Ministerin Schröder tritt ins Fettnäpfchen

hallo

ich habe mal von einem Doc erzählt bekommen, der jedes Jahr ca. 3 Monate in Norwegen arbeitet als Anaesthesist....

die sind dort viel relaxter, auch mal Mut zur Lücke, ein Oberarzt überwacht auch schon mal 3 OP Sääle und die Assistenten dürfen operieren

die Patienten kommen mehr wirklich nur mit Notfällen nicht mit tralalalal......

das anspruchsdenken der Patienten ist auch bei weitem nicht so wie hier...

es wäre ein viel entspannteres arbeiten als in BRD und wenn die Familie mitkommen würde wäre er längst umgezogen.....

man würde halt alles nicht so kompliziert sehen wie hier......

auch Pleiten Pech und Pannen würden nicht so wahnsinnig durchdiskutiert, denn letztendlich hilft das auch nicht weiter......

ich denke bei uns in der Pflege fängt es schon damit an, das die meisten Leute schon ein Problem mit der anderen Schicht, mit den Kollegen oder der nachtschicht haben

es ist viel zu viel klein klein....

solange ich es toll finde in einem Altenheim morgens im absoluten Schnelldurchlauf 3 Leute von meiner Tour geduscht zu haben und über Kollegen mecker die nur einen Bewohner duschen, habe ich keinen Blick für`s Ganze

und solange ich im Krankenhaus mir Gedanken mache was die vorige Schicht vergessen hat, wie soll ich mich da verbünden......

nur gemeinsam ist etwas machbar.....

wenn ich so an Gespräche mit anderen Berufsgruppen denke, ist da nicht vorrangig die Fehlersuche beim Vorgänger......

viele Grüsse
Bully
 
Auch in Dänemark muss wirtschaftlich gedacht werden. Kannst du Zahlen beibringen, wie die Personalstruktur gestaltet ist? Mich interessiert auch die Art und die Kosten der Versorgung von Pflegebedürftigen.

Was ist deiner Meinung nach "chichi" in der Pflege?

Elisabeth

Die Gesundheitswesen in Daenemark und in Deutschland sind nicht so einfach vergleichbar. das Pflegepersonal hat in Daenemark einen anderen Aufgabenbereich. Es gibt in Daenemark pro Buerger weitaus w e n i g er Intensivbetten. Es gibt weitaus weniger Aertzte. Wenn du dir den Kopf stoesst und deine Platzwunde genaeht werden soll, macht das gerne mal die Kankenschwester. Bei den Aerzten arbeiten Krankenschwestern, die entscheiden, ob du zum Arzt musst, oder ob eine andere Behandlung notwendig ist. Der Daene geht pro Jahr dreimal zum Arzt, der Deutsche, ich glaube 18 x.

Ich bin gerade am untersuchen, wie sich die Gesamtkosten aufschliessen.
Die Quellen sind ein bisschen sonderbar. Die pro Kopf- Ausgaben fuer das Gesundheitswesen waren nach OECD 2008 in Deutschland 10,5 %, also 3737 Dollar. In Daenemark 9,7 Prozent, also 3540 Dollar. Bitte mit Vorsicht geniessen.
Mit chichi meine ich, dass du, wenn du eine Erkaeltung hast und deshalb beim Arzt anrufst, die Antwort kommt: Meld dich krank, und wenns zu schlimm wird, nimm ne Paracetamol. Bei Atemot oder so, ruf wieder an.
 
Die dänische Kollegin macht also alles:
Pflegeanamnese, Pflegeplanung, Pflegeevaluation, Schulung, Beratung, Anleitung, Unterstützung)
jede Pflegemaßnahmen selbst durchführen ungeachtet der Pflegeabhängigkeit
jede anfallende administrative Tätigkeiten, Akten ordnen, putzen, Botengänge, Telefondienste usw.
Und natürlich net zu vergesssen: die eigenständige Übernahme von einfachen ärztl. Tätigkeiten inklusive Triage.

Wow- und das ganze gibts sogar noch billiger.

Also entweder beherrschen die dänischen Kollegen die Zellteilung im Dienst oder sie arbeiten in einer so straffen Organisation, dass sie im Dienst sogar das Luft holen vermeiden um all die Aufgaben in einer entsprechenden Qualität zu erbringen.

