Medikamentenmanagement durch die Apotheke

seebär

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Hallo Zusammen,
ich hoffe ich bin im richtigen Forum. Bei uns soll in Zukunft die Apotheke die fertig gerichteten Medikamente liefern ?! Gibt es jemand der Erfahrung damit hat ? Wie funktioniert das bei Euch? Werden die Medikamente nochmal kontrolliert vor dem Ausgeben? Wie ist das rechtlich?
Danke für die Antworten
Grüße seebär
 

narde2003

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Ich nehme an du meinst die Unit dose? Eine geniale Einrichtung meiner Meinung nach, weil viel Zeit und Fehler bei der Medikamentengabe wegfällt.
Medikamente richtet entweder ein Computer/Maschine oder eine PTA die nichts anderes macht und auch nicht bei ihrer Arbeit gestört wird.
 

pepita-sheep

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Am Donnerstag 27.10 (während meiner Hospitation in einer Beatmungs - WG), habe ich das erste mal, in einer Folie eingeschweißte Medikamente gesehen (wurden aus dem Krankenhaus dem Bewohner mitgegeben). Auf jedem Segment, waren Farbe und Form des Medikamentes, Name und Darreichungsform des Medikamentes und die genaue Einnahmezeit aufgedruckt.

Das mit der Kontrolle wird schwierig, da die Verpackung mit den wichtigen Informationen nicht mitgeliefert wird.
Da liegt meines Erachtens die Haftung bei der Person, die die Medikamente stellt.
 

