Insulin spritzen und ausrechnen

espoir

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Krankenhaus
Hallo,

wenn ich jetzt als bsp einen Pat hab, der 210 bz hat. es gilt Zielwert 120 und Ausgleichsregel mit 30. Dann bekommt er doch 3 Einheiten. Arbeitet man aber mit einem Pen der nur in 2 er Schritten das Insulin abgibt, was gibt man dann ? 2 oder 4 Einheiten ?


es grüßt

espoir
 
Welches Insulin "gibst" Du?
Altinsulin, Actrapid 30/70 oder Actrapid 50/50, ....?

Wann war die letzte Mahlzeit und was, wieviel?

Gibt es schon ein letztes Ergebnis auf BZ in IE nach ? BE?(wäre nicht schlecht zu wissen).
 
wann spritzt Du, zu welcher Tageszeit, wie sind die Vorwerte und wie reagierte der Patient auf die jeweiligen Insulingaben?

Letzten endes teile es dem Arzt mit, damit er eine Angleichung vornimmt oder einen neuen Pen verordnet. Oder Du musst das Insulin genau aufziehen aus anderen Ampullen.
 
Welches Insulin "gibst" Du?
Altinsulin, Actrapid 30/70 oder Actrapid 50/50, ....?
.

Es gibt nur ACTRAPID.

Was du meisnt ist Actraphane.

---

BE, essen usw ist für die Frage unwichtig. Das sind Rahmenbedingungen und bedürfen einer anderen Anordnung.

Wenn er/sie nach Zielwert und 30er Regel runterspritzen soll, dann ist das so zu machen.

Und 2 oder 4?

3! Anderen Pen benutzen! Wer exakt nach BEs oder nach Wert spritzen soll, braucht einen vernünftigen Pen...!

Wenn das nicht möglich ist, natürlich lieber nur 2 spritzen, anstatt 4.
Lieber 50mg/dl zu viel Glukose im Blut als 20 zu wenig...
 
BE, essen usw ist für die Frage unwichtig. Das sind Rahmenbedingungen und bedürfen einer anderen Anordnung.

Wenn er/sie nach Zielwert und 30er Regel runterspritzen soll, dann ist das so zu machen.

Und 2 oder 4?

3! Anderen Pen benutzen! Wer exakt nach BEs oder nach Wert spritzen soll, braucht einen vernünftigen Pen...!

Wenn das nicht möglich ist, natürlich lieber nur 2 spritzen, anstatt 4.
Lieber 50mg/dl zu viel Glukose im Blut als 20 zu wenig...

Hallo,

danke für die Antwort. Da wollte ich eigentlich auch drauf hinaus, ob man lieber zuviel mg/dl lässt als zu wenig...logisch eigentlich...danke !
 
hoi....

Was ist die 30´ger Regel?

Ich arbeite ab und auf einer Diabetesstation.

Die handhaben das so- spritzen nen gewissenfestgesetztes Kurzzeitinsulin ( um das Essen abzudecken) und dann pro mmol/l über den Normbereich sprizten sie 1 Einheit.

....

Beispiel: BZ von 10,0
Insulin zum Essen- 6 Actrapid
Korrekturinsulin - 4 Actrapid



Stefan
 
Hallo stefan1981!

Die "30er-Regel" besagt, daß pro 30 mg/dl BZ-Abweichung nach oben vom Zielwert 1 Einheit Insulin zusätzlich gegeben wird. Das ist aber vom individuellen Ansprechen auf das Insulin abhängig, kann also im Einzelfall z. B. auch eine "20er-" oder "40er-Regel" sein.

Das entspricht ja ungefähr dem von dir beschriebenen Vorgehen, das wäre dann (umgerechnet) eine "18er-Regel" (1 mmol/l entspricht etwa 18 mg/dl).

Schönen Gruß, Gego.
 
ich mach mir erst ab 70-80 mg/dl gedanken. die 30iger regel ist eh sehr ungenau, unpersönlich. actrapid hat längere halbwertszeit.
 
@Maniac:
Von Dir oder von mir? Und wenn ja, warum?

Ulrich
 
Sorry, aber dein Beispiel passt mir nicht...

Erstmal: Ich habe mit meinen 20/50 einfach Zahlen geschrieben, meinte damit nicht genau 20 bzw 50mg/dl, aber ich erklärs gleich.


Du beziehst dich jetzt darauf und konstruierst einen Fall der nicht zu der ursprünglichen Frage passt, und auch nichts mit meiner Aussage zu tun hat.

Das was du sagst ist: Wir haben nen Zucker von 120. 20 weniger ist gut, 50 mehr schlecht. RICHTIG, hab ich was anderes behauptet? Ich meinte nicht 20 weniger als ein guter Wert ist schlechter als 50 mehr von einem guten Wert.
Ich sagte: Lieber 50mg/dl zu viel(!) im Blut als 20 zu wenig.

ZB BZ 40mg/dl sind 20 zu wenig um noch vernünftig entgegen wirken zu können. Das ist zwar individuell, triffts aber gut. Bei einer Hyperglykämie ists schwieriger. Wo ist zu viel? 500 bspw. sind zu viel. 550 ist auch zu viel, schadet aber nicht so viel wie die eben genannten 20 zu wenig.

Ist auch konstruiert, das ist mir bewusst.