Wenn man Pflege vergleicht, dann sollte man auch klar stellen, welche Pflegetätigkeiten von den Kollegen, wo auch immer auf der Welt, abgegeben wurden um sich den primären Aufgaben der Pflege zuwenden und darüber hinaus auch noch ärztl Tätigkeiten leisten zu können.

Elisabeth
 
Hallo bisauf,

Viele unserer Nachbarländer geben für die Pflege das zwei- und dreifache aus.

http://www.wip-pkv.de/uploads/tx_npp...ernational.pdf

Anscheinend stellt es für die dortigen Bevölkerungen kein Problem dar. Bei uns aber wird Panik gemacht, vom drohenden Krieg der Generationen gemunkelt usw. Woran könnte das wohl liegen? Wer hat daran Interesse?
Dänemark gibt 1,7 % des BIP für die Pflege aus, Deutschland nur 1%.
In Norwegen sind es 2,2% in Schwesen 3,5%!! Das erklärt wohl ausreichend die unterschiedlichen Arbeitsbedingungen.

Der Punkt ist also folgender: wir geben zwar genau so vile oder noch mehr für das Gesundheitswesen aus, aber bei der Pflege bleibt dann etwa nur die Hälfte hängen. Es geht also um Umverteilung. Geld steckt genug im System.

@ Elisabeth: genau dieselbe Diskussion hatten wir vor ein paar Monaten. Interessiert dich der Zusammenhang nicht oder willst du es einfach nicht hören? Es gibt hier also nichts billiger.
 
So gut kenne ich das dänische (und schwedische) Gesundheitswesen nicht, aber bei einigen Aufenthalten in diesen Ländern konnte ich feststellen, dass schlicht mehr Pflegepersonal weniger Patienten versorgt. Dafür ist die "Vergabe" spezieller medizinischer Leistungen stark kontrolliert.
Spezielle medizinische Einrichtungen sind zentralisiert, so dass Patienten (und deren Angehörige) längere Wege in Kauf nehmen müssen (das können in Schweden schon mal 1000 km sein bis zur nächsten Entbindungsklinik).

In Deutschland wollen viele im Krankheitsfall "alles, was möglich ist" und nicht nur, was wirklich sinnvoll ist: Der Arzt wird gewechselt, wenn er nicht alles wunschgemäß verordnet. Schließlich hat man ja Beiträge gezahlt, deshalb stehe einem das zu (und der Nachbarin hat es ja auch geholfen).

Viel Geld wird in aufwändige Diagnostik gesteckt, in teure Therapeutika, von denen einige eher experimentellen Charakter haben oder nur deshalb durchgeführt werden, "um etwas zu tun", oder damit die behandelnde Klinik ihre Quote erfüllt. Beispiel: die vielen unnötigen Herzkatheter-Untersuchungen.

Eine (!) Bestrahlung bestimmter Tumore in der neuen hochspezialisierten Heidelberger Anlage kostet 15 000-20 000 € (wobei ich die Wirksamkeit dieser Behandlung nicht in Frage stelle). Ein Blick in die Rote Liste auf die Preise für Zytostatika: Da ist doch ganz klar, dass die Kassenbeiträge nicht reichen.

Man stelle sich die Finanzlage als "Kuchen" vor: Wer bekommt das größte Stück? Was bleibt für die anderen? Wenn das Stück für teure Medizin (Verfahren, Geräte, Medikamente) sehr groß ausfällt, bleibt eben nicht mehr viel für die "ordinäre" Pflege, die ja sowieso jeder durchführen kann. Da wird mit mächtiger Gerätetechnik teuer Leben gerettet und verlängert, wenn sich die Geretteten aber nicht mehr komplett erholen und zum Pflegefall werden, müssen sie (bzw. deren Angehörige) um jeden Cent kämpfen.

Die Gesellschaft muss sich entscheiden: Möchte sie die bestmögliche Medizin für einen kleinen Teil der Bevölkerung finanzieren? Oder eine Grundversorgung aller sicherstellen? Mein Eindruck ist, dass schon entschieden wurde, denn aus vielen Beiträgen hier im Forum lässt sich ablesen, dass am schwächeren Ende gespart wird (z.B. in der ambulanten Pflege). Von Krankenkassenmitarbeitern weiß ich, dass viele Anträge auf Erstattung im ersten Durchgang ohne Hinsehen abgelehnt werden. Damit hat man schon einen Teil gespart, denn viele nehmen so einen Bescheid ohne Widerspruch hin.
 