Elfriede

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Wie das rechtlich aussieht ..... kann ich nicht beurteilen.
Ich denke i´wann wird und muss es hier zu einem Musterprozess kommen.
- Die Durchführungsverantwortung kann uns keiner abnehmen.
(Zumindest nicht vor unserem Gewissen)
- Der Zugriff auf die Produktinformation muss jederzeit gewährleistet sein.
(Ich habe zumindest kein "Schmartpfon vonne Firma" um im ambulanten Dienst den Waschzettel von der Pharmafirma aufrufen zu können. ---- Uuppss - Welcher Hersteller ist es denn, wenn nur der Generic-Name auf dem Blister ist ???)
--- War da nicht i´was wg. "Beobachten von Wirkungen und Nebenwirkungen" ?
~~~ Erfahrungswert : Zumindest bei uns in der Gegend werden AVO´s unreflektiert von der Apotheke übernommen. Egal, wie absurd sie sind. (Eingabefehler in die EDV) Da sind Kommastellen schnell mal verrutscht, oder in der Liste wird danebengeklickt.
Bitte liebe Leute : Draufschauen, ob das überhaupt angehen kann.
Liebe PFK´s : Selber draufschauen. "Die Apotheke machts ja - Dann gebe ich es an die Hilfskräfte ab." = blöde Idee !!! ~~~
 
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FLORA.BLEIBT

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kann mich narde nur anschließen, gute sache..
bin der meinung dass dadurch sogar eher weniger fehler passieren werden.

kenne die ganze sache aus ner behinderteneinrichtung, funzt einwandfrei.
 

Tante Doll

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bei meinem letzten arbeitsplatz war das nach einiger zeit standard. in norwegen heisst das dann " Multi Dose " - die medis kommen in kleinen verschweissten plastiktütchen mit medikamentenbezeichnung, dosis, uhrzeit, patientennamen und datum versehen und helfen uns jede menge zeit zu sparen. ob es insgesamt billiger ist, dass die pharmazeuten in der apotheke sich die zeit dafür nehmen oder die pflegekräfte vor ort kann ich nicht sagen . in norwegen wird es wohl kaum einen unterschied machen:-)
auch ich habe dis als sicherer empfunden, da ich in der gesamten zeit gerade mal einen fehler bei dieser art der medsizinbelieferung festgestellt hatte.
anzumerken gilt aber, dass dies bei uns nicht für bedarfsmedizin produziert wurde, da diese ja sehr variabel eingesetzt wird. auch spezielle produkte, wie tran-kapseln und natürlich auch schnell absorbiebare psychopharmaka können aus technischen gründen nicht so geliefert werden und müssen zusätzlich mit klassischer methode dargereicht werden.
aber alles in allem: eine runde sache !
bezüglich rechtlichkeit in deutschland kann ich nix sagen !
 

Susanne2807

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in der stationären Altenpflege ist das "Blistern" häufig vertreten. Standard ist eine Kontrolle von 10%, tritt dort ein Fehler auf werden alle Blister kontrolliert.
 

FLORA.BLEIBT

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rechtlich sehe ich da eher weniger ein problem. die haftung/verantwortung liegt m.e. primär bei der apotheke und man kann und muss sich darauf verlassen können, es sei den, du gibst dem pat. die falsche packung, dies kann aber immer und bei jedem "system" passieren.

wenn man in die apo geht und sich ne packung aspirin kauft, dann verläßt man sich darauf, dass da auch aspirin drin is. wirklich wissen tut man es nicht, kann rein theoretisch auch was anderes sein. ähnlich sehe ich es mit den ab-/vorgepackten medis.

der apo is natürlich dran gelegen, dass nix schief geht. meiner Meinung nach ein gutes und sicheres systen welches uns Pflegende eine Entlastung bringt.
 

seebär

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Vielen Dank für eure Antworten.
Wie bekommt die Apotheke denn die Info welche Medis sie richten muss bzw. wie ist das bei Änderungen ( die bei uns sehr häufig sind)? Wir hane noch alles auf Papier. Wie ist das mit Notfällen/ Zugängen und an WE+Feiertagen? Habt ihr dann nur noch Bedarfmedis auf Station.
Wir sehen schon auch eine Erleichterung / Kosteneinsparung, können uns nur nicht so richtig vorstellen wie das in der Praxis läuft.
Auf weitere Antworten gespannt
seebär
 

Tante Doll

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bei uns war das relativ einfach: wir hatten einen liefervertrag mit einer ortsansässigen stamm-apotheke, wo es für die entsprechende leistung einen vordruck gab, den die pflegekräfte ausgefüllt und die ärzte quittierti hatten. zudem kam eine eigene telefon-hotline, welche man angerufen hatte um kurzfristige veränderungen durchzugeben.
 

Susanne2807

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Hallo Flora,

ich möchte deinen Optimismus nicht dämpfen aber eine so große Entlastung ist das nach meiner Erfahrung im ambulanten/langstationären Bereich nicht nicht.

