Kritische Stellungnahme zu Zwangsmaßnahmen in der psychiatrischen Behandlung aus der pflegerischer Perspektive.

Patrycja

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Hallo meine lieben‍

ich bin die Patrycja, arbeite in Suchtbereich und ich mache gerade eine psych. Fachweiterbildung.
Ich möchte gerne eine Arbeit über die oben genannten Thema schreiben und ich bräuchte eure Unterstützung.

Mich interessieren von allen wie eure Kollegen-innen die „alten und neuen“ damit umgehen?;
ob sich solche Situation(Zwangsmedikation, Fixierung) in den letzten Jahren verändert, vermehrt haben?;
ob ihr die Deeskalationsmöglichkeiten habt? Wenn nicht, wieso?

Für alle Antworten von euch bedanke ich mich im Voraus
Die Bücher, Unterlagen die wir benutzen, sind komplett veraltet, mittlerweile 20 Jahre alt und deswegen wende ich mich an euch persönlich
Ich weiß, dass das ein heikle Thema ist, aber es wird anonym ausgewertet, also ich musst ja keine Angst haben.

Liebe Grüße P.
 

-Claudia-

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ch weiß, dass das ein heikle Thema ist, aber es wird anonym ausgewertet, also ich musst ja keine Angst haben.
Das soll hoffentlich keine Aufklärung der Proband:innen im Sinne eines informed consent darstellen???

Ich selbst kann Dir ohnehin nicht helfen, da ich in der Chirurgie arbeite. Aber wenn Du eine qualitative Untersuchung durchführen ,Kolleg:innen aus der Psychiatrie befragen und deren Antworten auswerten möchtest, sind sie bei öffentlichen Antworten hier im Forum nur unzureichend geschützt. In diesem Fall solltest Du auf andere Erfassungsinstrumente zurückgreifen - Telefoninterviews oder tatsächlich anonyme Online-Befragungen zum Beispiel.
 

jasper2

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Hallo Patycja,
das ist so ein großes und schweres Thema....wo soll ich da anfangen?
die Zwangsmaßnahmen haben bei uns zugenommen, was daran liegt, dass in Berlin alle (bis auf eine) Gefangensammelstelle der Polizei abgeschafft wurden.... kurzzeitig hatten wir einen Wachschutz, um den armen Schwestern und Pflegern zu helfen, wurde aber wieder abgeschafft....
ich kann nicht direkt dazu Stellung nehmen, manchmal finde ich die Zwangsmaßnahmen richtig, und manchmal nicht....früher dachte ich nur an die armen Patienten, inzwischen tun mir aber auch die Schwestern und Ärzte leid...die auch einen gewissen Schutz brauchen gegen die zunehmende Gewalt...
bei der Zwangsmedikation kommt es auch noch darauf an, welches Medikament gegeben wird und ab wann
In Deeskalationsmaßnahmen sind alle Mitarbeiter bei uns geschult...was einem aber auch eine Art von Sicherheit gibt, die man aber in der Akutsituation nicht hat
ich brauche konkrete Fragen um kritisch Stellung nehmen zu können....
ich kann auch nur für mich sprechen und nicht über das, was meine Kollegen darüber denken....da liegen manchmal Welten zwischen
Lieben Gruß
Jasper
 

Patrycja

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GuK
Hallo Patycja,
das ist so ein großes und schweres Thema....wo soll ich da anfangen?
die Zwangsmaßnahmen haben bei uns zugenommen, was daran liegt, dass in Berlin alle (bis auf eine) Gefangensammelstelle der Polizei abgeschafft wurden.... kurzzeitig hatten wir einen Wachschutz, um den armen Schwestern und Pflegern zu helfen, wurde aber wieder abgeschafft....
ich kann nicht direkt dazu Stellung nehmen, manchmal finde ich die Zwangsmaßnahmen richtig, und manchmal nicht....früher dachte ich nur an die armen Patienten, inzwischen tun mir aber auch die Schwestern und Ärzte leid...die auch einen gewissen Schutz brauchen gegen die zunehmende Gewalt...
bei der Zwangsmedikation kommt es auch noch darauf an, welches Medikament gegeben wird und ab wann
In Deeskalationsmaßnahmen sind alle Mitarbeiter bei uns geschult...was einem aber auch eine Art von Sicherheit gibt, die man aber in der Akutsituation nicht hat
ich brauche konkrete Fragen um kritisch Stellung nehmen zu können....
ich kann auch nur für mich sprechen und nicht über das, was meine Kollegen darüber denken....da liegen manchmal Welten zwischen
Lieben Gruß
Jasper
Hallo Jasper,

danke für deine Antwort.

Nicht ohne Grund schreiben die Psychatrie-Abteilungen schwarze Zahlen. Menschen sind anders geworden, die sind egoistisch, respektlos und zeigen aggressive Tendenzen, dazu kommen psychiatrische Erkrankungen, die so ein Verhalten noch verstärken können.
Solche Patienten leben in seinen eigenen Welt, verstehen oft nicht, dass die erkrankt sind und von uns Hilfe brauchen. viele Situationen konnte man vermeiden, weil wir zwischendurch unbewusst die Patienten provozieren.
Auch die Psychotiker in der akute Phase brauchen Aufmerksamkeit und Zuneigung.

Aber was mich nur interessiert und deswegen hab ich den Post im Psychatrie Bereich reingetan sind die Fragen von oben:

Mich interessieren von allen wie eure Kollegen-innen die „alten und neuen“ damit umgehen?;
ob sich solche Situation(Zwangsmedikation, Fixierung) in den letzten Jahren verändert, vermehrt haben?;
ob ihr die Deeskalationsmöglichkeiten habt? Wenn nicht, wieso?

Bitte meine Kollegen-/innen, ich hab noch eine Woche Zeit um die Sachen auszuwerten ;)

LG Patrycja
 

jasper2

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Hallo patrycja,
also....ich arbeite jetzt schon 30 Jahre in der Psychiatrie....
Was ist dir denn in deinem Leben passiert?
glaubst du echt, dass die Menschen anders geworden sind....ich teile die Meinung nicht bzw bin ganz schön geschockt, was du da schreibst....
damit möchte ich nichts zu tun haben
Lieben Gruß
jasper
 
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