Die dänische Kollegin macht also alles:
Pflegeanamnese, Pflegeplanung, Pflegeevaluation, Schulung, Beratung, Anleitung, Unterstützung)
jede Pflegemaßnahmen selbst durchführen ungeachtet der Pflegeabhängigkeit
jede anfallende administrative Tätigkeiten, Akten ordnen, putzen, Botengänge, Telefondienste usw.
Und natürlich net zu vergesssen: die eigenständige Übernahme von einfachen ärztl. Tätigkeiten inklusive Triage.

Wow- und das ganze gibts sogar noch billiger.

Also entweder beherrschen die dänischen Kollegen die Zellteilung im Dienst oder sie arbeiten in einer so straffen Organisation, dass sie im Dienst sogar das Luft holen vermeiden um all die Aufgaben in einer entsprechenden Qualität zu erbringen.

Wenn man Pflege vergleicht, dann sollte man auch klar stellen, welche Pflegetätigkeiten von den Kollegen, wo auch immer auf der Welt, abgegeben wurden um sich den primären Aufgaben der Pflege zuwenden und darüber hinaus auch noch ärztl Tätigkeiten leisten zu können.

Elisabeth

Hallo Kollegen,

Hier in Daenemark ist gerade ein Buch von einer Krankenschwester –Thyra Frank- herausgekommen, die ein Pflegeheim (Lotte på Frederiksberg) leitet. Sie hat die Kultur in den Pflegeheimen in Daenemark ziemlich veraendert. Nachdem sie 1988 die Leitung des Pflegeheims uebernommen hatte war sie wohl schockiert. Und dann hat sie einen Lernprozess in Gang gebracht: Das Personal gelobte sich gegenseitig, ein Pflegeheim zu schaffen, wo sie ihre Eltern gerne haben wollten und in das sie selbst im Alter gehen wollten. Und das haben sie dann einfach gemacht. Sie haben eine Pflegeheimskultur geschafft, wo die Alten: ”må spise, drikke ryge og elske sig ihjel”- schlecht zu uebersetzen: Ein Heim in dem sich die Alten sich zu Tode essen, trinken, rauchen und freuen koennen. Sie hat eine gute eigene Kueche eingebaut. Da koennen die alten Menschen sich jederzeit was zu essen oder etwa eine Flasche Rotwein holen. Schlaftabletten wurden abgeschafft. ”Falls ein oder zwei Glaeser Bailey das nicht schaffen, so hilft das muntere Zusammensein bis zuletzt. Zwischen 2 und vier Uhr am Morgen fallen sie dann zufrieden um und schlafen!”
”Heller promiller end piller!” Lieber Promille als Pille! Interessant sind die Thesen, die Thyra Frank hat: Die Diskussion sollte sich nicht nur auf das ”wieviel” beschraenken, sondern es sollte auch das ”wie” mit einschliessen.

YouTube - Plejehjemmet LOTTE Del 1.

Leider auf daenisch, vielleicht kann man ein bisschen das Ambiente erkennen. Das Heim hat einen Zuschuss fuer die Kueche bekommen. Ansonsten kostet es nicht mehr als andere. die Heimleiterin meint auf die Frage, wo gespart wird: Die EDV, die Verwaltung.
Im uebrigen habe ich heute waehrend meiner teuren Abeitszeit eine Stunde- geputzt.
 
Die dänische Kollegin macht also alles:
Pflegeanamnese, Pflegeplanung, Pflegeevaluation, Schulung, Beratung, Anleitung, Unterstützung)
jede Pflegemaßnahmen selbst durchführen ungeachtet der Pflegeabhängigkeit
jede anfallende administrative Tätigkeiten, Akten ordnen, putzen, Botengänge, Telefondienste usw.
Und natürlich net zu vergesssen: die eigenständige Übernahme von einfachen ärztl. Tätigkeiten inklusive Triage.

Wow- und das ganze gibts sogar noch billiger.

Also entweder beherrschen die dänischen Kollegen die Zellteilung im Dienst oder sie arbeiten in einer so straffen Organisation, dass sie im Dienst sogar das Luft holen vermeiden um all die Aufgaben in einer entsprechenden Qualität zu erbringen.

Wenn man Pflege vergleicht, dann sollte man auch klar stellen, welche Pflegetätigkeiten von den Kollegen, wo auch immer auf der Welt, abgegeben wurden um sich den primären Aufgaben der Pflege zuwenden und darüber hinaus auch noch ärztl Tätigkeiten leisten zu können.

Elisabeth

welche primaren Aufgaben der Pflege?
 
