung zur Sprache,als wir nach den Gründen fragten, warum sich in dieser Richtung ( Schaffung von neuen Empfehlungen/Richtlinien) nichts tut. Sie hat die Namen nicht erwähnt.Sie hat nur gesagt 2 bekannte Professoren sind völlig verschiedener Meinung über den Umgang mit MRSA.Genauso sei es in fast allen Komissionen mit dem Thema, es gäbe einfach viele verschiedene Ansätze und deshalb kaum Ergebnisse.Keiner kann sich da auf neue, eventuell Kosten verursachende (!!) Massnahmen einigen.
 
Eine davon ist Frau Prof. Kappstein - sie vertritt die Meinung, dass ausreichende Händehygiene und Schürzen ausreichen, sofern das Personal sehr gut geschult ist.

Da die Infektionen extrem häufig über die Hände übertragen werden, ist da sicher etwas dran.
Desweiteren ist Hygiene das was am schnellsten eingespart wird, wenn wenig Personal vorhanden ist. Dazu noch der Schmuck, Gelnägel und lange Ärmel...
 
Warum muss ich eine Schürze anziehen die nur Teile meiner Bekleidung bedecken? Und was ist ausreichende Händehygiene?

Gibt es Studien von Fr. Kappstein die ihre Aussage belegen?

Elisabeth
 
Wenn du Interesse daran hast: Frag nach bei google - ich habe nichts in elektronischer Form vorliegen.
Da Frau Kappstein aber auch auf Kongressen spricht, könntest du sicher etwas im Netz finden.

Ausreichende Händehygiene muss ich dir wohl nicht erklären - hierzu: Aktion Saubere Hände mal lesen.
Ich hätte auch korrekte Händehygiene schreiben können, das stimmt.
 
Frau Kappstein führt sich selber an der Nase rum: wie Narde schreibt ist die Standardhygiene laut Frau Kappstein ausreichend. Gleichzeitig ist stehender Konsens der Fachleute, dass es genau an dieser happert.
Eine regelmäßige Untersuchung des Personals macht keinen Sinn, ausser man hat das Geld um es zum Fenster rauszuwerfen! Wie der Fragesteller schreibt wurde auch von diesem festgestellt, dass die meisten MRSA-Besiedlungen/_infektionen mitgebracht wurden. Also - und auch da sind sich die meisten seriösen Fachleute einig, macht ein Screening des Personals nur in einer Ausbruchsituation Sinn (erkennen von Infektionsketten).

Ansonsten muss man auch die weiteren Konsequenzen festzulegen bereit sein (Freistellung von positivem Personal für die Zeit der Sanierung, Festlegung vom Umgang mit chronisch Kolonisierten/Infizierten ..... usw. .... etc.)!!!

Und nicht vergessen, häufig sind heute positiv festgestellte morgen oder übermorgen negativ, - weil einfach beim Gesunden der Selektionsdruck durch Antibiotikagaben fehlt.....

Matras
 
Die grundlegende Hygiene in Deutschlands Gesundheitswesen steht sowieso schon sehr lange in der Kritik der Öffentlichkeit.

Erst gestern Abend gelesen in der Abendzeitung : " Hygiene- Mängel: OP- Säle gesperrt."

Mal abgesehen von den ganzen Hygiene- Skandalen, die an die Öffentlichkeit geraten sind.

Auch Prof. Mang, mein Nachbar, steht nun vor einem Skandal oder vor den Trümmern seiner Existenz bzw. seines Rufes.

MRSA - Screening beim Pflegepersonal :

Das wird schon seit 2005 mindestens durchgeführt und zwar nach dem positivem Schnelltest.
 
Da ich mir in letzter Zeit immer wieder Gedanken zu diesem Thema gemacht habe, krame ich das nun mal eben aus der Mottenkiste.
Ich habe beim RKI nachgelesen, was es aktuell dazu gibt.
Dennoch bleibt meine Frage:

Wenn ich das Personal nicht ab und zu auf MRSA screene, die Patienten aber ständig (und natürlich hat man auf Station doch andauernd MRSA Fälle liegen), setze ich das Personal denn nicht unnötig Gefahren aus?

Ich meine hier ganz pragmatisch:
Wenn man als klinisches Personal sich beispielsweise selbst einer OP unterziehen muss, sollte man da seinen Status bezüglich MRSA nicht auch kennen???

Ich wäre über ernstgemeinte Denkanstöße dankbar.
 
Ich meine hier ganz pragmatisch:
Wenn man als klinisches Personal sich beispielsweise selbst einer OP unterziehen muss, sollte man da seinen Status bezüglich MRSA nicht auch kennen???

Ich wäre über ernstgemeinte Denkanstöße dankbar.
Klar. Bevor du dann tatsächlich im OP aufgeschnitten wirst, bist du bereits zum Patient geworden ... was bedeutet ... ;)
 
Was bedeutet, dass man eingangs einen MRSA Test mit mir macht, ich dann 3 Tage später, wenn ich bereits längst operiert bin, das vermutlich positive Resultat bekomme, ich dann eventuell schon Wundheilungsstörungen habe und hektisch eine Oxacillin-Austestung erfolgt.
 

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