  • Alle Arztanordnungen müssen gefaxt werden.
  • Die Bestellung des Nachschubs darf nicht durch die Apotheke vorgenommen werden, dies müssen die PK an die Hausärzte faxen. Diese dürfen die Hausärzte nicht an die Apotheke schicken sondern müssen es an die Einrichtung schicken.
  • halbe Tabletten dürfen nicht geblistert/oder in ein Dosett eingerichtet werden. Ärzte sind aber aus Kostengründen dazu angehalten von der KV eben so zu verordnen.
  • Änderungen müssen ausgerichtet werden, dies ist teilweise zeitaufwendig obwohl wir den Luxus haben dass alle Medis mit Bild hinterlegt sind.
  • Die PK verliert den Überblick (Langzeitpflege) was die Klienten nehmen. Beim Richten macht man sich gleichzeitig immer Gedanken ob das so zutrifft.
  • Medikamentensicherheit wäre als Pluspunkt zu werten und als Minuspunkt. Wenn ich selbst richte, sehe ich auf Anhieb die Veränderung (Langzeitpflege). In der Apotheke richtet jemand der nur das macht und damit Ruhe hat.
Deshalb sind einige Einrichtungen auch dabei wieder umzustellen, da die vermeintliche Einsparung nicht so ausgefallen ist, wie man es sich erhofft hat.
susanne
 

narde2003

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Vielen Dank für eure Antworten.
Wie bekommt die Apotheke denn die Info welche Medis sie richten muss bzw. wie ist das bei Änderungen ( die bei uns sehr häufig sind)? Wir hane noch alles auf Papier. Wie ist das mit Notfällen/ Zugängen und an WE+Feiertagen? Habt ihr dann nur noch Bedarfmedis auf Station.
Wir sehen schon auch eine Erleichterung / Kosteneinsparung, können uns nur nicht so richtig vorstellen wie das in der Praxis läuft.
Auf weitere Antworten gespannt
seebär
Es sollte dann schon eine Vernetzung zwischen Patientenakte/Kurve und Apotheke bestehen, ansonsten ist es keine Zeitersparnis.
Aus den Kliniken, von denen ich weiß, dass die Apotheke verblistert liefert, weiss ich, dass es die elektronische Patientenakte gibt.
Apothekenlieferung kommt 2 mal täglich und liefert auch das Infusionsprogramm aufgezogen.

Allerdings muss man unterscheiden zwischen ambulanter Pflege und Klinik.
Dass höhere Dosierungen aus Kostenersparnis im ambulanten Bereich verordnet werden, weiss ich, nur darf nicht jede Tablette auch geteilt werden, auch wenn sie eine Rille hat - das kann nämlich auch eine Schmuckrille sein. Selbst Medikamente mit gleichem Wirkstoff dürfen bei Hersteller A geteilt werden, bei B aber nicht. Eine Herausforderung die die Pflegekraft natürlich alle im Kopf hat/haben muss, wenn sie im häuslichen Bereich die Medikamente verteilt.
 

Tante Doll

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es kommt eben immer auf die einrichtung/institution an.... wie gesagt: bei meinem letzten arbeitgeber hatten wir die einführung der medikamentenbereitstellung durch die apotheke als grosse zeitersparniss erfahren.

dazu muss gesagt werden, dass bei meinem letzten arbeitgeber der schwerpunkt auf betreuung psychisch kranker, aber dennoch in eigenen wohnungen ausserhalb einer institution lebenden klienten lag.
Da mussten wir als pflegekräfte anfangs die medis selbst von der apotheke holen und sie dann entsprechend dossieren und aussgeben....
 

seebär

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In der Altenpflege / amb.Pflege sehen wir sicher viele Vorteile denn da halten sich Änderungen sicher im Rahmen.Aber in der Akutpflege mit vielen unangemeldeten Zugängen zu allen Uhrzeiten ??? Wie sinnig ist es das, der Dr. der Pflege anordnet und diese es dann an die Apotheke weiterleitet? Wie oft bemerkt die Pflege beim stellen Ungereimtheiten (z.B.ewig lang Kalium / Antibiotika/ Fuorese zur Nacht .... ) und kann dies dann mit dem Dr direkt klären. Da muss die PTA oder wer auch immer schon pfiggig sein. Und wie gefragt was ist am WE/Feiertag etc.?
Grüsse von seebär
 

Susanne2807

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Hallo Seebär,

das kommt sicherlich drauf an, wie fix eure Apotheke ist.

Letztlich bleibt die Durchführungsverantwortung bei der PFK, die die Medikamente austeilt/verabreicht.

susanne
 

narde2003

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Da muss die PTA oder wer auch immer schon pfiggig sein. Und wie gefragt was ist am WE/Feiertag etc.?
Grüsse von seebär
Lieferung 2 x täglich durch die Apotheke - 7 Tage die Woche oder 365 Tage im Jahr.

Ich glaube das PC-Programm ist deutlich pfiffiger als die Pflegekraft. Das Programm habe ich auch heute schon zur Verfügung, das ich mit den Medikamenten füttern kann, dann kommen dabei Hinweise zur Einnahme, was sich nicht verträgt, was ich wann wie einnehmen soll (bzw. mein Patient oder Patientin).
 
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