@ Thorstein- werden da net Äpfle mit Birnen verglichen?
Zu beachten ist die abweichende Abgrenzung der Pflegeausgaben von anderen Ausgabenberei-chen (vor allem der Krankheitsausgaben).
http://www.wip-pkv.de/uploads/tx_nppresscenter/Pflege_international.pdf S.46.

OECD Health Data 2010 :
http://www.irdes.fr/EcoSante/DownLoad/OECDHealthData_FrequentlyRequestedData.xls

http://www.irdes.fr/EcoSante/DownLoad/OECDHealthData_FrequentlyRequestedData.xls

Usw.

Elisabeth

Habe mir die Daten mal angeschaut. Natuerlich ist die wip-pkv die Lobbyrganisation der Privatersicherer. Deshalb mit Vorsicht zu geniessen.
Ansonsten bestaetigen die OECD- Daten doch im wesentlichen, was hier zu den Unerschieden gesagt wurde. Oder habe ich da was nicht verstanden?
 
Es gibt da diese Studie: http://www.igsf.de/Band104-lang.pdf

Die hat zwar nix mit Pflege zu tun, sondern mit der Leistung des Gesundheitssystems - und da stehen wir so schlecht nicht da. Im Ergebnis kann man sich also fragen: Wenn ich das Geld nun zugunsten der Pflege umverteile...wird die Patientenversorgung (und Zufriedenheit) dadurch besser? Oder schlechter?

DS
 
Es gibt da diese Studie: http://www.igsf.de/Band104-lang.pdf

Die hat zwar nix mit Pflege zu tun, sondern mit der Leistung des Gesundheitssystems - und da stehen wir so schlecht nicht da. Im Ergebnis kann man sich also fragen: Wenn ich das Geld nun zugunsten der Pflege umverteile...wird die Patientenversorgung (und Zufriedenheit) dadurch besser? Oder schlechter?

DS

Hallo,
Du hast da die Pressemitteilung ueber eine Studie angebracht und nicht die Studie selber. Und in der Pressemitteilung steht eigentlich nur die These, das je umfassender die Versorgung (pro Euro) ist, umso effizienter ist das Gesundheitswesen. Und da steht Italien an der ersten Stelle. Ich glaube nicht, dass Italien das beste Gesundheitswesen hat. Die pro Kopf Ausgaben stammen aus dem Jahr 2001. Koennte sich doch was geaendert haben in den letzten Zehn Jahren, oder?
Ausserdem fehlt mir ziemlich die Datenbasis. Unter den Tabellen steht immer: ”eigene Berechnungen” . Du kennst sicher den Spruch: In god we trust, all others bring data. Es wird ein Zusammenhang von kurzen Wartezeiten und Patientenzufriedenheit p o s t u l i e r t.
Deutschland hat eine grosse Menge an Aerzten wird dort geschrieben und ist deswegen effizient. Ich wuerde genau das Gegenteil behaupten. In Deutschland sei die Verweildauer im Krankenhaus 6,7 Tage und in Daenemark 3,6 Tage. Und deshalb sind deutsche Krankenhaeuser effizient! Haeh? Wenn Deutschland 6,2 Betten pro Tausend braucht und Schweden 2. Wer ist da effizienter?
Hast Du vielleicht noch eine andere Quelle, die Deine These untermauern?

Viele Gruesse aus Daenemark! Sauwetter hier!
 
Arrrggh...nein, keine Debatte über Studien...ich will hier auch gar nicht behaupten, dass man nicht alles so hinrechnen kann, wie man will...

Und sei froh, dass es bloß die Pressemitteilung iss! :)

Aber insgesamt betrachtet:

- mit die kürzeste Wartezeiten
- die geringste Zuzahlung
- hohe KH-Dichte
- viel Möglichkeit bei der Arztwahl

Aber die entscheidende Farge ist ja: Unterstellt, es gibt nicht mehr Geld - wie lässt es sich anders verteilen (zur Pflege) und dabei nirgends Abstriche?
Also kann die Pflege überhaupt mehr Geld fordern?
Gut, Pharmaindustrie, die lässt sich schröpfen.
Aber sonst?

Und ich hab gar keine These - bloß die Anregung eines anderern Blickwinkels. Oder auch nur Gedankens.

DS
 
Die OECD-Daten sagen eindeutig aus, dass im deutschen Gesundheitswesen durchaus genug Geld vorhanden ist.