Wenn wir es oben drauf beziehen haben wir wieder ein anderes Bild:
210 Ausgangswert, entweder 60 runterspritzen oder 120. Das war die ursprüngliche Frage.
Ich bin für 60, denn wenn er nachher bei 120 (also Wert 90) noch runter geht, ist das schlimmer als wenn er bei 60 (Wert 150) noch hoch geht.
Bei hohen Werten kann man irgendwann kommen und nachmessen, bei niedrigen Werten kann es schnell mal zu spät sein.

---------

Das erstmal dazu. Das das Ganze individuell ist und nicht lebenslang so laufen kann und wird, ist klar. Das steht hier nicht zur Debatte. Es ging um die Ausführung der angeordneten 30er regel ohne vernünftigen Pen.

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So, und jetzt noch @heriion:
Verstehe deine Aussage grad nicht, bzw sehe keinen Zusammenhang:
Actrapid hat längere Halbwertszeit.

Worauf war das die Antwort bzw Reaktion?
Längere Halbwertszeit als was?
 
Dann hatte ich Dich schon richtig verstanden und bleibe bei Deinem Beispiel (das war nichts von mir konstruiertes) dabei, dass ich die 4 Einheiten für sinnvoller halte. Allerdings abhängig von der Uhrzeit und dem Abstand zum Essen und der Menge des Essens usw.

Wobei ich Dir voll und ganz zu stimme, dass bei der Anordnung was faul ist. Insofern auch von mir: anderer Pen oder anderes Schema.

Ulrich Fürst

P.S.: Vielen Patienten merkt man einen BZ von 40 mg/dl nicht an, dann ist das auch kein Problem. Die die es merken kommen nicht so tief, weil sie vorher was essen, bzw. zu essen bekommen.
 
P.S.: Vielen Patienten merkt man einen BZ von 40 mg/dl nicht an, dann ist das auch kein Problem. Die die es merken kommen nicht so tief, weil sie vorher was essen, bzw. zu essen bekommen.

Andersrum gibts Patienten die schon mit 70 Schweißausbrüche und weitere Symptome haben...!
 
Andersrum gibts Patienten die schon mit 70 Schweißausbrüche und weitere Symptome haben...!

Ist doch bestens. Die Patienten, die eine Hypoglykämie bemerken sind doch die einfachsten. Die Essen dann halt einfach was (siehe mein letztes Posting).

Ulrich Fürst
 
Die Patienten, die so niedrige BZ-Werte noch gut tolerieren sind ja meistens die Diabetiker und genau da liegt das Problem. Die Zeit,um dann zu handeln ist dementsprechend verkürzt.
 
Ich hab ja nicht behauptet, dass man da noch ein paar Stunden Zeit hat um zu reagieren. Ein Wert von 70 mg/dl ist aber nicht wirklich niedrig - noch nicht mal eine Hypoglykämie.

Ulrich Fürst
 
Ich finde auch hier muss man den Nutzen-Risiko Faktor abwiegen.

Bekommt ein Pat. mit 90 Jahren noch Langzeitschäden von einem erhöhten BZ, wenn er noch dazu eine andere bösartige Erkrankung hat? Nimmt man ihn dann mit sämtlichen Einschränkungen Lebensqualität? Oft ist auch schon ein Gewöhnungseffekt an den erhöhten BZ eingetreten.

Beispiel (mir selbst passiert):
Pat. kam zur palliativen TUR-P (ca. 90 J.), bekannter DM II. Ich messe nochmal vor dem Schlafengehen den BZ, der liegt über 300 mg/dl. Auf Anordnung des Arztes Verabreichung von Actrapid. Am Morgen ist der BZ bei 140 mg/dl. Wär ja ein super Ergebnis. Nur der Patient war kreidebleich, kaltschweißig und klagte über Brechreiz (laut Pat. weiß er nicht, warum es ihm so schlecht geht, hatte das noch nie). Also Vitalzeichenkontrolle, EKG, Labor, usw. - alles in Ordnung. KI gegen Übelkeit nichts geholfen, was machen wir jetzt?
Ich hab ihm dann Traubenzucker gegeben und siehe da, es hat geholfen - Pat. beschwerdefrei. Aber wer denkt bei einem BZ bei 140 mg/dl an einen Hypo????

Gruß,
Lin
 
An eine Hypoglykämie würde ich nicht denken; die ist nunmal (nach der mir bekannten Fachliteratur) als Wert kleiner als 50 mg/dl definiert. Allerdings sind diese Symptome nicht unüblich auch bei "zu hohen Blutzuckerwerten" wenn der Patient diese gewohnt ist.

Einen solchen Patiente sollte man m. E. auch nicht auf die normalen Normalwerte (sic!) bringen. Nur war im OP weder das alter noch die bisherigen Werte des Patienten angegeben. Wir können hier also nur spekulieren. Gerade deshalb finde ich die Informationen zum Patienten und seiner Situation zu dürftig um sichere und pauschale (zu wenig ist immer besser) Aussagen zu treffen.

Ulrich Fürst
 
Nur war im OP weder das alter noch die bisherigen Werte des Patienten angegeben. Wir können hier also nur spekulieren.

Richtig, und deshalb ist die Antwort korrekt: Spritzen wie angeordnet (3) und im Zweifelsfall lieber zu wenig spritzen als zu viel. Punkt!
Aus ner Hypo können eher negative Folgen entstehen als bei Werten um 150.
Fakt!

Dauerhaft sollte natürlich das korrekte runterspritzen erfolgen.
 

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