Und ich gehe da mit Student konform: ais der Pharam lässt sich vielleicht nach was abzweigen... obwohl: ich muss schon heute darum kämpfen, dass ich meine Antiepileptika als Originalpräparat und net als Generika bekomme. Bei den restlichen Medis ändert sich alle halbe Jahre der Anbieter. Ist auch net unbedingt vertrauenserweckend, wenn man weiß, dass es net nur um den Wirkstoff alleine geht sondern eben auch um die Hilfsstoffe.

Nehmen wir mal an, dass Gesundheitswesen soll komplett umgebaut werden. Es sollen keine zusätzlichen Einnahmequellen erschlossen werden. Wie soll der Umbau dann konkret gestaltet werden?
Wie macht man dem Bürger klar,
- dass er zukünftig länger auf eine OP warten muss bzw. sie gar net erst bekommt,
- dass er mehr zuzahlen muss (war ja schon im Gespräch: pro Arztbesuch 10€),
- ass die kleinen Krankenhäuser bzw. einzelne Stationen geschlossen werden bei gleichzeitiger Verkürzung der Liegedauer in den anderen KH,
- dass die Reduzierung der Kassenärzte eine längere Wartezeit beim Hausarzt mit sich bringen wird
- ... usw.

Wer jung, gesund und mitten im Lbenen stehend ist, dem mag die Antwort mehr als leicht fallen. Wer älter ist, wer schon mal auf der anderen Seite war als Pat., wer ev. auf dieser Seite bleiben wird - für den ist die Antwort net so leicht. Es bedeutet für ihn ggf. einen gravierenden Einschnitt in seine Gesundheitsversorgung. Und die ist bei chronisch kranken Menschen schon jetzt net optimal gelöst.

Elisabeth
 
Die OECD-Daten sagen eindeutig aus, dass im deutschen Gesundheitswesen durchaus genug Geld vorhanden ist.

Und ich gehe da mit Student konform: ais der Pharam lässt sich vielleicht nach was abzweigen... obwohl: ich muss schon heute darum kämpfen, dass ich meine Antiepileptika als Originalpräparat und net als Generika bekomme. Bei den restlichen Medis ändert sich alle halbe Jahre der Anbieter. Ist auch net unbedingt vertrauenserweckend, wenn man weiß, dass es net nur um den Wirkstoff alleine geht sondern eben auch um die Hilfsstoffe.

Nehmen wir mal an, dass Gesundheitswesen soll komplett umgebaut werden. Es sollen keine zusätzlichen Einnahmequellen erschlossen werden. Wie soll der Umbau dann konkret gestaltet werden?
Wie macht man dem Bürger klar,
- dass er zukünftig länger auf eine OP warten muss bzw. sie gar net erst bekommt,
- dass er mehr zuzahlen muss (war ja schon im Gespräch: pro Arztbesuch 10€),
- ass die kleinen Krankenhäuser bzw. einzelne Stationen geschlossen werden bei gleichzeitiger Verkürzung der Liegedauer in den anderen KH,
- dass die Reduzierung der Kassenärzte eine längere Wartezeit beim Hausarzt mit sich bringen wird
- ... usw.

Wer jung, gesund und mitten im Lbenen stehend ist, dem mag die Antwort mehr als leicht fallen. Wer älter ist, wer schon mal auf der anderen Seite war als Pat., wer ev. auf dieser Seite bleiben wird - für den ist die Antwort net so leicht. Es bedeutet für ihn ggf. einen gravierenden Einschnitt in seine Gesundheitsversorgung. Und die ist bei chronisch kranken Menschen schon jetzt net optimal gelöst.

Elisabeth

Umbau heisst nicht Abbau. Mehr Medikamente heisst nicht unbedingt mehr Gesundheit. Vielleicht sollte man mal entruempeln und alle sinnlosen Operationen lassen. Vielleicht ist es manchmal besser n i c h t operiert zu werden. Und mal ueberpruefen, welche Behandlungen und welche Medikamente wirken und welche man lieber lassen sollte. Schon haette man ein paar Milliarden.
Vielleicht sollte man erstmal die Bevoelkerung fragen, was sie fuer ein Gesudheitswesen will, und was sie dafuer zu bezahlen bereit ist. Ich habe den Eindruck, dass man im deutschen Gesundheitssystem irgendwie uninteressiert ist, daran, wie es dem Patienten geht. Hauptsache den Aerzten und der Pharma und der Gesundheitsindustrie geht es gut.
 
Vielleicht sollte man erstmal die Bevoelkerung fragen, was sie fuer ein Gesudheitswesen will, und was sie dafuer zu bezahlen bereit ist.

Bei der vorherrschenden Vollkaskomentalität, ist eine Behandlung erster Klasse gefragt, die aber am besten nichts kosten darf.
...das unterstell ich jetzt mal.
 
Das ist tatsächlich die Frage: Was erwarten wir vom Gesundheitswesen und sind wir bereit, den dafür angemessenen Preis zu zahlen? Insofern gebe ich bisauf recht.

Aber "den Ärzten" kann man nicht pauschal einen Vorwurf machen, da gibt es viele, die sich persönlich und zeitlich sehr für ihre Patienten engagieren, obwohl sie dafür nicht entsprechend bezahlt werden. Manche zahlen sogar "drauf", wenn gegen sie ein Regressverfahren eingeleitet wurde, weil sie ihr Budget überschritten haben (oder wenn nur ein Teil ihrer Patienten die sog. "Praxis"gebühr bezahlt hat, die eigentlich ein Krankenkassenbeitrag ist). Es gibt unter den Fachärzten einige wenige, die überdurchschnittlich verdienen wie z.B. Radiologen.

Die Gesundheitsindustrie ist (neben den schon in Beitrag #145 erwähnten) da schon eher ein Großverbraucher der finanziellen Ressourcen und sie sorgt selbst dafür, dass immer neue Entwicklungen zur (scheinbaren) Notwendigkeit werden.
 
Vielleicht sollte man erstmal die Bevoelkerung fragen, was sie fuer ein Gesudheitswesen will, und was sie dafuer zu bezahlen bereit ist.

Ich befürchte mal, du wärest entsetzt. Das Volk will genau das, was bis dato angeboten wird. Ist einfach zu erklären: "Erziehungsprozess". Man ist es gewohnt, dass die Krankenversicherung eine Vollkaskoleistung erbringt. Man ist es sogar gewohnt, dass die Krankenkasse sich schon um die Gesunden bemüht und ihnen diverse Präventivmaßnahmen anbietet. Wieviel mag man dabei sparen? Ich befürchte mal: nix.

Woher man das mit der Vollkaskomentalität weiß? Ganz einfach. man muss nur im stationären Bereich arbeiten und sich mal so manche Gespräche in Bus, Bahn, Gastronomie und der Nachbarschaft anhören. Da erfährt man mehr als einem lieb ist.

Du wirst also net umhin kommen, selbst aktiv zu werden. Und da sind wir dann beim Thema. *fg*

Andere sollen mal kräftig sparen. Wie sieht das eigentlich in der Pflege aus?
Einsatz unnötiger Pflegemittel
Verschwendung von Zeitressourcen: Durchführung unsinniger Pflegemaßnahmen
unnötiger Einsatz hochqualifizierter Fachkräfte für einfachste Pflege- bis hin zu haushälterischen Tätigkeiten
Nichtnutzen von in FoBi und WB vermittelten Fachwissen
...

Wenn gespart werden muss, dann net nur an die anderen denken- zumal man diesen Sektor eh nur bedingt verändern kann.

Elisabeth

PS Man muss net immer rmit nem Fullquote antworten, ein @Name reicht durchaus auch.
 
...Ministerin Schröder tritt nur für diejenigen ins Fettnäpfchen, die es so sehen wollen. Ich bin auch nicht für sie, aber finde ihre Gedankengänge nicht ganz verkehrt.
Sie hat unseren Beruf überhaupt nicht als "Dummenberuf" hingestellt. Sie macht sich immerhin auch Gedanken zu der Pflegemisere in Deutschland. Es ist nur ein Lösungsansatz und ich finde es ist nur in Ordnung, wenn auch für engagierte Hauptschulabgänger die Möglichkeiten über den Pflegehelfer zum Altenpfleger und zum GuK geschaffen wird.
Wieso auch nicht?

Wir durchliefen doch auch diesen Weg, um ggfs. zu studieren. Wieso nicht ein Hauptschulabgänger oder jemand ohne Zeugnis nicht noch ne zweite Chance geben?

Ich bin auch für mehr männliche Pflegekräfte und wieso auch nicht.
Das Genörgel und Gejammere wird mit männlichen Pflegekräften in jedem Falle weniger.
 
Dann bin ich auch dafür, bildungsfernen Personen den Zugang zum Medizinstudium zu erleichtern.